Suche

Fünf internationale Trends aus der Food-Szene

Trendforscherin Karin Tischer hat zusammen mit der INTERNORGA die fünf angesagtesten Food-Trends erarbeitet und in der Untersuchung “Food-Zoom” vorgestellt. Streetfood wandert ins Lokal, Natürlichkeit und Regionalität sind weiterhin Dauerbrenner und alte Verfahren wie die Fermentation werden wieder hip.

Karin Tischer präsentiert mit der INTERNORGA die Food-Trends des Jahres.Zufar Kamilov | iStockphoto.comZufar Kamilov | iStockphoto.com

Karin Tischer, Food-Trendforscherin und Inhaberin vom Forschungs- und Entwicklungsinstitut Food & More in Kaarst weiß, was auf den Tisch kommt. Ihre auf weltweiten Forschungsreisen gesammelten Erkenntnisse hat sie bei der Hamburg Messe und Congress GmbH vorgestellt.

Trend 1
Street Food Transfer

Von der Straße auf den Tisch – so lässt sich der erste Trend treffend zusammenfassen. Food-Trucks boomen weiterhin, warum also nicht die meist handlichen Gerichte ins Ladengeschäft übernehmen? Für den Gastronom besteht die Möglichkeit, mit wenig Aufwand Umsatz zu generieren. Wer das Potential der Snacking-Vorliebe rechtzeitig erkennt und sich zu eigen macht, kann sich von der Konkurrenz absetzen und die Gäste überraschen. Durch die meist geringeren Aufwände können auch wechselnde Gerichte angeboten werden, kleine aber erlesene Gerichte werden vom Gast gern angenommen und steigern den Gewinn.

Partner aus dem HORECA Scout

Trend 2
Food (-Service) 4.0

Die Digitalisierung hat auch im Food-Bereich Einzug gehalten und revolutioniert den Außer-Haus-Markt. Essen ist für den Gast jederzeit, an jedem Ort und auf Wunsch individuell verfügbar. Die Bestellung per App, bezahlt wird auch direkt online und der Kellner kann dank ersparter Laufwege ein paar freundliche Worte mit dem Gast wechseln. Durch die steigende Nutzung sozialer Netzwerke mit Foto-Schwerpunkt wie Instagram rückt die Inszenierung des Essens – ob pur oder mit Selfie – in den Mittelpunkt.

Der Gastronom kann sich diese Wandlung zunutze machen und durch Anpassung der digitalen Prozesse an sein Konzept von der Konkurrenz abheben. Durch die Datensammlung (natürlich im Rahmen der DSGVO) stehen im zahlreiche Wege offen, den Gast auch nachhaltig an einen gelungen Besuch zu erinnern. Maßgeschneiderte Angebot, ein Whatsapp-Newskanal für direkte Kundenkommunikation oder der eigene Social-Media-Account helfen, Kundenbindung neu zu definieren. Durch smartes Monitoring und die digitale Steuerung aller Prozesse bieten sich dem Gastronom Zeit und Raum für Gast und Marketing.

Lesen Sie auch
Branche und TrendsEvents und Messen
S.Pellegrino startet internationale Nachwuchs-Competition – Chance für junge Küchenprofis aus Deutschland und Österreich

Homing ist ein Trend, der für den potentiellen Kunden neben Netflix und Amazon Prime auch das bequem nach Hause gelieferte Essen beinhaltet. Kein Wunder, dass Lieferdienste expandieren und konkurrieren und der Markt konsolidiert. So wurden unlängst Lieferheld, Pizza.de und foodora durch Takeaway.com übernommen und Ghost Kitchens werden eigens dazu errichtet, um ohne angeschlossenes Restaurant liefern zu können. Doch der Food Delivery Markt bietet auch immer wieder Kritik – sei es durch die Arbeitsbedingungen von Fahrern und Radkurieren oder den hohen Konkurrenzdruck.

Die Erkenntnis ist den meisten Gastronomen schon lange bekannt: Die Digitalisierung ist bereits in vollem Umfang vorhanden und wer sie sich nicht zunutze macht, wird das Nachsehen haben. Wer für sich und seinen Betrieb sinnvolle und umfangreiche Maßnahmen ergreift, wird nicht nur glückliche Gäste und Mitarbeiter haben, sondern auch den Umsatz nach oben treiben können.

Themen in diesem Artikel
Events und Messen

Trend 3
Back2Nature

Selbst im hartgesottenen Städter ist in den letzten Jahren der Wunsch nach Grün, nach Natur und frischen Produkten gewachsen. Dank Wandbegrünung, Salatbeeten im Restaurant Kräutern auf den Tischen können Gastronomen den Sehnsüchten der Gäst entgegenkommen. Mitunter werden die Torten in Vitrinen durch Kräuter und Salate ersetzt und so neben dem Wunsch nach gesunder Ernährung auch dem nach der totalen Frische eine Plattform geboten. In den weiten isländischer Natur kann der Gast nach der Besichtigung der Tomatenplantage direkt im Gewächshaus Platz nehmen und zur frischen Tomatensuppe selbst gebackenes Brot genießen, in New York und einigen deutschen Städten werden die Wände der der Restaurants direkt komplett bepflanzt. Spezialisten wie StyleGreen (Link https://www.stylegreen.de/pflanzen-und-mooswaende/pflanzenwaende/) integrieren auch direkt das Geschäftslogo in die individuell angefertigten Wandbepflanzungen.

Das Startup Farmers-Cut züchtet beispielsweise in Hamburgs erstem Vertical Garden auf in einer unscheinbaren Lagerhalle auf neun Etagen unter künstlichen Bedingungen in der Pilotphase 20 Salatsorten. Warum? Damit der Salat nicht aus dem Ausland importiert werden muss, sondern direkt “from farm to fork” genossen werden kann. Wer also in Tim Mälzers Bootshaus sitzt, kann sich den frischen Farmers-Cut Salat direkt auf den Teller schneiden. Außerdem sind unter den stets digital kontrollierten künstlichen und somit idealen Bedingungen nicht nur 2, sondern 20 Ernten pro Saison möglich. Jahreszeiten spielen keine Rolle mehr, Pestizide und lange Wege gehören der Vergangenheit an.

Vorteil der neu entdeckten Liebe zur Natur: MIt Storytellling lassen sich Gäste gewinnen und binden. Warum nicht auf einem Aufsteller grafisch nett aufbereitet erklären, woher einzelne Produkte kommen? Schon ein Highlight kann dem Betrieb Aufschwung geben.

Lesen Sie auch
Events und Messen
INTERNORGA Zukunftspreis: Diese neun Konzepte zeigen, wohin sich die Branche entwickelt

Trend 4
Green & Healthy

Eine logische Schlussfolgerung aus Trend 3 ist die pflanzliche Ernährung. Nach den Vegetariern und Veganern erobern nun die Plantaristen die Restaurants, stets auf der Suche nach neuen, pflanzlichen Getränke- und Speise-Inspirationen. Das veränderte Verhalten der Gesellschaft in Bezug auf das Bewusstsein für Gesundheit, Ernährung und ganzheitliches Wohlbefinden bildet sich hier ab, der Plantarismus zeigt gesunde Alternativen auf, die hier unterstützend wirken. Da wären zuerst einmal neue Obstsorten, die Abwechslung auf den Tisch bringen, zum Beispiel die südamerikanische Zimtkartoffel oder die lila Yamswurzel. Nach den weißen, grünen und Smoothies sind im Winter die Hot Smoothies in die Ladenlokale gewandert. Gesünder als Glühwein oder Kakao haben sie den Gästen mit Gewürzen wie Ingwer, Chili oder Kurkuma eingeheizt.

Auch der Dauerbrenner Suppe bekommt ein neues Gewand und wird nun gerne “to go” im asiatischen Style angeboten. Wichtig sind hier die frischen Zutaten und abwechslungsreiche Einlagen.

Trend 5
Weitere Food-Trends

Jetzt wird es spannend und vor allem kreativ: Da gibt es erst einmal die altbewährte Fermentation. Die wiederentdeckte Zubereitungsmethode verbindet Molekularküche mit ursprünglichen Lebensmitteln und kann dem Gast so ein völlig neues Geschmackserlebnis a la “Sauerkraut 2.0” bieten. Durch die Fermentierung bleiben Aromen erhalten, die so normalerweise verborgen bleiben, durch die Verwendung zuvor nie fermentierter Lebensmittel bietet sich dem Gastronom ein breites Feld an kreativen Möglichkeiten.

Wem das nicht reicht, der greift zu Matcha. Aber nicht wie bislang weitreichend bekannt als Getränk, sondern als Zutat für Schokolade, Brot und als Matcha-Tiramisu.

Zum Dessert gibt es Eis – aber auch hier in neuer Form: Bing Su, geschabtes Wassereis mit Kondensmilch, gerne mit Bohnen als Topping.

Mehr zu den Trends aus der Food-Branche gibt es auf der INTERNORGA, zu finden beim Forschungs- und Entwicklungsinstitut food + more im Pink Cube, Halle B2. EG Stand 217.

Canva
Recht und Compliance

Gekündigt und sofort krank: Warum Arbeitgeber mit Misstrauen allein nicht weiterkommen

Ein Mitarbeiter kündigt und wird prompt krank – die Krankschreibung endet passgenau vor dem Resturlaub. Viele Arbeitgeber kennen dieses Muster und sind versucht, die Lohnfortzahlung zu streichen. Doch Vorsicht: Ein aktuelles Urteil zeigt, wie schnell der Verdacht allein zur teuren Falle wird. Wann reicht ein auffälliges Timing aus, um die Krankschreibung anzuzweifeln? Und was müssen Gastgeber konkret in der Hand haben, bevor sie handeln?

Steuerberatungsgesellschaft Schnitzler & Partner
Finanzen und Controlling

Kauf einer Unternehmensimmobilie: Neue Chancen bei der Kaufpreisaufteilung

Die aktuelle Rechtsprechung erweitert den Spielraum bei der Bewertung von Grund und Boden und kann – richtig genutzt – zu höheren Abschreibungsvolumen führen. Eine professionelle Beratung zur Kaufpreisaufteilung kann bei größeren Immobilienerwerben erhebliche Steuervorteile erschließen. Zugleich sollte der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Effekt stehen.

Vernetzte Fallen wie die von Rentokil monitoren etwaige Schadnageraktivitäten rund um die Uhr. © Rentokil Initial
Recht und Compliance

Rodentizid-Verbot: Warum Gastronomiebetriebe ihre Schädlingsprävention jetzt umstellen müssen

Die Schädlingsbekämpfung steht vor einem Paradigmenwechsel: Ab Mitte 2026 dürfen Giftköder gegen Nagetiere nur noch bei akutem Befall eingesetzt werden. Die bisher übliche vorbeugende Dauerbeköderung wird verboten. Für Hotels und Gastronomiebetriebe bedeutet das: Wer seine Präventionskonzepte nicht rechtzeitig anpasst, riskiert rechtliche Konsequenzen und gefährdet Hygienezertifikate.

Kemal Üres
Führung, Management und Leadership

Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen die Gefahr lauert – und warum Herzblut allein keine Miete zahlt.

NESTO; Pawel Czerwinski, Pexels
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

KI-gestützte Personalverwaltung: Wie Sprachsteuerung den HR-Alltag in der Gastronomie revolutioniert

Die Nesto Software GmbH präsentiert auf der INTERNORGA 2026 eine KI-gestützte Automatisierungslösung, die Personalverantwortlichen in Gastronomie und Hotellerie zeitaufwändige Routinearbeiten abnimmt. Das System NORA beantwortet HR-Anfragen per Spracheingabe und automatisiert wiederkehrende Verwaltungsprozesse. Was bedeutet das für Betriebe, die täglich mit Schichtplänen, Saisonverträgen und Compliance-Vorgaben jonglieren?

Weitere Artikel zum Thema

S.Pellegrino
Die S.Pellegrino Young Chef Academy Competition geht in die siebte Runde. Bis 9. Juni 2026 können sich Köchinnen und Köche unter 30 Jahren für den weltweit ausgetragenen Wettbewerb bewerben. Neu in diesem Jahr: ein internationales[...]
S.Pellegrino
Alpenhain
Vom 13. bis 17. März 2026 präsentiert die Käserei Alpenhain auf der INTERNORGA in Hamburg ihre neuesten Entwicklungen für den Foodservice-Bereich. Der Schwerpunkt liegt auf italienisch inspirierten Fertigprodukten, die authentischen Geschmack mit gastronomiegerechter Handhabung verbinden[...]
Alpenhain
Hamburg Messe und Congress
Welche Geschäftsmodelle prägen die Gastronomie und Hotellerie von morgen? Der INTERNORGA Zukunftspreis gibt darauf seit 2011 eine Antwort. Für 2026 stehen nun neun Nominierte fest, die zeigen, wie vielfältig Innovation im Außer-Haus-Markt heute sein kann.[...]
Hamburg Messe und Congress
Transgourmet
Vom 13. bis 17. März zeigt die INTERNORGA in Hamburg, wie weit Robotik in der Gastronomie bereits ist. Kochroboter, die 3.000 Gerichte täglich zubereiten, Serviceroboter, die eigenständig Bestellungen aufnehmen, und vollautomatisierte Abrechnungssysteme – marktreife Lösungen[...]
Transgourmet
Gruppenbild der Jury 2026; Foto: Henning Angerer
Im Hamburger east-Hotel fiel die Entscheidung: Aus zehn vielversprechenden Bewerbern wählte eine hochkarätig besetzte Jury die fünf Finalisten des Deutschen Gastro-Gründerpreises 2026 aus. Von inklusiven Cafés über vegane Küche bis zu innovativen Spezialkonzepten – die[...]
Gruppenbild der Jury 2026; Foto: Henning Angerer
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.