Suche

Jedes fünfte Top-Hotel verschenkt Upselling-Potenzial

Wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Kosten und Fachkräftemangel: Hoteliers sind heute mehr denn je gefordert, ihre Vertriebsstrategie so effektiv wie möglich zu gestalten. Dennoch bietet mehr als jedes fünfte der „101 Besten Hotels Deutschlands“ seinen Gästen keine Buchung von Zusatzleistungen an. So können Hotels verschenktes Potenzial nutzen.

Bruno Maceiras, PexelsBruno Maceiras, Pexels

Bei der Hotelsuche können 13 Prozent der potenziellen Gäste die Verfügbarkeit freier Zimmer nicht direkt über Google prüfen. Damit verpassen einige der besten Hoteliers die Chance, die Such- und Buchungsphase der Gäste zu verknüpfen und lassen Upselling-Potenziale ungenutzt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Cloud-Plattform-Anbieters Guestline. Ein Hotel online zu buchen, ist längst zum Standard geworden. Dies bestätigt auch die Guestline-Analyse: Fast alle (99 Prozent) der untersuchten Hotels bieten eine direkt auf der Startseite sichtbare Online-Buchungsmöglichkeit an. Trotzdem bucht mehr als ein Drittel der Deutschen nicht direkt über die Website eines Hotels. Maßnahmen zur Steigerung der Direktbuchungen sind daher ein wesentlicher Bestandteil einer effektiven Vertriebsstrategie.

Google-Buchungslinks als wichtiger Kanal für Direktbuchungen

„Wer einmal über eine OTA-Plattform gebucht hat, wird es beim nächsten Mal möglicherweise wieder tun – deshalb ist es wichtig, dass Hoteliers ihre Gäste zum direkten Buchungsweg animieren“, sagt Stefan Schlachter, European Sales Director bei Guestline. „Die kostenlosen Buchungslinks von Google sind eine gute Möglichkeit, Reisende auf die Direktbuchungsoption aufmerksam zu machen. So machen Hoteliers die Reisenden wirklich zu ihren Gästen – und nicht zu denen der OTAs.“

Partner aus dem HORECA Scout

Mit den Google Direct Booking Links können Gäste im Suchprozess über den entsprechenden Link direkt auf die Buchungsmaschine des Hotels gelangen und die Buchung abschließen. Die Funktion verbindet somit die Such- und Buchungsphase der Gäste. Obwohl die Buchungslinks kostenlos sind und den Direktvertrieb fördern, zeigt die Analyse von Guestline, dass nur 87 Prozent der Top-Hotels in Deutschland diese Möglichkeit nutzen.

„Möglicherweise nutzen nicht alle von uns untersuchten Hotels die Buchungslinks, weil sie mit der Aktualisierung der Daten überfordert sind“, kommentiert Schlachter die Ergebnisse der Analyse. „Dabei ist genau das entscheidend, um den Anteil der Direktbuchungen zu erhöhen. Die Übereinstimmung der Preise bei Google und auf der Hotelwebsite ist einer der Schlüsselparameter für den Algorithmus, wenn es um die Platzierung der Buchungslinks geht. Der Einsatz einer zentralen Plattform, die die Buchungsmaschine mit dem Property Management System (PMS) verbindet und gleichzeitig mit Google verknüpft ist, ist daher unerlässlich, um mehr Gäste auf die Website zu lenken und somit die Direkteinnahmen zu steigern.“

Mehr als vier Klicks bis zur BuchungEine Verknüpfung des PMS mit der Buchungsmaschine ist nicht nur hilfreich, um die Preise nahtlos mit den Google-Buchungslinks zu synchronisieren, sondern unterstützt Hoteliers auch dabei, eine Verfügbarkeitsprüfung der Zimmer in Echtzeit zu gewährleisten. So wird das Risiko einer ungewollten Überbuchung oder falscher Preise vermieden.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileRecruiting und Fachkräftemangel
Kununu-Fall rechtskräftig: Was Arbeitgeber bei anonymen Bewertungen verlangen können

14 Prozent der untersuchten Hotels bieten ihren potenziellen Gästen keine Möglichkeit, die Verfügbarkeit freier Zimmer unmittelbar auf der Startseite zu prüfen. Auf den Webseiten dieser Hotels müssen die Gäste zunächst mindestens einen Klick ausführen, um Reisedetails wie Personenanzahl und Reisezeitraum eingeben und anschließend die Verfügbarkeit prüfen zu können. Im Durchschnitt benötigen die Gäste 4,36 Klicks, um zur Zimmerauswahl zu gelangen.

Ungenutztes Upselling-PotenzialWenn die Möglichkeit besteht, Zusatzoptionen zu buchen, bezeichnen Hoteliers diese als „Extras“ (30 Prozent) oder „Zusatzleistungen/Angebote/Services“ (25 Prozent). Wie die Guestline-Analyse zeigt, bietet jedoch mehr als jedes fünfte Hotel (22 Prozent) keine direkt im Buchungsprozess auswählbaren Zusatzleistungen an.

Themen in diesem Artikel
ManagementHotel

„Maßgeschneiderte und automatisierte Upsell-Angebote auf Basis von Hotelgastdaten erhöhen den Wert jeder Buchung“, so Schlachter. „Deshalb ist es erstaunlich, dass so viele der besten Hotels in Deutschland im Online-Buchungsprozess auf diese zusätzliche Einnahmequelle verzichten. Solche Angebote für Zimmer, aber auch für Dienstleistungen und Aktivitäten bereits vor der Anreise, tragen dazu bei, zusätzliche Umsätze zu generieren und gleichzeitig das Gästeerlebnis zu bereichern – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“

Über die Analyse

Für die Auswertung analysierte Guestline die Websites und Online-Buchungsprozesse der 97 Hotels, die zum Stichtag 31. Mai 2023 Teil des Hotelrankings „101 Beste Hotels Deutschlands“ waren. Das Ranking wird vom Institute for Service and Leadership Excellence und fünf Partnern herausgegeben und gilt als das relevanteste Hotelranking in Deutschland.

Im Rahmen der Analyse untersuchte Guestline, Anbieter cloudbasierter Hospitality-Softwarelösungen, wie Gäste zum Online-Buchungsprozess gelangen, wie der Buchungsprozess aus Gästesicht gestaltet ist und welche Zusatzleistungen die Hotels ihren Gästen bieten.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceArbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungManagement
Saisonarbeit im Gastgewerbe: Die rechtlichen Fallstricke bei kurzfristiger Beschäftigung
Sterne-Advo
Recht und Compliance

Kununu-Fall rechtskräftig: Was Arbeitgeber bei anonymen Bewertungen verlangen können

Anonyme Bewertungen auf Arbeitgeberportalen können Hotels und Gastronomiebetriebe erheblich treffen – besonders, wenn unklar bleibt, ob die bewertende Person tatsächlich Kontakt zum Betrieb hatte. Nach einem rechtskräftigen Kununu-Beschluss ordnet Rechtsanwalt Jan Meyer im Interview ein, wann Portale die Echtheit prüfen müssen, welche Kritik Arbeitgeber weiterhin hinnehmen müssen und warum bei zweifelhaften Bewertungen schnelles Handeln entscheidend ist.

Towfiqu barbhuiya, Unsplash
Finanzen und Controlling

Finanzen im Griff: Wie ein Steuerberater Gastronomen bei Buchhaltung und Liquidität unterstützt

Drei Prozent Umsatzrendite, steigende Kosten und ein Dickicht aus Umsatzsteuersätzen, TSE-Pflicht und Meldevorschriften: Für Gastronomiebetriebe entscheidet sich die finanzielle Handlungsfähigkeit selten am Kontostand, sondern an den richtigen Kennzahlen. Welche Werte den Unterschied machen und wie eine branchennahe steuerliche Betreuung zum Steuerungsinstrument wird.

Courtney Cook, Unsplash
Branche und Trends

Eiscreme-Report 2025: Preise, Lieblingssorten und Verkaufsmuster im DACH-Vergleich

Sommer, Sonne – und ganz viel Eis: Der Eiscreme-Index 2025 nimmt das alljährliche Eis-Konsumverhalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter die Lupe. Welche Eissorten haben die Nase vorn? Wann ist die beliebteste Eiszeit? Was kostet die Kugel mittlerweile – und wo wird am günstigsten und wo am teuersten geschlemmt? orderbird hat das Eis-Konsumverhalten der letzten Jahre untersucht und spannende Trends identifiziert.

Weitere Artikel zum Thema

Sterne-Advo
Anonyme Bewertungen auf Arbeitgeberportalen können Hotels und Gastronomiebetriebe erheblich treffen – besonders, wenn unklar bleibt, ob die bewertende Person tatsächlich Kontakt zum Betrieb hatte. Nach einem rechtskräftigen Kununu-Beschluss ordnet Rechtsanwalt Jan Meyer im Interview ein,[...]
Sterne-Advo
rawpixel.com
Beitragsfrei, flexibel, unkompliziert – so wirkt die kurzfristige Beschäftigung auf den ersten Blick. Doch schon ein einziger zu viel gearbeiteter Tag oder eine falsch eingestufte Aushilfe kann den Status rückwirkend kippen. Welche Kriterien wirklich zählen[...]
rawpixel.com
Gastronomieberatung Consult Gastro
Gute Idee, große Motivation – und trotzdem scheitern viele Gastrobetriebe in den ersten drei Jahren. Woran liegt das wirklich? Fünf typische Stolperfallen entscheiden oft schon vor der Eröffnung über Erfolg oder Aus. Wer sie kennt,[...]
Gastronomieberatung Consult Gastro
Courtney Cook, Unsplash
Sommer, Sonne – und ganz viel Eis: Der Eiscreme-Index 2025 nimmt das alljährliche Eis-Konsumverhalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter die Lupe. Welche Eissorten haben die Nase vorn? Wann ist die beliebteste Eiszeit? Was[...]
Courtney Cook, Unsplash
Gemini, onlinebirds
Reisende fragen heute ChatGPT und Gemini nach dem passenden Hotel – doch viele Betriebe tauchen in diesen Empfehlungen gar nicht erst auf. Die erste Auswertung des AI Prompt Scores zeigt: Wer künftig von KI-Systemen empfohlen[...]
Gemini, onlinebirds
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.

baeren-apotheke-steffenberg.de