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Soziale Medien retten das Restaurant des Berliner Fernsehturms

Der Personalmangel des Restaurant „Sphere“ spitze sich im Frühjahr so zu, dass irgendwann die Schließung drohte. Mit dem Kontakt zum Kieler Social-Media-Experten Jakob Strehlow wendete sich das Ganze.

Jakob Strehlow; stux, PixabayJakob Strehlow; stux, Pixabay

Der Tag, der alles veränderte

Kai Matzanke – Marketingleiter des Restaurants Sphere – erinnert sich noch genau an den Abend im April 2023 kurz vor Ostern.Er saß in seinem Büro in Berlin und unterhielt sich mit seinem Team über das Personal im Restaurant. Schnell war allen klar: Wir brauchen mehr Fachkräfte, sonst droht uns irgendwann die Schließung. Sie hatten tolle, talentierte Leute im Team, aber es waren einfach nicht genug.

Über den Tellerrand hinaus schauen lohnt sich

Glücklicherweise nahm sich Kai Matzanke in dieser turbulenten Zeit einen Moment, um über neue Maßnahmen nachzudenken. So kam es, dass er in einem Podcast der OMR auf Jakob Strehlow stieß. Der Marketingexperte schien genau die Antworten auf seine Fragen zu haben und sie schauten gemeinsam auf die aktuelle Situation. Die bereits unzählig geschalteten Stellenanzeigen auf Jobplattformen gingen ins Leere. Auf sie bewarben sich kaum Menschen. Und von diesen wenigen passten viele nicht zum Restaurant Sphere. Schnell war Jakob und seinem Team klar: „Wir müssen einen qualitativen mobilen Bewerbungsprozess innerhalb kürzester Zeit umsetzen“.

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Ein Versuch der Mitarbeitersuche startete

Mit 3 offenen Stellen und einem Budget von 4.000 € startete Kai Matzanke im April 2023 seine Zusammenarbeit mit Jakob Strehlow und seinem Team. Vom Kennenlerntermin über Grafikdesign und Werbemaßnahmengestaltung bis hin zum Start vergingen nur 8 Tage. Durch eine konkrete Einweisung an das Team konnten spezifische Designs sowie Website-Varianten gebaut werden. Diese dienten dazu, gleichzeitig und schnell, unterschiedliche Ansprachen zu testen, um so die Effizienteste zu finden. Das Team Jakob Strehlow stellte die Kampagne zeitnah online, und konnten so am Wochenende nach dem Start schon die ersten 45 Bewerbungen für die Sphere einsammeln.

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Damit diese ersten Erfolge erzielt werden konnten, war es nicht nur wichtig, alle Stellenanforderungen des Restaurants sicherzustellen, sondern auch attraktive Benefits, also Vorteile für die Zielgruppe, zu finden, um sich als Arbeitgeber interessant zu machen. Passende Benefits wie beispielsweise Weiterbildungen, Kinderbetreuung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sprechen die Zielgruppe an und generieren so eine hohe Bewerberrate. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war die Benennung des Gehalts, die in dem Restaurant deutlich über dem Mindestlohn liegt.

Erst durch diese gründliche Analyse konnten Jakob und sein Team hervorstechende Creative Designs – das sind die Werbemittel, die ausgespielt werden an die Nutzer (siehe Beispiel) – entwickeln. Diese wurden über zwei Wege auf Facebook und Instagram veröffentlicht: ein Formular, was direkt von Meta zur Verfügung gestellt wird und eines der offiziellen Website von Sphere. Diese Kombination erwies sich als erfolgreich: Innerhalb kürzester Zeit gingen über beide Wege erste Bewerbungen ein.

Themen in diesem Artikel
MarketingPersonalentwicklung

Mit diesen Ergebnissen hat Kai nicht gerechnet

Nach 4 Wochen Kampagnenlaufzeit durfte sich der Berliner Fernsehturm über 704 Bewerbungen und 15 neue Mitarbeitereinstellungen freuen. Die Kosten pro Bewerbung beliefen sich damit auf 6,18 €.

„Wir sind schwer begeistert von diesen Ergebnissen, und es ist krass, wie stark dagegen die herkömmlichen Wege wie Indeed usw. abstinken. Ich bin froh, dass ich den Podcast gehört habe, in dem du über das Thema gesprochen hast!“ Kai muss ich nun dank Jakob keine Gedanken mehr um zu wenig Personal machen. Die Gäste können nun weiterhin die köstlichen Speisen des Restaurants genießen und sich wohlfühlen.

Das Beispiel des Berliner Fernsehturms zeigt die immense Bedeutung des Social Recruiting bei der Anwerbung neuer Mitarbeiter. Auf der Bewerbersuche dürfen Arbeitgeber nicht vor neuen Wegen zurückschrecken. Manchmal ist es sinnvoll, Profis ins Boot zu holen, um auch mit einem geringen Budget große Wirkung zu erzielen.

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