Suche
Anzeige

Warum Hotels 2026 ohne digitale Gästekommunikation Marktanteile verlieren

  • Zwei Drittel aller Hotelgäste erwarten heute digitale Services – die Gäste-App ist zur Basisanforderung geworden
  • Kostendruck und Personalmangel zwingen Betriebe zum Handeln: 79 Prozent melden gestiegene Kosten, 43 Prozent fehlt Personal
  • Hoteliers sehen in Digitalisierung vor allem operative Entlastung und Effizienzgewinne – doch zersplitterte Systeme bremsen den Fortschritt

Gastfreund GmbHGastfreund GmbH

Die neue Realität: Gäste fordern, was viele Hotels noch nicht bieten

Die Schere zwischen Gästeerwartung und Angebot klafft auseinander. Laut dem Branchenreport „Digitalisierung & KI in der Hotellerie", der von der Gastfreund GmbH im DACH-Markt erhoben wurde, verlangen heute zwei Drittel aller Gäste aktiv nach digitalen Kommunikationslösungen. Damit führt die Gäste-App die Liste der nachgefragten digitalen Services mit deutlichem Abstand an.

Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt: Was vor wenigen Jahren noch als innovative Zusatzleistung galt, ist zur Grunderwartung geworden. Betriebe, die keine durchgängige digitale Kommunikation anbieten, riskieren nicht nur Wettbewerbsnachteile, sie entsprechen schlicht nicht mehr dem Standard, den Gäste heute voraussetzen.

Partner aus dem HORECA Scout

Der europäische Hotelmarkt sei bereit für Digitalisierung, aber nicht für Komplexität, stellt Daniel Schulze, CEO der Gastfreund GmbH, fest. Hoteliers suchten nicht nach mehr Technologie, sondern nach Begleitung beim richtigen Einsatz. Und die Gäste seien bereits weiter als viele Betriebe.

Kostendruck und Personalmangel: Wenn Effizienz zur Überlebensfrage wird

Die wirtschaftliche Lage verschärft den Handlungsdruck zusätzlich. 79 Prozent der befragten Betriebe verzeichnen gestiegene Kosten, 43 Prozent kämpfen mit Personalmangel. In dieser Situation werden operative Effizienzgewinne vom Nice-to-have zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceFührung, Management und Leadership
Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

Die Studie zeigt deutlich, wo Hoteliers die größten Potenziale sehen: 63 Prozent nennen die Entlastung des Personals als wichtigste Chance der Digitalisierung, dicht gefolgt von allgemeinen Effizienzgewinnen mit 60 Prozent. Ebenfalls hoch im Kurs steht das Upselling-Potenzial, ein Bereich, der in vielen Häusern bislang weitgehend ungenutzt bleibt.

Besonders aufschlussreich: 58 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Künstliche Intelligenz den Hotelbetrieb grundlegend verändern wird. Gleichzeitig betonen viele Teilnehmer, dass die menschliche Komponente – Herzlichkeit, persönlicher Kontakt und echte Gastfreundschaft – nicht ersetzt werden darf. Die Herausforderung liegt also darin, Automatisierung so einzusetzen, dass sie dem Personal Freiräume für genau diese zwischenmenschlichen Momente schafft.

Themen in diesem Artikel
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeBranche und TrendsKostenmanagementHotelmanagement-SoftwareKünstliche IntelligenzPersonalmangel

Die Systemfalle: Über 50 Lösungen blockieren durchgängige Prozesse

Ein zentrales Hindernis für erfolgreiche Digitalisierung liegt in der technischen Infrastruktur selbst. Die Erhebung dokumentiert eine extreme Fragmentierung: Allein bei den Property Management Systemen wurden über 50 verschiedene Lösungen genannt. Stimmen aus der Branche bringen die Frustration auf den Punkt: „Es ist eine Wüste aus einzelnen Programmen."

Diese Zersplitterung hat konkrete Auswirkungen auf den Betriebsalltag. Wenn Systeme nicht miteinander kommunizieren, müssen Informationen mehrfach eingepflegt werden. Aktualisierungen bei Angeboten oder Serviceleistungen erfordern manuelle Eingriffe in verschiedenen Tools. Das bindet Kapazitäten, erhöht die Fehleranfälligkeit und verhindert genau die Effizienzgewinne, die Digitalisierung eigentlich bringen sollte.

Der Wunsch nach offenen Schnittstellen und integrierten Lösungen wächst deshalb rasant. Betriebe suchen zunehmend nach Systemen, die Daten zentral verwalten und über alle Kanäle hinweg konsistent ausspielen – von der Pre-Stay-Kommunikation über die Gäste-App bis zur Post-Stay-Bewertung. Nur so lässt sich eine durchgängige Guest Journey realisieren, ohne dass administrative Prozesse zum Flaschenhals werden.

Lesen Sie auch
AußengastronomieGastro, Recht und Gewerbe
Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Vier konkrete Schritte für Hotels jeder Größe

Aus den Studienergebnissen lassen sich konkrete Handlungsempfehlungen ableiten, die unabhängig von Betriebsgröße oder Kategorie funktionieren:

  1. Gäste-App als Einstiegspunkt wählen: Die hohe Nachfrage von 66 Prozent zeigt, wo der größte Hebel liegt. Eine Gäste-App bietet schnell sichtbaren Mehrwert für Gäste und entlastet gleichzeitig die Rezeption.
  2. Aktiv nach Integrationsmöglichkeiten fragen: Bei der Auswahl neuer Systeme sollten offene Schnittstellen und PMS-Kompatibilität zur Grundvoraussetzung werden. Anbieter, die keine klaren Integrationszusagen machen, sollten kritisch hinterfragt werden.
  3. Digitalisierungsziele messbar definieren: Konkrete Kennzahlen wie eingesparte Rezeptionsstunden, gesteigerte Upselling-Quoten oder reduzierte Druckkosten machen den Return on Investment nachvollziehbar und schaffen Entscheidungsgrundlagen.
  4. Auf Begleitung statt nur auf Produkte setzen: Der Markt ist voll von Technologielösungen. Entscheidend ist, Partner zu finden, die nicht nur Software verkaufen, sondern bei Auswahl, Implementierung und Optimierung aktiv unterstützen.

Fazit

Die Hotellerie steht 2026 an einem Kipppunkt. Die Studienergebnisse zeigen unmissverständlich: Gäste haben ihre Erwartungen längst an digitale Standards angepasst, während viele Betriebe noch mit der technischen Umsetzung ringen. Gleichzeitig verschärfen Kostendruck und Personalmangel die Situation zusätzlich.

Die gute Nachricht: Die Branche hat den Handlungsbedarf erkannt. 63 Prozent sehen konkrete Chancen in der Personalentlastung, mehr als die Hälfte glaubt an die transformative Kraft von KI. Was fehlt, ist nicht der Wille zur Veränderung, sondern der richtige Einstieg in ein zunehmend unübersichtliches Lösungsangebot.

Die zentrale Herausforderung liegt dabei weniger in einzelnen digitalen Features als vielmehr in ihrer Integration. Erst wenn Systeme durchgängig zusammenarbeiten und Informationen zentral verwaltet werden können, entstehen die Effizienzgewinne, die Digitalisierung rechtfertigen. Betriebe, die jetzt strategisch vorgehen und auf integrierte Lösungen setzen, schaffen nicht nur die Basis für operative Entlastung, sie positionieren sich als zukunftsfähige Arbeitgeber und erfüllen die Erwartungen einer Gästegeneration, für die digitale Kommunikation zum selbstverständlichen Standard gehört.

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

50 Mitarbeiter, jahrelang unbemerkt, ein sechsstelliger Schaden: Die Razzia in einem Restaurant in München hat eine unbequeme Frage zurück auf die Tagesordnung gebracht – wie gut kennen Gastronomen eigentlich die Abläufe in ihrem eigenen Haus? Steuerberater Christopher Arendt erklärt, wo die typischen Schwachstellen sitzen und warum wachsende Betriebe ihre Kontrollen jetzt mitwachsen lassen müssen.

Robert Bye, Unsplash
Außengastronomie

Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben. Das Ergebnis macht deutlich, wie unterschiedlich Städte Außengastronomie bepreisen.

wattline GmbH
Allgemeine Haustechnik

Öffnungszeiten, Auslastung, Standort: Welche Faktoren den Energieverbrauch im Gastgewerbe bestimmen

Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große Rolle wie die technische Ausstattung. Wer weiß, an welchen Stellschrauben sich tatsächlich drehen lässt, kann Kosten senken – ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Doch welche Faktoren wiegen am schwersten, und wo verbergen sich die größten Einsparpotenziale?

Canva
Digitalisierung

KI-Inhalte kennzeichnen: Was Gastronomen und Hoteliers ab August wissen müssen

Ein KI-generiertes Zimmerfoto auf der Buchungsseite, der Speisekarten-Text aus ChatGPT, das Instagram-Motiv per Knopfdruck: Ab dem 2. August sind solche Inhalte kennzeichnungspflichtig. Was der EU AI Act konkret fordert, wo die Grenze zur klassischen Bildbearbeitung liegt – und warum Betriebe, die das ignorieren, Abmahnungen und empfindliche Bußgelder riskieren.

Lightspeed, L Seden
Branche und Trends

„Green Gap“ – Lightspeed-Umfrage zeigt Nachhaltigkeits-Paradox in der Gastronomie

Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal fünf Prozent Aufschlag. Für Gastronomiebetriebe wird die grüne Transformation damit zur ökonomischen Gratwanderung.

Gastfreund GmbH
Branche und Trends

Warum Hotels 2026 ohne digitale Gästekommunikation Marktanteile verlieren

Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern schlicht den Anschluss. Ein aktueller Branchenreport der Gastfreund GmbH zeigt, wo der größte Hebel liegt – und warum die eigentliche Herausforderung nicht Technologie, sondern Integration ist.

Weitere Artikel zum Thema

wattline GmbH
Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große[...]
wattline GmbH
Canva
Ein KI-generiertes Zimmerfoto auf der Buchungsseite, der Speisekarten-Text aus ChatGPT, das Instagram-Motiv per Knopfdruck: Ab dem 2. August sind solche Inhalte kennzeichnungspflichtig. Was der EU AI Act konkret fordert, wo die Grenze zur klassischen Bildbearbeitung[...]
Canva
Lightspeed, L Seden
Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal[...]
Lightspeed, L Seden
TheFork
Nicht wahrgenommene Reservierungen zählen zu den wirtschaftlich relevantesten Einflussfaktoren im Gastronomiebetrieb und wirken sich unmittelbar auf Umsatz und Auslastung aus. Aktuelle Marktauswertungen zeigen zugleich, dass sich No-Shows durch strukturierte Prozesse im Reservierungsmanagement deutlich reduzieren lassen.[...]
TheFork
Gemini
Bandspülmaschinen mit Kameras, Untertischgeräte mit Lernkurve, Spülanlagen mit dynamischer Energieverteilung – die Hersteller bringen Künstliche Intelligenz in einen der unterschätztesten Bereiche der Profi-Küche. Ein Überblick über drei Ansätze, die sich erkennbar unterscheiden.[...]
Gemini
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.