Suche
Anzeige

VEBWK warnt vor Abschaffung der Minijobs: Flexible Beschäftigung ist für Gastronomie unverzichtbar

  • Minijobs sind für die Gastronomie unverzichtbar, um auf Spitzenzeiten, Veranstaltungen und saisonale Schwankungen flexibel reagieren zu können – eine Abschaffung würde tausende kleine Betriebe gefährden.
  • Die geringfügige Beschäftigung bietet vielen Menschen bewusst gewählte Flexibilität und ist seit Jahrzehnten ein bewährtes Instrument zur legalen Beschäftigung – sie ist kein Schlupfloch, sondern ein Stabilitätsfaktor.
  • Eine Abschaffung der Minijobs würde vor allem kleine und mittelständische Betriebe im ländlichen Raum treffen und hätte gravierende wirtschaftliche wie gesellschaftliche Folgen.

Negley Stockman, UnsplashNegley Stockman, Unsplash

Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) warnt eindringlich vor Überlegungen aus SPD-nahen Kreisen, Minijobs abzuschaffen oder massiv einzuschränken. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) lässt derzeit prüfen, ob geringfügige Beschäftigungsverhältnisse reformiert oder vollständig abgeschafft werden sollen – mit dem Ziel, Menschen stärker in reguläre Vollzeitbeschäftigung zu bringen. Aus Sicht des VEBWK wäre ein solcher Schritt ein schwerer Fehler mit gravierenden Folgen für Gastronomie, Handwerk und regionale Dienstleister.

„Minijobs sind seit Jahrzehnten ein bewährtes Instrument, um flexible Beschäftigung legal, transparent und praktikabel zu gestalten", erklärt VEBWK-Vorsitzender Franz Bergmüller, „Gerade in der Gastronomie sind sie unverzichtbar, um auf Spitzenzeiten, Veranstaltungen oder saisonale Schwankungen reagieren zu können. Wer an diesem Modell rüttelt, gefährdet tausende kleine Betriebe – vom Dorfwirtshaus bis zum familiengeführten Restaurant."

Die geringfügige Beschäftigung wurde bereits in den 1960er-Jahren eingeführt, um Aushilfstätigkeiten zu legalisieren. Bis heute bietet sie vielen Menschen bewusst gewählte Flexibilität: Schülern, Studierenden, Rentnern, Nebenerwerbstätigen oder Personen mit familiären Verpflichtungen. Gleichzeitig tragen Arbeitgeber pauschale Abgaben und höhere Lohnnebenkosten – bewusst, um Handlungsspielräume zu erhalten.

Partner aus dem HORECA Scout

Auch VEBWK-Geschäftsführerin Barbara Ritter warnt vor den praktischen Konsequenzen einer Abschaffung: „In der politischen Debatte wird oft ausgeblendet, wie real der Alltag in der Gastronomie aussieht. Kleine Betriebe brauchen flexible Modelle, um Öffnungszeiten, Veranstaltungen oder Krankheitsausfälle abzufedern. Minijobs sind dafür kein Schlupfloch, sondern ein zentraler Stabilitätsfaktor – für Betriebe ebenso wie für Beschäftigte."

Der VEBWK betont, dass nicht Großkonzerne, sondern vor allem kleine und mittelständische Unternehmen unter einer Abschaffung leiden würden. „Die Leidtragenden wären nicht anonyme Strukturen, sondern die Dorfwirtschaft, der regionale Handwerksbetrieb oder der Einzelhändler vor Ort", so Bergmüller. Dies hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Folgen für den ländlichen Raum.

Der Verein appelliert daher an die Bundespolitik, funktionierende Beschäftigungsmodelle nicht ideologisch zu zerschlagen. „Statt Minijobs abzuschaffen, braucht es eine Politik, die Lebensrealitäten anerkennt und praxisnahe Lösungen ermöglicht", so Ritter abschließend, „Flexibilität und Sicherheit dürfen kein Widerspruch sein – gerade in Branchen, die unser gesellschaftliches Leben prägen."

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceSteuernSoftware und Systeme
Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte
Pavel Danilyuk, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und legt die nächste Stufe unterhalb der 100.000-Euro-Grenze bereits an. Beschlossen ist noch nichts, doch die Richtung ist erkennbar.

Markus Winkler, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Der Strohhalm als Prüffall: Was die neuen PFAS-Grenzwerte für die Gastronomie bedeuten

Seit dem 12. August gelten in der EU erstmals Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Zwei Monate später folgt ein zweiter Stichtag, der Papier und Karton im Lebensmittelkontakt direkt trifft. Für Gastronomiebetriebe wird damit ein Cent-Artikel zum Compliance-Thema. Und ausgerechnet die Alternative, auf die nach dem Plastikverbot fast alle umgestiegen sind, ist die am häufigsten belastete.

Markus Höfemann
Branche und Trends

Gastfreundschaft 2035 – Zehn Thesen von Niels Battenfeld zur Zukunft der Privathotellerie

Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt nicht auf Technologie, sondern auf das Gefühl, das bleibt: Wie sieht Gastfreundschaft im Jahr 2035 aus, wenn wirtschaftliche Effizienz und echte Begegnung zusammenspielen müssen?

Waldemar Brandt, Unsplash
Allgemeine Haustechnik

Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem und eine Aufstellung, die Gäste nicht durch Lärm oder Zugluft stört. Der Rest ist Betriebsführung.

Weitere Artikel zum Thema

Pavel Danilyuk, Pexels
Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und[...]
Pavel Danilyuk, Pexels
Arif Riyanto, Unsplash
Fünf bis sechs von 100 Beschäftigten in der Hotellerie fehlen täglich krankheitsbedingt – Tendenz über zehn Jahre klar steigend. Warum ausgerechnet psychische Belastungen zum wachsenden Problem werden und wo sich trotzdem ein Lichtblick zeigt.[...]
Arif Riyanto, Unsplash
Markus Höfemann
Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt[...]
Markus Höfemann
Markus Winkler, Pexels
Seit dem 12. August gelten in der EU erstmals Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Zwei Monate später folgt ein zweiter Stichtag, der Papier und Karton im Lebensmittelkontakt direkt trifft. Für Gastronomiebetriebe wird damit ein Cent-Artikel[...]
Markus Winkler, Pexels
cottonbro studio, Pexels
Professionelles Housekeeping ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Hotellerie. Im kostenfreien IST-Webinar „Sauberkeit entscheidet – Die unterschätzte Macht des Housekeepings“ am 18. August 2026 erfahren die Teilnehmenden, welche Aufgaben hinter den Kulissen über Gästezufriedenheit und[...]
cottonbro studio, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.

baeren-apotheke-steffenberg.de