Suche

Gastro WebReview 2024: Gäste werden kritischer

Die Auswertung der Online-Bewertungen von über 2.800 Restaurants zeigt ein klares Bild: Die Gäste sind zurück, sind aber auch kritischer geworden, vor allem, was den Service und das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. Verantwortlich dafür sind gestiegene Preise und Schwierigkeiten bei der Suche nach gut ausgebildetem Personal.

Farhad Ibrahimzade, UnsplashFarhad Ibrahimzade, Unsplash

Restaurants wurden im 2023 doppelt so oft bewertet im Vergleich zum Vorjahr und konnten so viele Gäste begrüßen, wie seit Corona nicht mehr.

Mehr Gäste heißt aber auch mehr Stress für den Service. Während Kritik beim Essen einen oder zwei Sterne Abzug gibt, führt Kritik im Service öfter zu einer 1-Sterne-Bewertung. So wurde der Service in deutschen Gaststätten letztes Jahr in über einem Drittel aller Kritiken erwähnt.

Auch wenn sich der Trend zur Polarisierung von Restaurantbewertungen fortsetzt, entweder 1 oder 5 Sterne, sind Gäste großmehrheitlich zufrieden. In 67.8 % aller Bewertungen haben sich deutsche Restaurants 5 Sterne verdient, nur 5.3 % der Gäste zeigten die rote Karte oder eben eine Bewertung mit einem Stern.

Partner aus dem HORECA Scout

Mit dem Preis steigt die Erwartungshaltung

Wie in vielen Branchen führten auch in der Gastronomie höhere Kosten zu Preisanpassungen. Diese wurden von Gästen zwar wenig kommentiert, aber die Erwartungshaltung steigt mit dem Preis.
Gäste beschwerten sich in 16.4 % aller Kritiken darüber, dass die Preise im Verhältnis zur gebotenen Service- und Essensqualität zu hoch seien.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Städten sind dabei markant. So bewerteten beispielsweise Gäste in Düsseldorf die Preis-Leistung lediglich mit 3.79 von 5 möglichen Sternen – im landesweiten Schnitt waren es immerhin 3.91. Auffällig, Einheimische bewerteten kritischer als Touristen.

Lesen Sie auch
DatenschutzGastro, Recht und GewerbeSteuernSoftware und Systeme
Wenn Daten plötzlich nicht mehr verfügbar sind: Das Cloud-Risiko in der Kassenprüfung

Hamburg und Dresden an der Spitze

Nach dem Sieg im Vorjahr müssen sich Hamburger Restaurants den Spitzenplatz dieses Jahr mit Dresden teilen. Denn in keiner anderen Stadt haben sich die Bewertungen so positiv entwickelt wie dort. Dresdner Restaurants konnten sich sogar Bestwerte in drei von fünf Kategorien sichern und liegen vorne beim Ambiente, der Preis-Leistung und bei der Infrastruktur.

Themen in diesem Artikel
ManagementOnline-Bewertungen

Restaurants in Hamburg überzeugten ihre Gäste vor allem mit dem Service und beim Essen. Dort mussten sich allerdings ganz knapp Berliner Restaurants geschlagen geben.

Mainz wird am schlechtesten bewertet 

Die Restaurantbewertungen in Mainz gingen so stark zurück, wie in keiner anderen Stadt. Entsprechend wurden Gaststätten dort im letzten Jahr am schlechtesten bewertet – vor allem der Service und die Preise standen in der Kritik.

Beim Essen hingegen waren Gäste in Bremen am kritischsten, sowohl Einheimische als auch Touristen. 

Lesen Sie auch
DatenschutzVersicherungen und RisikomanagementSoftware und Systeme
Aktuelle IHA-Warnung: Wenn die Bettwanzen-Beschwerde zur Phishing-Falle wird

Berlin und München mit den meisten Touristen

In München wurden knapp 40 % aller Bewertungen nicht auf Deutsch verfasst, in Berlin gar die Hälfte. Rekord. Während erwartungsgemäß viele Bewertungen auf Englisch geschrieben wurden, ließen chinesische Gästefeedbacks (noch) auf sich warten. Dafür gab es, vor allem in München, einen starken Anstieg von Bewertungen auf Arabisch.

Arabische Gäste kommentieren überdurchschnittlich oft die Sauberkeit in Restaurants und loben das Team. Sie schätzen an diesem, dass sie Tipps erhalten zum Essen, aber auch darüber hinaus, zum Beispiel zu Aktivitäten in der Region.

Link zur Studie

Privat
Finanzen und Controlling

GKV-Reform ab 2027: Was auf Betriebe im Gastgewerbe als Arbeitgeber zukommt

Steigende Minijob-Beiträge, eine angehobene Bemessungsgrenze und ein neuer Ehegatten-Zuschlag: Die Krankenkassenreform wird meist aus Sicht der Versicherten diskutiert – doch für Hoteliers und Gastronomen entscheidet sie ab 2027 direkt über das Personalbudget. Warum trifft ausgerechnet das Gastgewerbe die Reform härter als fast jede andere Branche, und welche Zahlen sollten Betriebe kennen, bevor das Jahresbudget steht?

Google DeepMind, Unsplash
ESG Reporting und CSRD Standards

Neues RAL-Gütezeichen: So soll nachhaltige Gastronomie messbar werden

Ein neues RAL-Gütezeichen soll nachhaltiges Wirtschaften in gastronomischen Betrieben anhand einheitlicher Kriterien überprüfbar machen. Die Anforderungen reichen vom Einkauf und der Speiseplanung über Personal und Lebensmittelsicherheit bis zu Energieverbrauch und Abfallmanagement. Angesprochen sind Gemeinschaftsverpflegung, Catering sowie Individual- und Systemgastronomie.

Weitere Artikel zum Thema

Canva
Ein einziger technischer Check, knapp 20.000 Hotel-Websites – und ein Ergebnis, das die Branche aufhorchen lässt: Ausgerechnet die Häuser mit den meisten Sternen patzen am häufigsten. Was steckt hinter dem „Luxus-Paradox", und warum wird digitale[...]
Canva
Privat
Steigende Minijob-Beiträge, eine angehobene Bemessungsgrenze und ein neuer Ehegatten-Zuschlag: Die Krankenkassenreform wird meist aus Sicht der Versicherten diskutiert – doch für Hoteliers und Gastronomen entscheidet sie ab 2027 direkt über das Personalbudget. Warum trifft ausgerechnet[...]
Privat
Aerps.com, Unsplash
Immer mehr Reisende lassen sich Unterkünfte von ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Systemen empfehlen. Eine Untersuchung von 515 gehobenen Hotels im deutschsprachigen Raum zeigt: Privat geführte Einzelhäuser sind dort deutlich seltener sichtbar als Hotelketten und Mehrhausbetriebe.[...]
Aerps.com, Unsplash
Dawid Tkocz, Pexels
Landgasthöfe sind nicht nur Orte zum Essen. Sie bewahren regionale Küche, schaffen Begegnung und gehören für viele Menschen zur Lebensqualität auf dem Land. Zwei Umfragen von METRO zeigen, wie Gäste und Betriebe ihre Bedeutung einschätzen[...]
Dawid Tkocz, Pexels
rawpixel.com
Beitragsfrei, flexibel, unkompliziert – so wirkt die kurzfristige Beschäftigung auf den ersten Blick. Doch schon ein einziger zu viel gearbeiteter Tag oder eine falsch eingestufte Aushilfe kann den Status rückwirkend kippen. Welche Kriterien wirklich zählen[...]
rawpixel.com
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.