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Die smarte Ferienunterkunft: Wie sich ein Ferienwohnungsvermieter digitalisiert

Die Corona-Pandemie trifft die Tourismuswirtschaft hart. Trotzdem bleiben auch viele mittelständische Unternehmen wie Berger Touristik zuversichtlich. Denn die Zwangspause kann eine Chance sein, um die eigene Digitalisierung voranzutreiben. Aber wie kann das konkret aussehen?

Tillmann RohlfTillmann Rohlf

Während der Corona-Lockdowns müssen Touristen immer wieder zuhause bleiben. Der Leerstand von Ferienunterkünften ist aber kein Grund für Stillstand in den Geschäftsstellen ihrer Betreiber. Denn Ferienerlebnisse werden nach der Pandemie wieder hoch im Kurs stehen. Die Zwangspause bis dahin können die Unternehmen nutzen, um es den Gästen noch angenehmer zu machen – und sich die Gästebetreuung einfacher. Und zwar mit digitaler Technik.

„Wenn wir das nicht jetzt angehen, wann dann?“

Wie in anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft auch, bietet die Corona-Pandemie eine Gelegenheit, schon länger anvisierte Digitalisierungspläne umso energischer umzusetzen. „An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei. Wenn wir das nicht jetzt angehen, wann dann?“, meint Elmar Berger, Projektleiter Digitale Transformation bei Berger Touristik. „Selbst wenn der finanzielle Spielraum nicht groß ist, lässt sich etwas erreichen. Auch in Eigenregie.“ Der Diplom-Informatiker vermietet und vermittelt mit seiner Frau Verena Berger, eine studierte Tourismusmanagerin, unter dem Namen Berger Touristik seit dem Jahr 2012 Ferienwohnungen in Cuxhaven.

Partner aus dem HORECA Scout

Das Projekt Digitalisierung

Als Projektleiter Digitale Transformation treibt Elmar Berger die Modernisierung des technischen Rückgrats der Vermittlungsagentur voran. Der Bedarf ist da. Zum einen, weil das alteingesessene Unternehmen mit Wurzeln im Jahr 1986 inzwischen viel zu groß ist, um alles mit althergebrachten Abläufen auf Papier zu managen. Ein Team von 30 Beschäftigten und ein Bestand von 115 Mietobjekten braucht modernere Prozesse. Und zum anderen, weil mehr und mehr Kunden, den Kontakt über digitale Kanäle bevorzugen und sich auch immer öfter den technischen Komfort wünschen, den sie aus ihrem eigenen Smart Home kennen. Wie lassen sich diese veränderten Kundenbedürfnisse mit den Ressourcen einer mittelständischen Vermiet- und Vermittlungsagentur für Ferienunterkünfte erfüllen?

Papiervorgänge über Bord geschmissen

Im Jahr 2016 erlebten die Bergers einen Schlüsselmoment. Weil ein mit anderen Agenturen geteiltes Buchungsportal noch nicht mal Bestätigungen per E-Mail ermöglichte, zogen die Bergers die Reißleine. Sie ließen sich stattdessen ein hauseigenes System auf Salesforce-Basis maßschneidern, schmissen alte Papiervorgänge über Bord und ersetzten sie durch digitale Vorgänge. „Ehemals manuelle Handgriffe zu automatisieren, brachte uns auf der Geschäftsstelle derart voran, dass wir uns fragten, welches Potenzial digitale Technik in den Mietobjekten ermöglicht“, erinnert sich Elmar Berger.

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Themen in diesem Artikel
ManagementCoronaDigitalisierungImmobilien

Elmar Berger stieß bei einer Eigenrecherche auf Conrad Connect, eine Cloud-Plattform für das Internet of Things (IoT). Mit dieser sogenannten Plattform-as-a-Service-Lösung (PaaS) lassen sich Automationsregeln für vernetzte Gebäudetechnik erstellen. Dadurch führen die smarten Geräte ihre Aufgaben von allein aus. Sie starten immer dann, wenn ein bestimmter Messwert eines Sensors oder ein Zeitschaltplan die Regel auslöst. Weil Conrad Connect viele für Ferienunterkünfte geeignete Geräte unterstützt und sich in jedem gängigen Browser bedienen lässt, entschied sich Elmar Berger für den Einsatz dieser IoT-Plattform.

Smarter heizen per Fernsteuerung

Der Test der IoT-Heizungssteuerung verläuft bisher positiv. „Erstens müssen wir niemanden zur Wohnung schicken, um die Heizkörper vorzuheizen oder zu drosseln. Das spart Arbeitszeit und Fahrtkosten. Außerdem sind wir in der Geschäftsstelle transparent über den technischen Zustand der Heizung informiert und können bei ungewöhnlichen Raumtemperaturen oder anderen Fehlfunktionen viel schneller reagieren“, nennt Elmar Berger zwei Vorteile.

Die Urlaubssaison 2020 war wegen der Corona-Zwangspausen zu kurz, um den Test abzuschließen. Berger Touristik will daher voraussichtlich im Jahr 2021 weitere Erfahrungen in einer zweiten Testwohnung sammeln. Dabei sollen smarte Thermostate einer anderen Marke zum Einsatz kommen. „So können wir unterschiedliche Bedienoptionen testen und feststellen, was sich für die optionale, manuelle Steuerung durch Gäste am besten eignet. Es ist ein Vorteil, dass die IoT-Plattform von Conrad Connect mit den verschiedensten Geräten von über 130 Marken kompatibel ist und uns diese Wahlfreiheit ermöglicht. Es steckt also noch viel Potenzial für uns im Internet of Things“, so Elmar Berger. Das Projekt Digitalisierung ist bei Berger Touristik also noch längst nicht abgeschlossen. „Den Weg hin zu smarteren Ferienunterkünften eingeschlagen zu haben, hat sich aber jetzt schon gelohnt. Und dazu muss man nicht mal ein Projektleiter für Digitale Transformation sein“, scherzt Berger.

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