Suche
Anzeige

Teil 4 – Interne und externe Kommunikation des Hinweisgebersystems

Auch mehr als zwei Monate nach Inkrafttreten des Hinweisgeberschutzgesetzes haben nicht alle Unternehmen ein Hinweisgebersystem in ihrem Betrieb etabliert. Häufig besteht die Sorge, dass Mitarbeiter das System missbrauchen könnten. Um dem entgegenzuwirken, sollten die Anwendungsbereiche und die Bedeutung der sinnhaften Nutzung des Systems regelmäßig kommuniziert werden.

Hannah Wei, UnsplashHannah Wei, Unsplash

Die relevanten Komponenten bei der Einführung des Hinweisgebersystems

Um das Hinweisgebersystem in der Organisation zielführend etablieren zu können, gilt es zunächst, einen Verantwortlichen für den Kommunikationsprozess zu finden. Mit selbigem sollte dann eine Kommunikationsstrategie erarbeitet werden. Dabei geht es darum festzulegen, wer offiziell mit den Beschäftigten kommuniziert – Geschäftsführer, Unternehmensleitung oder ein Verantwortlicher der zuständigen Abteilung. Ebenfalls sollte ein Ansprechpartner für Rückfragen zum Hinweisgebersystem bestimmt werden, der den Beschäftigten besonders in der Anfangsphase zur Seite steht. Es ist sinnvoll, die einzelnen Schritte der Kommunikation in einem schriftlichen Ablaufplan festzuhalten.

Kommunikationsziele

Die wichtigste Aufgabe der Kommunikationsstrategie ist die Aufklärung und die Verdeutlichung der Transparenz. Es soll bewusst gemacht werden, dass alle Hinweise ernst genommen und umfassend geprüft und bearbeitet werden. Vorbehalte gegenüber dem Hinweisgebersystem sollten sukzessive abgebaut und vorhandene Ängste genommen werden.
Für die Unternehmen selbst ist die Akzeptanz des internen Hinweisgebersystems von großer Bedeutung, damit Betroffene selbiges nutzen und sich nicht in erster Instanz an eine externe Meldestelle wenden. Denn dann geht die Meldung direkt über die Behörde und je nach Schwere des Vorwurfs über die Staatsanwaltschaft ein.

Partner aus dem HORECA Scout

Wer alles über das Hinweisgebersystem informiert werden muss

Die Adressaten sind zunächst einmal potenzielle Hinweisgeber, also die in einem Unternehmen Beschäftigten. Selbstverständlich müssen auch Management und Betriebsrat über das Hinweisgebersystem informiert werden, sofern es nicht in direkter Abstimmung ausgewählt wurde.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceSoftware und Systeme
Nur jedes vierte deutsche Unternehmen ist bereit für die E-Rechnungspflicht ab 2027

Besonders in größeren Unternehmen und Organisationen ist es wichtig, auch alle Lieferanten und Kunden über die Inbetriebnahme des Hinweisgebersystems zu informieren. Ebenso sollten zukünftige Beschäftigte und die Öffentlichkeit an die entsprechenden Informationen gelangen können.

Auf welchem Weg die Kommunikation erfolgen sollte

Intern

Die Beschäftigten können auf kurzem Wege, also über E-Mail oder eine Nachricht im Intranet, über das Hinweisgebersystem informiert werden. Auch eine Meldung in der Mitarbeiterzeitschrift, sofern vorhanden, bietet sich an. Werden Newsletter an die Beschäftigten ausgesendet, kann hier ebenfalls auf die Einrichtung des Meldesystems hingewiesen werden. Aushänge oder Tischaufsteller können die interne Kommunikation unterstützen.

Themen in diesem Artikel
DatenschutzHinweisgeberschutzgesetzWhistleblower

Um den Mitarbeitenden das System vorzustellen, kann auch eine Betriebsversammlung zu Demonstrationszwecken veranstaltet werden. Dort kann nicht nur das System anhand einer Demo vorgeführt werden, es bietet sich eine erste Gelegenheit, um Rückfragen zu klären und auf die Relevanz der Meldestelle hinzuweisen.

Extern

Um das Hinweisgebersystem über die interne Kommunikation hinaus publik zu machen, bietet sich vor allem die Unternehmenswebseite an, da sie jederzeit verfügbar und allen Interessenten zugänglich ist. Neben einem gut sichtbaren Link oder Button zum Meldesystem empfiehlt es sich, an dieser Stelle einen Fragen- und Antwortenbereich (FAQ) anzulegen, um potenzielle Nachfragen vorwegzunehmen und allgemeine Rückfragen im Vorfeld zu beantworten.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und Systeme
Eine Partnerschaft, die mitwächst: Wie Gewinnblick und das Accanto die digitale Transformation leben

Um die Relevanz einer Meldung zu unterstreichen, können Beispiele zu Verstößen und rechtlichen Konsequenzen aufgezeigt werden.
Hinweis: Die Unternehmen können selbst entscheiden, ob die interne Meldestelle auch für Außenstehende zugänglich ist. Unternehmen können so allerdings frühzeitig durch ihre Stakeholder auf potenzielle Risiken aufmerksam gemacht werden und übergreifende Transparenz fördern.

Informationspflichten nach Inbetriebnahme des Hinweisgebersystems

Folgende Aspekte sind im Rahmen des Auskunftsrechts im Kontext von Hinweisgebersystemen zu beachten:
Auskunftsrecht des Betroffenen: Wenn ein Betroffener von einem Hinweis erfährt und ein Auskunftsrecht geltend macht, muss die Organisation in der Lage sein, ihm Informationen über die gegen ihn erhobenen Daten bereitzustellen. Dies muss jedoch in einer Weise geschehen, die die Identität des Hinweisgebers nicht preisgibt. Die Informationen müssen grundsätzlich umgehend, jedoch spätestens nach einem Monat erteilt werden. Bei Verweigerung der Auskunft kann ein Bußgeld verhängt werden.

Einschränkungen des Auskunftsrechts: In bestimmten Fällen kann das Auskunftsrecht eingeschränkt werden, z.B. wenn die Offenlegung der Informationen die Ermittlungen behindern würde. Die Auskunft betrifft die Verfolgung von Straftaten oder den Schutz anderer betroffener Personen.

Datenspeicherung und -löschung: Daten, die durch das Hinweisgebersystem erhoben werden, müssen spätestens nach drei Jahren gelöscht werden. Längere Aufbewahrungspflichten können, je nach Fall, durch weitere Rechtsvorschriften bestehen.

Es ist wichtig, dass Unternehmen, die ein Hinweisgebersystem einrichten, sich sowohl über ihre Verpflichtungen als auch über die Rechte der Betroffenen im Klaren sind. Sie sollten sicherstellen, dass das System die Datenschutzvorschriften einhält und gleichzeitig die Identität der Hinweisgebers schützt.

Empfehlung

Das Hinweisgebersystem PRO-DSGVO Whistle bietet eine datenschutzkonforme Lösung, die durch ihr einfaches Handling und den starken Schutz der personenbezogenen Daten von Hinweisgebern und Betroffenen überzeugt.

Jetzt kennenlernen

Zu Teil 1: Auswahl und Einrichtung einer internen Meldestelle
Zu Teil 2: Geeignetes Personal für die Meldestelle auswählen und schulen
Zu Teil 3: Datenschutz beim Hinweisgebersystem

Resume Genius, Unsplash
Finanzen und Controlling

Nur jedes vierte deutsche Unternehmen ist bereit für die E-Rechnungspflicht ab 2027

Ab 1. Januar 2027 wird die elektronische Rechnung für Geschäfte zwischen Unternehmen in Deutschland zur Pflicht. Doch wie gut sind die Betriebe tatsächlich vorbereitet? Eine aktuelle Studie von easybill und YouGov zeigt: Die meisten Unternehmen unterschätzen den Aufwand und auch die Chancen, die in der digitalen Transformation des Rechnungswesens liegen. Viele haben die kommende E-Rechnungspflicht zwar auf dem Schirm, sind jedoch auf die praktische Umsetzung bislang nicht ausreichend vorbereitet.

Salvatore Marrazzo
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Eine Partnerschaft, die mitwächst: Wie Gewinnblick und das Accanto die digitale Transformation leben

33 Jahre Zusammenarbeit – kann eine Geschäftsbeziehung im Zeitalter schneller Systemwechsel so lange halten? Das Accanto in Esslingen und sein Kassensystem-Partner Gewinnblick beweisen: Ja, wenn beide Seiten den digitalen Wandel als gemeinsame Reise verstehen. Vom ersten System bis zur vollintegrierten Cloud-Lösung – eine Geschichte über Vertrauen, das sich rechnet.

Finanzen und Controlling

Der Moment, der bleibt: Warum smartes Payment über den letzten Eindruck entscheidet

Lange Wartezeiten an der Kasse, umständliche Bezahlvorgänge – was nach einem gelungenen Abend noch schiefgeht, bleibt haften. Dabei ist der Bezahlmoment weit mehr als ein administrativer Schlussstrich. Er ist ein unterschätzter Hebel für Effizienz, Umsatz und Gästezufriedenheit. Wer ihn ignoriert, verschenkt Potenzial an einem der sensibelsten Touchpoints im Gastgewerbe.

Frame for Business GmbH
Marketing

Negative Bewertungen auf Google & Co. – welche Bewertungen Hoteliers und Gastronomen löschen lassen können und wie es gelingt

Online-Bewertungen auf Google, TripAdvisor oder Booking.com prägen die Wahrnehmung von Hotels und Gastronomiebetrieben maßgeblich und beeinflussen Buchungsentscheidungen oft innerhalb weniger Sekunden. Einzelne negative Einträge können dabei eine überproportionale Wirkung entfalten – insbesondere dann, wenn sie unwahr oder unsachlich sind. Doch welche Bewertungen müssen hingenommen werden und wann bestehen realistische Löschchancen?

Heimpel GmbH
Finanzen und Controlling

DATEV-Schnittstelle für Kassensysteme: Wenn Kasse und Buchführung digital zusammenarbeiten

Kassendaten gehören zu den sensibelsten Datenquellen im Gastgewerbe: Sie müssen vollständig, nachvollziehbar und im Prüfungsfall schnell verfügbar sein. Gleichzeitig soll der Alltag in Restaurant, Café, Imbiss oder Hotel nicht durch manuelle Exporte, Kassenbuch-Nacharbeiten und Abstimmungen mit der Steuerkanzlei belastet werden. Welche Rolle spielt dabei eine direkte DATEV-Schnittstelle im Kassensystem?

Gastronomieberatung Consult Gastro
Finanzen und Controlling

Kassensystem, Warenwirtschaft, Buchhaltung – welche Tools braucht ein Gastronom wirklich?

Der Businessplan steht, die Speisekarte ist fertig – und die Software? Viele Gastronomen unterschätzen, wie entscheidend die richtige digitale Grundausstattung für den Erfolg ihres Betriebs ist. Drei Bereiche sind dabei unverzichtbar, doch welche Tools passen zu welchem Konzept? Und in welcher Reihenfolge sollte investiert werden?

Weitere Artikel zum Thema

1&1 Versatel
In der modernen Systemgastronomie hängt ein reibungsloser Betrieb immer stärker von einer stabilen und intelligent gesteuerten Netzwerkinfrastruktur ab. Fällt die Internetverbindung aus, sind je nach Kassen- und IT-Architektur nicht nur Bestellprozesse, sondern auch Kartenzahlungen, Reservierungs-Systeme,[...]
1&1 Versatel
Anton Ryazanov, Unsplash
Seit Mitte April 2026 verarbeitet Microsoft Copilot Daten auch außerhalb Europas – standardmäßig und ohne explizite Zustimmung. Was nach einem technischen Detail klingt, wird für Betriebe mit Gästedaten zur Compliance-Frage. Drei Klicks können das Problem[...]
Anton Ryazanov, Unsplash
NOBIX Group GmbH
IT-Sicherheit spielt auch für kleine Unternehmen eine große Rolle: 80 Prozent aller gemeldeten Ransomware-Angriffe 2025 trafen KMU. Auch, weil sie oft eine leichte Beute sind. Wer rechtlich für sein Unternehmen verantwortlich ist, sollte daher handeln[...]
NOBIX Group GmbH
Mohamed_hassan, Pixabay
Die Hotellerie steht im Visier von Cyberkriminellen. Von gefälschten Buchungsbestätigungen bis zu manipulierten Zahlungsaufforderungen – die Angriffe nehmen zu und werden raffinierter. Die HSMA Deutschland e.V. hat gemeinsam mit der Kanzlei Spirit Legal einen Praxis-Leitfaden[...]
Mohamed_hassan, Pixabay
applord GmbH
Künstliche Intelligenz verändert den Gastronomiealltag rasant – doch zwischen Effizienzgewinn und Rechtssicherheit liegt ein schmaler Grat. Während automatisierte Prozesse Arbeitsabläufe beschleunigen, verschärfen EU-Verordnungen die Anforderungen an Transparenz und Kontrolle. Wer KI rechtskonform einsetzen will, muss[...]
applord GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.