Suche
Anzeige

Umschwung in der Gastronomie nötig? Aktuelle Umfrage zeigt Hindernisse und Lösungen der Branche

  • Die Gastronomie kämpft aktuell vor allem mit gestiegenen Nebenkosten (61 %) und Schwierigkeiten bei der Mitarbeiterbindung (52 %), bleibt aber mehrheitlich optimistisch mit Blick auf die kommenden zwölf Monate.
  • Erfolgreiche Gegenmaßnahmen zeigen sich konkret: Gehaltserhöhungen und Boni (57 %) sowie flexible Arbeitsmodelle (37 %) wirken nachweislich bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung.
  • Gastronomiebetriebe sollten auf Agilität und Prozessoptimierung setzen – wer interne Abläufe verschlankt, Lieferketten optimiert und sich schnell an veränderte Marktbedingungen anpasst, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

SumUpSumUp

Hindernisse in der Gastronomie

Die Umfrage zeigt, dass in der Gastronomie mulmige Stimmung herrscht, aufgrund von gestiegenen Nebenkosten (61 %) und reduzierter Gewinnspanne (28 %).

Weitere Sorgen sind die Mitarbeiterbindung und übermäßiger bürokratischer Aufwand (24 %). Fast ein Viertel der Unternehmen im Gastro-Gewerbe (24 %) gibt an, dass gut ausgebildetes Personal fehlt.

Partner aus dem HORECA Scout

Was Mitarbeitende anspricht

Obwohl 52 % der Gastronomiebetriebe Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter zu finden und zu halten, reagieren viele mit Lösungsansätzen, die sich auszahlen. Am erfolgreichsten ist dabei die Erhöhung von Gehältern und Boni (57 %). Auch flexiblere Arbeitsmodelle sehen 37 % der Betriebe als vielversprechend an.

Außerhalb der Gastronomie gehen auch andere Branchen neue Wege, um Mitarbeiter zu halten. Im Einzelhandel sind besonders flexible Arbeitszeiten beliebt (34 %). 29 % geben allerdings auch an, dass sie bisher noch keine guten Lösungsansätze finden konnten.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceSteuernSoftware und Systeme
Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Sowohl in der Bildung (24 %) als auch in der Landwirtschaft (33 %) sehen Unternehmen Erfolg mit dem Angebot von Weiterbildungsangeboten und Aufstiegschancen.

Ein Blick in die Zukunft

Fast die Hälfte der Unternehmen in der Gastronomie erwartet, dass ihr Umsatz in den nächsten zwölf Monaten steigt (44 %), eine Mehrheit (28 %) erwartet dabei ein Wachstum von bis zu 10 %. 2 % geben an, der zu erwartende Umsatzverlust wäre so hoch, dass dieser zur Schließung führen wird.

Themen in diesem Artikel
Finanzen und ControllingBranche und TrendsRecruiting und FachkräftemangelKostenmanagementFachkräftemangelMitarbeiterbindungUmfrage

Im Einzelhandel sehen die Erwartungen deutlich negativer aus: Knapp die Hälfte (48 %) erwarten einen Umsatzrückgang. Ganze 7 % davon geben an, dass sie im nächsten Jahr ihre Schließung planen. In der Landwirtschaft sind dies sogar 33 %.

Wie Probleme bewältigt werden

Um Umsätze und Gewinn zu maximieren, haben mehr als die Hälfte der Kleinunternehmen (26 %) innerhalb der letzten sechs Monate interne Prozesse optimiert, um so Kosten zu sparen. Ungefähr jedes vierte Unternehmen setzt auf neue Produkte oder Dienstleistungen (24 %). Weitere Unternehmen haben erfolgreich neue Märkte erschlossen (22 %).

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileArbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung
Attest ab Tag 1, Telefon-AU vor dem Aus: Was auf Hoteliers und Gastronomen zukommt

In der Gastronomie haben Unternehmen zudem Preise gesenkt, um mit Kundenerwartungen Schritt zu halten (24 %). Auch neue Lieferanten und eine Optimierung der Lieferkette hatten einen positiven Effekt für 22 %.

Corin Camenisch, Marketing & Growth Lead bei SumUp kommentiert die Umfrageergebnisse: „In vielen Branchen gibt es heutzutage ganz neue Hindernisse – von geändertem Kundenverhalten bis hin zu Mitarbeitererwartungen und bürokratischen Änderungen. Unternehmen müssen agil bleiben und sich möglichst schnell anpassen können, was manchmal kreative Lösungsansätze verlangt. Unternehmen, denen dieser Spagat gelingt, positionieren sich nicht nur zukunftssicher, sondern erarbeiten sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber langsameren Konkurrenten."

Zum KMU Report 2025

Methodik

Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit OnePoll im Oktober 2025 durchgeführt und von 500 deutschen Inhabern von Kleinunternehmern und Entscheidungsträgern in Kleinunternehmen ausgefüllt, die online, über stationäre Geschäfte oder über beide Kanäle tätig sind.

Pavel Danilyuk, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und legt die nächste Stufe unterhalb der 100.000-Euro-Grenze bereits an. Beschlossen ist noch nichts, doch die Richtung ist erkennbar.

Markus Winkler, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Der Strohhalm als Prüffall: Was die neuen PFAS-Grenzwerte für die Gastronomie bedeuten

Seit dem 12. August gelten in der EU erstmals Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Zwei Monate später folgt ein zweiter Stichtag, der Papier und Karton im Lebensmittelkontakt direkt trifft. Für Gastronomiebetriebe wird damit ein Cent-Artikel zum Compliance-Thema. Und ausgerechnet die Alternative, auf die nach dem Plastikverbot fast alle umgestiegen sind, ist die am häufigsten belastete.

Markus Höfemann
Branche und Trends

Gastfreundschaft 2035 – Zehn Thesen von Niels Battenfeld zur Zukunft der Privathotellerie

Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt nicht auf Technologie, sondern auf das Gefühl, das bleibt: Wie sieht Gastfreundschaft im Jahr 2035 aus, wenn wirtschaftliche Effizienz und echte Begegnung zusammenspielen müssen?

Waldemar Brandt, Unsplash
Allgemeine Haustechnik

Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem und eine Aufstellung, die Gäste nicht durch Lärm oder Zugluft stört. Der Rest ist Betriebsführung.

Weitere Artikel zum Thema

Arif Riyanto, Unsplash
Fünf bis sechs von 100 Beschäftigten in der Hotellerie fehlen täglich krankheitsbedingt – Tendenz über zehn Jahre klar steigend. Warum ausgerechnet psychische Belastungen zum wachsenden Problem werden und wo sich trotzdem ein Lichtblick zeigt.[...]
Arif Riyanto, Unsplash
Markus Höfemann
Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt[...]
Markus Höfemann
Waldemar Brandt, Unsplash
Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem[...]
Waldemar Brandt, Unsplash
RECUP
Ein mintfarbener Becher, den fast jeder kennt – nach zehn Jahren stellt sich die Frage: Wie verändert man eine etablierte Marke, ohne ihren Wiedererkennungswert zu riskieren? Zum Jubiläum wagt Deutschlands größtes Mehrwegsystem genau diesen Spagat[...]
RECUP
Erlenbacher
Kaffee und Kuchen gelten als solides Nachmittagsgeschäft – doch eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt: Das klassische Duo kann weit mehr. Warum entscheidet nicht der Preis, sondern die Auswahl über den nächsten Besuch? Und weshalb reagiert[...]
Erlenbacher
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.