Suche

Deutsche Hotellerie kratzt an historischen Höchstwerten – doch internationale Gäste bleiben aus

  • Deutsche Beherbergungsbetriebe verzeichneten im November 2025 einen leichten Anstieg der Übernachtungszahlen um 0,2 Prozent auf 32,2 Millionen
  • In den ersten elf Monaten 2025 wurde mit 465,5 Millionen Übernachtungen ein neues Rekordniveau erreicht
  • Während inländische Gäste um 0,6 Prozent zulegten, sanken die Übernachtungen ausländischer Gäste im Gesamtzeitraum um 2,2 Prozent

Anna Rosar, UnsplashAnna Rosar, Unsplash

Verhaltenes Wachstum im Novembergeschäft

Die Übernachtungszahlen im November 2025 zeigen nach vorläufigen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes eine moderate Entwicklung. Mit insgesamt 32,2 Millionen gebuchten Nächten verzeichneten Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze ein minimales Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres.

Inländische Reisende buchten 26,5 Millionen Übernachtungen – ein Zuwachs von 0,1 Prozent. Internationale Gäste steuerten 5,7 Millionen Übernachtungen bei, was einem Anstieg von 0,4 Prozent entspricht. Die geringen Zuwächse zeigen, dass sich die Nachfrage auf niedrigem Niveau stabilisiert hat, ohne jedoch nennenswerte Impulse zu setzen.

Partner aus dem HORECA Scout

Jahresbilanz: Rekordniveau bei gespaltener Entwicklung

Von Januar bis November 2025 erreichten die Betriebe mit 465,5 Millionen Übernachtungen ein neues Rekordniveau. Gegenüber dem bisherigen Höchstwert aus dem Vorjahreszeitraum (465,1 Millionen) bedeutet dies ein Plus von 0,1 Prozent.

Hinter dieser nahezu stagnierenden Gesamtzahl verbirgt sich jedoch eine deutliche Verschiebung in der Gästestruktur. Die Übernachtungen inländischer Gäste stiegen um 0,6 Prozent auf 388,4 Millionen. Bei ausländischen Gästen hingegen verzeichneten die Betriebe einen Rückgang um 2,2 Prozent auf 77,2 Millionen Übernachtungen. Dieser Einbruch wiegt für viele Betriebe besonders schwer, da internationale Gäste häufig höhere Umsätze pro Übernachtung generieren.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceArbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungManagement
Saisonarbeit im Gastgewerbe: Die rechtlichen Fallstricke bei kurzfristiger Beschäftigung

Fazit

Die deutschen Beherbergungsbetriebe haben 2025 ein neues Rekordniveau erreicht – allerdings mit minimalen Zuwächsen von nur 0,1 Prozent. Das Wachstum wird ausschließlich vom Inlandstourismus getragen, während internationale Gäste deutlich seltener nach Deutschland reisen.

Themen in diesem Artikel
Branche und TrendsTourismusGastgewerbeGeschäftsreisenHotelReisetrends

Für Betriebe bedeutet dies: Der Heimatmarkt bleibt die verlässliche Stütze, kann jedoch die Verluste im lukrativen Auslandsgeschäft nicht vollständig ausgleichen. Die stagnierende Entwicklung lässt wenig Spielraum für Preissteigerungen und erfordert effizientes Kostenmanagement. Wer vom internationalen Geschäft abhängig ist, sollte verstärkt auf inländische Zielgruppen setzen.

Roberta Fele
Finanzen und Controlling

Wenn der Betrieb nicht mehr zu retten ist: Eine Gastronomin über Insolvenz und Neuanfang

Corona, ausbleibende Hilfen, steigende Kosten und wachsende Schulden: Federica Fele führte ein Event- und Cateringunternehmen und übernahm kurz vor der Pandemie ein historisches Gasthaus. Am Ende stand die Insolvenz. Ihr Erfahrungsbericht zeigt, warum der Schritt nicht nur ein Ende sein muss – und warum Betriebe Warnsignale früher ernst nehmen sollten.

ProFina Deutschland GmbH
Datenschutz

Mehr digitale Prozesse, mehr Risiken: Warum Cyberversicherungen für Gastronomiebetriebe immer wichtiger werden

Ein Kassensystem, das mitten im Wochenendgeschäft ausfällt, verlorene Reservierungsdaten, abgegriffene Gästeinformationen: Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Großkonzerne. Auch kleine Restaurants, Cafés und Hotels rücken ins Visier der Kriminellen – oft ohne eigene IT-Abteilung im Rücken. Welche Absicherung dann wirklich hilft.

Pexels
Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Altöl: Abfall oder Rohstoff? Vom Küchenrest zur Ressource

Dunkel, zäh, scheinbar wertlos – und doch ein begehrter Rohstoff für Biodiesel und Flugtreibstoff. Warum die Zukunft von gebrauchtem Speisefett in der Hotelküche entschieden wird und wie neun Betriebe zeigen, dass weniger Abfall keine Frage des Verzichts ist.

Weitere Artikel zum Thema

刘 强, Unsplash
Eine gute Lage und eine bekannte Marke reichen bei Hotelinvestitionen zunehmend nicht mehr aus. Nach Einschätzung des Immobilienberaters Colliers prüfen Investoren genauer, wie leistungsfähig ein Hotelbetrieb tatsächlich ist. Bonität, digitale Prozesse, Kostenstrukturen und tragfähige Betreiberverträge[...]
刘 强, Unsplash
MICE Portal
Wer glaubt, Digitalisierung im Veranstaltungsmanagement beginne mit Künstlicher Intelligenz, denkt womöglich zu kurz. Rund 70 Fachleute aus Unternehmen, Hotellerie und Technologie fragten am Starnberger See, welche organisatorischen Weichen wirklich über den Erfolg entscheiden – und[...]
MICE Portal
Carolina Almeida, Unsplash
Kinderfreie Zonen ja, tierfreie eher nicht: Eine aktuelle Umfrage bringt eine überraschende Doppelbotschaft ans Licht. Warum eine Mehrheit der Deutschen Adults-only-Konzepte gutheißt, den Hund aber lieber am Tisch hätte – und was das für die[...]
Carolina Almeida, Unsplash
Gastivo Portal GmbH
Kostendruck, veränderte Gästeerwartungen und dennoch mehr Zuversicht: Wie schaffen es Betriebe, sich wirtschaftlich zu stabilisieren – und warum entwickelt sich ausgerechnet die alkoholfreie Getränkekarte zum Umsatzmotor? Eine aktuelle Branchenauswertung liefert überraschende Antworten.[...]
Gastivo Portal GmbH
Vitaly Gariev, Pexels
Während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat ein großer Lieferdienst erstmals ausgewertet, was deutsche Fans vor und nach Spielen bestellen. Das Ergebnis überrascht: Die stärksten Zuwächse finden sich nicht bei Bier und Pizza, sondern bei Partydekoration[...]
Vitaly Gariev, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.