Suche

Wirtschaftliche Risiken: Schwachstellen frühzeitig erkennen

Laut aktuellen Zahlen kann das Insolvenzrisiko in Deutschland wieder steigen. Unternehmen können aber durch ein präventives Risikomanagement verhindern, dass es zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Verwerfungen kommt.

Mit richtigem Risikomanagement können sich Unternehmer frühzeitig absichern.andibreit | Pixabay.deandibreit | Pixabay.de

In den vergangenen Jahren war ein Schreckgespenst aus der deutschen Unternehmenslandschaft so gut wie verschwunden: Aufgrund der sehr positiven Konjunktur sind die Insolvenzzahlen mehr und mehr zurückgegangen, sodass für viele Unternehmer überhaupt kein Anlass zur Sorge bestand. Das gilt für Hotellerie und Gastronomie genauso wie für andere Branchen. „Doch diese Zeit der Glückseligkeit scheint vorbei zu sein. Denn die Anzeichen verdichten sind, dass die Insolvenzen in Deutschland wieder anziehen werden. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet für das kommende Jahr erstmals seit Jahren mit einem leichten Anstieg. Der Kreditversicherer Euler Hermes geht davon aus, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2019 nicht weiter sinkt. Experten gehen von 20.000 Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr aus“, sagt Wirtschaftsprüfer Christian Schenk, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BBWP in Düsseldorf und Experte für Insolvenzen, Restrukturierung und Sanierung.

Das könne seiner Ansicht nach dazu führen, dass der Bedarf für Hoteliers und Gastronomen steigen könne, sich vor einer drohenden Krise zu wappnen und frühzeitig die richtigen Schritte zu ergreifen, um auch in Zukunft stabil zu wirtschaften. „Präventives Risikomanagement“ nennt der BBWP-Partner dieses Konzept. Was dahinter steckt? Ganz einfach: „Auch bei eigentlich erfolgreichen Unternehmen können sich Schwachstellen verbergen, die sich in Zukunft zu einem Problem entwickeln können. Noch sind diese vielleicht unentdeckt beziehungsweise haben sich betriebswirtschaftlich noch nicht bemerkbar gemacht – aber es muss nur einen konjunkturellen Dämpfer geben, und schon können diese Schwachstellen zu einem Insolvenzszenario führen. Das gilt es natürlich zu verhindern.“

Christian Schenk weiß aus der Praxis, dass es sich dabei sowohl um leistungs- als auch finanzwirtschaftliche Schwachstellen handeln kann. Vielleicht ist ein Geschäftsmodell nicht mehr zukunftsfähig, oder aber es müssen größere Investitionen getätigt werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Oder möglicherweise sind aufgrund steigender Kosten die Gewinne mehr und mehr zurückgegangen, sodass eine kleine Delle im Umsatz schon zu einem herben Verlust und Liquiditätsengpässen führen kann? „Wir analysieren vorausschauend alle diese Risikoparameter und finden gemeinsam mit dem Unternehmer eine Lösung dafür. Die Aufgabe des Beraters ist es, das gesamte Unternehmen zu analysieren, um Stärken herauszuarbeiten und Schwächen zu beseitigen“, sagt der Wirtschaftsprüfer.

Partner aus dem HORECA Scout

Das Konzept des präventiven Risikomanagements eigne sich laut Christian Schenk sowohl für Betriebe, die sich schlicht absichern wollen, als auch für solche, die bereits gewisse negative Veränderungen spüren – beispielsweise die nach und nach schrumpfenden Gewinne. Es sei nie zu früh, bestimmte Schritte zu ergreifen. „Wer sehr früh gewisse Stellschrauben bewegt, kann Schlimmes verhindern. Wo anfangs eine kleine Strategieumstellung und behutsame betriebswirtschaftliche Maßnahmen ausreichen, könnte ein Jahr später schon der Verkauf eines wesentlichen Unternehmensteils, eine Massenentlassung oder sogar die Insolvenzreife drohen. Es gilt das Prinzip, mit den richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit künftige Risiken zu minimieren.“

Das wichtigste laut dem Berater ist, dass Unternehmer keine Scheu haben, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen. Es sei nicht ehrenrührig, einen Berater für Restrukturierungen ins Haus zu holen. „Es geht letztlich um nicht weniger als den Fortbestand eines Hotels oder eines Restaurants. Da darf es keine falsche Scheu geben.“

Weitere praxisrelevante Beiträge erhalten Sie regelmäßig mit unserem Newsletter. Melden Sie sich hier an.

Canva
Finanzen und Controlling

GEMA passt TV-Tarif an: Rückerstattungen für Gastgewerbe möglich

Die GEMA hat den Tarif für die öffentliche Wiedergabe von Fernsehsendungen (FS-Tarif) zum 1. Januar 2025 angepasst. Grundlage ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Die Änderung betrifft unmittelbar die Einstufung von Fernsehgeräten nach Bildschirmgröße und die Art der Berechnung der Vergütung. Für viele Betriebe kann dies zu geringeren laufenden Kosten und zu Rückerstattungen führen.

DIRS21
Events und Messen

DIRS21 präsentiert neue Live App auf der INTERGASTRA 2026

Der mobile Begleiter für den Hotelalltag steht im Zentrum des DIRS21-Messeauftritts. Die App vernetzt Teams im Frontoffice, Housekeeping, Service und Management digital und kombiniert Kommunikation, Aufgabenmanagement und Gästeservice in einer zentralen Lösung. Die Basisfunktionen stehen allen DIRS21-Kunden kostenfrei zur Verfügung, erweiterte Module sind als Abo erhältlich.

Online Birds
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Social GEO: Schon wieder nur ein neues Buzzword oder doch entscheidend für eine gute KI-Sichtbarkeit von Hotels?

Die Sichtbarkeit von Hotels verlagert sich zunehmend in KI-gestützte Such- und Empfehlungssysteme. Social GEO – die strategische Optimierung von Social-Media-Inhalten für KI-basierte Entscheidungsprozesse – wird dabei zum entscheidenden Faktor. Philipp Ingenillem, Branchenexperte und Gesellschafter von Online Birds, über die Bedeutung von Social GEO und eine kostenfreie Online-Session im Februar.

DEHOGA Bundesverband
Branche und Trends

DEHOGA launcht digitale Wissensplattform für Mitgliedsbetriebe

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) stellt seinen Mitgliedern ab sofort eine KI-gestützte Mobile App zur Verfügung. Die Anwendung konsolidiert erstmals das gesamte Verbandswissen in einem digitalen Werkzeug – von rechtlichen Grundlagen über betriebliche Checklisten bis zu regionalen Brancheninformationen. Statt mühsamer Recherche erhalten Gastronomen und Hoteliers durch Künstliche Intelligenz sofort aufbereitete Antworten aus verifizierten Quellen.

WWS Wirtz, Walter, Schmitz GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Finanzen und Controlling

Unternehmensverkauf im Gastgewerbe: Übergang in den Ruhestand als strategische und finanzielle Herausforderung

Der Verkauf eines Hotels oder gastronomischen Betriebs aus Altersgründen ist eine komplexe, strategisch anspruchsvolle Transaktion, die fundierte Vorbereitung, wirtschaftliches Augenmaß und Verhandlungsgeschick erfordert. Eine realistische Bewertung, eine frühzeitig durchgeführte Verkäufer-Due-Diligence sowie ein klar strukturiertes Verhandlungskonzept sind zentrale Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu einem fairen und tragfähigen Kaufpreis.

Thomas Wagner, Messe Stuttgart
Branche und Trends

INTERGASTRA 2026: Wie das Young Talents Camp der Branche neuen Schwung gibt

Der Fachkräftemangel trifft das Gastgewerbe härter als viele andere Branchen. Die INTERGASTRA 2026 setzt mit dem Young Talents Camp ein deutliches Zeichen: In Halle 7 entsteht ein Erlebnisraum, der jungen Menschen zeigt, welche Perspektiven Hotellerie und Gastronomie bieten – fernab von Hochglanzbroschüren, dafür mit echten Einblicken von Praktikern.

Weitere Artikel zum Thema

Voigt-Salus
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, die Zahl der Insolvenzen hoch. Davon betroffen sind nicht nur Unternehmen, sondern zunehmend auch ihre Geschäftsführer – bei einer GmbH kann eine solche Krise schnell existenzbedrohend werden. Denn in dieser[...]
Voigt-Salus
Tim Mossholder, Pexels
Die wirtschaftliche Lage in der deutschen Gastronomiebranche bleibt weiterhin angespannt. Laut aktuellen Prognosen des Informationsdienstleisters CRIF werden 2024 voraussichtlich 1.190 Insolvenzen in der Gastronomie erwartet, was einem Anstieg von über 30 Prozent im Vergleich zum[...]
Tim Mossholder, Pexels
Tim Mossholder, Unsplash
Die Gastronomie verzeichnete einen Anstieg an Insolvenzen um 24,27 %, was auf einen zunehmenden finanziellen Druck hindeutet. Die monatlichen Insolvenzanmeldungen spiegeln diesen Trend wider: 103 Anträge im Januar, 128 im Februar, 122 im März, 136[...]
Tim Mossholder, Unsplash
1388843, Pixabay
Im vergangenen Jahr haben in Deutschland rund 17.800 Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt – mindestens 165.894 Beschäftigte waren davon betroffen. Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt vor Kurzem veröffentlicht hat, sprechen eine deutliche Sprache. Dr. Elke[...]
1388843, Pixabay
Gadiel Lazcano, Unsplash
Aufgrund verschiedener Krisen gilt aktuell in der Gastronomie ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für Lebensmittel - jedoch nur noch bis zum Ende dieses Jahres. Speisen in Restaurants sollen ab Anfang 2024 wieder mit 19[...]
Gadiel Lazcano, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.