Suche

Warum Erlebnis-Formate den Unterschied machen: Strategische Positionierung für Tagungshotels

  • Tagungshotels außerhalb der Innenstädte können sich durch professionelle Teamevent-Angebote strategisch vom Wettbewerb abheben
  • Eine zehnjährige Partnerschaft zeigt konkrete Erfolge: Teilnehmerzahlen stiegen von 100 auf 489 – eine Vervierfachung in sechs Jahren
  • Kooperationen mit Event-Spezialisten ermöglichen attraktive Zusatzangebote ohne eigenen Organisationsaufwand und zusätzliches Personal

teamgeistteamgeist

Firmenkunden erwarten mehr als Seminarräume

Die Anforderungen von Geschäftskunden an Tagungslocations haben sich gewandelt. Funktionale Ausstattung und professioneller Service bilden nach wie vor die Grundlage – reichen aber zunehmend nicht mehr aus, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Immer mehr Unternehmen suchen gezielt nach Locations, die intensive Arbeitsphasen mit gemeinschaftsfördernden Aktivitäten verbinden können.

Professionell konzipierte Teamevents schaffen genau diesen Mehrwert: Sie unterbrechen mehrstündige Workshop-Sessions, stärken den Zusammenhalt in den Teams und machen den Gesamtaufenthalt für Teilnehmende deutlich attraktiver. Für Tagungshotels eröffnet sich dadurch die Chance, ihr Portfolio substanziell zu erweitern – von klassischen Teambuilding-Maßnahmen über Outdoor-Aktivitäten bis hin zu saisonalen Formaten wie Sommerfesten oder Weihnachtsfeiern.

Partner aus dem HORECA Scout

Praxisfall: Von 100 auf 489 Teilnehmende in sechs Jahren

Ein familiengeführtes Tagungshotel in Isernhagen hat diesen Ansatz konsequent umgesetzt. Seit mehr als zehn Jahren besteht eine Partnerschaft mit dem Event-Spezialisten teamgeist. Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen dokumentiert den Erfolg dieser Strategie eindrücklich: Während 2019 rund 100 Personen an Veranstaltungen teilnahmen, waren es 2025 bereits über 489 – eine Steigerung um mehr als das Vierfache.

Im Verlauf der Zusammenarbeit wurden über 50 unterschiedliche Eventformate entwickelt und durchgeführt. Das Spektrum reicht von Outdoor-Teamchallenges über interaktive Quizformate bis zu winterlichen Aktivitäten wie Eisstockschießen auf hoteleigenen Bahnen. Die Gruppengrößen bewegen sich typischerweise zwischen 20 und 150 Personen – ein Segment, das für viele mittelgroße Tagungshotels ideal passt.

Lesen Sie auch
DatenschutzGastro, Recht und GewerbeSteuernSoftware und Systeme
Wenn Daten plötzlich nicht mehr verfügbar sind: Das Cloud-Risiko in der Kassenprüfung

„Unser Ziel war es, unseren Business-Gästen etwas zu bieten, das sie dort so nicht bekommen: echte gemeinsame Erlebnisse. Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil", erklärt Yvonne Hennies, Inhaberin und Hotelmanagerin des familiengeführten Tagungshotels Hotel Hennies in Isernhage. „Gerade im Vergleich zu großen Hotels in der Innenstadt ist es entscheidend, einen klaren Unterschied zu machen. Viele Tagungshotels bieten auch attraktive Räumlichkeiten und gutes Essen. Das ist auch unsere Basis. Doch hier können Firmenkunden zudem auch besondere Erlebnisse erwarten. Durch die festen Eventformate haben wir so ein Alleinstellungsmerkmal. Unsere Außenflächen werden aktiv genutzt, wir können Indoor- und Outdoor-Formate flexibel kombinieren – und das alles direkt auf unserem Gelände."

Wirtschaftliche Effekte für den Hotelbetrieb

Die strategische Erweiterung des Angebots um professionelle Teamevents kann für Tagungshotels mehrere messbare Vorteile bringen:

Themen in diesem Artikel
Branche und TrendsEvents und MessenMarketingTagungshotelsTeambuilding

Differenzierung im Wettbewerb: In einem zunehmend homogenen Markt schaffen Erlebnisformate ein klares Unterscheidungsmerkmal gegenüber reinen Seminarhotels und standardisierten Ketten-Angeboten.

Erweiterung des Veranstaltungsportfolios: Neben klassischen Tagungen und Workshops lassen sich zusätzliche Formate wie Firmenfeiern, Incentive-Events oder mehrtägige Offsite-Veranstaltungen realisieren – Formate, die häufig höhere Umsätze pro Teilnehmer generieren.

Steigerung der Attraktivität für Firmenkunden: Unternehmen, die Arbeitsinhalte mit Teamentwicklung kombinieren möchten, finden in einem integrierten Angebot alle Leistungen aus einer Hand – ein Entscheidungskriterium bei der Locationwahl.

Lesen Sie auch
DatenschutzVersicherungen und RisikomanagementSoftware und Systeme
Aktuelle IHA-Warnung: Wenn die Bettwanzen-Beschwerde zur Phishing-Falle wird

Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen: Firmen, die positive Erfahrungen mit kombinierten Formaten machen, buchen tendenziell wiederholt – sowohl für weitere Tagungen als auch für regelmäßige Events wie Jahresauftakte oder Teamtage.

Tobias Frank, Geschäftsführer von teamgeist Nord, bestätigt: „Wenn Team Events fester Bestandteil der Angebotsstruktur werden, entsteht ein Mehrwert für Hotels und für Firmenkunden, das zeigt die Kooperation zwischen dem Hotel Hennies und teamgeist deutlich. Seit Beginn der Zusammenarbeit hat sich das Veranstaltungsvolumen deutlich gesteigert. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Teilnehmerzahlen: Von rund 100 Teilnehmenden im Jahr 2019 auf über 489 im Jahr 2025 – eine mehr als vierfache Steigerung. Eine erfreuliche und erfolgreiche Entwicklung für uns, unseren Hotelpartner Hennies und am Ende für jedes einzelne Team."

Professionelle Events ohne zusätzlichen Organisationsaufwand

Ein zentraler Aspekt bei der Entscheidung für oder gegen eine Angebotserweiterung ist der organisatorische Aufwand. Viele Hoteliers scheuen die Integration von Teamevents, weil sie befürchten, zusätzliches Fachpersonal einstellen oder in spezielle Ausrüstung investieren zu müssen.

Hier bieten Kooperationen mit spezialisierten Event-Dienstleistern einen pragmatischen Lösungsweg. Das Hotel stellt die Räumlichkeiten und gegebenenfalls Außenflächen zur Verfügung, während der Partneranbieter Konzeption, Durchführung und Betreuung der Events übernimmt. Das Hotelpersonal kann sich auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren – Service, gastronomisches Angebot und Atmosphäre.

„Wir können uns voll auf unser Kerngeschäft konzentrieren – Service, Küche und Atmosphäre. Und die Team Event-Experten kümmern sich um das Erlebnis für unsere Gäste", fasst Yvonne Hennies die Arbeitsteilung zusammen.

Besonders für inhabergeführte Häuser mit verfügbaren Außenflächen eröffnet dieses Modell Chancen: Vorhandene Ressourcen wie Gärten, Wiesen oder Terrassen werden aktiv genutzt und tragen zur Wertschöpfung bei, ohne dass umfangreiche Neuinvestitionen erforderlich werden.

Fazit

Der Tagungsmarkt entwickelt sich weiter – und mit ihm die Erwartungen der Firmenkunden. Während zentral gelegene Businesshotels und große Ketten mit Standort und Infrastruktur punkten, können kleinere und mittelgroße Tagungshotels durch ein differenziertes Angebot überzeugen. Die Integration professioneller Teamevents in die Angebotsstruktur zeigt sich dabei als wirksame Strategie zur Positionierung.

Das norddeutsche Praxisbeispiel dokumentiert, dass dieser Ansatz messbare Ergebnisse liefern kann: Eine Vervierfachung der Teilnehmerzahlen über sechs Jahre hinweg ist mehr als eine statistische Größe – sie zeigt, dass Firmenkunden diese Kombination aktiv nachfragen und wiederholt buchen.

Entscheidend für den Erfolg ist die professionelle Umsetzung. Kooperationen mit Event-Spezialisten ermöglichen es Hotels, attraktive Zusatzangebote zu schaffen, ohne die eigene Organisation zu überlasten. Die Arbeitsteilung ist klar: Das Hotel konzentriert sich auf Gastlichkeit und Service, der Partner auf die Konzeption und Durchführung der Events.

Für Tagungshotels außerhalb der Innenstädte – insbesondere für inhabergeführte Häuser mit Außenflächen – bietet diese Strategie eine konkrete Möglichkeit, vorhandene Ressourcen besser auszuschöpfen und sich im Wettbewerb klar zu positionieren. Die Frage ist nicht mehr, ob Erlebnisformate zum Tagungsgeschäft gehören – sondern wie sie am besten in die eigene Angebotsstruktur integriert werden können.

Handlungsempfehlungen

  1. Analysieren Sie Ihre Ausgangssituation: Prüfen Sie, welche Außenflächen und Räumlichkeiten sich für Teamevents eignen und welche Zielgruppen (Gruppengröße, Branche) zu Ihrem Haus passen.
  2. Sondieren Sie Kooperationsmöglichkeiten: Recherchieren Sie spezialisierte Event-Anbieter in Ihrer Region und klären Sie Konditionen, Formatvielfalt und Arbeitsteilung – achten Sie dabei auf langjährige Branchenerfahrung.
  3. Starten Sie mit ausgewählten Formaten: Beginnen Sie nicht mit dem gesamten Portfolio, sondern mit drei bis fünf bewährten Eventformaten, die zu Ihrer Location und Ihren typischen Kundengruppen passen.
  4. Kommunizieren Sie das erweiterte Angebot aktiv: Integrieren Sie die neuen Möglichkeiten in Ihre Vertriebs- und Marketingmaterialien – sowohl online als auch in der direkten Ansprache von Bestandskunden.
  5. Evaluieren Sie regelmäßig: Dokumentieren Sie Teilnehmerzahlen, Kundenfeedback und Umsatzentwicklung über mindestens zwei Jahre, um die Wirksamkeit der Strategie messbar zu machen und Anpassungen vorzunehmen.
Privat
Finanzen und Controlling

GKV-Reform ab 2027: Was auf Betriebe im Gastgewerbe als Arbeitgeber zukommt

Steigende Minijob-Beiträge, eine angehobene Bemessungsgrenze und ein neuer Ehegatten-Zuschlag: Die Krankenkassenreform wird meist aus Sicht der Versicherten diskutiert – doch für Hoteliers und Gastronomen entscheidet sie ab 2027 direkt über das Personalbudget. Warum trifft ausgerechnet das Gastgewerbe die Reform härter als fast jede andere Branche, und welche Zahlen sollten Betriebe kennen, bevor das Jahresbudget steht?

Google DeepMind, Unsplash
ESG Reporting und CSRD Standards

Neues RAL-Gütezeichen: So soll nachhaltige Gastronomie messbar werden

Ein neues RAL-Gütezeichen soll nachhaltiges Wirtschaften in gastronomischen Betrieben anhand einheitlicher Kriterien überprüfbar machen. Die Anforderungen reichen vom Einkauf und der Speiseplanung über Personal und Lebensmittelsicherheit bis zu Energieverbrauch und Abfallmanagement. Angesprochen sind Gemeinschaftsverpflegung, Catering sowie Individual- und Systemgastronomie.

Weitere Artikel zum Thema

Canva
Ein einziger technischer Check, knapp 20.000 Hotel-Websites – und ein Ergebnis, das die Branche aufhorchen lässt: Ausgerechnet die Häuser mit den meisten Sternen patzen am häufigsten. Was steckt hinter dem „Luxus-Paradox", und warum wird digitale[...]
Canva
Aerps.com, Unsplash
Immer mehr Reisende lassen sich Unterkünfte von ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Systemen empfehlen. Eine Untersuchung von 515 gehobenen Hotels im deutschsprachigen Raum zeigt: Privat geführte Einzelhäuser sind dort deutlich seltener sichtbar als Hotelketten und Mehrhausbetriebe.[...]
Aerps.com, Unsplash
Dawid Tkocz, Pexels
Landgasthöfe sind nicht nur Orte zum Essen. Sie bewahren regionale Küche, schaffen Begegnung und gehören für viele Menschen zur Lebensqualität auf dem Land. Zwei Umfragen von METRO zeigen, wie Gäste und Betriebe ihre Bedeutung einschätzen[...]
Dawid Tkocz, Pexels
刘 强, Unsplash
Eine gute Lage und eine bekannte Marke reichen bei Hotelinvestitionen zunehmend nicht mehr aus. Nach Einschätzung des Immobilienberaters Colliers prüfen Investoren genauer, wie leistungsfähig ein Hotelbetrieb tatsächlich ist. Bonität, digitale Prozesse, Kostenstrukturen und tragfähige Betreiberverträge[...]
刘 强, Unsplash
MICE Portal
Wer glaubt, Digitalisierung im Veranstaltungsmanagement beginne mit Künstlicher Intelligenz, denkt womöglich zu kurz. Rund 70 Fachleute aus Unternehmen, Hotellerie und Technologie fragten am Starnberger See, welche organisatorischen Weichen wirklich über den Erfolg entscheiden – und[...]
MICE Portal
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.