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Finanzkompetenz der Generation Z

„Das Verhalten und die Einstellung der Generation Z zu Geld unterscheidet sich klar. Besonders das Sprechen über Finanzen spielt eine deutlich größere Rolle bei jüngeren Menschen.“ fasst Maria Mondry, Head […]

Lukasz Radziejewski, UnsplashLukasz Radziejewski, Unsplash

„Das Verhalten und die Einstellung der Generation Z zu Geld unterscheidet sich klar. Besonders das Sprechen über Finanzen spielt eine deutlich größere Rolle bei jüngeren Menschen.“ fasst Maria Mondry, Head of Banking bei Tomorrow, die Ergebnisse zusammen. „Sie schaffen damit im Unterschied zu ihren Eltern und Großeltern einen transparenteren, offeneren Umgang mit dem vermeintlichen Tabuthema Geld.“

Die Bedeutung von Finanzkompetenz für die Generation Z

Inflation, Mindestlohn, Altersarmut und Gender Pay Gap – kritische Finanzthemen sind aktuell über alle Generationen hinweg viel diskutiert. Eine von ihnen wird davon aber derzeit besonders geprägt: Die Generation Z, die die Jahrgänge von 1997 bis 2010 umfasst und mit diesen essentiellen Geldfragen, Herausforderungen und Gerechtigkeitsthemen ins Erwachsenenleben gestartet ist. Sie haben währenddessen den Einstieg ins Berufsleben gemeistert, ihre ersten Sparraten festgelegt, größere Anschaffungen geplant oder sich Gedanken über ihre finanzielle Zukunft gemacht. Nebenbei treffen sie auf eine steigende Zahl an digitalen Produkten, Finanz-Apps und Formate in den sozialen Medien, in denen Finanzwissen ganz nebenbei und niederschwellig vermittelt wird.

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So steht es um die Finanzkompetenz …

… in Deutschland

Finanzwissen und Budgetierung: Über alle Generationen hinweg haben nur 6 % ein solides Finanzwissen*, 10 % haben volle Kontrolle über das eigene Budget und kennen ihre Ausgaben für Fixkosten, variable Kosten und Sparen und Investieren sehr gut. Am besten steht es um das Wissen der Fixkosten (38 % kennen es sehr gut), am schlechtesten um das Budget für Sparen und Investieren (25 % kennen es nicht oder gar nicht). Sparen und Investieren: Die Mehrheit blickt kritisch in ihre finanzielle Zukunft: Generationsübergreifend machen sich die meisten (67 %) Sorgen um die eigene finanzielle Zukunft. Auf eine staatliche Altersvorsorge setzt kaum jemand, die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge sind Klassiker wie Tagesgeld, Lebensversicherung, Bausparen, Riester und Rürup. Dabei hat fast jeder Dritte (29 %) in den letzten drei Monaten nicht aktiv gespart oder investiert. 31 % sparen eine feste Summe, 37 % sparen unregelmäßig. Beratung und Austausch: Die Einstellung, dass über Geld nicht gesprochen wird gehört der Vergangenheit an: Mehr als jeder Zweite (63 %) spricht mit Partnerinnen über das eigene Einkommen, nur 15 % sprechen mit niemandem darüber. Im Austausch mit nahestehenden Personen, werden insbesondere alltägliche, kurzfristige Themen (Sparen im Alltag, Gehalt und Einkünfte, Budget und Ausgaben) besprochen, langfristige Finanzüberlegungen (Schulden, Vermögensziele und -aufbau) sind eher zweitrangig.

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Auch bei konkretem Beratungsbedarf bleibt ein individueller, persönlicher Austausch zu Finanzfragen über alle Generationen unangefochten: So würden sich 38 % bei Finanzfragen an Finanzberater*innen oder die eigene Bank wenden. 29 % vertrauen auf ihr bestehendes Wissen. Generische Inhalte von Finanz-Influencern (22 %) und Sachbüchern (22 %) bilden das Schlusslicht.

… nach Generation

Finanzwissen und Budgetierung: Entgegen vieler Vorurteile ist auf den ersten Blick kein tatsächlicher Abfall des Finanzwissens zwischen den Generationen erkennbar: Sowohl in der Generation Z als auch bei den ab 28-Jährigen haben nur etwa 6 % ein solides Finanzwissen und damit alle Wissensfragen richtig beantwortet.

Themen in diesem Artikel
AusgabenGeneration Z

Eine Überraschung birgt jedoch der Blick ins Details: Die Generation Z unterliegt bei allen Wissensfragen den ab 28-Jährigen – mit einer Ausnahme: Beim Wissen um den Unterschied von Aktien und ETFs liegt die Generation Z (46 %) vor den ab 28-Jährigen (41 %). Bei den anderen drei Fragen zu Zinsen, Inflation und Unterschieden zwischen Kredit- und EC-Karten sind die ab 28-Jährigen bewanderter als die Generation Z.

Sparen und Investieren: In puncto Sparen und Investieren steht die Generation Z dem Rest Deutschlands in nichts nach: In der Generation Z haben 26 % in den letzten drei Monaten nichts gespart oder investiert und unterscheiden sich damit kaum von den ab 28-Jährigen (29 %). In der Generation Z blickt jeder Fünfte (19 %) gleichgültig in die eigene finanzielle Zukunft – und damit deutlich öfter als die ab 28-Jährigen (9 %). Beratung und Austausch: Ein Trend ist in der Generation Z klar erkennbar: Finanzen und Freundinnenschaften rücken deutlich enger zusammen, es zeigt sich eine zunehmende Enttabuisierung von Finanzthemen im Privaten. Die Generation Z wendet sich bei Finanzentscheidungen sehr viel eher an Freundinnen (Generation Z: 37 %, ab 28-Jährige: 23 %), spricht mit Freundinnen deutlich mehr über ihr Einkommen (Generation Z: 42 %, ab 28-Jährige: 30 %) und würde sich deutlich eher Geld von Freundinnen oder Familie leihen. Nur jeder Fünfte der Generation Z (20 %) vertraut auf das eigene Wissen bei Finanzentscheidungen (ab 28-Jährige: 31 %). Auch wenn ihre Bedeutung deutlich steigt, Finanz-Influencer lösen auch in der Generation Z keine Finanzberaterinnen ab: In der Generationen Z würden nur 29 % bei konkreten Finanzfragen auf Finanz-Influencer setzen (Beraterinnen: 39 %), bei den ab 28-Jährigen sind es 20 % (Berater*innen: 38 %).

… nach Geschlecht

Finanzwissen und Budgetierung: Das Finanzwissen der Männer (8 %) liegt über dem der Frauen (3 %). Den deutlichsten Unterschied gibt es im Bereich Sparen und Investieren: Hier kennen nur 35 % der Frauen den Unterschied zwischen ETFs und Aktien, bei den Männern sind es 50 %. Beim Wissen um die eigenen Ausgaben dreht sich dieses Ungleichgewicht um: Bei den Frauen kennen rund 40 % ihre Fixkosten und 25 % ihre variablen Ausgaben sehr gut. Bei den Männern sind es bei Fixkosten lediglich 35 % und bei variablen Kosten 19 % der Befragten.

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Sparen und Investieren: Frauen investieren seltener als Männer und wählen eher risikoarme Produkte für ihre private Altersvorsorge: 31 % der Frauen und 26 % der Männer haben in den letzten drei Monaten nichts gespart, 49 % der Frauen (Männer: 43 %) setzen auf Produkte wie Tagesgeld und Lebensversicherung. Je 36 % der Männer integrieren Investmentfonds oder ETFs (Frauen: 29 %) und Aktien (Frauen: 25 %) in ihre private Vorsorge.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich auch bei den Gefühlen beim Blick in die eigene finanzielle Zukunft: Frauen machen sich mehr Sorgen um ihre finanzielle Zukunft, Männer blicken eher gleichgültig in diese (Männer: 13 %, Frauen: 9 %). Mehr Frauen sorgen sich, obwohl sie etwas tun (Männer: 34 %, Frauen: 41 %). Mehr Männer denken, dass sie ihre finanzielle Zukunft im Griff haben (Männer: 30 %, Frauen: 25 %).

Beratung und Austausch: Das Männer häufiger investieren und Frauen ihre Budgets besser im Blick haben, das zeigt sich auch in den Themen, über die die Geschlechter im Privaten sprechen: Frauen sprechen häufiger über kurzfristige Themen und Alltagsfinanzen, wie Budgets und Ausgaben (Männer: 44 %, Frauen: 48 %), Männer sprechen eher über langfristige Methoden, wie Vorsorge, Sparen und Investieren (Männer: 45 %, Frauen: 39 %) und Vermögensziele – und aufbau (Männer: 31 %, Frauen: 26 %). Dabei vertrauen Männer deutlich mehr auf ihr bestehendes Wissen bei Finanzfragen (Männer: 33 %, Frauen: 24 %), Frauen auf Finanzberater*innen (Männer: 35 %, Frauen: 41 %).

… nach Bundesland***

Finanzwissen und Budgetierung: Im Wissen um das eigene Budget gibt es wenig Unterschiede zwischen den Bundesländern. Was jedoch auffällt: Die süddeutschen Bundesländer kennen ihre eigenen Ausgaben für variable Kosten (17 %) im Vergleich am wenigsten (Deutschland: 22 %). Dafür schneiden sie bei der Wissensfrage zum Unterschied zwischen Aktien und ETFs mit 51 % am besten ab (Deutschland: 42 %).

Sparen und Investieren: Die besondere Bedeutung von Sparen und Investieren für Süddeutsche wird an vielen Stellen deutlich: Süddeutsche sparen deutlich häufiger (78 %, Deutschland: 71 %), sprechen im Privaten am meisten über Vorsorge, Sparen und Investieren (49 %, Deutschland: 42 %) und verlassen sich am wenigsten auf die gesetzliche Altersvorsorge (17 %, Deutschland: 20 %).

Beratung und Austausch: Über Einkommen mit Freundinnen sprechen, das ist für beinahe jeden zweiten Norddeutschen (46 %) an der Tagesordnung, in Westdeutschland geht nur jeder Dritte (29 %) unter Freundinnen so offen mit dem Einkommen um . Aber: Auch wenn Norddeutsche am häufigsten mit Freundinnen über ihr Gehalt sprechen, sind es die Süddeutschen, die bei Finanzfragen am ehesten ihre Freundinnen um Rat fragen (29 %).

Methodik der Studie

Die Umfrage wurde vom 13. bis 14. Februar 2024 von dem Marktforschungsunternehmen Appinio durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren, national repräsentativ für das Alter und Geschlecht der deutschen Bevölkerung. Die Generation Z umfasst alle Teilnehmenden, die zum Zeitpunkt der Umfrage zwischen 16 und 27 Jahren alt waren. Diese Gruppe umfasst 201 Teilnehmende, die verbleibenden 799 sind ab 28-Jährige.

Zur Zusammenfassung der Studie

* Wir folgen der Definition von Finanzkompetenz der OECD: “A combination of awareness, knowledge, skill, attitude and behaviour necessary to make sound financial decisions and ultimately achieve individual financial wellbeing”

** Solides Finanzwissen hat, wer 4 von 4 Wissensfragen richtig beantwortete.

*** Süddeutsche Bundesländer: Bayern, Baden-Württemberg Norddeutsche Bundesländer: Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein Westdeutsche Bundesländer: Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen Ostdeutsche Bundesländer: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen

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