Suche

Hotelsoftware-Anbieter erweitert Direktvertrieb über das Zimmer hinaus

  • DIRS21 erweitert sein Portfolio um zwei Module für MICE-Buchungen und Zusatzleistungen – digitaler Vertrieb wird damit auf alle Hotelressourcen ausgedehnt
  • Tagungsräume lassen sich künftig in Echtzeit online buchen statt per E-Mail anfragen – inklusive automatischer Kapazitätsberechnung und Zimmerkontingenten
  • Non-Logis-Leistungen wie Wellness, Parkplätze oder Gastronomie werden systematisch digitalisiert und über automatisiertes Upselling monetarisiert

DIRS21; FWStudio, PexelsDIRS21; FWStudio, Pexels

Vom Anfrageformular zur digitalen Buchungsstrecke

Bislang läuft der Verkauf von Tagungskapazitäten in vielen Häusern über individuelle Anfragen: Interessenten schicken E-Mails, das Verkaufsteam prüft Verfügbarkeiten manuell, erstellt Angebote in Excel und koordiniert Raumkonfigurationen in Einzelabsprachen. Mit DIRS21 Mice wandelt sich dieser Prozess zu einer digitalen Echtzeit-Buchungsstrecke.

Veranstalter wählen online Konferenzräume aus, definieren Zeitfenster und entscheiden sich für Bestuhlungsformen – ob Carré, Block oder U-Form. Das System passt die maximale Teilnehmerzahl automatisch an die gewählte Raumkonfiguration an. Verfügbarkeiten von Technik-Ausstattung oder Catering-Pauschalen werden unmittelbar im Buchungsablauf berücksichtigt.

Partner aus dem HORECA Scout

Besonders relevant für Betriebe: Benötigte Zimmerkontingente lassen sich per 1-Klick-Funktion direkt im gleichen Vorgang reservieren. Die Integration zwischen Tagungsbuchung und Zimmerreservierung erfolgt ohne Medienbruch.

Für Hotels ohne dedizierte Bankett- und Tagungsabteilung bedeutet das Modul einen Effizienzgewinn. Verkaufsteams können das Tool als Konfigurator nutzen, um Angebote schneller zu erstellen. Gleichzeitig werden zusätzliche Umsatzpotenziale durch Add-ons systematisch sichtbar gemacht.

Zusatzleistungen digital erschließen

Das zweite Modul adressiert einen Bereich, der in vielen Betrieben noch analog verwaltet wird: Leistungen jenseits der Übernachtung. DIRS21 Plus ermöglicht die digitale Vermarktung von Wellness-Anwendungen, Veranstaltungen, Gästeführungen, Wanderungen, Parkplätzen, E-Ladestationen oder Gastronomieangeboten.

Viele Lösungen verteilen Zimmer – wir denken Vertrieb weiter: von der Tagungsfläche über Spa und Gastronomie bis hin zu lokalen Angeboten, alles in einem integrierten Vertriebsökosystem.

David Heidelberg

Diese Services lassen sich unabhängig von einer Zimmerbuchung oder als Ergänzung dazu buchen. Die Steuerung erfolgt zentral über das DIRS21 Cockpit. Buchungen können auf Stunden- oder Tagesbasis erfolgen, ein grafischer Belegungsplan visualisiert sämtliche Auslastungen.

Themen in diesem Artikel
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketingRevenuemanagementBuchungssystemeMICEPMS

Automatisiertes Upselling macht Non-Logis-Leistungen gezielt sichtbar – etwa über Angebote auf der Buchungsbestätigungsseite oder in der Pre-Stay-Kommunikation. Damit wird ein Bereich erschlossen, der vielerorts noch mit Strichlisten oder Einzelabsprachen verwaltet wird.

„Viele Lösungen verteilen Zimmer – wir denken Vertrieb weiter: von der Tagungsfläche über Spa und Gastronomie bis hin zu lokalen Angeboten, alles in einem integrierten Vertriebsökosystem", erklärt David Heidelberg, CEO von DIRS21. „Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus machen wir jede Leistung und Ressource eines Hotels digital buchbar – klar geführt, skalierbar und ohne Umwege über Excel und E-Mail."

Offene Systemarchitektur statt Insellösung

Beide Module sind in ein offenes Vertriebsökosystem eingebettet. Über Standardschnittstellen werden Buchungsdaten an gängige Property-Management-Systeme übertragen. Geblockte Eventzimmer gelangen automatisiert ins PMS und werden bei Einzelabruf personalisiert.

Lesen Sie auch
Führung, Management und LeadershipKostenmanagement
Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

Falls systemseitig keine entsprechenden Schnittstellen vorhanden sind, fungiert das DIRS21 Cockpit als führendes Werkzeug für diese Reservierungsarten. Der Ansatz folgt einer klaren Strategie: keine geschlossene Insellösung, sondern ein integrierbarer Bestandteil des bestehenden Technologie-Stacks.

Direktvertrieb als ganzheitliches Wachstumsinstrument

Das langfristige Ziel des Wernauer Anbieters ist die ganzheitliche Automatisierung des Direktvertriebs über alle Erlösquellen hinweg. Standardisierte Veranstaltungen wie Workshops oder Seminare sollen künftig weitgehend digital abgewickelt werden, während sich Verkaufsteams auf komplexe Großveranstaltungen konzentrieren können.

Die Wertschöpfung pro Gast soll durch systematische Digitalisierung aller buchbaren Leistungen nachhaltig gesteigert werden. Non-Logis entwickelt sich in diesem Ansatz vom Nebenprodukt zu einem skalierbaren Umsatztreiber.

Fazit

Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus erweitert der Technologieanbieter seinen Ansatz von der reinen Zimmervermarktung hin zu einem umfassenden Vertriebssystem für alle Hotelressourcen. Die beiden auf der ITB Berlin vorgestellten Module transformieren manuelle Anfrageprozesse in strukturierte Online-Buchungsstrecken – sowohl für Tagungskapazitäten als auch für Zusatzleistungen.

Für Betriebe bedeutet diese Entwicklung die Möglichkeit, bislang analog verwaltete Bereiche digital zu erschließen. Automatische Kapazitätsberechnungen, integrierte Zimmerkontingentierung und systematisches Upselling machen Prozesse effizienter und Erlösquellen transparenter. Die offene Systemarchitektur ermöglicht die Integration in bestehende Technologie-Landschaften.

Ob sich der Ansatz in der Praxis durchsetzt, hängt davon ab, wie gut die Module in die Arbeitsabläufe der Betriebe integriert werden können und ob der Aufwand für die Implementierung in einem sinnvollen Verhältnis zum generierten Zusatzumsatz steht. Für Hotels ohne dedizierte MICE-Abteilung könnte die Lösung neue Vertriebsmöglichkeiten eröffnen – vorausgesetzt, die Systemanbindung funktioniert reibungslos.

Kemal Üres
Führung, Management und Leadership

Neue Folge „Kemal Rettet“: Wenn Leidenschaft nicht mehr reicht

70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen die Gefahr lauert – und warum Herzblut allein keine Miete zahlt.

DIRS21; FWStudio, Pexels
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Hotelsoftware-Anbieter erweitert Direktvertrieb über das Zimmer hinaus

Der Wernauer Technologieanbieter DIRS21 hat auf der ITB Berlin zwei neue Module vorgestellt, die Hotels helfen sollen, sämtliche Flächen und Services digital buchbar zu machen. Mit DIRS21 Mice und DIRS21 Plus werden Tagungsräume und Zusatzleistungen in strukturierte Online-Buchungsstrecken überführt – ein Ansatz, der klassische Anfrageprozesse per E-Mail und Excel ablösen soll.

Steuerberatungsgesellschaft Schnitzler & Partner
Finanzen und Controlling

Kauf einer Unternehmensimmobilie: Neue Chancen bei der Kaufpreisaufteilung

Die aktuelle Rechtsprechung erweitert den Spielraum bei der Bewertung von Grund und Boden und kann – richtig genutzt – zu höheren Abschreibungsvolumen führen. Eine professionelle Beratung zur Kaufpreisaufteilung kann bei größeren Immobilienerwerben erhebliche Steuervorteile erschließen. Zugleich sollte der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Effekt stehen.

Anfang.Team
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Digitalisierung in der Hotellerie: Welche 3 Tools jetzt zur Basis gehören

Buchungsmaschinen und Channel-Manager laufen – doch echten Mehrwert schaffen Hotels erst, wenn die Unternehmensführung digitale Prozesse aktiv steuert statt zu delegieren. Ohne strategische Preisgestaltung und koordinierte Kampagnenplanung verpufft selbst die beste Technologie. Welche Tools sich wirklich lohnen und warum KI-gestützte Kommunikation jetzt zum Pflichtprogramm gehört, erklärt Hotelmarketing-Berater Michael Anfang.

PelfWave
Gehalt, Benefits und Altersversorgung

Mitarbeiterbindung im Gastgewerbe: Wie Betriebe hohe Fluktuations- und Ausfallkosten vermeiden können

Personalausfall im Restaurant löst eine Kettenreaktion aus: Mehr Schichten für andere, höhere Belastung, neue Ausfälle. 44 Prozent Fluktuation und 40 Prozent unbesetzte Stellen zeigen – wer qualifiziertes Personal hält, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Doch Standardlösungen aus dem Beraterbüro greifen nicht. Die Branche braucht Partner, die ihre Logik verstehen und echte Bindungsinstrumente kennen.

www.kaboompics.com, Pexels
Recht und Compliance

Hotel-Fernsehen über Kabelanlage: Wann die GEMA-Lizenz genügt – und wann nicht

Viele Hotelbetreiber fragen sich: Reicht mein GEMA-Vertrag, um meinen Gästen ganz normales Fernsehen auf dem Zimmer anzubieten? Das OLG München hat diese Frage nun mit Ja beantwortet – jedenfalls dann, wenn das TV-Signal über eine hauseigene Kabelanlage weitergeleitet wird und der GEMA-Vertrag auch die Rechte der ZWF einschließt. Wer dagegen lediglich Fernseher mit Zimmerantenne aufstellt, braucht nach der Rechtsprechung des bisherigen gar keine Lizenz. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der BGH wird sich mit der Frage befassen.

Weitere Artikel zum Thema

Kemal Üres
70 Stunden in der Woche – für vier Euro netto. Kann ein Café überleben, wenn die Inhaberin alles gibt, aber die Zahlen gegen sie arbeiten? Kemal Üres zeigt in Braunschweig, wo selbst bei zufriedenen Gästen[...]
Kemal Üres
Anfang.Team
Buchungsmaschinen und Channel-Manager laufen – doch echten Mehrwert schaffen Hotels erst, wenn die Unternehmensführung digitale Prozesse aktiv steuert statt zu delegieren. Ohne strategische Preisgestaltung und koordinierte Kampagnenplanung verpufft selbst die beste Technologie. Welche Tools sich[...]
Anfang.Team
www.kaboompics.com, Pexels
Viele Hotelbetreiber fragen sich: Reicht mein GEMA-Vertrag, um meinen Gästen ganz normales Fernsehen auf dem Zimmer anzubieten? Das OLG München hat diese Frage nun mit Ja beantwortet – jedenfalls dann, wenn das TV-Signal über eine[...]
www.kaboompics.com, Pexels
LionTaste
Die Gastronomie erfindet sich neu – zwischen Ghost Kitchens und Creator-Events, zwischen Effizienz und Emotion. Lisa Marie Noack und Johannes Reichenbach von LionTaste zeigen, welche fünf Kräfte die Branche gerade radikal umformen. Ihre These: Wer[...]
LionTaste
S.Pellegrino
Die S.Pellegrino Young Chef Academy Competition geht in die siebte Runde. Bis 9. Juni 2026 können sich Köchinnen und Köche unter 30 Jahren für den weltweit ausgetragenen Wettbewerb bewerben. Neu in diesem Jahr: ein internationales[...]
S.Pellegrino
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.