Europäische Vielfalt in der Endauswahl
Die Jury des 196+ forum Mailand hat aus 25 Einreichungen aus 13 europäischen Ländern zehn Finalisten bestimmt. Die geografische Verteilung zeigt dabei einen klaren Schwerpunkt: Drei nominierte Hotels kommen aus Deutschland, zwei aus Frankreich. Jeweils ein Haus wurde aus Italien, Luxemburg, Norwegen, Österreich und der Schweiz ausgewählt. Bewerben konnten sich ausschließlich Objekte, die zwischen Oktober 2024 und März 2026 fertiggestellt und eröffnet wurden, der Wettbewerb fokussiert damit bewusst auf aktuelle Entwicklungen im europäischen Hoteldesign.
Die Bandbreite der nominierten Häuser reicht vom kleinen Landhotel bis zum urbanen Luxusresort. Dieser Ansatz unterstreicht, dass gestalterische Qualität keine Frage der Größenordnung oder Investitionssumme ist, sondern der konzeptionellen Konsequenz.
Bewertungskriterien: Mehr als nur schöne Oberflächen
Die Jury prüfte vier zentrale Aspekte: die Originalität des Architektur- und Designkonzepts, die architektonische Qualität von Gebäude und Fassade, die Gestaltung der Innenräume sowie den Gestaltungsansatz und das damit verbundene konzeptionelle Story Telling. Letzteres Kriterium verdeutlicht den Anspruch: Es geht nicht um dekorative Elemente, sondern um ein schlüssiges Gesamtkonzept, das eine nachvollziehbare Erzählung transportiert.
Christian Walter, Global CEO der PKF hospitality group und Jury-Vorsitzender, formuliert es so: Der Award möchte die Bedeutung von Ästhetik für den wirtschaftlichen Erfolg eines Hotels hervorheben – und gleichzeitig die Verantwortung der Branche betonen, zu einer besseren gebauten Umwelt beizutragen. Angesichts globalpolitischer Herausforderungen habe die Jury intensiv diskutiert, ob die Hotellerie mehr Projekte benötige, die ein Gefühl von Sicherheit vermitteln – oder mehr gestalterische Impulsgeber, die es wagen zu polarisieren. Die zehn Nominierten bieten nach seiner Einschätzung herausragende Beispiele für beide Ansätze.
Hohe Messlatte für gestalterische Exzellenz
Erik Nissen Johansen, Jury-Mitglied sowie Eigentümer, Gründer und Creative Director bei Stylt Trampoli AB, beschreibt das Auswahlverfahren als außergewöhnlich anspruchsvoll. Das Niveau der Einreichungen sei so hoch gewesen, dass die Jury nicht zwischen guten und schlechten Projekten habe wählen müssen, sondern zwischen herausragenden Ideen mit sehr unterschiedlichen Stärken. Exzellenz lasse sich nicht anhand einer einfachen Formel messen – genau das mache den Wettbewerb auf diesem Niveau so herausfordernd.
Diese Aussage verdeutlicht: Der Hotel Design Award 2026 versteht sich nicht als reine Auszeichnung für spektakuläre Optik, sondern als Würdigung unterschiedlicher Wege zu gestalterischer Qualität. Für Betreiber bedeutet das: Es gibt nicht den einen richtigen Designansatz – entscheidend ist die Stimmigkeit zwischen Konzept, Zielgruppe und Umsetzung.
Die zehn Finalisten im Überblick
Folgende Hotels konkurrieren um die Auszeichnung:
- Casa Cook Madonna (Madonna di Campiglio, Italien)
- Huus Quell (Gonten, Schweiz)
- Kimpton Main Frankfurt (Frankfurt am Main, Deutschland)
- LILLØY Lindenberg (Bergen, Norwegen)
- Maison Heler Metz | A Curio Collection Hotel by Hilton (Metz, Frankreich)
- Palais Mailberger Hof (Wien, Österreich)
- SAX Paris, LXR Hotels & Resorts (Paris, Frankreich)
- Steigenberger Icon Europäischer Hof Baden-Baden (Baden-Baden, Deutschland)
- The Florentin by Althoff Collection (Frankfurt am Main, Deutschland)
- Villa Pétrusse (Luxemburg, Luxemburg)
Der Wettbewerb richtet sich an Architekten, Betreiber, Designer, Eigentümer und Entwickler von Hotels aus Europa. Die Preisverleihung findet am 20. April 2026 im Rahmen des 196+ forum Mailand statt.
Fazit
Der Hotel Design Award 2026 macht sichtbar, dass durchdachte Gestaltung zunehmend als Erfolgsfaktor verstanden wird – nicht als Luxus, sondern als strategisches Instrument zur Differenzierung. Die zehn nominierten Häuser zeigen, dass gestalterische Exzellenz unterschiedliche Formen annehmen kann: vom sicherheitsvermittelnden Rückzugsort bis zum polarisierenden Statement. Für Betreiber ist dabei eine zentrale Erkenntnis relevant: Die Jury bewertet nicht isolierte Designelemente, sondern die Stimmigkeit des Gesamtkonzepts und die Qualität des konzeptionellen Story Tellings.
Die Tatsache, dass drei deutsche Hotels in die Endauswahl gelangt sind, deutet auf eine gestiegene gestalterische Kompetenz in der deutschen Hotellerie hin. Gleichzeitig zeigt die europäische Vielfalt der Nominierten: Inspiration und Best Practices sind nicht auf einzelne Märkte begrenzt. Betreiber, die in Neu- oder Umbauprojekte investieren, sollten den Wettbewerb als Orientierung nutzen – nicht um Trends zu kopieren, sondern um zu verstehen, welche konzeptionelle Tiefe heute erwartet wird.











