Suche

So snackt die Zukunft: Backbranche neu gedacht auf der INTERNORGA 2026

Das Bäckerei- und Konditorenhandwerk befindet sich im Umbruch. Zwischen schwindendem Brotkonsum, steigender Nachfrage nach Convenience-Produkten und der Notwendigkeit zur Digitalisierung ringen Betriebe um Rentabilität und Zukunftssicherung. Die INTERNORGA 2026 verspricht, die entscheidenden Hebel für diese Transformation aufzuzeigen.

INTERNORGA 2026 bietet Snacks, Trends und Lösungen für die backende Branche © Hamburg Messe und Congress, Ibrahim OtINTERNORGA 2026 bietet Snacks, Trends und Lösungen für die backende Branche © Hamburg Messe und Congress, Ibrahim Ot

Das Dilemma des Backhandwerks: sinkender Brotabsatz vs. Snack-Boom

Traditionelle Bäckereien stehen vor einem fundamentalen Wandel im Konsumverhalten. Während der Brotkonsum pro Kopf seit Jahren rückläufig ist (Quelle: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, 2024), explodiert die Nachfrage nach Snacks und To-go-Produkten. Laut YouGov Shopper Panel 2025 sind schnelle, genussvolle Snacks der unangefochtene Umsatztreiber im Lebensmittelhandel. Für Bäckereien bedeutet das: Wer den Wachstumsmarkt nicht bedient, verliert Kunden und Marktanteile. Der Schlüssel liegt in der Neuausrichtung des Sortiments hin zu frischen, vielfältigen und bewussten Snack-Optionen.

Praxisbeispiel: Eine mittelgroße Bäckereikette im Rheinland hat vor zwei Jahren ihr Snack-Angebot um Bowls, Salate und Smoothies erweitert. Die Geschäftsführerin berichtet von einem Umsatzplus von 15% in den Filialen, in denen das erweiterte Angebot verfügbar ist. „Die Investition in neue Kühltheken und Schulungen für unser Personal hat sich innerhalb von 18 Monaten amortisiert", so die Geschäftsführerin. Auf der INTERNORGA 2026 zeigen Aussteller wie Aryzta und Vandemoortele, wie pflanzenbasierte Snackideen, backfertige Mini-Brote mit Trendgetreide oder vielfältige To-go-Kuchen den Nerv der Zeit treffen und neue Zielgruppen erschließen können.

Partner aus dem HORECA Scout

Digitalisierung als Hebel für Effizienz und Zukunftsfähigkeit

Die Digitalisierung ist kein optionales Zusatzangebot mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit für das Gastgewerbe, und das Backhandwerk bildet da keine Ausnahme. Von der Steigerung der Prozesseffizienz bis zur Verbesserung des Kundenerlebnisses – digitale Lösungen bieten vielfältige Ansatzpunkte. Smarte Kassensysteme, die nicht nur den Verkauf abwickeln, sondern auch detaillierte Analysen liefern, können beispielsweise zur Optimierung von Einkauf und Personalplanung beitragen. KI-gestützte Absatzprognosen minimieren Überproduktion und Lebensmittelverschwendung, was nicht nur Kosten spart, sondern auch die Nachhaltigkeitsbilanz verbessert. Moderne Warenwirtschaftssysteme (WWS) vernetzen Filialen und Lager, reduzieren manuellen Aufwand und erhöhen die Transparenz. Kontaktloses Bezahlen per Smartphone und Smartwatch ist für die jüngeren Kundengenerationen längst Standard und sollte flächendeckend angeboten werden. E-Learning-Plattformen und cloudbasierte Anwendungen erleichtern zudem die Mitarbeiterweiterbildung und die interne Kommunikation.

Praxisbeispiel: Die Bäckerei „Kornähre" mit fünf Filialen in Süddeutschland führte vor drei Jahren ein integriertes WWS von 42 GmbH ein. Das Ergebnis: Eine Reduzierung der Lagerbestände um 20% und eine Senkung des Warenverlusts durch Überproduktion um 10% innerhalb des ersten Jahres. „Die Anfangsinvestition von ca. 25.000 Euro war schnell durch die eingesparten Personalkosten und die optimierte Warenwirtschaft wieder reingeholt", so der Betriebsleiter. Auf der INTERNORGA 2026 präsentieren Unternehmen wie Lightspeed und 42 GmbH Lösungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Bäckereien zugeschnitten sind und Wege aufzeigen, wie diese Technologien gewinnbringend eingesetzt werden können.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingVersicherungen und RisikomanagementKostenmanagement
Insolvenzrisiko im Gastgewerbe: Drei Schritte, mit denen sich Betriebe vor Zahlungsausfällen schützen

Fachkräftesicherung und neue Geschäftsmodelle – gemeinsam stark

Der Personalmangel zählt weiterhin zu den größten Herausforderungen im Gastgewerbe, und Bäckereien sind davon nicht ausgenommen. Neben attraktiven Arbeitsbedingungen und flexiblen Arbeitszeiten sind innovative Geschäftsmodelle und eine starke Unternehmenskultur entscheidend, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Hier geht es nicht nur um die reine Produktion, sondern auch um die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und die Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen im Markt. Die INTERNORGA 2026 bietet auf Bühnen wie der „OPEN STAGE" Diskussionsrunden und Best-Practice-Beispiele zu diesen drängenden Themen. Branchenexperten und erfolgreiche Unternehmer teilen ihre Strategien zur Mitarbeitergewinnung, -bindung und zur Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle.

Themen in diesem Artikel
Events und MessenBäckereienBackwarenDigitalisierungInternorgaSnackificationWarenwirtschaftssystem

Bettina Schliephake-Burchardt, Präsidentin des Deutschen Konditorenbundes, betont die Rolle der Messe: „Das Back- und Konditorhandwerk befindet sich in einem Wandel zwischen Tradition, Nachhaltigkeit und digitaler Zukunft. Die INTERNORGA ist der Ort, an dem diese Themen zusammenkommen, wirkungsvolle Ideen Gestalt annehmen und wertvolle Partnerschaften geknüpft werden."

Fazit: Jetzt die Weichen für 2026 stellen

Die backende Branche steht an einem entscheidenden Punkt. Wer sich den Megatrends wie dem steigenden Snack-Konsum, der Notwendigkeit der Digitalisierung und dem Kampf um Fachkräfte nicht stellt, wird langfristig abgehängt. Die INTERNORGA 2026 bietet eine einzigartige Plattform, um sich umfassend zu informieren, konkrete Lösungen zu finden und wertvolle Netzwerke zu knüpfen. Betriebe, die proaktiv handeln und die hier gewonnenen Impulse in die Tat umsetzen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und gestärkt aus den aktuellen Herausforderungen hervorgehen.

Jochen Meyer, selbstständiger Bäcker- und Konditormeister, bringt es auf den Punkt: „Nach der INTERNORGA fahre ich jedes Mal mit frischen Ideen und einem guten Gefühl nach Hause. Hier sieht man, wie lebendig unser Handwerk ist – egal ob kleiner Familienbetrieb oder große Bäckereikette. Und man merkt: Wenn wir zusammenhalten, kriegen wir jede Herausforderung gestemmt."

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketing
KI-Empfehlung statt Suchergebnisse: Mit einem starken Google-Auftritt Vertrauen gewinnen
CSRIF GmbH
Finanzen und Controlling

Insolvenzrisiko im Gastgewerbe: Drei Schritte, mit denen sich Betriebe vor Zahlungsausfällen schützen

Zehn Prozent der Unternehmen in Deutschland sind insolvenzgefährdet, der höchste Stand seit 2014 – im branchenvergleich liegt Gastronomie ganz vorn. Zahlungsausfälle führen oft zu Dominoeffekten, sagt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer des Informationsdienstleiters CRIF Deutschland. Wie Betreiber Frühwarnsignale erkennen, ihr Unternehmen wirksam vor Ausfällen schützen und wann sich externe Bonitätsprüfung auszahlt.

Hans. Pixabay
Außengastronomie

Anhaltende Hitze: Was Gäste jetzt erwarten

Wenn die Temperaturen steigen, wird der Platz an der frischen Luft zum entscheidenden Kriterium: 46 Minuten Anfahrt für den perfekten Außenplatz, längeres Verweilen am Tisch und höhere Ausgaben – warum draußen essen für Gäste 2026 mehr ist als nur eine Frage des Wetters, und welche Rolle Fußball und Hunde dabei spielen.

Winterhalter Deutschland GmbH
Personalentwicklung

Winterhalter sucht auch 2026 den „Spüler des Jahres“

Der Spülmaschinenherstellter Winterhalter ruft zum zweiten Mal zur Wahl des „Spülers des Jahres“ auf. Die Auszeichnung richtet sich an Mitarbeiter in der Spülküche, deren Arbeit für den Betriebsablauf unverzichtbar ist, aber selten öffentliche Anerkennung findet. Gastronomische Betriebe können ihre Kandidaten bis Anfang August nominieren.

Steuern mit System GmbH
Finanzen und Controlling

Cloud-Kasse, Reservierungs-App, IoT-Küche und Co. – Hotels und Gastronomie müssen bei digitalen Investitionen steuerlich genauer hinsehen

Digitale Lösungen sind im Gastgewerbe längst betriebliche Notwendigkeit. Doch viele Hotels, Restaurants und Freizeitbetriebe nutzen die steuerlichen Möglichkeiten rund um Software, Cloud-Systeme oder digitale Infrastruktur noch unvollständig. Die Folge: Sofort abzugsfähige Ausgaben werden unnötig aktiviert, aktivierungspflichtige Investitionen falsch verbucht oder Fördermittel zu spät berücksichtigt. Gerade bei knappen Margen kostet diese Unschärfe unnötig Liquidität.

Rene Terp, Pexels
Branche und Trends

Hochzeitsreport 2026: Kleiner Kreis statt großer Show: Welche Hochzeiten die Deutschen wirklich mögen

Der Trustlocal Hochzeitsreport 2026 verbindet eine Appinio-Umfrage unter 1.000 Personen mit anonymisierten Plattform-Anfragedaten. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Befragten bevorzugt Feiern im kleinen Kreis, ein Budget bis 10.000 Euro gilt als angemessen. Als größte Störfaktoren gelten schlechte Stimmung, chaotischer Ablauf und mittelmäßiges Essen. Auffällig ist zudem die Lücke zwischen der als ausreichend empfundenen Planungszeit und dem tatsächlich deutlich früheren Anfragezeitpunkt für Dienstleister.

Weitere Artikel zum Thema

Rene Terp, Pexels
Der Trustlocal Hochzeitsreport 2026 verbindet eine Appinio-Umfrage unter 1.000 Personen mit anonymisierten Plattform-Anfragedaten. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Befragten bevorzugt Feiern im kleinen Kreis, ein Budget bis 10.000 Euro gilt als angemessen. Als größte[...]
Rene Terp, Pexels
Amelie Mourichon, Unsplash; Hospitality Pioneers
Zum zehnten Mal suchen das 196+ forum München und Hospitality Pioneers die innovativsten Köpfe der Branche. Welche jungen Unternehmen es bis auf die Hauptbühne im Hotel Bayerischer Hof schaffen, entscheidet sich in mehreren Runden –[...]
Amelie Mourichon, Unsplash; Hospitality Pioneers
Gastronomieberatung Consult Gastro
Der Businessplan steht, die Speisekarte ist fertig – und die Software? Viele Gastronomen unterschätzen, wie entscheidend die richtige digitale Grundausstattung für den Erfolg ihres Betriebs ist. Drei Bereiche sind dabei unverzichtbar, doch welche Tools passen[...]
Gastronomieberatung Consult Gastro
Martin Soler, Unsplash
Seit über zwei Jahrzehnten zeichnet das 196+ forum München herausragende Hotelimmobilien aus. Noch bis Ende Juni können sich europäische Hoteliers, Entwickler und Architekten für die diesjährige Ausgabe bewerben. Gefragt sind Konzepte, die gestalterische Exzellenz mit[...]
Martin Soler, Unsplash
Läkkerai
Fachkräftemangel, ungelernte Aushilfen, mehrsprachige Teams – und mittendrin ein Küchenchef, der alle Rezepte im Kopf trägt. Was passiert, wenn er kündigt? Eine wachsende Zahl an Profi-Küchen setzt deshalb auf digitales Küchenmanagement. Ein Blick auf einen[...]
Läkkerai
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.