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Wirtschaftliche Krisenberatung: Schieflage meistern, künftige Risiken absichern

Die Konjunktur ist nachhaltig beschädigt und wird mindestens bis Ende 2021 brauchen, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Besonders das Gastgewerbe ist davon betroffen. Es kommt als für Unternehmen darauf an, so schnell wie möglich die richtigen Schritte zu ergreifen, um eine drohende oder akute Schieflage zu meistern und sich gegen künftige Risiken abzusichern. Wie kann das funktionieren?

Jens BormannJens Bormann

Wie sieht die momentane Situation aus?

Die wirtschaftliche Krise in der Folge der Corona-bedingten Beschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens weltweit hat viele Unternehmen und Selbstständige hart erwischt. Je nach Branche ist es kurzfristig zu Umsatzeinbrüchen von bis zu 100 Prozent gekommen. Die Konjunktur ist nachhaltig beschädigt und wird mindestens bis Ende 2021 brauchen, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen – gesetzt dem Fall, es kommt nicht zu weiteren massiven Einschränkungen und damit einem zusätzlichen wirtschaftlichen Schaden über so gut wie alle Branchen hinweg. Mitte Januar wurden dann die ersten Zahlen fürs Gastgewerbe veröffentlicht: Hoteliers und Wirte haben nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr wegen der verschiedenen Corona-Einschränkungen real 38 Prozent Umsatz verloren. In die Schätzung sind vorläufige Monatswerte bis einschließlich November eingeflossen. Die Auswirkungen des verschärften Lockdowns im Dezember wurden zunächst geschätzt. Drei von vier Gastronomen und Hoteliers bangen einer Umfrage zufolge angesichts der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie um ihre Existenz. 75,5 Prozent von 12.000 Betrieben gaben dies laut DEHOGA an.

Können sich Unternehmen beim Kampf gegen die Krise rein auf den Staat verlassen?

„Die erste Welle im Frühling 2020 wurde durch den Staat mit umfassenden Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft bekämpft. Es wurden unter anderem neben dem Kurzarbeitergeld auch KfW-geförderte Darlehen und Zuschüsse gewährt. Auch beim jetzigen flächendeckenden Lockdown existieren viele Hilfsangebote. Aber die Auszahlungen laufen sehr schleppend und sind an viele Bedingungen geknüpft. Und klar ist auch: Die Möglichkeiten des Staates sind nicht unbegrenzt“, warnt Jens Bormann, Steuerberater und Partner der Kanzlei Beyel Janas Wiemann + Partner (bjw+p) aus Geldern und Kempen am Niederrhein. Er betont deshalb, wie wichtig es sei, dass sich Unternehmer und Selbstständige zügig darum kümmerten, ihre Strukturen für die möglichen Schwernisse der kommenden Monate vorzubereiten.

Partner aus dem HORECA Scout

Welche Schritte sollten gastgewerbliche Unternehmer gehen, um mit der Krise betriebswirtschaftlich professionell umzugehen?

Jens Bormann betont, wie wichtig es sei, dass sich Unternehmer und Selbstständige zügig darum kümmerten, ihre Strukturen für die weitere Probleme der kommenden Monate, aber natürlich auch auf den neuen Aufschwung nach dem Sieg über die Pandemie vorzubereiten. „Es kommt darauf an, so schnell wie möglich die richtigen Schritte zu ergreifen, um eine drohende oder akute Schieflage zu meistern und sich gegen künftige Risiken abzusichern. Steuerliches und betriebswirtschaftliches Risikomanagement ist das Stichwort. Gemeinsam mit unseren Mandanten entwickeln wir in der Krisenberatung die richtigen Maßnahmen, um Unternehmer und Selbstständige vor den Folgen ökonomischer Verwerfungen zu schützen und die Zukunft abzusichern.“ Laut dem Steuerberater stehen die vier Kernbereiche Erlös-Controlling, Kosten-Controlling, Liquiditätsmanagement und Prozessoptimierung im Fokus. Zentral dabei stehen die zeitnahe Rechnungsstellung, die Überwachung der offenen Rechnungen und zeitnahes und konsequentes Mahnen sowie die laufende Kontrolle aller Zahlungsvorgänge für eine professionelle Überwachung und Planung der unternehmerischen und privaten Liquidität, beispielsweise hinsichtlich der Möglichkeit der Gewinnentnahme.

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Warum ist das Liquiditätsmanagement besonders wichtig?

Das Liquiditätsmanagement bezeichnet alle Maßnahmen der kurzfristigen Finanzdisposition im Unternehmen, die zur Sicherung der Liquidität und zur Erreichung höchster Effizienz im Zahlungsverkehr durchgeführt werden. Dabei geht es um eine aktive, zielorientierte Steuerung der Liquidität mit dem Ziel, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen und aufrechtzuerhalten. „Das ist eine wesentliche Aufgabe für Hoteliers und Gastronomen. Steuerberater sind für laufend erstellte betriebswirtschaftliche Auswertungen wie Soll-Ist-Vergleiche, Controlling-Reports oder auch Branchenvergleiche verantwortlich, um Unternehmer zeitnah zu zeigen, wo das Unternehmen steht, wie es im Vergleich zu Wettbewerbern abschneidet und ob weitere Anpassungen notwendig werden“, erklärt Jens Bormann. Er konzentriert sich dabei auf das kurzfristige Cash-Management-Reporting, die mittelfristige Liquiditätsvorschau und die langfristige Liquiditätsplanung für die Stabilität des operativen Geschäftes.

Themen in diesem Artikel
ManagementCorona

Welche weiteren Maßnahmen kann die Beratung umfassen?

Jens Bormann zufolge sollen durch die Beratung im Controlling und Liquiditätsmanagement auch sinnvolle Investition in Produkte und Dienstleister ermöglicht werden, die einen Unternehmer entlasten und dadurch taktische und strategische Weiterentwicklungen ermöglichen. „Durch diese professionelle und langfristig ausgerichtete Krisenberatung könnten unternehmerische Mandanten durch schweres Fahrwasser kommen und präventive Sicherungsmechanismen für eine störungsfreie künftige Entwicklung schaffen.“ Die Prozessoptimierung wiederum führt unter anderem dazu, dass Mitarbeiter entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt und wesentliche betriebswirtschaftliche Elemente wie Zeiterfassungs- und Warenwirtschaftssystem optimal genutzt werden. Damit wird zugleich auch für das Finanzamt erforderliche Verfahrensdokumentation sichergestellt.

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