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Buchungstrends im Gastgewerbe 2021

Das Buchungsverhalten im Bereich der inhabergeführten Hotels und der Ferienhotellerie weist in diesem Jahr durch die Pandemie im Verhältnis zum letzten Jahr große Unterschiede auf. Einige Trends sind sicherlich nur von kurzfristiger Natur. Aber andere können für viele Hoteliers auch langfristig eine große Chance bergen, meint Markus Becker von eviivo. Zudem gibt er Tipps für eine optimale Vorbereitung auf die Ankündigungen der Hotelöffnungen.
eviivo

Diese Buchungstrends können wir aktuell beobachten

So wurden im Januar 2021 im Schnitt 32  % weniger Buchungen getätigt als im Vorjahr

Es zeigt sich, dass Reisende aufgrund der aktuell unsicheren Situation und den Reisebeschränkungen mit den Buchungen für dieses Jahr warten. Normalerweise ist der Januar einer der buchungsstärksten Monate. Das verschiebt sich vermutlich auf den Zeitpunkt, an dem die Regierungen einen konkreten Öffnungsplan auch für den Tourismus präsentiert (siehe Buchungs-Boost in Großbritannien).

Ferienhäuser und kleinere Hotels gewinnen Beliebtheit

Es zeigt sich, dass speziell Ferienwohnungen und –Häuser (-19 %) einen deutlich geringeren Rückgang an Buchungen haben als z.B. Hotels (-45 %). Dies lässt sich mit der Wohnsituation herleiten, da in Häuern/Apartments zum einen mehr Platz für eine ganze Familie gibt und es zum anderen es leichter ist, den Kontakt mit anderen Menschen zu meiden.

26% längere Aufenthalte bei gebuchten Reisen im Sommer.

Reisende buchen aktuell längere Aufenthalte für den Sommer. Urlaubstage und Reisebudget wurden im ersten Quartal nicht genutzt und werden nun für den Sommer verwendet. Dieser Trend passt sehr gut zu der wachsenden Beliebtheit von Ferienhäusern.

Ein weiterer Trend ist bei den Direktbuchungen vorzufinden

Hier stieg der Anteil der Direktbuchungen um bis zu 42 %. Dieser signifikante Anstieg birgt zum einen riesige Chancen für Hoteliers und Gastgeber, verlangt von ihnen aber auch, sich auf ein verändertes Buchungsverhalten einzustellen. Mehr dazu unten.

Buchungs-Boost nach Öffnungsplan für die Hotellerie und das Gastgewerbe

In Großbritannien sind bereits am Tag der Verkündung eines Öffnungsplans die Zahl der Buchungen um fast 300 % gestiegen. Am Tag danach sogar um über 370%. Darauf müssen Hoteliers unbedingt vorbereitet sein, damit sie dann das Bestmögliche für die eigene Unterkunft herausholen.

Warum steigen die Direktbuchungen und wie können Gastgeber und Hoteliers diese Chance für sich nutzen?

Reisende möchten sich besser absichern und mehr Informationen erhalten

Reisende wollen sich direkt bei der Unterkunft absichern, welche Maßnahmen ergriffen wurden, welche Stornierungsbedingungen gelten und wie z.B. das Frühstück serviert wird. Dieser direkte Kontakt mit dem Gastgeber scheint für viele sicherer und verlässlicher zu sein und so besuchen sie zu einem deutlich größeren Ausmaß auch deren Hoteleigene Webseiten.

Zudem suchen Reisende gezielt nach Informationen über die Umgebung, die geltenden Richtlinien und Attraktionen. Aufgrund der nicht immer vorhersehender Lage, gilt die Unterkunft als guter Ansprechpartner, um diese Informationen lokal zu bekommen. Stellen Sie also sicher, dass all diese Informationen auf Ihrer Website gut sichtbar und aktuell sind. So geben Sie potenziellen Gästen ein gutes Gefühl zur Sicherheit und einen Grund, direkt bei Ihnen zu buchen. Machen Sie sich bewusst, dass Reisende vermehrt kleine und inhabergeführte Unterkünfte suchen, um eine sichere Reise ohne viel Kontakt zu anderen Urlaubern zu haben. Stellen Sie also deutlich heraus, wie Sie genau diese Bedürfnisse treffen.

Was macht Direktbuchungen so attraktiv?

Neben dem offensichtlichen Grund der Einsparung einer Provisionen, gibt noch weitere Vorteile bei Direktbuchungen die man als Hoteliers bedenken sollte:

1.Mehr Umsatz
Auf der eigenen Website ist es deutlich leichter Pakete, Zusatzleistungen oder Upgrades zu verkaufen. Dies führt dazu, dass der Umsatz pro Nacht bei Direktbuchungen auf der eigenen Website im Schnitt 16 % höher ist als bei Buchungen über Reiseportale.

2.Längere Aufenthalte
Daten zeigen, dass der durchschnittliche Aufenthalt bei Direktbuchungen im Schnitt 28% länger ist. Viele Gäste neigen dazu, Reisen ab drei Übernachtungen vermehrt direkt bei der Unterkunft zu buchen.

3.Wenige Stornierungen
Der Anteil der stornierten Buchungen beträgt bei Direktbuchungen nur einen Bruchteil dessen, was bei Reiseportalen storniert wird. Für Gastgeber und Hoteliers bringt dies (in normalen Jahren) eine deutlich größere Planungssicherheit mit sich.

Was kann/muss ein Hotel jetzt machen, um mehr Direktbuchungen zu generieren?

Vorteile und Informationen deutlich anbieten

Die Corona-Krise hat bei vielen Reisenden das Bewusstsein gestärkt, dass Direktbuchungen auch für sie viele Vorteile haben, da sie häufig etwas bessere Angebote, flexiblere Richtlinien oder Zusatzleistungen bekommen. Diese Vorteile müssen natürlich gut sichtbar und klar für Besucher präsentiert werden, z.B. durch eigene Seiten oder klare Call-to-Actions. War der Trend zu Online Buchungen schon seit Jahren auf dem Vormarsch, so wurde er durch diese Krise noch weiter verstärkt.

Gundlegendes auf der eigenen Website unbedingt beachten

Es gibt immer noch unglaublich viele Unterkünfte, deren eigene Webseite bei Weitem nicht den aktuellen Anforderungen entsprechen. Viele jedoch hinken den Ansprüchen der Gäste weiter meilenweit hinterher. Hier sind nochmal die wichtigsten Punkte auf die Gastgeber achten sollten:

Mobil-optimierte Website

Der Anteil an Buchungen über das Smartphone steigt stetig, weshalb Webseiten unbedingt mobil-optimiert sein müssen, damit Gäste dort buchen und nicht wieder abspringen.

Gute Bilder und Beschreibungen

Professionelle Fotos und ansprechende Texte können bis zu 30% mehr Online Buchungen bringen. Zudem sind Gäste bereit, bis zu 32€ mehr für das selbe Zimmer zu zahlen, wenn dies mit hochwertigen Bildern präsentiert wird.

Best-Preis-Garantie und Extras anbieten

Schaffen Sie Anreize damit die Besucher Ihrer Website direkt bei Ihnen buchen. Das können günstigere Preise sein aber auch kostenlose Extras, flexiblere Raten oder andere Goodies.

Eine ansprechendes Buchungserlebnis

Einer der Gründe, warum OTA’s so gut funktionieren ist das Erlebnis und die Einfachheit einer Buchung. Wenige und klare Schritte, ein gutes Design und Sicherheit bei der Zahlung. All das sollte Ihre Buchungsmaschine bieten, damit Gäste dieses Erlebnis auch auf Ihrer Seite haben.

Der persönliche Touch

Gäste individueller und inhabergeführter Unterkünfte suchen gezielt nach dem persönlichen Kontakt und dem Charme eines kleineren Hauses. Stellen Sie daher unbedingt auch sich selber vor und zeigen Sie, warum Gäste sich bei Ihnen besonders wohl fühlen.

Vorbereiten auf die Ankündigungen der Hotelöffnungen (Daten England)

Es ist davon auszugehen, dass die aktuelle Zurückhaltung was Buchungen für den Sommer angeht, ähnlich wie wir es in Großbritannien beobachten konnten, schnell verflogen ist, sobald die Regierung einen konkreten Plan für die Öffnung der Hotellerie präsentiert.

Allein die Ankündigung durch Boris Johnson, ab wann Tourismus wieder möglich sein wird, hat die Buchungszahlen explodieren lassen. So konnte man am Tag vor der Verkündung und an den darauf folgenden Tagen folgendes beobachten:

  • Am Tag der Ankündigung einen Anstieg des Buchungslevels von fast 300% gegenüber den Tagen vorher.
  • Interessant ist auch, dass bereits am Tag VOR der Ankündigung die Zahlen um über 20% gestiegen sind.
  • Am Tag nach der Ankündigung lag die Buchungslage über 370% über dem Niveau der Tage vor der Ankündigung.
  • In den darauffolgenden Tagen pendelte sich das Niveau bei im Schnitt 250% ein.

Diese Beobachtung ist ein klares Indiz dafür, dass sich die Zahlen in Deutschland ähnlich verhalten werden. Je nach Ankündigung kann sich dies bereits auf die Osterfeiertage beziehen. Bereits im vergangenen Jahr haben einige Regionen einen wahren Boom erlebt. Wichtig ist es nun, alle Maßnahmen bereits im Vorfeld zu ergreifen. Dazu zählen:

  • Aktualisierung der Preispläne, Stornierungsrichtlinien und Mindestaufenthalte
  • Präsenz auf allen wichtigen Online Reiseportalen
  • Eine Anpassung oder Überarbeitung der eigenen Website, um Direktbuchungen zu ermöglichen
  • Verfügbarkeit und Besetzung des Telefons oder der Rezeption, um auf Fragen, Anfragen und Buchungen kurzfristig reagieren zu können.

Fazit

Die Pandemie hat die Tourismus-Branche wie kaum eine andere Branche getroffen und dabei nicht nur die Betriebe verändert, sondern eben auch das Verhalten der Zielgruppen und Gäste. Daher besteht für Hoteliers und Gastgeber die außergewöhnliche Herausforderung mit der Pandemie und den direkten Auswirkungen fertig zu werden und gleichzeitig die veränderten Anforderungen der Gäste nicht aus den Augen zu verlieren und sich denen anzupassen. Denn wie die Zahlen oben zeigen, bringt diese Situation auch einige Chancen mit sich, die es zu nutzen gilt.

 

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