Suche

4 Tipps: Einkaufs- und Prozesskosten optimieren in der Hotellerie

  • Gewohnheit ist der größte Kostentreiber im Hoteleinkauf – unkontrolliert wachsende Warenkörbe und Mehrfachbestellungen lassen sich durch strukturierte Ausschreibungen statt oberflächlicher Preisvergleiche vermeiden.
  • Transparente Konditionendefinitionen und hohe Digitalisierung von Bestellung, Warenwirtschaft und Rechnung senken Prozesskosten deutlich und ermöglichen vollautomatisierte Abgleiche ohne manuelle Prüfung.
  • Hotels sollten eine zentrale Person für strategisches Beschaffungsmanagement benennen und fachliche von kaufmännischen Entscheidungen trennen, um Befangenheiten zu vermeiden und Gesamtkosten nachhaltig zu senken.

progrosprogros

Für Hoteliers wird es angesichts steigender Einkaufspreise immer schwerer, rentable Erträge zu erzielen. Meist bietet jedoch die Kostenseite noch Potenzial, um enger werdende Gewinnmargen aufzuweiten. Jochen Oehler, CEO der progros, Autor des Managementbuches „Macht Einkauf“ und Branchenexperte für Optimierungsstrategien entlang der gesamten Supply Chain eines Hotels, verrät seine vier besten Tipps zum Kostenoptimieren im Einkauf. „Der größte Gegner der Kosteneffizienz ist die Gewohnheit: Wir sehen in allen uns aktuell bekannten Fällen, dass über die Zeit Warenkörbe ungesteuert wachsen und mehr Produkte bei Lieferanten gekauft werden als nötig. Teilweise werden drei bis vier Produkte eines Typs von verschiedenen Herstellern bei einem Lieferanten gekauft, wo nur ein Produkt dieses Typs reichen würde.“

Einkaufs-Tipp 1: Ausschreibungen

Für Hoteliers wird es angesichts steigender Einkaufspreise immer schwerer, rentable Erträge zu erzielen. Meist bietet jedoch die Kostenseite noch Potenzial, um enger werdende Gewinnmargen aufzuweiten. Jochen Oehler, CEO der progros, Autor des Managementbuches „Macht Einkauf" und Branchenexperte für Optimierungsstrategien entlang der gesamten Supply Chain eines Hotels, verrät seine vier besten Tipps zum Kostenoptimieren im Einkauf. „Der größte Gegner der Kosteneffizienz ist die Gewohnheit: Wir sehen in allen uns aktuell bekannten Fällen, dass über die Zeit Warenkörbe ungesteuert wachsen und mehr Produkte bei Lieferanten gekauft werden als nötig. Teilweise werden drei bis vier Produkte eines Typs von verschiedenen Herstellern bei einem Lieferanten gekauft, wo nur ein Produkt dieses Typs reichen würde."

Partner aus dem HORECA Scout

Um Kosten nachhaltig zu optimieren und eine bestmögliche Zuverlässigkeit und Planbarkeit zu erreichen, sind Ausschreibungen wirkungsvoller als die weit verbreiteten oberflächlichen Schnell-Preisvergleiche. Mehr als 70 Prozent der Hotels führen mindestens einmal jährlich Preisvergleiche durch, professionelle und umfassende Ausschreibungen liegen nur knapp über 20 Prozent*. Das ist ein Fehler. Denn bei Ausschreibungen wird das komplette Warensortiment inklusive aller Rahmenfaktoren wie Preise und Konditionen analysiert und als Ergebnis steht das Re-Design des Warenkorbs pro Sortiment. So können Kosten nachhaltig optimiert werden. Das hat Auswirkungen bis hin zur Reduzierung von Food Waste oder Entsorgungskosten.

Einkaufs-Tipp 2: Konditionen definieren

Für mehr Transparenz nach innen und nach außen sorgt das Definieren von Konditionen. So lassen sich Gewohnheits-Kostenfresser erkennen und bekämpfen. Konditionselemente sind – neben den sich später ergebenden Preisen – Parameter wie Zahlungs- und Lieferbedingungen, Rückvergütungen, Rabatte, Penalties bei Fehllieferungen, Listungsgebühren, Schulungen oder der Wunsch, Artikeldaten für das hoteleigene E-Procurement-System digital zu übermitteln. Gleiches gilt für digitale Rechnungen. Bei einem hohen Digitalisierungsgrad von Bestellung, Warenwirtschaft und Rechnung lassen sich Bestell-, Liefer- als auch Rechnungswerte vollautomatisiert abgleichen und Rechnungen sachlich freigeben, ohne dass ein Mensch sie manuell prüfen muss.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceSoftware und SystemeMarketing
Google Maps zeigt gelöschte Bewertungen: Was Hotels und Gastronomie wissen müssen

Einkaufs-Tipp 3: Fachliches und Kaufmännisches trennen

In der Hotellerie wird der operative Einkauf überwiegend vom Bedarfsträger selbst durchgeführt, z.B. dem Abteilungsleiter eines Bereichs. Spitzenwert ist die Küche mit 77 Prozent**. Dies kann jedoch zu Befangenheiten führen, die Emotionales vor Effizienz stellen. Von daher empfiehlt es sich, dass der Bedarfsträger den konkreten fachlichen Bedarf definiert – Produkte, Mengen, Qualitäten und Eigenschaften – und der kaufmännische Part eines Hotels, zum Beispiel Controlling oder Finance, die wirtschaftlichen Parameter, die Ausschreibungen und die Verhandlungen in Abstimmung mit der Fachabteilung mit den potenziellen Anbietern federführend übernimmt.

Themen in diesem Artikel
Finanzen und ControllingKostenmanagement

Einkaufs-Tipp 4: Strategisch steuern

Von Vorteil ist es außerdem, eine Person im Unternehmen festzulegen, die sich abteilungsübergreifend um Kosten- und Supply Chain Management kümmert. Das Beschaffungsmanagement jeder Abteilung selbst zu überlassen, führt im seltensten Fall zu einer Senkung der Gesamt-Einkaufskosten. Zentral verankert, kann so für den gesamten Betrieb strategisch festgelegt werden, wie sowohl Produkt- und Qualitätsvorstellungen, Ausschreibungen, Verhandlungen, Vergleiche, Auftragsvergaben, Bestellungen, Warenmanagement als auch das laufende Controlling umzusetzen sind.

* Zahlen der progros GmbH

** Studie GUESS Marktforschungsinstitut HINFAM

Mehr Informationen

 
Gemini
Marketing

Google Maps zeigt gelöschte Bewertungen: Was Hotels und Gastronomie wissen müssen

Seit dem 26. April 2026 zeigt Google Maps bei deutschen Unternehmensprofilen an, wie viele Google-Bewertungen wegen Diffamierungsbeschwerden in den vergangenen zwölf Monaten gelöscht wurden – nicht in exakten Zahlen, sondern in Spannen. Für Hotels, Restaurants und Cafés lohnt sich ein genauer Blick darauf, was die Neuerung bedeutet und wie sich das Bewertungsmanagement darauf einstellen lässt.

Firmbee, Unsplash
Marketing

Google-Bewertungen löschen lassen? Warum Hoteliers und Gastronomen jetzt genau hinschauen sollten

Ein aktuelles Urteil des OLG Frankfurt sorgt für Klarheit – und Handlungsbedarf. Negative Google-Bewertungen können für Hotels und Restaurants existenzbedrohend sein. Kein Wunder also, dass viele Betriebe Agenturen beauftragen, die versprechen, unliebsame Bewertungen bei Google löschen zu lassen. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat mit Urteil vom 19. März 2026 (Az.: 16 U 2/25) nun aber deutlich gemacht: So einfach ist das nicht.

Katt Galvan, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Sofortmeldepflicht im Gastgewerbe beachten und Schwarzarbeit vermeiden

Wer im Gastgewerbe neue Mitarbeiter einstellt, muss schnell handeln: Anders als in anderen Branchen gilt hier eine Sofortmeldepflicht bei der Sozialversicherung. Versäumnisse werden als Schwarzarbeit gewertet – mit potenziell teuren Folgen für den Betrieb. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) erneuert ihre Warnung an Arbeitgeber.

progros
Finanzen und Controlling

4 Tipps: Einkaufs- und Prozesskosten optimieren in der Hotellerie

Die Gewinnmargen in Hotels schrumpfen – doch viele Betriebe verschenken Potenzial im Einkauf. Wo drei verschiedene Produkte eines Typs von unterschiedlichen Herstellern geordert werden, würde oft eines genügen. Gewohnheit kostet Geld. Doch wie lässt sich gegensteuern? Jochen Oehler, Geschäftsführer progros und Vorstand DEHAG Hospitality Group zeigt, mit welchen vier strategischen Hebeln Hoteliers ihre Einkaufskosten nachhaltig senken können – von strukturierten Ausschreibungen bis zur Trennung von Fachlichem und Kaufmännischem.

Canva
Gastro, Recht und Gewerbe

AGB: Hotelverband sorgt für Rechtsklarheit im Kleingedruckten

Aktualisierte AGB schützen vor Abmahnungen – doch wer das Kleingedruckte nicht anpasst, riskiert rechtliche Lücken. Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Beherbergungsverträge, Veranstaltungen, Reiseveranstalter und Parkplätze turnusmäßig überprüft und an die aktuelle Rechtsprechung angepasst.

Canva
Branche und Trends

Social Media Award 2026: Jetzt bewerben und Sichtbarkeit gewinnen

Hoteliers, die ihre Social-Media-Arbeit strategisch aufstellen und messbare Erfolge erzielen, können sich ab sofort für den Social Media Award 2026 bewerben. Der von der HSMA Deutschland e.V. und Online Birds ausgerichtete Wettbewerb zeichnet Hotels aus, die mit durchdachten Konzepten in den sozialen Medien überzeugen. Bewerbungsschluss ist der 28. Juni 2026.

Weitere Artikel zum Thema

Canva
Aktualisierte AGB schützen vor Abmahnungen – doch wer das Kleingedruckte nicht anpasst, riskiert rechtliche Lücken. Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Beherbergungsverträge, Veranstaltungen, Reiseveranstalter und Parkplätze turnusmäßig überprüft und an die aktuelle[...]
Canva
Canva
Hoteliers, die ihre Social-Media-Arbeit strategisch aufstellen und messbare Erfolge erzielen, können sich ab sofort für den Social Media Award 2026 bewerben. Der von der HSMA Deutschland e.V. und Online Birds ausgerichtete Wettbewerb zeichnet Hotels aus,[...]
Canva
LudgerA, Pixabay
Im April 2026 startete in Wiesbaden ein neuer Jahrgang der Mineralwassersommelier-Ausbildung. Die seit 20 Jahren etablierte Qualifizierung des Handelsverbandes für Heil- und Mineralwasser vermittelt Fachkräften aus Gastronomie und Handel das notwendige Rüstzeug für eine kompetente[...]
LudgerA, Pixabay
Gemini
Bandspülmaschinen mit Kameras, Untertischgeräte mit Lernkurve, Spülanlagen mit dynamischer Energieverteilung – die Hersteller bringen Künstliche Intelligenz in einen der unterschätztesten Bereiche der Profi-Küche. Ein Überblick über drei Ansätze, die sich erkennbar unterscheiden.[...]
Gemini
RATIONAL
Gastronomie- und Hotelküchen kämpfen mit massivem Personalmangel, explodierenden Energiekosten und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen – während Gäste gleichzeitig höchste Qualität erwarten. Wie gehen Profis weltweit damit um? Und welche Strategien versprechen wirklich Entlastung? Eine internationale Studie mit[...]
RATIONAL
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.