Suche
Anzeige

Zwei Drittel aller lokalen Dienstleister profitieren von Online-Bewertungen – doch ein Drittel berichtet von Problemen

  • Zwei Drittel der befragten Handwerksbetriebe und lokalen Dienstleister berichten von starkem Einfluss durch Online-Bewertungen auf ihre Neukundengewinnung – für 28 Prozent sind Reviews sogar ein zentraler Geschäftsfaktor.
  • Fast ein Drittel hat in den vergangenen zwölf Monaten problematische Bewertungen erlebt, neun Prozent berichten von spürbarem wirtschaftlichem Schaden durch Fake Reviews oder Review Bombing.
  • 71 Prozent der Betriebe reagieren aktiv auf negative oder fragwürdige Bewertungen durch öffentliche Antworten, Meldungen an Plattformen oder situative Kombinationen – Bewertungsmanagement wird zur strategischen Außenkommunikation.

TrustlocalTrustlocal

Online-Bewertungen haben sich für gastgewerbliche Betriebe und lokale Dienstleister längst zu einem relevanten Einflussfaktor auf die Auftragslage entwickelt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage auf dem Marktplatz Trustlocal unter 256 Betrieben und lokalen Dienstleistern.

Für die Mehrheit der befragten Betriebe sind Online-Bewertungen heute klar geschäftsrelevant: 66 Prozent geben an, dass Bewertungen einen starken oder sehr starken Einfluss auf neue Kunden, Aufträge oder Vertragsabschlüsse haben. Für knapp ein Drittel (28 Prozent) sind Reviews sogar ein zentraler Geschäftsfaktor. Auffallend: Nur rund elf Prozent messen Bewertungen eine geringe oder gar keine Bedeutung bei.

Doch es herrscht auch kritische Distanz. Zwar halten 56 Prozent der Befragten Reviews für „glaubwürdig" oder „eher glaubwürdig". Gleichzeitig beschreibt mehr als ein Drittel die Bewertungen als „gemischtes Bild" mit ähnlich vielen echten wie zweifelhaften Einträgen.

Partner aus dem HORECA Scout

Fake Reviews sind kein Randphänomen

Fast jeder dritte Betrieb berichtet, in den vergangenen zwölf Monaten problematische Bewertungen erlebt zu haben. Neun Prozent geben an, dass Fake Reviews, Review Bombing oder gekaufte Bewertungen spürbaren oder sogar erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursacht haben. Die Mehrheit blieb davon verschont, doch die Zahlen zeigen: Manipulationen sind kein theoretisches Problem, sondern Teil der digitalen Realität für lokale Anbieter.

„Bewertungen wirken heute über viele Kanäle hinweg – genau das macht sie für Betriebe oft schwer kontrollierbar und für Kunden schwer einzuordnen", sagt Saskia Krüger, Growth Lead bei Trustlocal Deutschland. „Deshalb verifizieren wir Bewertungen, indem wir sie auf Kundinnen und Kunden beschränken, die tatsächlich einen Auftrag erteilt haben. Das ist ein praktischer Schritt, um Fake-Aktivitäten zu reduzieren und sowohl Verbraucherinnen und Verbraucher als auch Anbieter zu schützen. Um Anbieter fairer vergleichbar zu machen, berücksichtigt unser Score zudem Bewertungen über mehrere Plattformen hinweg sowie Faktoren wie Erfahrung, Zertifizierungen und fachliche Qualifikationen", so Krüger weiter.

Wenn eine Bewertung negativ ist oder fragwürdig erscheint, ist der beste erste Schritt, sachlich zu bleiben und ruhig zu antworten.

Saskia Krüger

Die Mehrheit setzt auf Reaktion statt Ignoranz

Beim Umgang mit negativen oder fragwürdigen Bewertungen verfolgen die meisten Betriebe eine aktive Strategie. 71 Prozent reagieren entweder umgehend öffentlich, melden Bewertungen bei Plattformen oder kombinieren je nach Situation mehrere Maßnahmen. Nur sieben Prozent verzichten vollständig auf eine Reaktion. Bewertungen werden damit zunehmend als Teil der eigenen Außenkommunikation verstanden – nicht als beiläufiges Ärgernis.

Themen in diesem Artikel
Software und SystemeMarketingBewertungenBewertungsportalOnline MarketingOnline-Bewertungen

Saskia Krüger erklärt: „Wenn eine Bewertung negativ ist oder fragwürdig erscheint, ist der beste erste Schritt, sachlich zu bleiben und ruhig zu antworten. So sehen Kundinnen und Kunden, wie ein Betrieb mit Feedback umgeht. Gibt es klare Hinweise auf Manipulation oder Missbrauch, sollte der Eintrag der Plattform gemeldet werden", ergänzt Krüger.

Zur Datenbasis

Die interne Befragung wurde im November 2025 auf dem Marktplatz Trustlocal durchgeführt. Insgesamt nahmen 256 Handwerksbetriebe und lokale Dienstleister teil. Die Auswertung basiert auf vollständig abgeschlossenen Fragebögen.

Pavel Danilyuk, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und legt die nächste Stufe unterhalb der 100.000-Euro-Grenze bereits an. Beschlossen ist noch nichts, doch die Richtung ist erkennbar.

Markus Winkler, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Der Strohhalm als Prüffall: Was die neuen PFAS-Grenzwerte für die Gastronomie bedeuten

Seit dem 12. August gelten in der EU erstmals Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Zwei Monate später folgt ein zweiter Stichtag, der Papier und Karton im Lebensmittelkontakt direkt trifft. Für Gastronomiebetriebe wird damit ein Cent-Artikel zum Compliance-Thema. Und ausgerechnet die Alternative, auf die nach dem Plastikverbot fast alle umgestiegen sind, ist die am häufigsten belastete.

Markus Höfemann
Branche und Trends

Gastfreundschaft 2035 – Zehn Thesen von Niels Battenfeld zur Zukunft der Privathotellerie

Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt nicht auf Technologie, sondern auf das Gefühl, das bleibt: Wie sieht Gastfreundschaft im Jahr 2035 aus, wenn wirtschaftliche Effizienz und echte Begegnung zusammenspielen müssen?

Waldemar Brandt, Unsplash
Allgemeine Haustechnik

Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem und eine Aufstellung, die Gäste nicht durch Lärm oder Zugluft stört. Der Rest ist Betriebsführung.

Weitere Artikel zum Thema

Pavel Danilyuk, Pexels
Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und[...]
Pavel Danilyuk, Pexels
Arif Riyanto, Unsplash
Fünf bis sechs von 100 Beschäftigten in der Hotellerie fehlen täglich krankheitsbedingt – Tendenz über zehn Jahre klar steigend. Warum ausgerechnet psychische Belastungen zum wachsenden Problem werden und wo sich trotzdem ein Lichtblick zeigt.[...]
Arif Riyanto, Unsplash
Waldemar Brandt, Unsplash
Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem[...]
Waldemar Brandt, Unsplash
Erlenbacher
Kaffee und Kuchen gelten als solides Nachmittagsgeschäft – doch eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt: Das klassische Duo kann weit mehr. Warum entscheidet nicht der Preis, sondern die Auswahl über den nächsten Besuch? Und weshalb reagiert[...]
Erlenbacher
Emiliano Vittoriosi, Unsplash
Speisekartentexte aus ChatGPT, Hotelfotos aus Midjourney, Social-Media-Posts auf Knopfdruck: KI gehört im Gastgewerbe längst zum Alltag. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Acts. Die gute Nachricht vorweg:[...]
Emiliano Vittoriosi, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.