Suche

Digitalisierungsindex Mittelstand: Das Gastgewerbe kommt voran

Mittelständische Hotel- und Gastbetriebe arbeiten mit Hochdruck an der Digitalisierung ihrer Prozesse: Die Zahl der Firmen, die die Digitalisierung fest in ihrer Geschäftsstrategie verankert haben, hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht und liegt nun bei knapp 32 Prozent. Dies ist das Ergebnis der zweiten repräsentativen Telekom-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“.

Die Zahl der Firmen, die die Digitalisierung fest in ihrer Geschäftsstrategie verankert haben, hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht und liegt nun bei knapp 32 Prozent.© Sitthiphong - iStockphoto.com© Sitthiphong - iStockphoto.com

Im Digitalisierungsindex konnte sich das Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahr um drei auf 52 Punkte steigern und liegt jetzt im Branchenvergleich nur noch knapp hinter dem branchenweiten Gesamtdurchschnitt von 54 Punkten.

Die Studie zeigt, dass deutsche Gastbetriebe auf fast allen digitalen Handlungsfeldern Fortschritte machen. Immer mehr Unternehmen sehen die Digitalisierung als festen Bestandteil ihrer geschäftlichen Entwicklung und als Grundvoraussetzung für ihren künftigen Erfolg. 41 Prozent der Betriebe setzen laut der Studie einzelne digitale Projekte um. So ist ein digitales Kassensystem bereits bei 51 Prozent aller Firmen Alltag, während 25 Prozent aller Betriebe angeben, demnächst eine digitale Kasse einführen zu wollen. Ein besonderes Augenmerk legt die Branche auf die Themen Sicherheit und Datenschutz: Hier steigerte sich die Branche um fünf auf 61 Indexpunkte.

Kundenfreundlicher durch Digitalisierung

Unternehmen aus dem Gastgewerbe haben laut Studie viele Möglichkeiten, die eigene Wertschöpfungskette zu digitalisieren. Das Spektrum reicht von Online-Reservierungen über digitale Kassensysteme bis hin zu Kontakten mit Lieferanten. Um ihre Wettbewerbsposition zu stärken, bieten Gastronomen ihren Gästen immer häufiger an, online zu bestellen oder den eigenen Service im Netz zu bewerten. Viele Unternehmen ergänzen ihr Angebot um Lieferdienste außer Haus – Basis sind hier in der Regel Cloud-Anwendungen. Auch zukünftige Gäste profitieren von digitalen Angeboten: Sie schlendern vor der Reservierung virtuell durch das Hotel oder nutzen mobile Zahlungsmöglichkeiten.

Erfolg durch Digitalisierung

Erstmals kann die Studie einen Zusammenhang zwischen digitalem Reifegrad und Geschäftserfolg nachweisen. Der Digitalisierungsindex jener Betriebe, deren Umsatz 2016 gestiegen ist, liegt bei 55 Punkten. Unternehmen mit stagnierenden oder rückläufigen Umsätzen kommen dagegen nur auf einen Indexwert von 46 Punkten. „Dies zeigt: Investitionen in digitale Lösungen rentieren sich. Sie tragen dazu bei, den Umsatz zu steigern, Kosten zu verringern und flexibler zusammenzuarbeiten“, sagt Thomas Spreitzer, verantwortlich für den Vertrieb im Bereich kleine und mittlere Unternehmen sowie den Partnervertrieb und das Marketing bei der Telekom Deutschland. „Doch auf der anderen Seite gibt es zahlreiche mittelständische Unternehmen, die nicht einmal über eine Internetpräsenz verfügen, geschweige denn in den sozialen Medien aktiv sind. Für sie ist es das Wichtigste, jetzt mit der Digitalisierung anzufangen.“

Effizienzsteigerung

Schon einzelne Digitalisierungsmaßnahmen wirken sich positiv auf die Umsatzentwicklung, die Kundengewinnung oder die Qualität der Prozesse aus. So gaben 78 Prozent der Unternehmen an, dass sie mit der Cloud interne Prozesse effizienter und die Organisation flexibler gestalten können. Auch sorgt eine höhere Digitalisierung für eine größere Zufriedenheit mit den unternehmerischen Kennzahlen.

Kostenloser Self-Check

Der aktuelle Gesamtbericht sowie zwölf Branchenteilberichte stehen auf der Webseite digitalisierungsindex.de zum Download bereit. Innerhalb weniger Minuten können interessierte Unternehmen mit dem Self-Check ihren persönlichen Status quo ermitteln.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationFührung, Management und LeadershipRecruiting und Fachkräftemangel
Warum Digitalisierung keine Gastronomie rettet – aber über Überleben oder Scheitern entscheidet

Weitere Artikel zum Thema

Pentacode AG
Wie bleibt die Gastronomie wettbewerbsfähig, wenn Personal knapp und der Druck hoch ist? Welche Rolle spielt Technologie – und wo muss der Mensch im Mittelpunkt bleiben? Acht zentrale Fragen an Lorenz Strasser, CEO von Pentacode,[...]
Pentacode AG
mip Consultant GmbH
Microsoft will in Teams künftig automatisch erkennen, wer im Büro ist – praktisch für hybride Teams, heikel für den Datenschutz. Warum die geplante Funktion mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet und wie Unternehmen mit diesem[...]
mip Consultant GmbH
Gewinnblick GmbH
Die Senkung der Mehrwertsteuer für Gastronomiebetriebe, die heute vom Bundesrat bestätigt wurde und ab dem 1. Januar 2026 gilt, sorgt in der Branche für neue Zuversicht. Nach Monaten stetig steigender Kosten und zusätzlichen Herausforderungen im[...]
Gewinnblick GmbH
TheFork, OpenAI; simon, Unsplash
Die Reservierungsplattform TheFork hat als einer der ersten Launch-Partner von OpenAI ihre Buchungsfunktion in ChatGPT integriert. Gäste können ab sofort über einfache Dialoge mit der KI Restaurants entdecken und direkt reservieren. Für Gastronomiebetriebe eröffnet die[...]
TheFork, OpenAI; simon, Unsplash
orderbird
Fünf kleine Gerichte statt eines Hauptgangs, Essen mit funktionalem Mehrwert und Küchen, in denen KI Teil des Teams ist und Roboter im Service unterstützen – 2026 wird ein spannendes Jahr für die Gastronomie. Welche Veränderungen[...]
orderbird
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.