Suche

Mehrweggeschirr statt Müllberge

Ab dem 01.01.2023 muss nahezu jeder gastronomische Betrieb mit Außer-Haus-Angebot seinen Gästen zum Transport von Speisen und Getränken Mehrweggeschirr anbieten. Jörg Windheuser ist der Pflicht voraus und nutzt in seinem Landgasthof nahe der dänischen Grenze bereits seit Mai 2022 das pfandfreie Mehrwegsystem von Relevo. Über eine App wird das wiederverwendbare Geschirr ausgeliehen und zurückgebracht. Dabei wird jede Menge Müll eingespart. Wie schlägt sich das System im Tagesgeschäft und wie bereitet es die Gastronomie auf die Mehrweg-Angebotspflicht vor?

RelevoRelevo

Was bedeutet die Mehrweg-Angebotspflicht für Gastronomen?

Ab dem 01. Januar besagt die, im Umgangston, „Mehrwegpflicht“, dass Gastronomen, die Speisen und Getränke zum Mitnehmen und Liefern anbieten, eine wiederverwendbare Alternative zu Einwegverpackungen anbieten, oder komplett auf Mehrweg umstellen müssen. Dies gilt für alle Gastronomien, ausgenommen kleine Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten und maximal 80 qm Verkaufsfläche. Für alle anderen gilt: Entweder sie führen eine eigene Mehrwegalternative ein oder sie implementieren ein bereits existierendes Mehrwegsystem.

Zu ihnen zählt auch die Achtruper Stuben, ein nordfriesischer Landgasthof, nur 20 Minuten von der dänischen Grenze entfernt. Hier verköstigt Inhaber Jörg Windheuser mit seinem Team einheimische Gäste und Touristen mit lokalen Spezialitäten und gastronomischen Klassikern. Schon vor über zehn Jahren hat er sein Angebot mit einer extra Imbiss-Karte um Take-Away erweitert. Seit einem halben Jahr setzt er dafür auf das pfandfreie Mehrwegsystem von Relevo. Und ist damit perfekt vorbereitet auf die gesetzlichen Änderungen ab 2023. Viel wichtiger ist ihm aber, dass er durch die Einführung des Mehrweggeschirrs große Mengen an Einwegmüll in seiner Region vermeiden kann.

Partner aus dem HORECA Scout

Achtruper Stuben (Foto: Relevo, Jörg Windheuser)

Wie funktioniert das Relevo Mehrwegsystem?

Auf jeder Verpackung von Relevo befindet sich ein QR-Code, der vom Kunden über die Relevo App eingescannt wird, wenn er das Gericht oder Getränk mitnimmt. Zurückgegeben werden kann das Geschirr bei jedem beliebigen Relevo Partner, indem vor Ort das Rückgabeschild der jeweiligen Gastronomie eingescannt wird. Hier wird das Geschirr gespült und kann direkt wieder ausgegeben werden. Das funktioniert ganz ohne Pfand und ohne Prozesseingriffe. „Ich habe speziell nach einem pfandfreien System gesucht, da bei uns oft größere Mengen an Geschirr bei einer Bestellung rausgehen und unsere Gäste dann zusätzlich zum Essen noch einen großen Betrag Pfand zahlen müssten. Als ich über die DEHOGA Schleswig-Holstein von Relevo und dem smarten System erfuhr, dachte ich gleich: Ja, die nimmst du! Und ich wurde bislang nicht enttäuscht“, erzählt Jörg Windheuser. In seinem Restaurant werden im Monat zwischen 150 und 180 Gerichte über die Relevo App entliehen und das Geschirr wieder zurückgebracht.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceSoftware und Systeme
Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Was macht das Relevo Mehrweggeschirr so besonders?

Die beliebtesten To-Go-Gerichte in der Achtruper Stuben sind Klassiker wie Burger und Schnitzel, aber auch Salate und verschiedene Fisch-Gerichte. Nach einer eigenen Testphase hat Jörg Windheuser mittlerweile das passende Mehrweg-Geschirr für jedes seiner Gerichte. Besonders überzeugte ihn von Anfang an die Qualität und Funktionalität der einzelnen Produkte. Für einen reibungslosen gastronomischen Alltag setzt Relevo auf Premium-Qualität: Das Sortiment besteht aus Geschirr aus hochwertigem Kunststoff (SAN) und gehärtetem Glas. Robust, leicht und langlebig ist das Geschirr perfekt auf die Bedürfnisse und Einsatzbereiche der Gastronomie ausgerichtet. Für das To-Go-Geschäft unverzichtbar sind die Schalen und Becher mit garantiert auslaufsicheren Deckeln. „Es weicht nichts mehr durch, es geht nichts mehr kaputt und die Gäste bekommen ihre Speisen einfach sicher nach Hause“, freut sich Jörg Windheuser. Für seine Gerichte kombiniert er verschiedene Größen an Schalen und Bechern aus SAN und hat so immer die passende Verpackung parat – auch für Dips und Soßen. Für ihn besonders wichtig: Die Pommes sind auch nach dem Transport noch heiß und knusprig.

Themen in diesem Artikel
Nachhaltigkeit und UmweltschutzMehrweg-AngebotspflichtMehrweg-Geschirr

Wie kommt das smarte System bei den Gästen an?

„Endlich ist die Mülltonne nicht mehr so voll!“ ist wohl das häufigste Feedback, das Jörg Windheuser von seinen Gästen erhält, die ihn öfter besuchen. Insgesamt, sagt er, begegnen 95 % seiner Gäste der Installation einer App sehr offen. Schließlich sind die App und die Nutzung des Geschirrs für Kunden völlig kostenfrei. Und die freuen sich, etwas für den Umweltschutz tun zu können. Natürlich gibt es auch jene Gäste, die erst überzeugt werden wollen. Für Jörg Windheuser sind die Vorteile des Systems aber schnell erklärt – sowohl gegenüber seinen Gästen als auch Kollegen aus der Gastronomie. Möchte ein Gast partout keine App herunterladen, bietet er zurzeit noch eine Einwegalternative an. Das soll sich aber bald ändern: „Ab dem 01.12.2022 möchte ich komplett auf Einwegverpackungen verzichten. Wir wollen einen noch stärkeren Beitrag im Bereich der Nachhaltigkeit leisten und unsere schöne Region von Einwegmüll befreien.“

Mehr zum Mehrweg-System von Relevo erfahren

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen[...]
Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
LebensWert Gastgeber GmbH
Der nachhaltige Caterer LebensWert Gastgeber setzt in seinen Küchen auf eine Speiseplanung, die sich konsequent an den Jahreszeiten orientiert. Dieses Prinzip prägt Einkauf, Menügestaltung und Kommunikation mit Gästen und wirkt sich messbar auf Frische, Geschmack[...]
LebensWert Gastgeber GmbH
ACHAT Hotels
Ein neues Hotel in Flughafennähe erreicht nach zwölf Monaten eine Belegung von 70 Prozent – ein Wert, für den etablierte Häuser Jahre benötigen. Das LOGINN Hotel Köln Airport kombiniert klassische Hotelzimmer mit voll ausgestatteten Apartments[...]
ACHAT Hotels
ecogreen GmbH & Co. KG
Zwischen Bundesprogrammen, EU-Fonds und Landesinitiativen verlieren selbst erfahrene Unternehmer den Überblick. Dabei schlummert gerade im Bereich Energieeffizienz enormes Potenzial – doch ohne strategische Planung und fundierte Expertise bleiben lukrative Förderchancen oft ungenutzt. Warum systematisches Vorgehen[...]
ecogreen GmbH & Co. KG
ColiN00B, Pixabay
Ab September 2026 gelten europaweit verbindliche Regeln für Nachhaltigkeitsaussagen. Hotels, Restaurants und Pensionen müssen ihre Kommunikation grundlegend überprüfen – sonst drohen Abmahnungen und Vertrauensverlust.[...]
ColiN00B, Pixabay
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.