Suche
Anzeige

Bad Füssing erweitert Angebot: Longevity als Zukunftsfeld im Gesundheitstourismus

  • Bad Füssing erschließt mit Longevity einen wachsenden Markt: 87 Prozent der Menschen interessieren sich für ein langes, gesundes Leben, während selbstzahlende Gäste zunehmend in präventive Gesundheitsangebote investieren.
  • Der Kurort verfügt über ideale Voraussetzungen für Longevity-Angebote: heilkräftiges Thermalwasser, medizinische Kompetenz und vor allem Zeit für nachhaltige Lebensstilveränderungen fernab der Ballungsräume.
  • Entscheidend ist die Transformation bestehender Einzelleistungen in strukturierte, medizinisch fundierte und buchbare Programme, um sich als führender Präventionsstandort im deutschsprachigen Raum zu etablieren.

Europa Therme Bad Füssing, Leonie LorenzEuropa Therme Bad Füssing, Leonie Lorenz

Die Botschaft der Veranstaltung ist klar: Der Gesundheitstourismus befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Immer mehr Menschen investieren aktiv in ihre Gesundheit, bevor Krankheit entsteht. Studien zeigen: Rund 87 Prozent interessieren sich für ein langes, gesundes Leben – gleichzeitig ist der Begriff „Longevity“ bislang nur einem kleineren Teil der Bevölkerung bekannt. Genau hier liegt ein erhebliches Marktpotenzial.

Bad Füssing setzt dabei bewusst auf eine Erweiterung seines Portfolios. Longevity soll als neue, buchbare Produktpalette etabliert werden – ergänzend zu den klassischen Angeboten wie Kur, Rehabilitation und medizinischer Gesundheitsversorgung sowie bestehenden Wellnessangeboten für Selbstzahler. Ziel ist es, neue Zielgruppen zu erschließen und gleichzeitig bestehende Stärken weiterzuentwickeln.

„Menschen suchen heute gezielt nach Orientierung und ganzheitlichen Lösungen, die ihr Leben nachhaltig verbessern“, betonte Kur- & Tourismusmanagerin Daniela Leipelt. „Unsere Aufgabe ist es, aus einzelnen Leistungen strukturierte, medizinisch fundierte Angebote zu entwickeln, die verständlich, buchbar und wirksam sind.“

Partner aus dem HORECA Scout

Beste Voraussetzungen bringt der Standort bereits mit: das heilkräftige Thermalwasser, hohe medizinische und therapeutische Kompetenz, eine intakte Natur sowie Ruhe fernab der Ballungsräume. Hinzu kommt ein entscheidender Erfolgsfaktor: Zeit – Zeit für Prävention, für bewusste Lebensstilveränderungen und für nachhaltige Gesundheitsprozesse. „Die Menschen haben hier die Möglichkeit, innezuhalten und neue Routinen zu entwickeln – das ist ein zentraler Baustein für langfristige Gesundheit“, lautete ein Fazit der Veranstaltung.

Die fachlichen Impulse des Vormittags zeigten eindrucksvoll, wie konkret sich das Thema Longevity bereits heute umsetzen lässt. Dr. med. Johannes Zwick, Aufsichtsratsvorsitzender der Johannesbad Gruppe und Gründer des Choju-Health-Konzepts, stellte die zentrale Rolle der Lebensstilmedizin heraus. Choju ist ein Begriff aus dem Japanischen und bedeutet Langlebigkeit. Im übertragenen Sinne steht es für ein langes Leben voller Lust & Lebensfreude.

Dr. Zwick betonte: „Rund 80 Prozent unserer Gesundheit können wir aktiv beeinflussen – durch Bewegung, Ernährung und Regeneration.“ Ergänzend zeigte Dr. Markus Stöcher (HealthZone7 GmbH), wie sich durch präventive Diagnostik, datenbasierte Analysen und individualisierte Programme maßgeschneiderte Longevity-Konzepte entwickeln lassen. Beiträge aus der Praxis verdeutlichten zudem, dass bestehende Angebote wie Thermalanwendungen, Bewegung und gezielte Entschleunigung eine ideale Basis für die Weiterentwicklung darstellen. Entscheidend sei die intelligente Vernetzung dieser Bausteine zu strukturierten, evidenzbasierten und buchbaren Programmen.

Lesen Sie auch
Arbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungKostenmanagement
Mindestlohn 2026: Wie Betriebe im Gastgewerbe Personalkosten wieder steuerbar machen

Auch der Bayerische Heilbäderverband sieht in dieser Entwicklung eine klare Zukunftsperspektive. Geschäftsführer Frank Oette betonte: „Heilbäder müssen sich zu Präventionszentren der Zukunft weiterentwickeln – mit klar profilierten, medizinisch fundierten Angeboten und einer deutlichen Abgrenzung zur klassischen Wellness.“

Im Fokus steht nun die konkrete Umsetzung: In interdisziplinären Workshops wurden erste Ansätze für marktfähige Longevity-Angebote entwickelt – von Bewegung und Ernährung über Stressmanagement bis hin zu innovativen medizinischen Konzepten. Ziel ist es, diese Ansätze in den kommenden Monaten in buchbare Produkte zu überführen.

Themen in diesem Artikel
Branche und TrendsTourismusLebensstilmedizinLongevityPräventionTourismus

Bad Füssing will diese Entwicklung aktiv gestalten – und hat das Potenzial, sich mittel- und langfristig als führender Standort für Prävention und Longevity im deutschsprachigen Raum zu etablieren. Voraussetzung dafür ist die enge Zusammenarbeit aller Leistungsträger vor Ort.

Auch Erster Bürgermeister Tobias Kurz unterstreicht die Bedeutung dieses Weges: „Bad Füssing verfügt über eine einzigartige Kombination aus medizinischer Kompetenz, natürlicher Heilkraft und gewachsener touristischer Infrastruktur. Wenn wir unsere bestehenden Stärken mit neuen Angeboten wie Longevity gezielt verbinden, können wir unsere Position als Gesundheitsstandort nachhaltig stärken.“

Mit dieser strategischen Erweiterung setzt Bad Füssing ein klares Signal: Neben Kur, Reha und klassischen Gesundheitsangeboten entsteht ein neues Angebotsfeld, das Prävention, Lebensqualität und moderne Gesundheitskonzepte in den Mittelpunkt stellt – und den Kurort fit für die Zukunft macht.

Begleitend zum Fachprogramm organisierte der örtliche Kur- und Gewerbeverein eine Fachausstellung der regionalen Wirtschaft mit Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben. Unternehmen aus den Bereichen Handel, Gesundheit, Lifestyle und Service präsentierten im Foyer des Großen Kulturhauses innovative Produkte, Dienstleistungen und aktuelle Trends rund um Wohlbefinden, Bewegung und Lebensqualität.

Lesen Sie auch
Branche und TrendsGehalt, Benefits und AltersversorgungRecruiting und Fachkräftemangel
Was verdient man wirklich im Gastgewerbe? Ein ehrlicher Gehalts-Check vom Azubi bis zur Küchenleitung

Eva Uttenthaler, 2. Vorsitzende des Kur- und Gewerbevereins, die maßgeblich an der Planung und Koordination beteiligt war, zeigte sich vor Ort sehr zufrieden mit der Resonanz: „Die Ausstellung hat einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und leistungsstark unsere regionale Wirtschaft ist. Besonders erfreulich waren das große Interesse und der intensive Austausch zwischen den Ausstellern und den Besuchern.“

Quinyx
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

Mindestlohn 2026: Wie Betriebe im Gastgewerbe Personalkosten wieder steuerbar machen

13,90 Euro heute, 14,60 Euro 2027 – und fast jede zweite Arbeitskraft im Gastgewerbe ist betroffen. Doch der Stundensatz allein entscheidet nicht über die Personalkosten. Wo genau im Dienstplan das Geld verloren geht und welche Schicht-Stellschrauben Lohnsteigerungen abfedern, ohne Service und Team zu belasten.

Joshua Rodriguez, Unsplash
Arbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung

Rentenreform: DEHOGA warnt vor Minijob-Aus und sieht eine Million Stellen im Gastgewerbe in Gefahr

Es geht um die Zukunft eines ganzen Beschäftigungsmodells: Die Rentenkommission will den Sonderstatus von Minijobs streichen, und im Gastgewerbe stehen damit rund 1,1 Millionen Stellen auf dem Spiel. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick spricht von einem „Frontalangriff“ auf die Branche, warnt vor neuer Schwarzarbeit und fordert die Politik zum Umsteuern auf.

Markus Spiske, Pexels
Datenschutz

Sommer 2026: Personelle Abwesenheit wird zum Sicherheitsrisiko

Urlaubszeit und ausgedünnte Teams schaffen genau die Lücken, die Cyberkriminelle suchen. Stoïk-Daten belegen, dass Juli und August zu den schadensintensivsten Monaten zählen – und dass die Hotellerie zunehmend ins Visier gerät. Anhand dreier Fälle wird sichtbar, wie E-Mail-Betrug, manipulierte Bankverbindungen und verzögert wirkende Kompromittierungen funktionieren.

Banerjee & Kollegen
Gastro, Recht und Gewerbe

Typische Streitfragen bei Hotel- und Gastronomieimmobilien

Gewährleistungsausschlüsse sind bei Bestandsimmobilien üblich, im Gastgewerbe aber nur dann tragfähig, wenn die Informationslage stimmt. Streit entsteht regelmäßig dort, wo bekannte Einschränkungen der Nutzung oder der Betriebsfähigkeit nicht sauber offengelegt und vertraglich eingeordnet werden.

Weitere Artikel zum Thema

Tim Douglas, Pexels
Die Branche sucht Nachwuchs – und Nachwuchs fragt zuerst nach dem Gehalt. Die aktuellen Zahlen inklusive der unbequemen Wahrheiten und der Stellschrauben, an denen gute Arbeitgeber drehen sollten.[...]
Tim Douglas, Pexels
Joshua Rodriguez, Unsplash
Es geht um die Zukunft eines ganzen Beschäftigungsmodells: Die Rentenkommission will den Sonderstatus von Minijobs streichen, und im Gastgewerbe stehen damit rund 1,1 Millionen Stellen auf dem Spiel. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick spricht von einem „Frontalangriff“[...]
Joshua Rodriguez, Unsplash
Privat
Eine junge Führungskraft, die schon als Kind von der Hoteldirektion träumte, gewinnt den Deutschen Hotelnachwuchs-Preis 2026. Doch was hält jemanden in einer Branche, die fordert, fordert und manchmal an die Grenzen bringt? Ein Gespräch über[...]
Privat
geralt, Pixabay (KI)
Acht Stunden, zehn Stunden – oder bald eine ganze Woche zum Verteilen? Ein erster Entwurf aus dem Bundesarbeitsministerium soll das Arbeitszeitgesetz reformieren. Doch ausgerechnet die geplante Flexibilisierung sorgt für scharfe Kritik aus dem Gastgewerbe. Warum[...]
geralt, Pixabay (KI)
BGN; Alex Knight, Unsplash
Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe erweitert ihr digitales Angebot um einen KI-basierten Suchassistenten. Das System durchsucht drei Fachportale gleichzeitig und beantwortet Fragen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in verständlicher Form. Besonders für Betriebe mit mehrsprachigen Teams[...]
BGN; Alex Knight, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.