Der Dialog über die Zukunft des MICE-Managements hat eine neue Phase erreicht. Beim MICE Executive Circle (MEC), zu dem MICE Portal vom 8. bis 10. Juli ins Chateauform Seminarhaus Starnberger See eingeladen hatte, stand nicht die nächste technologische Entwicklung im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche organisatorischen Voraussetzungen Unternehmen schaffen müssen, um Digitalisierung erfolgreich umzusetzen.
Die Antwort aus Workshops, Panels und Praxisbeispielen fiel weitgehend einheitlich aus: Künstliche Intelligenz ist nicht der Ausgangspunkt, sondern die Konsequenz gemeinsam definierter Prozesse, einer durchgängigen Datenbasis und einer Zusammenarbeit über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg.
Geschäftsreise, Einkauf und MICE wachsen zusammen
Rund 70 Teilnehmende diskutierten die zunehmende Verzahnung von Geschäftsreise-, Veranstaltungs- und Einkaufsprozessen. Dabei wurde deutlich, dass sich auch die Rolle des MICE-Managements verändert: Statt isolierter Veranstaltungsplanung rückt die bereichsübergreifende Koordination unterschiedlicher Unternehmensbereiche in den Mittelpunkt. Gleichzeitig verschieben sich Verantwortlichkeiten zwischen Unternehmen, Agenturen, Hotels und Technologiepartnern.
Digitalisierung beginnt bei Organisation und Prozessen
Praxisbeispiele unter anderem von EnBW, Roche, Wald.Weit Hotels & Retreats und Villa Vita Pannonia zeigten, dass digitale Veranstaltungsprozesse heute weit über Planung und Buchung hinausreichen, von Einkauf und Abrechnung bis zu Reporting, Compliance und Finanzprozessen.
KI verändert Arbeitsweisen, nicht Verantwortlichkeiten
Aus den Praxisbeispielen leitete sich eine weitere Erkenntnis ab: Künstliche Intelligenz verändert vor allem Arbeitsweisen. Sie übernimmt Routinetätigkeiten und schafft Freiräume für Beratung, individuelle Konzepte und persönliche Zusammenarbeit. Technologie wurde dabei durchgängig als Werkzeug verstanden, das menschliche Entscheidungen unterstützt, nicht ersetzt.
Vernetzung wird zum Erfolgsfaktor
Im Zukunftsdialog mit Vertretern des German Convention Bureau (GCB), der Fachpresse, der Beratung und von MICE Portal richtete sich der Blick auf die nächsten Entwicklungsschritte des Marktes. Im Zentrum stand die Frage, wie Unternehmen, Technologieanbieter und Dienstleister den begonnenen Wandel gemeinsam weiter gestalten können – über Organisations- und Unternehmensgrenzen hinweg. Deutlich wurde dabei auch, dass diese Entwicklungen zunehmend europäisch gedacht werden. Mit der europäischen Plattform OneMICE überträgt MICE Portal diese Entwicklung gemeinsam mit Partnern auf die europäische Ebene.
„Viele Unternehmen beschäftigen sich heute nicht mehr mit der Frage, ob sie KI einsetzen werden. Entscheidend wird sein, wie gut Prozesse, Daten und Zusammenarbeit bereits organisiert sind. Genau diese Diskussion wollten wir mit dem MEC ermöglichen, praxisnah, offen und aus unterschiedlichen Perspektiven“, erklärt Josephine von Brühl, Gründerin und Geschäftsführerin von MICE Portal.
Der jährlich stattfindende MICE Executive Circle versteht sich als Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Unternehmen, Agenturen, Hotellerie, Verbänden, Technologiepartnern und Fachmedien. Die dort diskutierten Entwicklungen bilden zugleich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Plattform und ihren europaweiten Ausbau. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen gemeinsam einzuordnen und Impulse für die Weiterentwicklung des MICE-Managements zu geben.











