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Unfälle mit Nutzfahrzeugen vermeiden: Warum Fahrsicherheitstrainings jetzt gefördert werden

  • Abbiegevorgänge und Rangiermanöver mit Nutzfahrzeugen bergen erhebliche Gefahren für Fußgänger und Radfahrer – auch auf Betriebsgeländen
  • Technische Assistenzsysteme wie Abbiegeassistenten sind wichtig, ersetzen aber keine qualifizierte Fahrerschulung
  • Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe fördert Fahrsicherheitstrainings für Mitgliedsbetriebe finanziell

Diana, PexelsDiana, Pexels

Unterschätzte Gefahr: Rangieren und Abbiegen mit Nutzfahrzeugen

Wer täglich mit dem PKW unterwegs ist, unterschätzt häufig die Besonderheiten von Transportern und LKWs. Bremsverhalten, Kurvenradius, Wendekreis – bei Nutzfahrzeugen gelten völlig andere physikalische Gesetze. Besonders kritisch: Abbiegevorgänge und Rangiermanöver auf Betriebsgeländen.

Die vermeintlich niedrige Geschwindigkeit wiegt Fahrer oft in falscher Sicherheit. Tatsächlich entstehen die meisten schweren Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern genau in diesen Situationen. Eingeschränkte Sichtverhältnisse und großflächige tote Winkel machen Personen im direkten Fahrzeugumfeld praktisch unsichtbar – egal ob im öffentlichen Straßenverkehr oder beim Rangieren auf dem Lieferhof.

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Für Gastgewerbebetriebe mit regelmäßigen Warenanlieferungen, eigenem Fuhrpark oder Getränketransporten ist das ein erhebliches Haftungsrisiko.

Technik hilft – aber sie ersetzt keine Kompetenz

Mittlerweile bietet der Markt zahlreiche technische Lösungen: Abbiegeassistenten mit Kamera-Monitor-Systemen, radarbasierte Warnsysteme oder Ultraschallsensoren. Viele dieser Einrichtungen lassen sich auch in Bestandsfahrzeuge nachrüsten.

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Diese Systeme verbessern die Sicherheit messbar – sie sind aber kein Allheilmittel. Entscheidend bleiben drei Faktoren: eine fundierte Ausbildung, praktisches fahrerisches Können und die persönliche Eignung der Fahrer. Wer die Grenzen seines Fahrzeugs nicht kennt oder in Stresssituationen falsch reagiert, gefährdet andere – trotz modernster Assistenzsysteme.

Genau hier setzt die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe an.

Themen in diesem Artikel
Recht und ComplianceVersicherungen und RisikomanagementMobilität und LogistikArbeitssicherheitBerufsgenossenschaftPräventionSchulung

BGN-Förderung: So kommen Betriebe an bezuschusste Trainings

Die BGN hat ein Förderprogramm für Fahrsicherheitstrainings aufgelegt. Mitgliedsbetriebe können Zuschüsse für Schulungen bei qualifizierten Anbietern beantragen. Die Trainings vermitteln praktische Fähigkeiten im Umgang mit Nutzfahrzeugen – von Notbremsungen über Ausweichmanöver bis zu sicherem Rangieren auf engem Raum.

Voraussetzung: Die Anbieter müssen bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. Eine Übersicht qualifizierter Trainingszentren bietet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat unter DVR. Dort finden Betriebe Anbieter in ihrer Region, die die Förderkriterien erfüllen.

Weitere Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen beim Einsatz von Fahrzeugen auf Betriebsgeländen stellt die BGNRangier- und Abbiegemanöver mit Nutzfahrzeugen werden häufig unterschätzt und führen aufgrund eingeschränkter Sicht und toter Winkel zu schweren Unfällen mit Fußgängern und Radfahrern – auch auf Betriebsgeländen. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe fördert deshalb Fahrsicherheitstrainings bei qualifizierten Anbietern, da technische Assistenzsysteme allein nicht ausreichen und fundierte Fahrerschulungen unverzichtbar bleiben. bereit.

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Fazit

Unfälle mit Nutzfahrzeugen auf Betriebsgeländen sind vermeidbar – aber nur mit der richtigen Kombination aus Technik, Training und Bewusstsein. Technische Assistenzsysteme sind wichtig und sollten bei Neuanschaffungen Standard sein. Sie ersetzen aber nicht die Kompetenz gut geschulter Fahrer.

Die BGN-Förderung senkt die Hemmschwelle für Betriebe, in professionelle Schulungen zu investieren. Angesichts der Haftungsrisiken bei Personenschäden sollten Verantwortliche diese Möglichkeit nutzen – zumal die Trainings auch die Fahrzeugkosten durch geringeren Verschleiß und weniger Sachschäden senken.

Handlungsempfehlungen

  1. Risikobewusstsein schaffen: Führen Sie mit allen Fahrern ein Sicherheitsgespräch über die besonderen Gefahren beim Rangieren und dokumentieren Sie dies.
  2. Förderung prüfen: Kontaktieren Sie Ihre BGN-Geschäftsstelle und klären Sie die konkreten Förderbedingungen für Fahrsicherheitstrainings in Ihrem Betrieb.
  3. Qualifizierte Anbieter recherchieren: Nutzen Sie die Übersicht des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (www.dvr.de), um geeignete Trainingsanbieter in Ihrer Region zu finden.
  4. Betriebsgelände optimieren: Prüfen Sie kritische Stellen auf Ihrem Gelände – etwa enge Durchfahrten, unübersichtliche Kreuzungen oder Bereiche mit Fußgängerverkehr – und markieren Sie diese deutlich.
  5. Nachrüstung erwägen: Lassen Sie bei Bestandsfahrzeugen die Nachrüstung mit Abbiegeassistenten oder Kamerasystemen kalkulieren und vergleichen Sie die Kosten mit dem Haftungsrisiko.
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