Suche

Zukunft ahoi: Wie Betriebe im Außer-Haus-Markt digitale Tools nutzen

Das Thema Digitalisierung ist in aller Munde. Aber wie sieht die Realität im Außer-Haus-Markt aus? Wie setzen kleine und große Betriebe das Thema konkret in der Praxis um? Dennis Grote, Geschäftsführer von yaya – World of Bowls und Torsten Petersen, Vorstand der Enchilada Gruppe, standen der INTERNORGA Rede und Antwort.

Pixaline, Pixabay; Dennis Grote; Enchilada Franchise AGPixaline, Pixabay; Dennis Grote; Enchilada Franchise AG

Für welche Strukturen und Prozesse nutzen Sie im eigenen Betrieb digitale Lösungen?

Dennis Grote: Unser Konzept ermöglicht es Gästen, Zeit und Geld zu sparen. Unser entwickelter yaya-bot kocht effizient und hält nachhaltig hohe Qualitätsstandards ein. Alle Zutaten werden maximal genutzt, wodurch die Lebensmittelverwertung ohne Verschwendung optimiert wird! Verfeinert werden die Bowls von unseren Mitarbeitenden. Der Faktor Mensch spielt also immer noch eine Rolle.

Ein großes dauerhaftes und langfristiges Problem in der Gastronomie ist die Personalnot. Gerade gut ausgebildetes Personal ist kaum noch zu finden. Der yaya-bot ermöglicht es, ein Konzept mit gleichbleibender Qualität zu betreiben, ohne von einzelnem Fachpersonal abhängig zu sein. Zudem verringert es die Personalkosten.

Partner aus dem HORECA Scout

Der Bestellvorgang ist komplett automatisiert und bargeldlos. Es entfallen dadurch Personalkosten im Bereich Service und ein Tagesabschluss ist auch nicht mehr nötig. Weiterhin ermöglicht der komplett digitale Bestellprozess die Auswertung jedes Gerichts und die Optimierung der Preise und der Speisekarte auf einer 100%igen Datengrundlage. Außerdem wird eine automatische Warenhaltung und Warenbestellung durch KI ermöglicht.

Torsten Petersen: Die Enchilada Gruppe legt seit Jahren großen Wert auf die Einbindung von digitalen Tools und Technologien, um Prozesse zu vereinfachen und Ressourcen effizient einzusetzen. Dieser Ansatz wurde seit der Corona-Krise nochmals intensiviert. Ein wesentlicher Treiber, die Digitalisierung zu forcieren war dabei sicherlich, eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit aufgrund der sich permanent wechselnden Vorgaben, Schließungen und Öffnungszeiten. Die föderale Struktur in Deutschland war für uns als bundesweit agierendes Unternehmen dabei während der Corona-Phasen eine besondere Herausforderung. Wir nutzen digitale Tools deshalb unter anderem im Bereich der Speisen- und Getränkekarten, in der Warenwirtschaft, der Personalplanung sowie allen betrieblichen Kennzahlen. Hier setzen wir auf eine Echtzeit-Zusammenführung aller verfügbaren Daten in unseren Restaurants, um zielgerichtet Maßnahmen für Marketing, Personalplanung und Specials umzusetzen.

Welche Vorteile bietet die Digitalisierung im Allgemeinen für Gastronominnen und Gastronomen? Welche Probleme können digitale Anwendungen lösen?

Torsten Petersen: Der größte Vorteil der Digitalisierung ist neben der höheren Effizienz von Standardprozessen die Verfügbarkeit von Daten. Echtzeitdaten und deren Auswertung ermöglichen uns, datenbasierte Entscheidungen zu treffen. In einem volatilen Umfeld mit Herausforderungen wie beispielsweise der noch nicht überstandenen Corona-Krise, der hohen Inflation und unkalkulierbaren Energiepreisentwicklungen ist eine schnelle Reaktionsfähigkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um alle unsere Betriebe und das gesamte Unternehmen gut durch diese Phase zu steuern.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceRechtsprechung und Urteile
GEMA passt TV-Tarif an: Rückerstattungen für Gastgewerbe möglich

Dennis Grote: Die Digitalisierung ermöglicht es Gastronomen, kosteneffizienter zu arbeiten. Sowohl im Bereich Lohnkosten als auch in Puncto Warenkosten sorgt eine gut durchdachte Digitalisierung für massive Kosteneinsparungen, und das ohne Nachteile auf Seiten des Gästeerlebnisses.

Themen in diesem Artikel
DigitalisierungDigitalisierungGästefeedbackInternorga

Weiterhin wird durch komplette Digitalisierung der Gastronomie eine 360-Grad Ansicht über das Gästeverhalten ermöglicht, was in der klassischen Gastronomie bisher nicht möglich und nur den großen Tech-Konzernen vorbehalten war. Welche Produkte sind besonders beliebt? Zu welcher Tageszeit? Welchen Preis sind die Gäste bereit, dafür zu zahlen? Was hat die Gestaltung und die textliche Beschreibung meines Produktes auf der Speisekarte für Auswirkungen auf das Gästeverhalten? Werden diese Daten effektiv genutzt, sind nicht nur zufriedene Gäste das Ergebnis, sondern auch ein höherer Pro-Kopf-Umsatz.

Was raten Sie Gastronominnen und Gastronomen, die das Thema Digitalisierung im eigenen Betrieb vorantreiben möchten?

Dennis Grote: Keine Angst vor negativem Gästefeedback! Wir hatten bspw. große Angst, dass die bargeldlose Zahlung auf Widerstand stößt. Dies war absolut nicht der Fall. Wenn man sich entscheidet, zu digitalisieren, dann sollte man dies konsequent durchziehen. Wenn Gäste die Möglichkeit haben, zwischen QR Code und klassischer Speisekarte zu entscheiden, werden sie sich meistens aus Gewohnheit auf die klassische Karte besinnen. Schnell wird da angenommen, dass das mit den QR Codes nicht funktioniert.

Jetzt ist die Zeit, über neue Konzepte nachzudenken. Die Gastronomie befindet sich in einem nie dagewesenen Umbruch. Gerade hier in Deutschland halten wir uns noch an klassischen liebgewonnenen Mustern fest, aber der Kostendruck und das fehlende Personal werden uns früher oder später in die Digitalisierung drängen. Deshalb lieber jetzt anfangen und Vorreiter sein, als diesen wichtigen Trend zu verschlafen.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketing
Social GEO: Schon wieder nur ein neues Buzzword oder doch entscheidend für eine gute KI-Sichtbarkeit von Hotels?

Doch jeder muss überlegen, was wichtig ist und was genau zum eigenen Konzept passt. Deshalb haben wir uns auch für einen „unauffälligen“, aber effizienten Roboter entschieden.

Torsten Petersen: Wir gehen grundsätzlich auch davon aus, dass Technologie und Automatisierung der ganzen Branche helfen werden, strukturellen Herausforderungen wie beispielsweise dem Fachkräftemangel zu begegnen. Von daher werden wir die Einbindung von Technologie weiter verstärken, natürlich immer nur dort, wo es sinnvoll und rational erscheint. Wichtig ist, dass wir als Branche bei allem technischen Fortschritt nie unsere Seele verlieren: Gastronomie lebt von dem direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Unter diesem Gesichtspunkt gibt es daher auch Grenzen beim Einsatz von Technologie.

Canva
Finanzen und Controlling

GEMA passt TV-Tarif an: Rückerstattungen für Gastgewerbe möglich

Die GEMA hat den Tarif für die öffentliche Wiedergabe von Fernsehsendungen (FS-Tarif) zum 1. Januar 2025 angepasst. Grundlage ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Die Änderung betrifft unmittelbar die Einstufung von Fernsehgeräten nach Bildschirmgröße und die Art der Berechnung der Vergütung. Für viele Betriebe kann dies zu geringeren laufenden Kosten und zu Rückerstattungen führen.

Online Birds
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Social GEO: Schon wieder nur ein neues Buzzword oder doch entscheidend für eine gute KI-Sichtbarkeit von Hotels?

Die Sichtbarkeit von Hotels verlagert sich zunehmend in KI-gestützte Such- und Empfehlungssysteme. Social GEO – die strategische Optimierung von Social-Media-Inhalten für KI-basierte Entscheidungsprozesse – wird dabei zum entscheidenden Faktor. Philipp Ingenillem, Branchenexperte und Gesellschafter von Online Birds, über die Bedeutung von Social GEO und eine kostenfreie Online-Session im Februar.

DEHOGA Bundesverband
Branche und Trends

DEHOGA launcht digitale Wissensplattform für Mitgliedsbetriebe

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) stellt seinen Mitgliedern ab sofort eine KI-gestützte Mobile App zur Verfügung. Die Anwendung konsolidiert erstmals das gesamte Verbandswissen in einem digitalen Werkzeug – von rechtlichen Grundlagen über betriebliche Checklisten bis zu regionalen Brancheninformationen. Statt mühsamer Recherche erhalten Gastronomen und Hoteliers durch Künstliche Intelligenz sofort aufbereitete Antworten aus verifizierten Quellen.

WWS Wirtz, Walter, Schmitz GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Finanzen und Controlling

Unternehmensverkauf im Gastgewerbe: Übergang in den Ruhestand als strategische und finanzielle Herausforderung

Der Verkauf eines Hotels oder gastronomischen Betriebs aus Altersgründen ist eine komplexe, strategisch anspruchsvolle Transaktion, die fundierte Vorbereitung, wirtschaftliches Augenmaß und Verhandlungsgeschick erfordert. Eine realistische Bewertung, eine frühzeitig durchgeführte Verkäufer-Due-Diligence sowie ein klar strukturiertes Verhandlungskonzept sind zentrale Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu einem fairen und tragfähigen Kaufpreis.

Thomas Wagner, Messe Stuttgart
Branche und Trends

INTERGASTRA 2026: Wie das Young Talents Camp der Branche neuen Schwung gibt

Der Fachkräftemangel trifft das Gastgewerbe härter als viele andere Branchen. Die INTERGASTRA 2026 setzt mit dem Young Talents Camp ein deutliches Zeichen: In Halle 7 entsteht ein Erlebnisraum, der jungen Menschen zeigt, welche Perspektiven Hotellerie und Gastronomie bieten – fernab von Hochglanzbroschüren, dafür mit echten Einblicken von Praktikern.

BRITA
Events und Messen

BRITA auf der INTERGASTRA 2026: Wie intelligente Wasserfiltration Betriebsabläufe vereinfacht

Der Wasserfilterspezialist BRITA nutzt die INTERGASTRA 2026 in Stuttgart für die Präsentation mehrerer Neuheiten aus dem Profi-Segment. Im Mittelpunkt stehen digitale Überwachungssysteme, die den Filterwechsel automatisieren, sowie spezialisierte Lösungen für Spülmaschinen und Dampfgargeräte. Messebesucher können sich von Live-Demonstrationen überzeugen und frisch zubereitete Kostproben genießen.

Weitere Artikel zum Thema

Online Birds
Die Sichtbarkeit von Hotels verlagert sich zunehmend in KI-gestützte Such- und Empfehlungssysteme. Social GEO – die strategische Optimierung von Social-Media-Inhalten für KI-basierte Entscheidungsprozesse – wird dabei zum entscheidenden Faktor. Philipp Ingenillem, Branchenexperte und Gesellschafter von[...]
Online Birds
DEHOGA Bundesverband
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) stellt seinen Mitgliedern ab sofort eine KI-gestützte Mobile App zur Verfügung. Die Anwendung konsolidiert erstmals das gesamte Verbandswissen in einem digitalen Werkzeug – von rechtlichen Grundlagen über betriebliche Checklisten[...]
DEHOGA Bundesverband
BRITA
Der Wasserfilterspezialist BRITA nutzt die INTERGASTRA 2026 in Stuttgart für die Präsentation mehrerer Neuheiten aus dem Profi-Segment. Im Mittelpunkt stehen digitale Überwachungssysteme, die den Filterwechsel automatisieren, sowie spezialisierte Lösungen für Spülmaschinen und Dampfgargeräte. Messebesucher können[...]
BRITA
HotelFriend AG
Das HotelFriend Property Management System (PMS) zentralisiert alle Hotelprozesse auf einer einzigen Plattform. Von der Rezeption und Reservierungen bis hin zu Housekeeping, Mitarbeiteraufgaben und Backoffice-Operationen optimiert das PMS Arbeitsabläufe, reduziert manuelle Tätigkeiten und liefert Echtzeit-Einblicke.[...]
HotelFriend AG
HotelFriend AG
Online-Reisebüros sind heute der wichtigste Vertriebskanal für Hotels – doch wer mehrere Plattformen parallel bedient, kennt das Problem: Preise manuell pflegen, Verfügbarkeiten abgleichen, Überbuchungen vermeiden. Ein Channel Manager automatisiert genau diese Prozesse und sorgt dafür,[...]
HotelFriend AG
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.