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Der Hamburger „Gastroflüsterer“ Kemal Üres zur Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie und was sich noch ändern muss

Die Gastronomiebranche atmet auf: Am 9. April 2025 wurde in den Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 % auf 7 % vereinbart. Diese Regelung soll ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten. Dieser politische Durchbruch ist maßgeblich dem unermüdlichen Einsatz von Kemal Üres, dem als „Gastroflüsterer“ bekannten Hamburger Unternehmer, Gastronom und Social-Media-Creator, zu verdanken.​

Kemal ÜresKemal Üres

Der Gastronom mit türkischen Wurzeln, der sich aus ganz kleinen Verhältnissen hochgearbeitet hat, weiß sehr genau um die Probleme seiner Branche und fordert ein Umdenken: „Ich weiß, was für die Gastronomen auf dem Spiel steht. Die Rückkehr zur 19 % Mehrwertsteuer war für viele der Todesstoß. Ich bin entschlossen, auch für weitere Erleichterungen zu kämpfen, egal wie aussichtslos es anfangs scheint. Umso wichtiger ist jetzt dieser Vorstoß der Politik. Doch es braucht noch mehr Maßnahmen, um die drohende Pleitewelle in der Gastronomie abzuwenden.“

Als Gründer der „Gastro Business School“ weiß er um die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Gastronomie, die mit über 2 Millionen Beschäftigten der zweitgrößte private Arbeitgeber in Deutschland ist und mit 11 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. „Vor allem für kleinere Betriebe sieht es vielfach nicht rosig aus: Inflation, hohe Preise für Lebensmittel, steigende Energiekosten und Mieten, dazu Fachpersonalmangel und hohe Lohnkosten bringen viele Gastronomen in Existenznot. Tausende Restaurants, Cafés, Bistros, Bars und Kneipen mussten schließen, fast jedem fünften Betrieb droht das Aus. Eine Katastrophe nicht nur für die Betreiber, sondern auch für die Gäste. Denn damit werden auch Geselligkeit, kulturelle Vielfalt und Austausch immer weniger. Denn die Gastronomie stellt flächendeckend, ob in der Stadt oder auf dem Land, einen unverzichtbaren Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens dar.“

Doch was muss getan werden, um die drohenden Schließungen abzuwenden? „Hier ist auch weiterhin die Politik gefordert, denn die bürokratischen Hürden lähmen viele Gastronomen. Auch muss der Berufsstand wieder attraktiver gemacht werden. Dazu gehören auch schnelle finanzielle Hilfen, Gründungskredite und ein strengeres Vorgehen von staatlicher Seite, wenn Mieten explodieren und Pachten somit unbezahlbar werden.“

Seit vielen Jahren engagiert sich Üres mit vielfältigen Aktionen für das Überleben der Gastronomie. Gemeinsam mit dem DEHOGA als Interessenvertreter des Gastgewerbes startete er eine reichweitenstarke Social-Media-Kampagne, bevor er mit der Initiative „Rettet die Vielfalt“ neue Wege ging. Er gründete die Instagram-Seite @gastro.vereint, mobilisierte Influencer und organisierte im November 2023 eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor, unterstützt von prominenten Gastronomen und Unternehmen wie Lieferando und Metro.

2024 engagierte sich Üres als Teil der Kampagne #HerzUnsererGesellschaft und sorgte im Februar 2025 als Mitinitiator des symbolträchtigen Flashmobs „Wir zeigen Jacke“ auf der „Essenz“-Messe in Berlin für eine enorme mediale Aufmerksamkeit. Mehr als 3000 Vertreter der Gastronomie zeigten mit ihren Kochjacken Präsenz und spendeten für den gemeinnützigen Zweck: Es geht um Vielfalt, Respekt und eine sichere Zukunft für Deutschlands Gastronomen, um Aufmerksamkeit und Zusammenhalt.

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