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Hunde willkommen, Kinder draußen: Wie Restaurants Hausregeln sauber kommunizieren

  • 61 Prozent der Deutschen befürworten Adults-only-Konzepte in Restaurants, während 56 Prozent Haustiere in der Gastronomie willkommen heißen.
  • Die Zustimmung zu kinderfreien Konzepten hängt stark vom Kontext ab: Uhrzeit, Alkoholfokus und klare Kommunikation sind entscheidend – Adults-only wirkt eher als format- oder zeitgebundenes Angebot denn als starre Grundhaltung.
  • Für Gastronomiebetriebe wird die bewusste Gestaltung der Atmosphäre gegenüber definierten Zielgruppen zum Wettbewerbsfaktor. Wer seine Positionierung klar kommuniziert, sollte generationelle und regionale Unterschiede berücksichtigen.

Carolina Almeida, UnsplashCarolina Almeida, Unsplash

Hunde rein, Kinder raus. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, spiegelt die gelebte Realität vieler Restaurantgäste in Deutschland wider. Das zeigt der diesjährige „State of Hospitality Report" im Auftrag von Lightspeed, dem führenden Anbieter cloudbasierter Kassensysteme und Bezahlplattformen. Demnach befürworten 61 Prozent der Deutschen, dass manche Restaurants Adults-only-Konzepte anbieten sollten, während gleichzeitig 56 Prozent der Befragten Haustiere im Restaurant begrüßen würden. Die Botschaft ist eindeutig: Deutschland wünscht sich kuratierte Atmosphäre – gern ohne Kinderlärm, aber mit Fellnase am Tisch.

Mehrheit für Adults-only-Gastronomie, allerdings mit Einschränkungen

Die Zustimmung zum Adults-only-Dining ist in Deutschland mehrheitsfähig, aber nicht pauschal: Etwa 61 Prozent der Befragten finden, dass Restaurants solche Konzepte anbieten sollten. 38 Prozent lehnen dies hingegen ab. Besonders die Generation Z (18–28 Jahre) spricht sich mit fast 74 Prozent für kinderfreie Gastro-Konzepte aus – bei den Babyboomern sind es nur rund 45 Prozent.

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Entscheidend für den Erwachsenenbereich in der Gastronomie ist jedoch der Kontext. Die Befragten präferieren Adults-only vor allem, wenn es klar angekündigt oder im Vorfeld kommuniziert worden ist oder Alkohol im Spiel ist. Restaurantbesuche nur für Erwachsene sind angebracht:

  • ab einer bestimmten Uhrzeit (ab 20 oder 21 Uhr): fast 42 Prozent
  • in romantischen Restaurants bzw. Lokalen mit entsprechendem Marketing: etwa 37 Prozent
  • bei Wine-Pairing-Dinners: etwa 28 Prozent
  • in Restaurants mit primär alkoholischem Fokus: circa 27 Prozent
  • wenn es als "nur für Erwachsene" eindeutig angegeben wird: circa 28 Prozent

Geografisch zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede: Hamburg liegt mit rund 76 Prozent Zustimmung ganz vorne, gefolgt von Berlin und Bremen mit je rund 70 Prozent. Am wenigsten verbreitet ist der Wunsch nach Adults-only-Dining in Brandenburg mit rund 57 Prozent – immer noch eine Mehrheit, aber mit deutlichem Abstand zum Hamburger Spitzenwert.

Gastronominnen und Gastronomen müssen heute aktiver denn je entscheiden, welche Atmosphäre sie schaffen wollen – und das auch selbstbewusst kommunizieren. Adults-only ist kein Ausschluss, sondern eine klare Einladung an die richtige Zielgruppe zur richtigen Zeit. Wer das strategisch einsetzt, stärkt seine Positionierung und schafft Erlebnisse, die Gäste wirklich wiederkommen lassen

Sinahn Fabian Sehk

Positionierung schlägt Verbotspolitik

Adults-only funktioniert weniger als starre Grundhaltung, sondern vielmehr als format- oder zeitgebundenes Angebot, das sich an eine bestimmte Zielgruppe richtet.

Themen in diesem Artikel
AußengastronomieBranche und TrendsMarketingAdults-OnlyGästezufriedenheitUmfrage

„Gastronominnen und Gastronomen müssen heute aktiver denn je entscheiden, welche Atmosphäre sie schaffen wollen – und das auch selbstbewusst kommunizieren. Adults-only ist kein Ausschluss, sondern eine klare Einladung an die richtige Zielgruppe zur richtigen Zeit. Wer das strategisch einsetzt, stärkt seine Positionierung und schafft Erlebnisse, die Gäste wirklich wiederkommen lassen", sagt Sinahn Fabian Sehk, Regional Senior Director DACH Hospitality von Lightspeed.

Bello darf mit – Tierliebe am Tisch

Parallel dazu offenbart die Umfrage einen charmanten Widerspruch: Während Kleinkind-Beschallung beim Dinner eher als störend empfunden wird, ist der Vierbeiner herzlich willkommen. 56 Prozent der Deutschen sprechen sich für Haustiere im Restaurant aus – mehrheitlich im Außenbereich, aber immerhin 28 Prozent würden ihren Hund auch gerne mit nach drinnen nehmen.

Die Tierfreundlichkeit zieht sich dabei durch alle Generationen: Auch hier führt die GenZ mit 60 Prozent Zustimmung, während selbst bei den Babyboomern noch rund 51 Prozent Haustiere im Restaurant befürworten.

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Sachsen scheint hier besonders tierlieb zu sein: Fast 67 Prozent und damit deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt stimmen der Frage zu, ob Haustiere im Restaurant willkommen sind. Brandenburg bildet hier das Schlusslicht. Nur knapp 38 Prozent sind für Haustiere am Tisch.

Für die Gastronomie entsteht daraus eine spannende strategische Aufgabe: Atmosphäre kuratieren, ohne Zielgruppen zu vergraulen. Welche Gäste sollen sich wann, wo und wie wohlfühlen? Die Antwort darauf ist zunehmend ein Wettbewerbsfaktor.

Methodik

Im April 2026 führte Lightspeed gemeinsam mit dem internationalen Marktforschungsinstitut Censuswide eine Verbraucherumfrage unter jeweils 1.000 Teilnehmenden in Deutschland, USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Niederlande und Belgien durch. Die Befragten mussten über 18 Jahre alt sein und in den vergangenen sechs Monaten ein Restaurant besucht haben. Alle Antworten wurden anonym erhoben und einer Qualitätsprüfung unterzogen, um eine angemessene Fehlertoleranz sicherzustellen.

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