Suche
Anzeige

Löschen, melden, blockieren – so gehen Unternehmen mit Kritik auf Social-Media-Plattformen um

Social Media gilt bereits seit Jahren als ein entscheidender Faktor für Unternehmer, um Erfolg zu garantieren. Auch Betriebe aus der Gastronomie-Branche kommen schon lange nicht mehr an der vielversprechenden Nutzung von sozialen Netzwerken vorbei. Gleichzeitig bieten diese Plattformen auch Platz für Beschwerden und Fragen. Wie Gastronomen und Hoteliers hier strategisch vorgehen sollten, verrät Robert Klipp, CEO My Best Concept.

My Best Concept, Inka EnglischMy Best Concept, Inka Englisch

Somit können sich Konsumentinnen und Konsumenten jederzeit mit ihrer Kritik an die Social-Media-Verantwortlichen wenden. Problematische Anmerkungen aufzuarbeiten gilt für Zuständige als ein wichtiger Faktor, um die Kundenbindung zu ihrem Betrieb zu stärken. Erfahrungsberichte von anderen Usern fließen nämlich immer mehr in den Entscheidungsprozess von Kundinnen und Kunden mit ein. Aus diesem Grund sollten Brands auf einen guten Umgang mit allen eingehenden Resonanzen achten, um ein positives Image aufrechtzuerhalten und die Treue ihrer Käuferinnen und Käufer langfristig zu garantieren.

Rasch reagieren

Um die Zufriedenheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern sicherzustellen, sollten Zuständige sich darum bemühen, auf die Kommentare auf den Unternehmenskanälen einzugehen. Egal ob es sich hierbei um Kritik, Anregungen oder Fragen handelt – Käuferinnen und Käufer sollten immer eine Rückmeldung erhalten. Darauf achtet beispielsweise die Hotelkette Hilton. Auf der Plattform Instagram reagieren die Zuständigen auf den größten Teil der Beiträge ihrer Followerinnen und Follower mit passenden Antworten. Für eine optimale Interaktion kommt es im Besonderen auch darauf an, wann der Respons erfolgt. Wenn Gastronomieprofile verzögert auf Kommentare eingehen oder diese gar ignorieren, signalisieren sie ihren Kundinnen und Kunden, dass kein Interesse an der Aufklärung des Problems bestünde. Aus diesem Grund sollte die Antwort auch nicht mehr als einen Tag benötigen, denn so fühlen sich User ernst genommen. Gleichzeitig gilt es für Gastronomie-Inhaber eine transparente und vertrauenswürdige Präsenz auf Social Media aufzubauen, bei der der Kundenservice genauso eine Priorität darstellt wie offline. Verbesserungsvorschläge können Zuständige für Hotelier- und Gastronomieprofile im besten Fall sogar für die Zukunft nutzen, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu optimieren. 

Partner aus dem HORECA Scout

Blockieren und löschen? Nur mit Bedacht

Jedoch sollten Social-Media-Manager für Gaststättengewerbe stets eine goldene Regel befolgen: Kommentare nicht grundlos löschen und Nutzerinnen und Nutzer im Normalfall nicht blockieren. Stattdessen sollten extrem negative, nicht konstruktive Anmerkungen unkommentiert verbleiben – denn diese gehen in einer Flut an positiven Kommentaren meist unter. Dafür sollten Verantwortliche zunächst zwischen berechtigten und unberechtigten Aussagen differenzieren. So bewältigt auch das Unternehmensprofil von Starbucks die Kommunikation mit Usern. Zuständige lassen nachteilige, jedoch nicht hilfreiche Kritik stehen, antworten jedoch auf konstruktive Anmerkungen und bieten Hilfestellungen bei individuellen Problemen an. Überschreiten Aussagen jedoch Grenzen und zeichnen sich durch Beleidigungen gegen Privatpersonen oder durch rechtsbedenkliche Statements aus, sollten Unternehmen diese löschen. Plattformen, wie Facebook und auch X, bieten die Option an, diese Postings zumindest zu verbergen. Somit können zwar die Autoren und Autorinnen ihre Kommentare noch sehen, andere User jedoch nicht mehr. Auf diese Weise bleiben weitere Reaktionen aus und Zuständige kontrollieren den Diskurs. Dennoch gilt es zu beachten, dass diese Maßnahme eigentlich eine Zensur darstellt und nicht leichtfertig passieren sollte. Stattdessen stehen Manager der Unternehmenskanäle von Hotelanlagen und Restaurants in der Pflicht, Alternativen für den Umgang mit negativen Kommentaren zu finden.

Interaktion vorneweg

Soziale Netzwerke gelten als einer der größten Knotenpunkte für den Austausch unter den Teilnehmern. Nutzerinnen und Nutzer können in ständiger Kommunikation miteinander und auch mit Social-Media-Managern stehen. Internet-Nörgler, die durch ständige negative Verhaltensweisen auffallen, wie unbegründete Kritik abzugeben, sollten Gastronomen blockieren, wenn sie keinen anderen Ausweg sehen, um die Situation zu entschärfen. Andernfalls stellen Beschwerden eine Chance für Unternehmen dar. Hotelinhaber oder Wirte können mit der Optimierung ihres Produktes oder ihrer Dienstleistungen ihren Kundinnen und Kunden zeigen, dass sie ihre Vorschläge willkommen heißen. Weiterhin stellt die Interaktion mit Usern einen großen Einfluss für ein gutes Ansehen von Gastronomen dar – denn kritikfähige Unternehmen erhalten meist vielversprechende Bewertungen auf den gängigen Portalen und positive Kommentare auf ihren Social-Media-Kanälen. Hierfür gilt es auch die Initiative zu ergreifen, um aktiv die Kommunikation zu suchen und gleichzeitig Kundinnen und Kunden zu ermutigen ihre Meinung zu sagen. Somit können sie potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und größere Konflikte bereits im Voraus vermeiden. Soziale Netzwerke leben vom Austausch – Gastronomen, die dies nicht verinnerlichen, gefährden somit einen erfolgreichen Umgang mit negativer Kritik im Netz. 

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceSteuernSoftware und Systeme
Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Weitere Informationen

Themen in diesem Artikel
MarketingBeschwerdemanagement
Pavel Danilyuk, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und legt die nächste Stufe unterhalb der 100.000-Euro-Grenze bereits an. Beschlossen ist noch nichts, doch die Richtung ist erkennbar.

Markus Winkler, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Der Strohhalm als Prüffall: Was die neuen PFAS-Grenzwerte für die Gastronomie bedeuten

Seit dem 12. August gelten in der EU erstmals Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Zwei Monate später folgt ein zweiter Stichtag, der Papier und Karton im Lebensmittelkontakt direkt trifft. Für Gastronomiebetriebe wird damit ein Cent-Artikel zum Compliance-Thema. Und ausgerechnet die Alternative, auf die nach dem Plastikverbot fast alle umgestiegen sind, ist die am häufigsten belastete.

Markus Höfemann
Branche und Trends

Gastfreundschaft 2035 – Zehn Thesen von Niels Battenfeld zur Zukunft der Privathotellerie

Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt nicht auf Technologie, sondern auf das Gefühl, das bleibt: Wie sieht Gastfreundschaft im Jahr 2035 aus, wenn wirtschaftliche Effizienz und echte Begegnung zusammenspielen müssen?

Waldemar Brandt, Unsplash
Allgemeine Haustechnik

Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem und eine Aufstellung, die Gäste nicht durch Lärm oder Zugluft stört. Der Rest ist Betriebsführung.

Weitere Artikel zum Thema

Erlenbacher
Kaffee und Kuchen gelten als solides Nachmittagsgeschäft – doch eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt: Das klassische Duo kann weit mehr. Warum entscheidet nicht der Preis, sondern die Auswahl über den nächsten Besuch? Und weshalb reagiert[...]
Erlenbacher
DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung GmbH, Campaign Creators, Unsplash
Seit 1996 bieten die offiziellen Hotelsterne Gästen Orientierung und Hotels eine einheitliche Grundlage für die Positionierung. Zum 30-jährigen Bestehen richtet die Deutsche Hotelklassifizierung den Blick nach vorn: Die Sterne sollen künftig auch von KI-gestützten Such-[...]
DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung GmbH, Campaign Creators, Unsplash
Gemini, onlinebirds
Reisende fragen heute ChatGPT und Gemini nach dem passenden Hotel – doch viele Betriebe tauchen in diesen Empfehlungen gar nicht erst auf. Die erste Auswertung des AI Prompt Scores zeigt: Wer künftig von KI-Systemen empfohlen[...]
Gemini, onlinebirds
Canva
Ein einziger technischer Check, knapp 20.000 Hotel-Websites – und ein Ergebnis, das die Branche aufhorchen lässt: Ausgerechnet die Häuser mit den meisten Sternen patzen am häufigsten. Was steckt hinter dem „Luxus-Paradox", und warum wird digitale[...]
Canva
Aerps.com, Unsplash
Immer mehr Reisende lassen sich Unterkünfte von ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Systemen empfehlen. Eine Untersuchung von 515 gehobenen Hotels im deutschsprachigen Raum zeigt: Privat geführte Einzelhäuser sind dort deutlich seltener sichtbar als Hotelketten und Mehrhausbetriebe.[...]
Aerps.com, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.