Suche

Gastgewerbeumsatz im August 2024 um 1,3 % gegenüber Vormonat gesunken

Der Umsatz im Gastgewerbe ist im August 2024 gegenüber Juli 2024 kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) um 1,3 % und nominal (nicht preisbereinigt) um 0,9 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, verzeichnete das Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2023 einen Umsatzrückgang von real 2,4 %. Nominal ergab sich ein Plus von 1,0 %. Gegenüber dem August 2019, dem Vergleichsmonat vor der Corona-Pandemie, lag der Gastgewerbeumsatz real 12,6 % niedriger.

fauxels, Pexelsfauxels, Pexels

Die Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen verzeichneten im August 2024 gegenüber Juli 2024 ein reales, kalender- und saisonbereinigtes Umsatzminus von 1,9 %. Gegenüber August 2023 sank der Umsatz um 1,3 %. Damit lag er 2,6 % unter dem Vor-Corona-Niveau vom August 2019. In der Gastronomie sank der Umsatz im August 2024 real um 0,9 % gegenüber dem Vormonat und um 3,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum August 2019 war er 16,7 % niedriger.

Ab sofort wieder reguläre Berichterstattung im Gastgewerbe zu gewohnten Terminen

Mit der Veröffentlichung der kalender- und saisonbereinigten Ergebnisse für den Gastgewerbeumsatz im August 2024 nimmt das Statistische Bundesamt wieder seine reguläre Konjunkturberichterstattung im Handel und Dienstleistungsbereich auf. Die monatliche Berichterstattung musste im Juni 2024 aufgrund von IT-Problemen bei einer umfangreichen Umstellung der Statistiken zur Erfüllung neuer Datenanforderungen der Europäischen Union ausgesetzt werden. Ab Ende August 2024 wurden zunächst die unbereinigten Zeitreihen wieder in der Datenbank GENESIS-Online aktualisiert. Mit der aktuellen Pressemitteilung wird nun die Berichterstattung im Gastgewerbe wieder zu den gewohnten Terminen und in vollem Umfang einschließlich kalender- und saisonbereinigter Ergebnisse aufgenommen.

Partner aus dem HORECA Scout

Methodische Hinweise

Die in den vergangenen Monaten erfolgte Umstellung der Datengewinnung bringt weitreichende methodische Verbesserungen in den Konjunkturstatistiken im Handel und Dienstleistungsbereich mit sich, die mit der bis Ende 2024 geplanten Umbasierung der Statistiken auf das neue Basisjahr 2021 wirksam werden. So wurden bislang die Erhebungsmerkmale „Umsatz“ und „tätige Personen“ nach der Darstellungseinheit „rechtliche Einheit“ erfasst. Das bedeutet, dass eine rechtliche Einheit (Unternehmen) vollständig dem Wirtschaftszweig zugeordnet wurde, in dem sie den größten Teil ihres Umsatzes generierte. Wenn die rechtliche Einheit gleichzeitig in einem oder mehreren anderen Wirtschaftszweigen tätig war und dort den verbleibenden Teil ihres Umsatzes erwirtschaftete, wurde dieser Anteil ebenfalls dem Hauptwirtschaftszweig zugeordnet. Ein Beispiel: Erzielte ein Unternehmen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt im Lebensmitteleinzelhandel zusätzlich Umsätze im Produzierenden Gewerbe (z. B. durch die Produktion von Lebensmitteln zum Verkauf in eigenen Supermärkten), so wurden diese Umsätze dennoch dem Hauptwirtschaftszweig Lebensmitteleinzelhandel – und nicht dem Produzierenden Gewerbe – zugeordnet.

Die Umstellung der Datenerhebung auf die neue Darstellungseinheit „Geschäftsfeld“ ermöglicht künftig eine differenziertere Abbildung der wirtschaftlichen Aktivitäten der rechtlichen Einheiten in einzelnen Wirtschaftszweigen. So werden ausschließlich Umsätze im Handel und Dienstleistungsbereich in die Ergebnisse eingehen, die Umsätze in anderen Wirtschaftszweigen bleiben außen vor. Zudem können innerhalb des Handels und Dienstleistungsbereichs die Umsätze und tätigen Personen einer rechtlichen Einheit, die in mehreren Geschäftsfeldern tätig ist, diesen Geschäftsfeldern (Wirtschaftszweigen) präzise zugeordnet werden. Beispielweise werden bei großen Bekleidungsunternehmen, die sowohl Umsätze in Verkaufsräumen (stationärer Einzelhandel) als auch im Internet- und Versandhandel erzielen, zukünftig trennscharf den beiden Geschäftsfeldern beziehungsweise Wirtschaftszweigen zugeordnet. Dadurch wird die konjunkturelle Entwicklung im Handel und Dienstleistungsbereich in Deutschland präziser als bisher abgebildet.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingSoftware und SystemeMarketing
Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Bis zur Umbasierung auf das neue Basisjahr werden die Ergebnisse weiterhin nach der bisherigen Darstellungseinheit „rechtliche Einheit“ veröffentlicht. Ab dem Zeitpunkt der Umbasierung werden die Ergebnisse dann nach „Geschäftsfeldern“ ausgewiesen.

Mit der Umstellung der Datengewinnung wurde zur Reduktion des Meldeaufwands und damit zur Entlastung der Unternehmen die bisher tiefste Wirtschaftszweigebene (Fünfsteller) auf die nächst höhere Wirtschaftszweigebene (Viersteller) hochgestuft. Mit der Basisjahrumstellung werden die aktuell noch veröffentlichen Messzahlen im Handel und Gastgewerbe auf Indizes umgestellt.

Themen in diesem Artikel
Management

In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig. Im Zuge der Corona-Krise und des Kriegs in der Ukraine kann es aktuell zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Vormonats-/Vorquartalsvergleich und Vorjahresvergleich kommen.

Aufgrund der Methodik bei der Kalender- und Saisonbereinigung werden aktuell alle Zeitreihen separat bereinigt. Daher können die Veränderungsraten der Aggregate von denen der Unterpositionen abweichen.

Die Ergebnisse der Gastgewerbestatistik können besonders in den Sommermonaten von denen der Tourismusstatistik abweichen, da zum Beispiel der Umsatz in den Beherbergungsunternehmen zeitlich nicht immer mit den Übernachtungen zusammenfällt. Auch methodische Unterschiede führen zu abweichenden Ergebnissen.

Weitere Informationen

Ab dem 31. Oktober 2024 werden die jeweiligen Monatsergebnisse wieder zu den gewohnten Terminen veröffentlicht.

Lesen Sie auch
Software und SystemeMobilität und LogistikKostenmanagement
Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Die Ergebnisse der Konjunkturstatistiken im Handel und Dienstleistungsbereich für die vergangenen Berichtsmonate stehen in GENESIS-Online in folgenden Tabellen bereit:

  • Großhandel (Tabellen 45211)
  • Einzelhandel (Tabellen 45212)
  • Gastgewerbe (Tabellen 45213)
  • Kfz-Handel (Tabellen 45214)
  • Dienstleistungsbereich (Tabellen 47414)

Weitere Informationen bieten die Erläuterungen zur Statistik sowie die Qualitätsberichte zum Gastgewerbe und Tourismus.

Lange Zeitreihen zur Monatsstatistik im Gastgewerbe können in den Tabellen zum Umsatz im Gastgewerbe (45213) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

Tabellen mit aktuellen Ergebnissen zum Umsatz und zur Beschäftigung im Gastgewerbe bietet auch die Themenseite „Konjunkturindikatoren“.

Das Statistische Bundesamt berücksichtigt verspätete Mitteilungen der befragten Erhebungseinheiten und aktualisiert deshalb monatlich die ersten nachgewiesenen Ergebnisse. Die Revisionstabellen geben Auskunft über die Auswirkungen der Aktualisierungen auf die Ergebnisse.

Die Ergebnisse zum Gastgewerbeumsatz sind auch im Dashboard Deutschland verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochaktuelle Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Gesundheit und Mobilität. Mit dem „Pulsmesser für die Wirtschaft“ steht dort auch ein Tool zur Konjunkturbeobachtung in Echtzeit bereit.

Wichtiger Hinweis zur Datenbank GENESIS-Online

Ab dem 5. November 2024 wird die neue Nutzeroberfläche unserer Datenbank als Hauptversion verfügbar sein und damit das Beta-Stadium verlassen. Die neue Oberfläche bietet schnellere Datenabrufe sowie intuitive Recherche- und Anpassungsmöglichkeiten von Tabellen. Zudem ändern sich auch die Struktur des maschinenlesbaren Flatfile-CSV-Formats und das Datenausgabeformat bei Tabellen-Downloads. Detaillierte Informationen dazu sowie weitere wichtige Hinweise zum Release bietet die Infoseite zum neuen GENESIS-Online.

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

Gastronovi
Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian[...]
Gastronovi
Günther Dillingen, Pexels
Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während[...]
Günther Dillingen, Pexels
Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen[...]
Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Abhishek Navlakha, Pexels
Das Immobilienberatungsunternehmen Savills verzeichnet für das erste Quartal 2026 nur 163 Mio. Euro Transaktionsvolumen – ein deutlicher Rückgang. Doch die Zwölf-Monats-Bilanz fällt positiver aus. Warum die Betreiberseite zum bestimmenden Thema wird und welche Investoren jetzt[...]
Abhishek Navlakha, Pexels
Online Birds GmbH
Online Birds hat sein kostenfreies Analysetool Hotel Digital Score um den AI-Prompt-Score erweitert. Die neue Kennzahl zeigt datenbasiert, wie häufig ein Hotel in KI-generierten Antworten von Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity erscheint. Damit reagiert[...]
Online Birds GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.