Suche
Anzeige

Warum Gastrobetriebe auf ein modernes ERP-System setzen sollten

Im Hotel- und Gastgewerbe ist alles auf die Zufriedenheit des einzelnen Kunden ausgerichtet. Läuft die Buchung reibungslos? Erhält er sein Essen wie auf der Speisekarte vermerkt? Ist er mit dem Service zufrieden? Die gesamte Planung, Organisation und Verwaltung, die hinter den Kulissen stattfindet, bemerkt der Kunde erst, wenn die Prozesse nicht reibungslos verlaufen und es direkte Auswirkungen auf den Service hat.

Vernetzung der Bestandteile mit Hilfe eines ERP-Systems.Odem1970 | iStockphoto.comOdem1970 | iStockphoto.com

Trotzdem setzen viele kleine und mittlere Unternehmen aus dem Gastgewerbe heutzutage immer noch auf unterschiedliche, nicht miteinander verbundene Systeme (sog. Insellösungen) zur Prozesssteuerung und -überwachung. Mehr Effizienz, und das sogar prozessübergreifend, bietet da der Einsatz eines ERP-Systems.

Das ERP-System – alle Prozesse auf einen Blick

ERP steht für Enterprise-Resource-Planing und meint ein System, das für die komplette Ressourcenplanung in einem Unternehmen verantwortlich ist. Das zentrale Instrument verwaltet und optimiert dabei die Geschäftsprozesse, die oft parallel ablaufen. Das jeweilige Unternehmen entscheidet selbst, wie das ERP-System ausgestattet sein soll, denn die Basiskomponenten können je nach individuellen Präferenzen der Geschäftsführung oderUnternehmensgröße um weitere Module erweitert werden.

Partner aus dem HORECA Scout

Welche Vorteile bringt der Einsatz einer ERP-Lösung?

Ein ERP-System schont die zeitlichen wie finanziellen Ressourcen eines Unternehmens. Es hilft dabei Prozesse zu koordinieren, zu kontrollieren und zu dokumentieren. Dadurch verschaffen sich Unternehmen, gerade auch im Gastrogewerbe, einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihrer Konkurrenz.

  • Zentrale und einheitliche Datenbasis: Jeder Mitarbeiter kann auf die aktuellen und für ihn freigegebenen Daten zugreifen.
  • Darstellung der Daten in Echtzeit: Die Daten sind stets aktuell und immer einsehbar.
  • Prozessoptimierung: Aufgrund der Daten lassen sich Verbesserungspotenziale schneller erschließen und nutzen.
  • Senken der Fehlerquote: Verantwortliche aus Controlling und Reporting können auf zuverlässige Daten zugreifen.
  • Abteilungsübergreifendes Arbeiten wird gefördert: Das ERP-System ermöglicht einen reibungslosen Austausch von Daten verschiedener Abteilungen.
Lesen Sie auch
Recht und ComplianceSteuernSoftware und Systeme
Der unsichtbare Fehler: Wie die TSE Betriebe in der Prüfung angreifbar macht

(Foto: Pixabay)

Wo lohnt sich der Einsatz eines ERP-Systems?

Grundsätzlich dient ein ERP-System der technischen Unterstützung von standardisierten Abläufen in allen Bereichen des Gastrounternehmens. Dabei muss das ERP-System in der Lage sein, die Anforderungen und Bedürfnisse des Unternehmens, durch Funktionsmodule abzubilden und somit unternehmensintern alle Geschäftsbereiche zu unterstützen und deren Daten gesammelt, übersichtlich und einheitlich darzustellen.

Themen in diesem Artikel
DigitalisierungManagementControllingERP-SystemMarketingPersonalplanungSoftwareVernetzung
1. Warenwirtschaft

Die Warenwirtschaft ist ein wichtiger Bereich, der mit dem Einsatz einer ERP-Lösung, Unternehmen aus dem Gastrogewerbe bedeutende Vorteile bringt. Sämtliche Waren können zum Teil automatisiert erfasst werden und die Lagerbestände, zum Beispiel eines Restaurants, sind überall einsehbar und immer auf dem aktuellen Stand. Dank der WaWi lässt sich der Produkteinkauf kosten- und zeitschonend organisieren. Lagerkosten können eingespart werden, Lebensmittel werden auf Bedarf geordert, anstatt zu verderben.

2. Buchhaltung

Auch in Gastrobetrieben unterliegt die finanzielle Buchhaltung strengen gesetzlichen Regelungen. Buchungen müssen zeitnah ausgeführt und die Daten über mehrere Jahre hinweg gespeichert werden. Zudem müssen die Belege zu jeder Buchung abrufbar sein. Das ERP-System kann mit einem Modul ausgestattet werden, das die Buchhaltung von Gastrobetrieben unterstützt. So kann zum Beispiel die Kasse direkt mit der Buchhaltungssoftware verbunden werden.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und Gewerbe
Was am Frühstücksbuffet jetzt anders wird: DEHOGA-Leitfaden erklärt die neuen EU-Regeln für Honig, Marmelade und Fruchtsäfte
3. Personalplanung

Nicht nur die Abrechnung der Gehälter kann die ERP-Software regeln, auch die softwaregestützte Personalplanung kann die HR-Abteilung eines Gastrobetriebes entlasten. Sie enthält die wichtigsten Daten zu jedem Mitarbeiter sowie dessen geplante und spontane Abwesenheiten. Bei Fehlzeiten kann das Unternehmen umgehend agieren und einen Ersatz finden – auf einen Blick dank Mitarbeiter-Dashboard.

4. Marketing und Vertrieb

Gerade in der Hotellerie ist es von Vorteil, ganz gezielt auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden einzugehen. Besucht ein Gast zum wiederholten Mal das Hotel, fühlt er sich sofort gut aufgehoben, wenn sich das ERP-System seine speziellen Vorlieben, wie Zimmertemperatur und Handtuchanzahl, gemerkt hat. Zudem können mit Hilfe der ERP-Software Vertriebskampagnen, beispielsweise zu den Feiertagen, mit wenig Streuverlusten geplant und gesteuert werden.

5. Controlling

Das Controlling hilft Unternehmen dabei, wichtige Entscheidungen zu treffen: Das Modul erhebt dazu Daten in Echtzeit und vergleicht den derzeitigen Ist-Zustand mit dem gewünschten Soll-Zustand. Dadurch fallen Missstände im Gastrobetrieb sofort auf und Unternehmen können den gewünschten Soll-Zustand bei zielstrebiger Umsetzung zeitnah erreichen.

Entscheidung für das eigene ERP-System – Nie ohne Pflichtenheft

Wenn sich Unternehmen für ein ERP-System entscheiden, ist es zwingend notwendig, wichtige Vorüberlegungen und Entscheidungen zu treffen und diese dann in einer Art Pflichtenheft zu sammeln. Das macht nicht nur den Entscheidungsprozess leichter, es hilft auch bei der Suche nach dem geeigneten Anbieter für die ERP-Software.

Wichtige Anhaltspunkte dabei sind:

  • Entscheidung für eine im Idealfall standardisierte Software, die dennoch flexibel ist und mitwächst: Wichtig dabei ist es, auch die Zukunft des Unternehmens in die Planung mit einfließen zu lassen.
  • Entscheidung für eine Lösung inhouse oder aus der Cloud
  • Entscheidung für personelles und finanzielles Budget
  • Entscheidung für den Zeitraum, indem die Software implementiert werden soll

Fazit: Ein ERP-System verschafft Gastrobetrieben mehr Zeit für den Kunden

Dank des Einsatzes eines ERP-Systems können sich Unternehmen aus dem Gastrogewerbe auf das konzentrieren, was in ihrem Geschäftsalltag wirklich wichtig ist: das Zufriedenstellen der Bedürfnisse des Kunden. Diese blicken nicht hinter die Kulissen, sie wissen wenig über die Prozesse und den Stress, den der Alltag in einem Gastrobetrieb mit sich bringt. Sie bemerken aber schnell, wenn Prozesse nicht mehr reibungslos ablaufen – Das kann ein ERP-System verhindern, indem es die Abläufe nicht nur steuert, sondern auch optimiert. Die Mitarbeiter können sich wieder um ihre eigentlichen Aufgaben kümmern und für das Wohl des Gastes sorgen.

Autor: Tobias Ambrosch
Seit 2007 im Marketing der SelectLine Software GmbH tätig, gehört meine Business-Leidenschaft den Themen rund um die Prozessoptimierung in kleinen und mittleren Unternehmen durch optimal angepasste ERP-Software und Warenwirtschaftssysteme. Dazu gehören immer mehr auch die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0.

ACCONSIS
Recht und Compliance

Der unsichtbare Fehler: Wie die TSE Betriebe in der Prüfung angreifbar macht

Belege werden korrekt gedruckt, Kartenzahlungen laufen, der Tagesabschluss meldet keinen Fehler – und trotzdem kann die technische Sicherheitseinrichtung im Hintergrund zur Schwachstelle werden. Warum gerade TSE-Themen in der Kassennachschau besonders heikel sind und an welchen Stellen Gastronomiebetriebe regelmäßig angreifbar werden.

DEHOGA; ROMAN ODINTSOV, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Was am Frühstücksbuffet jetzt anders wird: DEHOGA-Leitfaden erklärt die neuen EU-Regeln für Honig, Marmelade und Fruchtsäfte

Erdbeerkonfitüre darf jetzt wieder Marmelade heißen, im Honigglas muss jedes Herkunftsland einzeln stehen, und in der Konfitüre steckt mehr Frucht als bisher: Seit dem 14. Juni 2026 gelten neue EU-Vorgaben für Honig, Marmelade, Konfitüre und Fruchtsäfte – mit unmittelbaren Folgen für Hotellerie und Gastronomie. Ein neuer DEHOGA-Praxis-Leitfaden ordnet die Änderungen für das Gastgewerbe ein.

Ivan Vranić, Unsplash
Ausstattung und Interieur

Einbrüchen ins Restaurant vorbeugen – welche Maßnahmen können dabei helfen?

Rund 90.000 Einbrüche zählte Deutschland 2024 – und längst nicht mehr nur in Privatwohnungen. Auch Restaurants geraten zunehmend ins Visier krimineller Banden. Neben gestohlenem Bargeld bleiben oft zerstörte Einrichtung und tagelange Schließungen zurück. Gerade für kleinere Lokale kann das schnell existenzbedrohend werden – selbst mit Versicherung. Doch mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Welche das sind, zeigt dieser Überblick.

Lightspeed
Branche und Trends

Digital ja – aber bitte mit Herz: Was Restaurantgäste erwarten

Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, ein echtes Willkommen – was ein gelungenes Restauranterlebnis ausmacht, hat weniger mit Technik zu tun, als man im Digitalzeitalter vermuten würde. Eine internationale Umfrage gibt Aufschluss darüber, worauf Gäste tatsächlich Wert legen und wie unterschiedlich sie auf Unzufriedenheit reagieren.

Click A Tree
Kostenmanagement

7 Wege für profitable Nachhaltigkeit in der Gastronomie

Nachhaltigkeit in der Gastronomie – klingt nach Verzicht und hohen Investitionen? Irrtum. Wer ökologische und soziale Verantwortung strategisch einsetzt, steigert nicht nur das Image, sondern auch die Rendite. Sieben praxiserprobte Wege zeigen, wie sich Umweltschutz, Teamzufriedenheit und wirtschaftlicher Erfolg gewinnbringend verbinden lassen – vom wertschätzenden Employer Branding bis zur intelligenten Müllreduktion.

e2n
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

Spontane Personalausfälle: schnell reagieren, langfristig vorbeugen

5:02 Uhr. Die erste Krankmeldung kommt rein. Um 6 Uhr öffnet die Bäckerei-Filiale. Und plötzlich muss alles schnell gehen – Verkauf besetzen, Ruhezeiten prüfen und irgendwie den Überblick behalten. In solchen Momenten ist ein digitaler Dienstplan Gold wert. Ob Gastro, Hotellerie oder Backbranche: Gerade in der anstehenden Hochsaison ist es besonders wichtig, auf spontane Ausfälle vorbereitet zu sein oder sie im Voraus zu vermeiden.

Weitere Artikel zum Thema

ACCONSIS
Belege werden korrekt gedruckt, Kartenzahlungen laufen, der Tagesabschluss meldet keinen Fehler – und trotzdem kann die technische Sicherheitseinrichtung im Hintergrund zur Schwachstelle werden. Warum gerade TSE-Themen in der Kassennachschau besonders heikel sind und an welchen[...]
ACCONSIS
Lightspeed
Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, ein echtes Willkommen – was ein gelungenes Restauranterlebnis ausmacht, hat weniger mit Technik zu tun, als man im Digitalzeitalter vermuten würde. Eine internationale Umfrage gibt Aufschluss darüber, worauf Gäste tatsächlich Wert legen und[...]
Lightspeed
Click A Tree
Nachhaltigkeit in der Gastronomie – klingt nach Verzicht und hohen Investitionen? Irrtum. Wer ökologische und soziale Verantwortung strategisch einsetzt, steigert nicht nur das Image, sondern auch die Rendite. Sieben praxiserprobte Wege zeigen, wie sich Umweltschutz,[...]
Click A Tree
e2n
5:02 Uhr. Die erste Krankmeldung kommt rein. Um 6 Uhr öffnet die Bäckerei-Filiale. Und plötzlich muss alles schnell gehen – Verkauf besetzen, Ruhezeiten prüfen und irgendwie den Überblick behalten. In solchen Momenten ist ein digitaler[...]
e2n
Mark Stuckey, Unsplash
Elektrotretroller haben sich als fester Bestandteil der urbanen Mobilität etabliert. Viele Beschäftigte nutzen sie für den Weg zur Arbeit oder bei Dienstgängen. Was praktisch erscheint, entwickelt sich für Betriebe zum Sicherheitsproblem: Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und[...]
Mark Stuckey, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.