Suche
Anzeige

Tipps zur optimalen Preiskalkulation von alkoholfreien Getränken

Mineralwasser, Apfelschorlen und Co. – alkoholfreie Getränke und Softdrinks machen oft einen beträchtlichen Teil des Umsatzes in der Gastronomie aus. Umso wichtiger ist es, dem Getränkeangebot eine solide Strategie zugrunde zu legen. Die folgenden Tipps helfen bei einer nachhaltig erfolgreichen Preisgestaltung für die Getränkekarte.

Delmaine Donson - iStockphotoDelmaine Donson - iStockphoto

Alle Inhalte zu alkoholfreie Getränke im Überblick

Die Preiskalkulation in der Gastronomie

Der gastronomische Betrieb lebt von seinen Gewinnen aus den servierten Speisen und Getränken. Kein noch so guter Service oder schönes Ambiente und die gelungensten Getränkespezialitäten machen sich bezahlt und sorgen für ein zukunftsfähiges Geschäft, wenn eine schlecht durchdachte oder vernachlässigte Preisgestaltung zugrunde liegt. Faustformeln, Schätzpreise nach Bauchgefühl oder die Kopie der umliegenden Konkurrenz ist daher keine Option für eine erfolgversprechende Preisgestaltung. Denn sonst kann sich schnell die große Misere einstellen: Durch die Einnahmen können die Kosten nicht gedeckt werden oder die Gewinnspanne ist zu gering, um den fortlaufenden Betrieb zu halten und auszubauen. Die Preisgestaltung ist also eine Angelegenheit, die mit strategischem Feingefühl erstellt und regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden sollte.

Partner aus dem HORECA Scout

Kalkulationsmethoden und ihre Vorteile für die Gastronomie

Die richtige Kalkulation ist entscheidend für den Erfolg der Gastronomie. Doch wie genau sieht die optimale Kalkulation aus? Hierzu gibt es verschiedene Methoden und keine Patentlösung, die sich ohne weiteres auf jeden Betrieb übertragen lässt. Individuelle Betriebskosten und saisonale Schwankungen beispielsweise bleiben bei der Preisgestaltung immer zu bedenken. Hier die verschiedenen Methoden, um den Verkaufspreis für den Gast zu berechnen, im Überblick:

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceFührung, Management und Leadership
Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

Die einfache Kalkulation

Wareneinsatz x 3 = Verkaufspreis

Themen in diesem Artikel
BeverageAlkoholfreiKalkulationSzenegetränke

Bei dieser Formel handelt es sich um eine einfache – und überholte – Kalkulationsmethode, die zwar schnell umgesetzt ist und insbesondere Einsteigern die Gestaltung der Getränkekarte erleichtert, aber letztlich zu vage ist. Diese Kalkulation ist nicht flexibel, lässt beispielsweise Preisschwellen außer Acht und richtet sich nicht nach den örtlichen Voraussetzungen einschließlich der direkten Konkurrenz.

Die genaue Kalkulation

Step 1: Einkaufspreis + 40% für die Lagerung + 30% Gemeinkosten + Eigenkosten + 20% bis 40%  kalkulierter Profit = Grundpreis

Step 2: Grundpreis + 17% bis 20% Personalkosten = Nettoverkaufspreis

Lesen Sie auch
AußengastronomieGastro, Recht und Gewerbe
Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Step 3: Netto-Verkaufspreis + 19%  Mehrwertsteuer = Brutto-Verkaufspreis

Diese Art der Kalkulation ist weitaus genauer als die Faustformel “Wareneinsatz x 3” und ist

eine gängige Methode, um in Bars, Cafes oder Restaurants sinnvolle Verkaufspreise zu ermitteln.

Die Mischkalkulation

Kosten Wareneinsatz (Einkauf) / Nettoumsatz (Verkauf) x 100 = Wareneinsatzquote

Eine bewährte Methode in der Gastronomie, um Umsätze auszugleichen, ist die Mischkalkulation, auch Aufschlagskalkulation genannt. Dadurch lassen sich geringe Gewinne oder auch Verluste, die bei einigen Produkten entstehen, mit anderen wieder ausgleichen. Um also geringe Gewinne mancher günstig angebotenen Produkte zu kompensieren, werden andere Produkte mit höheren Preisen versehen, sodass am Ende die Umsätze stimmen. Dazu werden die Produkte mit einem Aufschlag berechnet. Moderne Kassensysteme können helfen, die geeigneten Aufschläge zu ermitteln. Bei Wein und Bier werden üblicherweise circa 300 %, bei Kaffee 700 bis 1000 % angesetzt.

Kosten und Kalkulationsfaktoren

Als Grundlage für die Preiskalkulation müssen immer die Materialkosten definiert werden. Natürlich sind aber noch sehr viel mehr Kosten mit der Herstellung, der Lagerung und dem Verkauf eines Getränks wie auch einer Speise verbunden. Dazu gehören je nach gastronomischem Betrieb:

    • Warenkosten: Zunächst muss das Sortiment mit Getränken, Food und weiteren Waren bestückt werden. Hierbei ist der Einkaufspreis ein wichtiger Faktor. Hinzu kommen allerdings auch noch Kosten für Lieferung, Lagerung und Transport.
    • Personalkosten: Unter die Personalkosten fallen alle Ausgaben, die die Beschäftigung der Mitarbeiter betreffen. Dazu zählen neben den Gehältern auch Lohnnebenkosten sowie Sozialversicherungsabgaben und Urlaubsgeld. Beachtet werden müssen nicht nur die Mitarbeiter in Küche und Service, auch die Personalkosten für beispielsweise die Buchhaltung und Reinigung sind zu bedenken.
  • Gewinnmarge: Bei jedem Produkt muss der jeweilige Gewinn aufgeschlagen werden. Die Gewinnmarge ist in der Regel bei Erfrischungsgetränken und Co. höher angesetzt als bei Food-Produkten.
  • Miete und Gemeinkosten: Innerhalb eines gastronomischen Betriebs entstehen viele fixe und variable Kosten, wie die Raummiete, Kosten für Strom, Wasser, Gas. Auch Kosten für die Instandhaltung, Reinigung und ähnliche Maßnahmen sind zu bedenken. Außerdem zu beachten: Kosten für Versicherungen, Beiträge zur Berufsgenossenschaft und Abschreibungen.
  • Steuern: Wer bei seiner Preiskalkulation die gesetzlichen Steuerabgaben vergisst, begeht einen groben Fehler. Die Mehrwertsteuer von 19 % muss in die Preisgestaltung einfließen.
  • Marketing: Um für Aufmerksamkeit zu sorgen und konkurrenzfähig zu bleiben, sind im gastronomischen Betrieb Werbungsmaßnahmen nötig. Auch diese Ausgaben für Marketing in allen Bereichen fließen in die Kalkulation ein.

Alkoholfreie Getränke bewusst kalkulieren

Getränkepreise lassen sich in der Regel sehr viel leichter vergleichen als die Kosten von Speisen. Die Gefahr des direkten Vergleiches durch den Gast mit der Bar gegenüber lässt sich nicht vermeiden. Andererseits werden Apfelschorlen und Co. oftmals bereits bestellt, bevor der erste Blick auf die Karte geworfen wurde. Hier macht der Gast seine Bestellung oftmals weniger vom Preis abhängig als bei den angebotenen Speisen. Entsprechend können schon geringste Preiserhöhungen bei Softdrinks eine erhebliche Auswirkung auf den Jahresumsatz bedeuten: Es kann sich also rentieren, bei der Preisgestaltung der Getränke einen höheren Aufschlag zu wagen und lieber 20 Cent mehr als weniger für die Apfelschorle zu verlangen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verkaufspreis vom Gast kritisch hinterfragt wird, ist hier relativ gering, während schon ein vermeintlich kleiner Aufschlag im Jahr zu Gewinnsummen im vierstelligen Bereich führen kann.

Vorsicht walten lassen sollten Gastronomen bei der Preisgestaltung jedoch bezüglich psychologischer Preisschwellen. Psychologische Komponenten der Preisgestaltung sollten miteinbezogen werden, und der Preis für ein 0,2 Liter Getränk beispielsweise möglichst lange unter der 3 Euro Grenze gehalten werden, um dann einen relativ großen Sprung bei einer Preiserhöhung vollziehen zu können.

Flaschen versus offener Ausschank

Handliche Flaschengrößen sind beliebt, sollten aber nicht unbedacht in das Getränkeangebot aufgenommen werden. Der Gastronom sollte beispielsweise hinterfragen, ob die 0,2 Liter Flasche dem Gast ausreicht, oder ob er mehr konsumieren würde, die gleiche Größe aber nicht nochmal bestellen möchte. Oft lohnt es sich, Zwischengrößen am Gästetisch auszuprobieren. So könnten sich ganz leicht mit der Einführung von 0,5 Liter Einheiten größere Umsätze erzielen lassen.

Auch logistische Aspekte sind bei der Warenkalkulation der Getränke ein wichtiger Faktor. Die Beschaffung, der Transport und die Lagerung von Getränkeflaschen beispielsweise bedeuten Aufwand, der zu definieren ist und sich an manchen Stellen gegebenenfalls durch den Offenausschank reduzieren lässt. Verändert der Gastronom das Ausschankmaß für seine offenen Getränke, fällt einerseits die Vergleichbarkeit mit der umliegenden Konkurrenz schwer, andererseits kann die Gewinnspanne erhöht werden: Vergrößern sich die Einheiten bei einer leichten Senkung des Literpreises, so könnten sich höhere Erträge einstellen und zugleich noch das Preis-Leistungs-Verhältnis zum Vorteil des Gastes reguliert werden.

Tipps zum Wareneinsatz von alkoholfreien Getränken

  • Überprüfen Sie das wirtschaftlichste Ausschankmaß für einzelne Getränke und Optimieren Sie gegebenenfalls die Einheiten Ihrer Getränkeklassiker.
  • Schaffen Sie ein Alleinstellungsmerkmal durch individuelle Softgetränke und Erfrischungsgetränke.
  • Vergleichen Sie Aufwand und Kosten: Teilweise kann ein Offenausschank Kosten reduzieren.
  • Beachten Sie psychologische Preisschwellen bei der Preisliste der Getränke.
  • Softgetränke und Schorlen in Eigenkreation können zum Umsatzplus verhelfen.
  • Trendgetränke wie Cold Brew oder Smoothies sorgen für Aufmerksamkeit.

Alkoholfreie Individualität aus der Flasche

Mit Hilfe von Softgetränken können Gastronomen eigene Trends setzen und sich durch individuelle Angebote von der umliegenden Konkurrenz absetzen. Umsatzchancen und die Gelegenheit auf neue Stammgäste bieten sich mit Szenegetränken aus der Flasche. Hier gibt es ein stets wachsendes Angebot und zahlreiche neue Produkte, die mit Individualität, neuen Geschmacksrichtungen und nachhaltiger Produktion punkten. Finden Sie heraus, wie experimentierfreudig Ihre Gäste sind und servieren Sie neben Fanta & Co. auch mal eine Gurken- oder Lavendellimonade.

Inhaltsverzeichnis

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

50 Mitarbeiter, jahrelang unbemerkt, ein sechsstelliger Schaden: Die Razzia in einem Restaurant in München hat eine unbequeme Frage zurück auf die Tagesordnung gebracht – wie gut kennen Gastronomen eigentlich die Abläufe in ihrem eigenen Haus? Steuerberater Christopher Arendt erklärt, wo die typischen Schwachstellen sitzen und warum wachsende Betriebe ihre Kontrollen jetzt mitwachsen lassen müssen.

Robert Bye, Unsplash
Außengastronomie

Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben. Das Ergebnis macht deutlich, wie unterschiedlich Städte Außengastronomie bepreisen.

wattline GmbH
Allgemeine Haustechnik

Öffnungszeiten, Auslastung, Standort: Welche Faktoren den Energieverbrauch im Gastgewerbe bestimmen

Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große Rolle wie die technische Ausstattung. Wer weiß, an welchen Stellschrauben sich tatsächlich drehen lässt, kann Kosten senken – ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Doch welche Faktoren wiegen am schwersten, und wo verbergen sich die größten Einsparpotenziale?

Canva
Digitalisierung

KI-Inhalte kennzeichnen: Was Gastronomen und Hoteliers ab August wissen müssen

Ein KI-generiertes Zimmerfoto auf der Buchungsseite, der Speisekarten-Text aus ChatGPT, das Instagram-Motiv per Knopfdruck: Ab dem 2. August sind solche Inhalte kennzeichnungspflichtig. Was der EU AI Act konkret fordert, wo die Grenze zur klassischen Bildbearbeitung liegt – und warum Betriebe, die das ignorieren, Abmahnungen und empfindliche Bußgelder riskieren.

Lightspeed, L Seden
Branche und Trends

„Green Gap“ – Lightspeed-Umfrage zeigt Nachhaltigkeits-Paradox in der Gastronomie

Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal fünf Prozent Aufschlag. Für Gastronomiebetriebe wird die grüne Transformation damit zur ökonomischen Gratwanderung.

Gastfreund GmbH
Branche und Trends

Warum Hotels 2026 ohne digitale Gästekommunikation Marktanteile verlieren

Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern schlicht den Anschluss. Ein aktueller Branchenreport der Gastfreund GmbH zeigt, wo der größte Hebel liegt – und warum die eigentliche Herausforderung nicht Technologie, sondern Integration ist.

Weitere Artikel zum Thema

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Mild, malzig, massentauglich – und zunehmend auch alkoholfrei: Das Helle hat sich vom bayerischen Klassiker zum bundesweiten Bestseller entwickelt. Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, älteste Brauerei der Welt, zeigt in ihrem aktuellen Themendienst, warum der Bierstil[...]
Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Oatly
Matcha-Drinks sind längst mehr als ein flüchtiger Trend – sie sind zum festen Bestandteil des Getränkeangebots geworden. Oatly reagiert auf diese Entwicklung und kombiniert in seiner Neuheit japanischen Grüntee mit Erdbeer-Geschmack. Das Ergebnis: ein trinkfertiges[...]
Oatly
chinh-le-duc, Unsplash; BWT
In der Vending-Branche wird bis auf Becher-Ebene kalkuliert – doch steigende Erwartungen an Geschmack und Geräteschutz verlangen nach professioneller Wasseraufbereitung. Kann eine kompakte Filterlösung wirtschaftliche Effizienz mit stabiler Qualität verbinden? BWT water+more positioniert seinen neuen[...]
chinh-le-duc, Unsplash; BWT
Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Weinempfehlungen zu Gerichten gehören in vielen Restaurants zum Standard. Doch das Konzept lässt sich problemlos auf Bierspezialitäten übertragen – mit messbarem Erfolg. Gastronomiebetriebe, die gezieltes Food-Pairing mit Bier in ihre Speisekarte integrieren, schaffen Mehrwert für[...]
Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Pexels, Pixabay
Nach dem Dinner mit Freunden steht die Entscheidung an: Spülmaschine oder Handwäsche? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie viele denken – denn ob ein Weinglas maschinell gereinigt werden darf, hängt von Material, Verarbeitung und[...]
Pexels, Pixabay
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.