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Wenn Bürokratie Fachkräfte am Arbeiten hindert

  • Nicht der Fachkräftemangel an sich, sondern langwierige Verwaltungsverfahren sind das eigentliche Hindernis bei der Besetzung offener Stellen – belegt durch zwei Fälle mit mehrmonatiger Verzögerung.
  • Selbst ein reiner Arbeitgeberwechsel einer in Deutschland ausgebildeten Fachkraft dauert über zwei Monate, was Betriebe im Alltag konkret ausbremst.
  • Betriebe sollten Verzögerungen dokumentieren und politischen Druck für schnellere, funktionierende Verwaltungsverfahren aufbauen, statt auf weitere Ankündigungen zu warten.

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Der Hotelier Manfred Lange aus dem Bodenseekreis schildert zwei konkrete Fälle, in denen die Einstellung qualifizierter Arbeitskräfte durch langwierige Verwaltungsverfahren erheblich verzögert wurde.

„Deutschland spricht täglich vom Fachkräftemangel. Politiker versprechen Bürokratieabbau und schnellere Verfahren. Die Realität in den Betrieben sieht jedoch anders aus. Nicht der Fachkräftemangel ist das größte Problem – sondern eine Bürokratie, die qualifizierte Arbeitskräfte monatelang am Arbeiten hindert.

Ich bin Unternehmer im Bodenseekreis und habe innerhalb weniger Monate zwei Fälle erlebt, die zeigen, warum viele Unternehmen an der Bürokratie verzweifeln.

Partner aus dem HORECA Scout

Im ersten Fall wollte ich eine Mitarbeiterin einstellen. Der Antrag wurde am 15. April 2026 eingereicht. Am 26. Juni 2026 wurde der Antrag zunächst abgelehnt, weil ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen hatte, obwohl der Aufenthaltstitel der Mitarbeiterin zunächst nur bis zum 31. Oktober 2026 gültig war. Erst am 9. Juli 2026 erhielt sie die erforderliche Genehmigung. Fast drei Monate gingen verloren – obwohl dringend Personal gesucht wird.

Im zweiten Fall wollte ein Koch, der bereits im Landkreis Konstanz beschäftigt war, in meinen Betrieb im Bodenseekreis wechseln. Er hat seine Berufsausbildung in Deutschland erfolgreich abgeschlossen und seine IHK-Abschlussprüfung bestanden. Es handelte sich also lediglich um einen Arbeitgeberwechsel innerhalb Deutschlands. Dennoch dauerte das Verfahren mehr als zwei Monate.

Diese beiden Fälle werfen für mich eine einfache Frage auf: Wie soll der Fachkräftemangel bekämpft werden, wenn qualifizierte Fachkräfte durch langwierige Verwaltungsverfahren ausgebremst werden?

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Es geht mir nicht um eine Sonderbehandlung. Es geht um die Frage, warum Politik und Verwaltung ständig vom Fachkräftemangel sprechen, während Unternehmen und Arbeitnehmer wochen- oder monatelang auf Entscheidungen warten müssen.

Themen in diesem Artikel
Gastro, Recht und GewerbeRecruiting und FachkräftemangelBürokratieFachkräfteeinwanderungsgesetzFachkräftemangelRecruiting

Unternehmen brauchen keine weiteren Ankündigungen zum Bürokratieabbau. Sie brauchen funktionierende Verwaltungsverfahren und politische Verantwortung. Wer den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen will, muss endlich die Bürokratie abbauen und Entscheidungen beschleunigen.“

 

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