Suche
Anzeige

GEMA stoppt Außendienst – Kontrolle läuft digital weiter

Der Außendienst verschwindet, die Pflicht zur Meldung bleibt. Ab Herbst 2025 setzt die Verwertungsgesellschaft auf Portale und Hotlines – schneller für die einen, unübersichtlicher für die anderen. Für Veranstalter heißt das: weniger Besuch vor Ort, mehr Eigeninitiative im Netz.

eminumana, Pexelseminumana, Pexels

Einstellung des Außendienstes zum Herbst 2025

Nach übereinstimmenden Berichten aus Branchenkreisen wird die GEMA ihren gesamten Außendienst zum 30. September 2025 einstellen. Ab dem 1. Oktober 2025 finden damit keine persönlichen Vor-Ort-Kontrollen mehr statt. Die bisherigen Vertriebsstrukturen werden aufgelöst, stattdessen setzt die Gesellschaft künftig auf digitale Abläufe und automatisierte Verfahren.

Auswirkungen auf Gastronomiebetriebe

Für Gastronomiebetriebe bedeutet dieser Schritt, dass der persönliche Kontakt zu Außendienstmitarbeitenden entfällt. Fragen zur Musiknutzung, zu Lizenzmodellen oder zu einzelnen Veranstaltungen müssen künftig über zentrale digitale Kanäle geklärt werden. Während dies eine Beschleunigung von Prozessen verspricht, kann es zugleich den Beratungsaufwand auf Seiten der Betriebe erhöhen.

Partner aus dem HORECA Scout

Meldepflicht bleibt bestehen

Unverändert bleibt die Pflicht, Musiknutzungen rechtzeitig und vollständig zu melden. Ob Hintergrundmusik im Restaurant, ein DJ-Abend oder die Durchführung von Live-Veranstaltungen – jede Form der öffentlichen Wiedergabe ist weiterhin meldepflichtig. Die Umstellung betrifft ausschließlich die Art und Weise, wie die Kommunikation mit der GEMA erfolgt.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und Urteile
Hotel-Fernsehen über Kabelanlage: Wann die GEMA-Lizenz genügt – und wann nicht

Unsicherheit über Servicequalität

Ob die neuen digitalen Strukturen den bisherigen Service tatsächlich ersetzen können, bleibt unklar. Die GEMA verweist zwar auf Onlineportale und Hotlines, doch Branchenvertreter bezweifeln, dass dies in allen Fällen ausreichend ist. Besonders kleinere Betriebe könnten ohne direkten Ansprechpartner stärker belastet sein. Offen bleibt auch, wie zuverlässig die digitalen Verfahren im Alltag funktionieren und ob sie die notwendige Transparenz gewährleisten.

Themen in diesem Artikel
GEMA Lizenzmodell

So funktioniert die digitale Meldung künftig

Registrierung im GEMA-Online-Portal:

  • GEMA-Website aufrufen und mit Name und E-Mail-Adresse registrieren.
  • Registrierung über den zugesandten Link bestätigen.
  • Persönliches Passwort festlegen.
  • Kundennummer und Code eingeben, die von der GEMA versendet wurde.

Durch diese Umstellung auf digitale Prozesse strebt die GEMA eine effizientere und transparentere Abwicklung der Musiknutzungen an. Es ist daher wichtig, sich frühzeitig mit dem Online-Portal vertraut zu machen, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. In verschiedenen Tutorials erklärt die GEMA die neuen Abläufe.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceRechtsprechung und Urteile
GEMA passt TV-Tarif an: Rückerstattungen für Gastgewerbe möglich
ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

50 Mitarbeiter, jahrelang unbemerkt, ein sechsstelliger Schaden: Die Razzia in einem Restaurant in München hat eine unbequeme Frage zurück auf die Tagesordnung gebracht – wie gut kennen Gastronomen eigentlich die Abläufe in ihrem eigenen Haus? Steuerberater Christopher Arendt erklärt, wo die typischen Schwachstellen sitzen und warum wachsende Betriebe ihre Kontrollen jetzt mitwachsen lassen müssen.

Robert Bye, Unsplash
Außengastronomie

Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben. Das Ergebnis macht deutlich, wie unterschiedlich Städte Außengastronomie bepreisen.

wattline GmbH
Allgemeine Haustechnik

Öffnungszeiten, Auslastung, Standort: Welche Faktoren den Energieverbrauch im Gastgewerbe bestimmen

Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große Rolle wie die technische Ausstattung. Wer weiß, an welchen Stellschrauben sich tatsächlich drehen lässt, kann Kosten senken – ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Doch welche Faktoren wiegen am schwersten, und wo verbergen sich die größten Einsparpotenziale?

Canva
Digitalisierung

KI-Inhalte kennzeichnen: Was Gastronomen und Hoteliers ab August wissen müssen

Ein KI-generiertes Zimmerfoto auf der Buchungsseite, der Speisekarten-Text aus ChatGPT, das Instagram-Motiv per Knopfdruck: Ab dem 2. August sind solche Inhalte kennzeichnungspflichtig. Was der EU AI Act konkret fordert, wo die Grenze zur klassischen Bildbearbeitung liegt – und warum Betriebe, die das ignorieren, Abmahnungen und empfindliche Bußgelder riskieren.

Lightspeed, L Seden
Branche und Trends

„Green Gap“ – Lightspeed-Umfrage zeigt Nachhaltigkeits-Paradox in der Gastronomie

Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal fünf Prozent Aufschlag. Für Gastronomiebetriebe wird die grüne Transformation damit zur ökonomischen Gratwanderung.

Gastfreund GmbH
Branche und Trends

Warum Hotels 2026 ohne digitale Gästekommunikation Marktanteile verlieren

Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern schlicht den Anschluss. Ein aktueller Branchenreport der Gastfreund GmbH zeigt, wo der größte Hebel liegt – und warum die eigentliche Herausforderung nicht Technologie, sondern Integration ist.

Weitere Artikel zum Thema

www.kaboompics.com, Pexels
Viele Hotelbetreiber fragen sich: Reicht mein GEMA-Vertrag, um meinen Gästen ganz normales Fernsehen auf dem Zimmer anzubieten? Das OLG München hat diese Frage nun mit Ja beantwortet – jedenfalls dann, wenn das TV-Signal über eine[...]
www.kaboompics.com, Pexels
Canva
Die GEMA hat den Tarif für die öffentliche Wiedergabe von Fernsehsendungen (FS-Tarif) zum 1. Januar 2025 angepasst. Grundlage ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Die Änderung betrifft unmittelbar die Einstufung von Fernsehgeräten nach Bildschirmgröße und[...]
Canva
Mateusz Dach, Pexels
Die GEMA und die BVMV haben gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der drei kommunalen Spitzenverbände (Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag, Deutscher Städte- und Gemeindebund), der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland sowie dem Deutschen Schaustellerbund einen neuen[...]
Mateusz Dach, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.