Suche
Anzeige

„Green Gap“ – Lightspeed-Umfrage zeigt Nachhaltigkeits-Paradox in der Gastronomie

  • Regionalität und Saisonalität sind für 62 Prozent der Restaurantgäste die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte – klassische Marker wie Bio oder vegan spielen dagegen eine untergeordnete Rolle.
  • Zwei Drittel der Befragten würden grundsätzlich mehr zahlen, doch über die Hälfte akzeptiert maximal fünf Prozent Aufschlag – eine wirtschaftliche Herausforderung für nachhaltige Konzepte.
  • Zero-Waste-Maßnahmen wie Doggy Bags (62,3 Prozent) und Plattformen wie Too Good To Go (71,1 Prozent regelmäßige Nutzung) sind im Alltag der Gäste längst angekommen und bieten niedrigschwellige Ansatzpunkte für Betriebe.

Lightspeed, L SedenLightspeed, L Seden

Regionale Produkte, Lebensmittel retten und Mehrweg statt Müll: Nachhaltigkeit ist für Restaurantgäste in Deutschland längst kein Nischenthema mehr. Doch wenn es um die Kosten dafür geht, zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Verhalten. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Verbraucherumfrage von Lightspeed, dem führenden Anbieter cloudbasierter Kassensystem- und Bezahlplattformen.

Gastronomie bleibt fester Bestandteil des Alltags

Rund zwei Drittel der Befragten besuchen mindestens einmal im Monat ein Restaurant, knapp 22 Prozent sogar wöchentlich. Damit bleibt die Gastronomie ein fester Bestandteil des Alltags. Bei der Auswahl des Restaurants gewinnen Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend an Bedeutung.

Partner aus dem HORECA Scout

Regionalität schlägt Bio und Vegan

Für die Mehrheit der Gäste ist die Herkunft der Produkte entscheidend: Regionalität und Saisonalität führen das Ranking der wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte klar an und sind für 62 Prozent der Befragten sehr wichtig. An zweiter Stelle folgen „gesunde Speisen" und „Clean Eating"-Optionen (57,9 Prozent). Maßnahmen zur Abfallvermeidung sind außerdem für mehr als die Hälfte der Restaurantgäste wichtig (51,5 Prozent). Überraschend ist: Klassische Nachhaltigkeitsmarker wie Bio-Produkte (37,9 Prozent) oder vegetarisch und vegane Angebote (33 Prozent) spielen eine deutlich geringere Rolle.

„Green Gap": Nachhaltigkeit ja – aber bitte ohne Aufpreis

Die gewünschten nachhaltigeren Angebote gehen bei den Restaurantbetreibern in der Regel mit höheren Kosten für beispielsweise höherwertige Produkte einher, was in einem Aufpreis für Speisen und Getränken resultiert. Und hier besteht das Nachhaltigkeits-Paradox: Zwar geben 64 Prozent der Befragten an, grundsätzlich bereit zu sein, für nachhaltigere Angebote mehr zu zahlen – doch ein genauerer Blick relativiert diese Aussage deutlich: Mehr als die Hälfte der Befragten akzeptiert maximal einen Aufschlag von bis zu 5 Prozent. Nur jeder Zehnte (11,1 Prozent) würde bis zu 10 Prozent mehr zahlen, während lediglich 1,6 Prozent noch höhere Preissteigerungen mittragen würden.

Diese Diskrepanz zwischen Einstellung und tatsächlicher Zahlungsbereitschaft stellt Gastronomiebetriebe vor eine strategische Herausforderung. Wer Nachhaltigkeit wirtschaftlich umsetzen will, muss sie effizient in bestehende Prozesse integrieren – etwa durch smarte Warenwirtschaft, optimierte Portionierung und datenbasierte Planung.

Sinahn Fabian Sehk

Zero Waste ist im Alltag angekommen

Die gute Nachricht: Praktische Maßnahmen zur Müllvermeidung stoßen auf breite Akzeptanz. 68,7 Prozent der Gäste nehmen Essensreste mit nach Hause, 62,3 Prozent nutzen Doggy Bags regelmäßig. Auch Mehrweg-Pfandsysteme (60,5 Prozent) und Plattformen wie Too Good To Go sind längst im Mainstream angekommen: 71,1 Prozent der Befragten nutzen sie regelmäßig, 44 Prozent sogar monatlich. Als besonders sinnvoll gelten zudem der Verzicht auf portionierte Saucen (48,9 Prozent) sowie reduzierte Verpackungen, etwa durch leitungsgebundene Getränke (48,5 Prozent).

Themen in diesem Artikel
Nachhaltigkeit und UmweltschutzBranche und TrendsMarketingGästefeedbackLebensmittelverschwendungNachhaltigkeitPreispolitikregionale Produkte

Implikationen für die Gastro-Branche

Die Studienergebnisse zeigen klar: Gäste erwarten nachhaltige Angebote, honorieren diese jedoch nur begrenzt finanziell. Gleichzeitig sind niedrigschwellige, alltagstaugliche Maßnahmen wie Zero-Waste-Konzepte besonders erfolgreich. Für Gastronomiebetriebe bedeutet das: Nachhaltigkeit muss operationalisiert werden – effizient, transparent und ohne spürbare Preissprünge für den Gast. Technologien, die Kostenkontrolle und Prozessoptimierung ermöglichen, werden dabei zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Methodik

Im April 2026 führte Lightspeed gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio eine Verbraucherumfrage unter 1.000 Teilnehmenden in Deutschland durch. Die Befragten waren zwischen mussten über 18 Jahre alt sein und in den vergangenen sechs Monaten ein Restaurant besucht haben. Alle Antworten wurden anonym erhoben und einer Qualitätsprüfung unterzogen, um eine angemessene Fehlertoleranz sicherzustellen.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceFührung, Management und Leadership
Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie
ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

50 Mitarbeiter, jahrelang unbemerkt, ein sechsstelliger Schaden: Die Razzia in einem Restaurant in München hat eine unbequeme Frage zurück auf die Tagesordnung gebracht – wie gut kennen Gastronomen eigentlich die Abläufe in ihrem eigenen Haus? Steuerberater Christopher Arendt erklärt, wo die typischen Schwachstellen sitzen und warum wachsende Betriebe ihre Kontrollen jetzt mitwachsen lassen müssen.

Robert Bye, Unsplash
Außengastronomie

Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben. Das Ergebnis macht deutlich, wie unterschiedlich Städte Außengastronomie bepreisen.

wattline GmbH
Allgemeine Haustechnik

Öffnungszeiten, Auslastung, Standort: Welche Faktoren den Energieverbrauch im Gastgewerbe bestimmen

Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große Rolle wie die technische Ausstattung. Wer weiß, an welchen Stellschrauben sich tatsächlich drehen lässt, kann Kosten senken – ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Doch welche Faktoren wiegen am schwersten, und wo verbergen sich die größten Einsparpotenziale?

Canva
Digitalisierung

KI-Inhalte kennzeichnen: Was Gastronomen und Hoteliers ab August wissen müssen

Ein KI-generiertes Zimmerfoto auf der Buchungsseite, der Speisekarten-Text aus ChatGPT, das Instagram-Motiv per Knopfdruck: Ab dem 2. August sind solche Inhalte kennzeichnungspflichtig. Was der EU AI Act konkret fordert, wo die Grenze zur klassischen Bildbearbeitung liegt – und warum Betriebe, die das ignorieren, Abmahnungen und empfindliche Bußgelder riskieren.

Lightspeed, L Seden
Branche und Trends

„Green Gap“ – Lightspeed-Umfrage zeigt Nachhaltigkeits-Paradox in der Gastronomie

Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal fünf Prozent Aufschlag. Für Gastronomiebetriebe wird die grüne Transformation damit zur ökonomischen Gratwanderung.

Gastfreund GmbH
Branche und Trends

Warum Hotels 2026 ohne digitale Gästekommunikation Marktanteile verlieren

Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern schlicht den Anschluss. Ein aktueller Branchenreport der Gastfreund GmbH zeigt, wo der größte Hebel liegt – und warum die eigentliche Herausforderung nicht Technologie, sondern Integration ist.

Weitere Artikel zum Thema

Robert Bye, Unsplash
Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben.[...]
Robert Bye, Unsplash
wattline GmbH
Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große[...]
wattline GmbH
Gastfreund GmbH
Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern[...]
Gastfreund GmbH
TheFork
Nicht wahrgenommene Reservierungen zählen zu den wirtschaftlich relevantesten Einflussfaktoren im Gastronomiebetrieb und wirken sich unmittelbar auf Umsatz und Auslastung aus. Aktuelle Marktauswertungen zeigen zugleich, dass sich No-Shows durch strukturierte Prozesse im Reservierungsmanagement deutlich reduzieren lassen.[...]
TheFork
Gemini
Bandspülmaschinen mit Kameras, Untertischgeräte mit Lernkurve, Spülanlagen mit dynamischer Energieverteilung – die Hersteller bringen Künstliche Intelligenz in einen der unterschätztesten Bereiche der Profi-Küche. Ein Überblick über drei Ansätze, die sich erkennbar unterscheiden.[...]
Gemini
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.