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Gastgewerbe als Lichtblick im Mittelstand: Umsätze legen um 7,1 Prozent zu

  • Das Gastgewerbe verzeichnet im April mit 7,1 Prozent den stärksten Umsatzzuwachs im deutschen Mittelstand, allerdings relativiert sich dieser Effekt durch einen schwachen Vorjahresmonat und die aktuelle Mehrwertsteuersenkung.
  • Die Löhne im Mittelstand steigen mit 4,9 Prozent deutlich über der allgemeinen Preisentwicklung, im Gastgewerbe sogar um 6,6 Prozent, während die Beschäftigung insgesamt leicht rückläufig ist.
  • Trotz positiver Signale aus einzelnen Bereichen fehlt es für eine echte wirtschaftliche Trendwende an branchenübergreifender Dynamik – die Wirtschaft verharrt in einer Seitwärtsbewegung.

Daniel, UnsplashDaniel, Unsplash

Im deutschen Mittelstand setzt sich die Umsatzstabilisierung im April fort – das belegen die Zahlen des aktuellen DATEV Mittelstandsindex. Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex erreicht 98,4 Punkte. Damit liegt er zwar 0,2 Prozent unter dem Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich aber ein nominales Plus von 1,2 Prozent. Gleichzeitig steigen Löhne und Gehälter weiter, die Beschäftigung ist leicht rückläufig. Die moderate Umsatzbelebung wird vor allem von einzelnen Bereichen getragen. Mit einem Plus von 7,1 Prozent weist das Gastgewerbe den stärksten Umsatzzuwachs auf.

„Die nominalen Umsatzzuwächse im Mittelstand sind kein Signal für eine breite Erholung; die Wirtschaft verharrt in einer Seitwärtsbewegung", sagt Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der DATEV eG. „Zwar ist das Gastgewerbe seit Jahresbeginn erstmals ein Lichtblick, doch dieser Effekt relativiert sich angesichts der schwachen Vorjahresbasis." Sein Fazit: „Für eine echte Trendwende fehlt es weiterhin an branchenübergreifender Dynamik."

Bei der Betrachtung der Umsätze im Gastgewerbe sind Sondereffekte zu berücksichtigen: Ein schwacher Vorjahresmonat sowie die derzeit geltende Mehrwertsteuersenkung wirken hier stützend. Den deutlichsten Umsatzrückgang verzeichnet im April das Baugewerbe mit minus 6,1 Prozent. Unterschiede zeigen sich zudem zwischen Unternehmensgrößen: Kleine Unternehmen steigern ihre Umsätze um 3,1 Prozent, während Kleinstunternehmen weiterhin unter Vorjahresniveau liegen.

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Löhne nach wie vor in der Aufwärtsbewegung

Der Lohnindex steigt saison- und kalenderbereinigt auf 124,8 Punkte. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Plus von 4,9 Prozent. Damit entwickeln sich die Löhne weiterhin deutlich oberhalb der allgemeinen Preisentwicklung. Besonders stark steigen sie im Gastgewerbe (+6,6 %). Regional verzeichnet Berlin mit +6,1 Prozent den höchsten Zuwachs.

Die Beschäftigungsentwicklung bleibt dagegen verhalten. Der saison- und kalenderbereinigte Beschäftigungsindex sinkt im Vorjahresvergleich um 0,2 Prozent. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen ist ein Beschäftigungsabbau zu beobachten. Mittlere Unternehmen verzeichnen mit minus 0,9 Prozent den stärksten Rückgang, während Kleinstunternehmen in geringem Maß sogar Personal aufbauen (+0,7 %). Auch bei der Beschäftigung zeigen sich regionale Unterschiede: Sachsen-Anhalt weist mit minus 1,8 Prozent den stärksten Rückgang auf. Schleswig-Holstein und Hessen liegen leicht über Vorjahresniveau.

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Über den DATEV Mittelstandsindex

Themen in diesem Artikel
Finanzen und ControllingBranche und TrendsGehalt, Benefits und AltersversorgungLohnStudie

Der DATEV Mittelstandsindex bietet einen datenbasierten Blick auf die konjunkturelle Lage der Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland. Seine Auswertungen werden seit September 2024 monatlich von DATEV zusammen mit einem ausführlicheren Bericht veröffentlicht.

Diese makroökonomische Analyse basiert auf Daten, die in DATEV-Lösungen von DATEV-Mitgliedern (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte) für ihre Mandanten (i.d.R. Unternehmen) erstellt und verarbeitet werden. Für die Erstellung der Auswertungen werden diese anonymisiert und aggregiert, um höchste Standards im Datenschutz und der Informationssicherheit einzuhalten.
Die drei Kernbereiche des DATEV Mittelstandsindex sind Umsätze, Löhne und Beschäftigungsdaten. Die Daten für den Umsatzindex stammen aus den Umsatzsteuervoranmeldungen (UStVA) von über einer Million Unternehmen. Die Daten für die Indizes zu Beschäftigung und Lohn stammen aus den Lohn- und Gehaltsabrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Weitere Details zu den Analysemethoden und aktuellen Verfeinerungen der Auswertungsgrundlagen sind im Methodenbericht erläutert.

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