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Wo Gastronomen die dichteste Konkurrenz finden – und warum das nicht immer schlecht ist

  • Hannover, Frankfurt und Hamburg bieten die höchste Gastronomiedichte in Deutschland – über 24 Betriebe je 10.000 Einwohner
  • Die Betriebsstruktur variiert stark: Düsseldorf punktet mit Restaurants, Berlin mit Cafés, Hannover mit Bäckereien
  • Kennzahlen zur lokalen Betriebsdichte liefern Gründern wichtige Hinweise auf Marktpotenzial und Wettbewerbsintensität

Tourist-Information Fürth, UnsplashTourist-Information Fürth, Unsplash

Hannover führt das Ranking an – mit klaren regionalen Unterschieden

Die niedersächsische Landeshauptstadt weist mit über 26 Gastronomiebetrieben pro 10.000 Einwohner die höchste Dichte auf. Frankfurt am Main folgt mit knapp 26 Betrieben, Hamburg mit rund 25. Berlin landet trotz seiner Größe auf Platz vier, Düsseldorf auf Platz fünf. Die Auswertung berücksichtigt fünf Kategorien: Bäckereien und Konditoreien, Cafés, Bars, Imbisse sowie Restaurants.

Besonders auffällig sind die strukturellen Unterschiede zwischen den Städten. Während Hannover eine außergewöhnlich hohe Dichte an Bäckereien und Konditoreien aufweist (über fünf Betriebe pro 10.000 Einwohner), liegt die Stärke Berlins bei Cafés – hier ist die Hauptstadt bundesweit führend. Düsseldorf wiederum sticht durch die höchste Restaurantdichte hervor: Mehr als 15 Restaurants kommen hier auf 10.000 Einwohner.

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Dresden belegt im Gesamtranking den zehnten Platz. Die sächsische Landeshauptstadt verfügt über die drittmeiste Anzahl an Bäckereien und Konditoreien, bleibt bei Cafés und Restaurants im Vergleich zu den anderen Städten jedoch deutlich zurück.

Diese Städte sind Heimat der meisten Gastrobetriebe pro 10.000 Einwohner:

Stadt Einwohner Bäckereien und Konditoreien Cafés Bars Imbiss Restaurants Gesamtzahl Gastrobetriebe auf 10.000 Einwohner
Hannover 522.131 5,13 2,68 4,48 2,01 11,80 26,10
Frankfurt am Main 756.021 3,56 3,12 5,61 2,71 10,82 25,82
Hamburg 1.862.565 5,05 2,88 5,30 1,98 9,71 24,92
Berlin 3.685.265 3,96 6,16 4,44 1,90 8,05 24,51
Düsseldorf 618.685 1,45 4,20 2,26 1,45 15,03 24,41
Stuttgart 612.663 4,42 2,14 4,98 2,07 10,20 23,81
Leipzig 611.850 4,53 1,99 3,99 2,53 8,58 21,62
Köln 1.024.621 1,37 3,81 2,15 1,17 12,98 21,47
Bremen 586.271 4,54 2,00 3,74 2,42 8,39 21,08
Dresden 564.904 4,89 2,09 3,43 1,75 8,14 20,30
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Was die Zahlen für Gründer bedeuten

Eine hohe Betriebsdichte signalisiert nicht automatisch einen übersättigten Markt. Sie kann ebenso auf eine etablierte Gastronomie-Kultur, kaufkräftige Kundschaft und funktionierende Infrastruktur hinweisen. Umgekehrt bietet eine niedrige Dichte zwar weniger direkte Konkurrenz, kann aber auch auf geringere Nachfrage oder strukturelle Hemmnisse hindeuten.

Themen in diesem Artikel
Finanzierung und InvestmentBranche und TrendsMarketingWettbewerb

Die Daten stammen von den Plattformen rentechdigital.com und listflix.de, Stand Mai 2026. Einwohnerzahlen wurden vom Statistischen Bundesamt bezogen. Als Großstadt wurden Städte mit mehr als 350.000 Einwohnern definiert.

Corin Camenisch, Marketing & Growth Lead bei SumUp, betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Standortanalyse: Die Eröffnung eines neuen Geschäfts sei eine herausfordernde Aufgabe. Zentral sei dabei die Frage, ob die Nachfrage an einem Standort bereits gedeckt sei oder ob noch Raum für weitere Anbieter bestehe. Kennzahlen zur Dichte von Dienstleistern, bezogen auf die Einwohnerzahl, könnten Gründern eine erste Orientierung bieten, um das Marktpotenzial einer Stadt einzuschätzen.

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Was Betriebe bei der Standortwahl berücksichtigen sollten

Neben der reinen Betriebsdichte spielen weitere Faktoren eine Rolle: die Kaufkraft im Einzugsgebiet, die Laufkundschaft, die Erreichbarkeit per ÖPNV und Auto, die Miet- und Personalkosten sowie die lokale Wettbewerbsstruktur. Ein Standort mit vielen Gastronomiebetrieben kann durchaus attraktiv sein, wenn sich das eigene Konzept klar abhebt oder eine Nische besetzt.

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Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf die segmentspezifische Verteilung. Wer etwa ein Café in Berlin eröffnen will, tritt in einen Markt mit hoher Café-Dichte ein. In Düsseldorf hingegen wäre die Konkurrenzsituation deutlich entspannter – dafür ist dort die Restaurantdichte umso höher.

Fazit

Die Analyse zeigt: Deutschlands Großstädte unterscheiden sich nicht nur in der Gesamtzahl der Gastronomiebetriebe, sondern auch in ihrer strukturellen Zusammensetzung erheblich. Während Hannover, Frankfurt und Hamburg eine besonders hohe Betriebsdichte aufweisen, variieren die Schwerpunkte je nach Stadt stark. Für Gründer sind solche Kennzahlen ein erster Anhaltspunkt – sie ersetzen jedoch keine umfassende Standort- und Wettbewerbsanalyse. Wer die lokalen Gegebenheiten genau prüft und sein Konzept gezielt positioniert, kann auch in dicht besiedelten Märkten erfolgreich sein.

Handlungsempfehlungen

  1. Segmentspezifische Dichte prüfen: Analysieren Sie nicht nur die Gesamtzahl der Gastrobetriebe, sondern die Anzahl in Ihrer konkreten Kategorie (Café, Restaurant, Imbiss etc.).
  2. Lokale Besonderheiten einbeziehen: Berücksichtigen Sie neben der Betriebsdichte auch Kaufkraft, Laufkundschaft, Erreichbarkeit und Mietkosten am anvisierten Standort.
  3. Konzept schärfen: In Märkten mit hoher Dichte ist eine klare Positionierung und Differenzierung entscheidend – prüfen Sie, welche Nische noch unbesetzt ist oder wie Sie sich vom Wettbewerb abheben können.
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