Suche
Anzeige

Warnung vor Gastro-Krise: Höhere Mehrwertsteuer wird Pleitewelle bringen

Patrick Junge, Gründer der Burgerkette Peter Pane, sieht mit der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer für Speisen von 7 auf 19 Prozent zum Jahreswechsel eine Katastrophe auf die Gastronomiebranche zukommen. Er befürchtet, dass die höheren Kosten die Branche härter treffen werden als andere Branchen und ein erneutes Restaurantsterben bevorsteht. Junge fordert die Politik auf, einzugreifen und die Mehrwertsteuer in der Gastronomie unten zu halten.

Patrick Junge, Peter PanePatrick Junge, Peter Pane

Vielleicht könnte er sich entspannen und genießen – so wie die Gäste in seinen Peter Pane Restaurants es tun. Denn Patrick Junge kennt seit der Eröffnung des ersten Burgergrills vor rund zehn Jahren nur eine Richtung: aufwärts. Seine Restaurants fahren den zweithöchsten Durchschnittsumsatz aller Gastronomiebetriebe in Deutschland ein.

Doch der Lübecker Geschäftsführer und Inhaber der Unternehmensgruppe Paniceus sieht über diesen Erfolg hinaus aktuell keinen Grund für Feierstimmung. Mit der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer für Speisen von 7 auf 19 Prozent, die zum Jahreswechsel eintreten soll, sieht er eine Katastrophe auf die Gastronomiebranche zurasen.

„Wegen der Corona-Krise mussten bundesweit rund 40.000 Betriebe schließen. Seitdem hat die Gastronomiebranche außergewöhnlich viel geleistet: To-go-Angebote, Hygienekonzepte, Mitarbeitende wurden nach den Lockdowns zurückgewonnen. Aber nun treffen die Inflation und die Energiepreise die Gastronomie härter als andere Branchen. Denn zu Hause essen müssen alle, aber Restaurantbesuche sparen die Menschen sich leicht. Kommt jetzt die nächste Teuerungswelle durch die höhere Mehrwertsteuer, ist das Restaurantsterben vorprogrammiert“, befürchtet Patrick Junge.

Partner aus dem HORECA Scout

Keine Schwarzseherei, sondern kühle Rechnung

Junge will in seine Worte keinen Alarmismus gelesen wissen. „Wenn man mehr als 50 Restaurants betreibt, dann kennt man Zahlen, Zahlen, Zahlen. Und was da in den vergangenen drei Jahren in der Gastronomie passiert ist, hat seine Wirkung ja schon gezeigt, Corona hat eine riesige Pleitewelle nach sich gezogen. Mit der geplanten Mehrwertsteuererhöhung erwischt es die Branche erneut hart. Das ist keine Panikmache, sondern Mathematik. Die Politik kann und muss meiner Meinung nach eingreifen: Die Mehrwertsteuer in der Gastronomie muss unten bleiben.“

Zur Linderung der Corona-Krise hatte die Regierung die Umsatzsteuer für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen im Juli 2020 auf 5 statt 19 Prozent gesenkt, zwischenzeitlich wurde sie auf 7 Prozent erhöht. Ursprünglich sollte diese Regelung nur bis zum 30. Juni 2021 gelten. Mit dem „Dritten Corona-Steuerhilfegesetz” beschloss der Bundestag aber ihre Verlängerung bis Ende 2023. Seitdem haben der Ukrainekrieg und die Teuerungsrate die Lage erneut verschärft. Eine Verbesserung der Gründe für hohe Kosten, die die Gastronomie in Summe belasten, ist nicht in Sicht.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceFührung, Management und Leadership
Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

50 Mitarbeiter, jahrelang unbemerkt, ein sechsstelliger Schaden: Die Razzia in einem Restaurant in München hat eine unbequeme Frage zurück auf die Tagesordnung gebracht – wie gut kennen Gastronomen eigentlich die Abläufe in ihrem eigenen Haus? Steuerberater Christopher Arendt erklärt, wo die typischen Schwachstellen sitzen und warum wachsende Betriebe ihre Kontrollen jetzt mitwachsen lassen müssen.

Robert Bye, Unsplash
Außengastronomie

Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben. Das Ergebnis macht deutlich, wie unterschiedlich Städte Außengastronomie bepreisen.

wattline GmbH
Allgemeine Haustechnik

Energieverbrauch im Gastgewerbe: Wo die größten Kostentreiber liegen

Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große Rolle wie die technische Ausstattung. Wer weiß, an welchen Stellschrauben sich tatsächlich drehen lässt, kann Kosten senken – ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Doch welche Faktoren wiegen am schwersten, und wo verbergen sich die größten Einsparpotenziale?

Canva
Digitalisierung

KI-Inhalte kennzeichnen: Was ab 2. August 2026 gilt

Ein KI-generiertes Zimmerfoto auf der Buchungsseite, der Speisekarten-Text aus ChatGPT, das Instagram-Motiv per Knopfdruck: Ab dem 2. August sind solche Inhalte kennzeichnungspflichtig. Was der EU AI Act konkret fordert, wo die Grenze zur klassischen Bildbearbeitung liegt – und warum Betriebe, die das ignorieren, Abmahnungen und empfindliche Bußgelder riskieren.

Lightspeed, L Seden
Branche und Trends

Nachhaltigkeit in der Gastronomie stößt an die Preisgrenze

Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal fünf Prozent Aufschlag. Für Gastronomiebetriebe wird die grüne Transformation damit zur ökonomischen Gratwanderung.

Gastfreund GmbH
Branche und Trends

Warum Hotels 2026 ohne digitale Gästekommunikation Marktanteile verlieren

Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern schlicht den Anschluss. Ein aktueller Branchenreport der Gastfreund GmbH zeigt, wo der größte Hebel liegt – und warum die eigentliche Herausforderung nicht Technologie, sondern Integration ist.

Weitere Artikel zum Thema

ACCONSIS
50 Mitarbeiter, jahrelang unbemerkt, ein sechsstelliger Schaden: Die Razzia in einem Restaurant in München hat eine unbequeme Frage zurück auf die Tagesordnung gebracht – wie gut kennen Gastronomen eigentlich die Abläufe in ihrem eigenen Haus?[...]
ACCONSIS
Lightspeed, L Seden
Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal[...]
Lightspeed, L Seden
Gastfreund GmbH
Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern[...]
Gastfreund GmbH
Jakub Żerdzicki, Unsplash
Rekordübernachtungen und steigende Insolvenzen – die deutsche Hotellerie navigiert 2025 durch widersprüchliche Signale. Während die Auslastung anzieht, brechen die Zimmerpreise ein. Was bedeutet diese Schere zwischen operativem Erfolg und schwindendem Ertrag für Betriebe, die bereits[...]
Jakub Żerdzicki, Unsplash
Daniel, Unsplash
Das Gastgewerbe ist im April der stärkste Wachstumstreiber im deutschen Mittelstand. Der aktuelle DATEV Mittelstandsindex zeigt aber auch, warum die Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren sind.[...]
Daniel, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.