Bewusster Konsum beeinflusst die Weinauswahl zweifellos stärker als noch vor einigen Jahren. Bei alkoholarmem Weißwein von einem aktuellen Trend für 2026 zu sprechen, spiegelt aber nicht das tatsächliche Marktgeschehen wider. Studien wie jene der IWS zeigen zwar ein Wachstum im Segment alkoholfreier und alkoholreduzierter Produkte, doch bleibt diese Entwicklung stark von medialer Aufmerksamkeit und einzelnen urbanen Konsummilieus geprägt.
Von einem durchgreifenden Wandel im Qualitätsweinmarkt kann bislang keine Rede sein. Sicher experimentieren einige Winzer mit moderner Weinbergarbeit, früher Lese und angepassten Anbaustilen, um Weine mit 7 bis 9 Volumenprozent Alkohol zu erzeugen, aber dabei handelt es sich weniger um spezielle Trendkreationen, sondern vielmehr um einen flächendeckenden Stilwandel. Insbesondere im Weißweinbereich ist ein niedriger Alkoholgehalt seit Jahrzehnten Teil klassischer, qualitätsorientierter Weinbereitung. D
ie Zeit überladener, schwerer Weißweine ist weitestgehend vorbei. Alkoholarme Varianten entstehen also aus dem Wunsch nach Frische, Balance und zugänglichem Trinkgenuss. Ein gutes Beispiel für einen solchen Wein kommt aus der Kellerei Bozen in Südtirol. Ihr Roséwein ist teilweise entalkoholisiert. Er enthält nicht nur zarte Aromen von Erdbeere, Himbeere und Kirsche, sondern auch einen Hauch von Mandelgebäck und Rosenblättern. Entsprechend lässt er sich als Aperitif oder in Kombination mit leichten Vorspeisen zu kalten Gerichten, Carpaccio vom Rind, herzhaften Brioches mit Frischkäse, salzigem Gebäck und Couscous mit Fisch genießen.











