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Mineralwasser als Qualitätsfaktor: Was Gastronomen zur INTERGASTRA 2026 wissen sollten

  • Mineralwasser unterliegt als einziges Lebensmittel in Deutschland einer amtlichen Anerkennung und strengen Qualitätskontrollen
  • Leitungsgebundene Systeme erfordern erheblichen Wartungsaufwand und sind abhängig vom Zustand der Hausleitungen
  • Die INTERGASTRA 2026 zeigt in Halle 9, wie Mineralwasser zum Qualitätsmerkmal moderner Gastronomiebetriebe wird

Messe StuttgartMesse Stuttgart

Amtlich anerkannt: Die Sonderstellung von Mineralwasser

Mineralwasser nimmt unter den Lebensmitteln eine Ausnahmestellung ein: Es ist das einzige Produkt in Deutschland, das eine amtliche Anerkennung erhalten muss. Diese Besonderheit resultiert aus der Herkunft – geschützte unterirdische Quellen, aus denen das Wasser direkt vor Ort abgefüllt wird. Regelmäßige behördliche Kontrollen sichern die gleichbleibende Reinheit vom Ursprung bis zum Gast.

Die INTERGASTRA 2026, die vom 1. bis 5. Februar in Stuttgart stattfindet, widmet diesem Thema einen eigenen Bereich. In Halle 9 präsentieren Mineralbrunnen und Getränkehersteller, wie natürliche Qualität zum Aushängeschild für Gastronomiebetriebe werden kann. Die Fachmesse verbindet dabei Produktinnovationen mit aktuellen Servicetrends.

Partner aus dem HORECA Scout

Andreas Gaupp, Geschäftsführer der Mineralbrunnen Teinach AG, betont: „Natürliches Mineralwasser ist mehr als ein Getränk – es steht für Reinheit, Herkunft und Qualität. In der Gastronomie und Hotellerie steht es für Vertrauen und das Bestreben, Gästen nur das Beste zu bieten."

Premiumgastronomie: Wenn jedes Detail zählt

Im gehobenen Segment entscheidet die Gesamtinszenierung über den Erfolg. Eine hochwertig präsentierte Mineralwasserflasche unterstreicht das Qualitätsversprechen eines Hauses und fügt sich nahtlos in das kulinarische Gesamtkonzept ein. Gäste erwarten heute nicht nur exzellente Speisen, sondern auch durchdachte Getränkebegleitung.

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Stefan Schurr, Marketingleiter der Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH, erklärt: „Zu einem vollkommenen kulinarischen Erlebnis gehört auch ein Mineralwasser, das höchsten Ansprüchen gerecht wird. Im Fine Dining setzt man heute mehr denn je auf authentische Regionalität und erstklassige Zutaten. Ensinger Gourmet Bio-Mineralwasser fügt sich harmonisch in dieses moderne Verständnis von Genuss ein – ursprünglich rein, aus der Region stammend und von herausragender Qualität."

Die klare Herkunftsangabe schafft Transparenz und stärkt das Vertrauen der Gäste. Anders als bei aufbereiteten Alternativen können Betriebe hier mit einem Produkt arbeiten, dessen Qualität bereits am Ursprung definiert und gesichert wird.

Themen in diesem Artikel
BeverageBranche und TrendsEvents und MessenGetränkeHygieneIntergastraMineralwasser

Leitungsgebundene Systeme: Praktisch, aber anspruchsvoll

Wassersprudler und leitungsgebundene Zapfsysteme bieten Flexibilität im Betriebsalltag. Doch der scheinbar unkomplizierte Einsatz täuscht über die tatsächlichen Anforderungen hinweg. Installationshygiene, regelmäßige Wartung und die lokale Wasserqualität bestimmen maßgeblich, was letztlich im Glas des Gastes landet.

Franz Demattio, Geschäftsführer der GEFAKO GmbH & Co. KG, stellt klar: „Grundsätzlich ist Leitungswasser qualitativ nicht mit Mineralwasser vergleichbar – für die Trinkwasser-Aufbereitung (insbesondere bei der Entnahme aus Seen und Flüssen) im Wasserwerk sind über 90 Chemikalien und Hilfsstoffe zugelassen, ein großer Teil der Leitungswassernetze wird sogar dauerhaft gechlort. Zudem hängt die tatsächliche Wasserqualität ab dem Hausanschluss vom Zustand der Leitungen und Armaturen im Gebäude ab. Ganz im Gegensatz dazu stammt Mineralwasser aus geschützten, unterirdischen Quellen, ist unbehandelt und garantiert in der versiegelten Flasche seine konstant hohe, natürliche Reinheit."

Die Verantwortung für die Qualität liegt bei leitungsgebundenen Systemen beim Betrieb selbst. Verkalkungen, Biofilme oder veraltete Hausleitungen können die Wasserqualität beeinträchtigen – Faktoren, die sich der direkten Kontrolle des Gastronomen oft entziehen.

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Hygiene und Wirtschaftlichkeit: Der unsichtbare Aufwand

Jürgen Reichle, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM), verdeutlicht die praktischen Konsequenzen: „Mineralwasser ist ein unvergleichliches Naturprodukt, Kulturgut und das einzige Lebensmittel, das eine amtliche Anerkennung erhält. Die versiegelte Flasche bewahrt die ursprüngliche Reinheit des Mineralwassers bis zum Tisch, was höchste Qualität von der Quelle bis zum Gast garantiert. Im Gegensatz zu aufbereitetem Leitungswasser, dessen Ausschank oft mit deutlichem Aufwand und Platzbedarf für Spülen und Wartung verbunden ist, übernimmt der Mineralbrunnen die Qualitätsgarantie. Das bedeutet maximale Hygienestandards, minimalen Aufwand für das Personal in Gastronomie und Hotellerie sowie ein höherer Beitrag zur Wertschöpfung."

Während bei Flaschenwasser die Qualitätssicherung beim Hersteller liegt, müssen Betriebe mit leitungsgebundenen Systemen selbst für Hygiene sorgen. Regelmäßiges Spülen, Wartungsintervalle und die Schulung des Personals binden Ressourcen. Die versiegelte Flasche hingegen garantiert konstante Qualität ohne betrieblichen Mehraufwand.

Fazit

Die Entscheidung für Mineralwasser oder leitungsgebundene Systeme ist mehr als eine Kostenfrage – sie betrifft Qualität, Hygienestandards und Servicekultur. Mineralwasser bietet durch amtliche Anerkennung, geschützte Herkunft und versiegelte Abfüllung eine Qualitätsgarantie ohne betrieblichen Kontrollaufwand. Leitungsgebundene Alternativen erfordern dagegen kontinuierliche Wartung und hängen von Faktoren ab, die außerhalb der direkten Betriebskontrolle liegen.

Die INTERGASTRA 2026 in Stuttgart demonstriert, dass in der professionellen Gastronomie und Hotellerie zunehmend auf nachvollziehbare Qualität gesetzt wird. Für Betriebe im Premiumsegment ist Mineralwasser dabei mehr als ein Getränk – es ist ein sichtbares Qualitätsmerkmal, das das Gesamterlebnis der Gäste prägt.

Handlungsempfehlungen

  1. Qualitätsstandards definieren: Legen Sie fest, welche Wasserqualität Sie Ihren Gästen garantieren möchten, und prüfen Sie, ob leitungsgebundene Systeme oder Mineralwasser diesem Anspruch besser entsprechen.
  2. Wartungsaufwand kalkulieren: Erfassen Sie bei leitungsgebundenen Systemen alle Kosten für Installation, regelmäßige Wartung, Spülung und Personalschulung – und vergleichen Sie diese mit dem Einsatz von Mineralwasser.
  3. Herkunft kommunizieren: Nutzen Sie die klare Herkunftsangabe von Mineralwasser als Qualitätsmerkmal in Ihrer Gästekommunikation und setzen Sie bewusst auf regionale Quellen.
  4. Hygieneprozesse dokumentieren: Falls Sie leitungsgebundene Systeme einsetzen, etablieren Sie verbindliche Wartungs- und Reinigungsprotokolle und schulen Sie Ihr Personal entsprechend.
  5. INTERGASTRA 2026 besuchen: Informieren Sie sich in Halle 9 über aktuelle Trends, Produktinnovationen und Best Practices rund um Mineralwasser und Servicekultur.

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