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Vom Flickenteppich zur flexiblen Struktur: Netzwerke im Hotelbetrieb richtig skalieren

Gäste erwarten heute nicht nur Komfort und Service, sondern auch eine digitale Infrastruktur, die jederzeit zuverlässig funktioniert. Doch mit wachsenden Gästezahlen, neuen Services und steigenden Sicherheitsanforderungen stoßen viele Hotels und Restaurants an ihre Grenzen. Jörg Lösche, Managing Director Zentral- und Osteuropa bei NETGEAR, klärt in einem Gastbeitrag auf: Wie lassen sich also Netzwerke im Gastgewerbe so planen und betreiben, dass sie dauerhaft mitwachsen können?

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Welche praktischen Probleme entstehen für Hotels und Restaurants, wenn ihre Netzwerke nicht mit wachsenden Anforderungen skalieren können – etwa bei mehr Gästen, zusätzlichen Services oder saisonalen Spitzen?

Viele Betriebe kennen diese Symptome: Beim Frühstück beispielsweise, wenn alle Gäste gleichzeitig online gehen, bricht das WLAN zusammen. Bei Veranstaltungen im Konferenzraum reicht die Kapazität nicht aus. Oder in der Hochsaison, wenn die Auslastung steigt, wird das Netz zur Schwachstelle.

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Solche Engpässe entstehen jedoch nicht, weil grundsätzlich zu wenig Bandbreite vorhanden ist, sondern weil die Infrastruktur nicht dafür ausgelegt ist, flexibel mitzuwachsen. Anstelle einer klaren Strategie entstehen über die Jahre „Flickenteppiche“ aus Zusatzgeräten und Provisorien. Das führt nicht nur zu einer schlechten Performance, sondern auch zu höheren Kosten, da jede Erweiterung zur Dauerbaustelle wird. Zudem entstehen Sicherheitsrisiken. Werden Gäste- und Verwaltungsgeräte nicht sauber voneinander getrennt, steigt die Gefahr von Datenlecks oder Angriffen erheblich.

Warum reicht es im Gastgewerbe nicht mehr aus, einfach nur mehr Bandbreite bereitzustellen – und warum ist echte Skalierbarkeit heute entscheidend für den Betrieb?

Wenn es um ihr Netzwerk geht, denken viele Hoteliers zunächst an Geschwindigkeit. Eine schnelle Verbindung ist zwar wichtig, doch entscheidend ist etwas anderes: die Fähigkeit, das Netz flexibel an neue Gegebenheiten anzupassen. Denn die Realität im Gastgewerbe ist dynamisch. Ein Hotel kann heute 60 Zimmer haben und morgen 80, es kann zusätzliche Konferenzräume, ein neues Restaurant oder ein Spa eröffnen. Jedes dieser Angebote erzeugt weitere digitale Anforderungen – von Streaming und Videokonferenzen bis hin zu vernetzten Kassensystemen oder Zutrittskontrollen.

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Bandbreite allein löst diese Herausforderung jedoch nicht. Ohne den richtigen Ansatz sind die Folgen unmittelbar spürbar: Gäste beschweren sich analog und digital, Bewertungen verschlechtern sich, Mitarbeiter sind frustriert und der Supportaufwand steigt. Skalierbare Netzwerke verhindern genau diese Probleme, da sie darauf ausgelegt sind, Lasten intelligent zu verteilen und neue Anforderungen sauber aufzunehmen. Ein skalierbares Netzwerk ermöglicht es, Kapazitäten modular zu erweitern, ohne jedes Mal komplett neu investieren zu müssen. Es erlaubt, neue Bereiche einfach einzubinden und zusätzliche Access Points nahtlos zu integrieren, während die Gesamtstruktur stabil bleibt. Damit wird das Netzwerk nicht nur schneller, sondern auch zukunftssicher – und das ist heute ein entscheidender Unterschied. Ein Beispiel hierfür ist die Installation von WiFi-6-Zugangspunkten in den Gästezimmern. In der Regel umfasst die individuelle Nutzung dort Streaming, Surfen oder die Steuerung von Smart Rooms und erfordert keine extrem hohe Bandbreite. In Konferenzräumen bietet es sich dagegen an, WiFi-7-Zugangspunkte einzusetzen. Damit kann das Netzwerk dichte, gleichzeitige Verbindungen sowie Anwendungen mit extrem geringer Latenz und hohen Durchsatzanforderungen, wie beispielsweise 4K-Streaming oder hybride Videokonferenzen, bewältigen.

Dieser Ansatz schafft ein Gleichgewicht zwischen technischen Anforderungen und Budgeteffizienz. Gleichzeitig stellt er sicher, dass die Infrastruktur für zukünftige Geräte und Dienste bereit ist und den Gästen ein großartiges Erlebnis bietet.

Themen in diesem Artikel
Recht und ComplianceSoftware und SystemeGäste-WLANWLANWLAN-CallWLAN-PerformanceWLAN-Sender

Wie können Hoteliers Netzwerke von Anfang an so planen, dass sie langfristig mit neuen Angeboten, größeren Gästezahlen und technologischem Fortschritt Schritt halten, ohne ständig neu investieren zu müssen?

Die wichtigste Regel lautet: „Plan for growth“. Netzwerke sollten nicht nur für den aktuellen Zustand ausgelegt, sondern mit Blick auf zukünftige Anforderungen konzipiert werden. Dazu gehört, modulare Architekturen einzusetzen, die sich Schritt für Schritt erweitern lassen.

In der Praxis bedeutet das: Zentrale Management-Plattformen sollten zusätzliche Access Points oder ganze Segmente sofort erkennen und nahtlos einbinden können. Mesh-Strukturen sorgen dafür, dass auch abgelegene Gebäudeteile ohne großen Aufwand versorgt werden. Zudem kommen Standards wie WiFi 6 oder 7 zum Einsatz, die Abwärtskompatibilität gewährleisten und neue Leistungsreserven eröffnen.

Entscheidend ist, dass Investitionen langfristig geschützt werden. Ein Hotel, das heute auf eine skalierbare Architektur setzt, muss nicht bei jeder Erweiterung neu investieren, sondern kann bestehende Strukturen weiter nutzen. Das reduziert Kosten, vereinfacht die Planung und sorgt dafür, dass das Netz mit dem Betrieb wächst und nicht gegen ihn arbeitet.

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Welche Bedeutung hat eine zentrale und skalierbare Verwaltung der Netzwerke für Hoteliers, die oft mehrere Gebäude oder Standorte betreiben und gleichzeitig den IT-Aufwand gering halten müssen?

Die meisten Hotels verfügen nicht über eine eigene IT-Abteilung. Netzwerke müssen daher nicht nur leistungsfähig, sondern auch einfach zu betreiben sein. Genau hier kommt die zentrale Verwaltung ins Spiel.

Eine cloudbasierte Management-Plattform ermöglicht die Überwachung aller Standorte, Gebäude oder Etagen in einer Oberfläche. Neue Access Points lassen sich mit wenigen Klicks und von der IT-Abteilung remote einbinden. Auch können die meisten technischen Probleme frühzeitig erkannt und aus der Ferne gelöst werden. Das spart Zeit und Kosten und reduziert den Druck auf die Mitarbeiter, die sich sonst um Support-Themen kümmern müssten.

Die Skalierbarkeit zeigt sich hier doppelt: Einerseits können neue Geräte und Bereiche ohne großen Aufwand integriert werden, andererseits wächst der Betrieb des Netzwerks mit den Anforderungen, ohne unverhältnismäßig mehr Ressourcen zu beanspruchen. Die Gäste erleben ein reibungslos funktionierendes Netzwerk und das Personal muss sich nicht mit technischen Problemen herumschlagen und hat somit Zeit, sich um die Gäste zu kümmern.

Warum ist es gerade bei wachsenden Netzwerken im Gastgewerbe unverzichtbar, Sicherheit und Compliance mitzudenken – und wie kann Skalierbarkeit dabei helfen?

Je größer ein Netzwerk wird, desto komplexer wird in der Regel auch die Sicherheitslage. Mehr Gäste, mehr Mitarbeitergeräte und mehr IoT-Anwendungen erhöhen die Angriffsfläche. Wer hier nicht sauber trennt, riskiert, dass sensible Verwaltungsdaten oder Zahlungssysteme kompromittiert werden.

Skalierbare Netzwerke bieten die Möglichkeit, verschiedene Bereiche konsequent voneinander abzugrenzen. So lässt sich beispielsweise ein Gäste-WLAN einrichten, das vollständig vom Verwaltungsnetz isoliert ist. Mitarbeitergeräte können separat verwaltet und IoT-Anwendungen auf eigene Segmente beschränkt werden. Diese Segmentierung wächst mit dem Netzwerk mit. Das ist entscheidend, denn eine Sicherheitsarchitektur darf nicht statisch sein, wenn die Infrastruktur dynamisch wächst.

Auch Compliance mit deutschen bzw. europäischen Regulationen spielt hier eine Rolle. Datenschutzvorgaben verlangen, dass sensible Daten besonders geschützt werden. Nur mit skalierbaren Strukturen lässt sich diese Anforderung in wachsenden Umgebungen dauerhaft erfüllen.

Wie wird sich die Skalierbarkeit von Netzwerken im Gastgewerbe in Zukunft entwickeln – und welche Rolle spielen neue digitale Services und IoT-Anwendungen dabei?

Die Digitalisierung im Gastgewerbe schreitet stetig voran. Viele Hotels setzen bereits heute auf digitale Zimmerschlüssel, vernetzte Fernseher, smarte Thermostate oder Bestellsysteme über Tablets. Hinzu kommen interne Anwendungen wie IoT-Lösungen im Housekeeping oder vernetzte Kassensysteme. Jede dieser Anwendungen ist auf das Netzwerk angewiesen – und die Zahl der Geräte wird weiter steigen.

Für die Skalierung bedeutet das: Netzwerke müssen nicht nur größer, sondern auch intelligenter werden. Es reicht nicht mehr aus, einfach zusätzliche Access Points zu installieren. Es wird entscheidend sein, Datenströme zu priorisieren: Ein Videocall eines Geschäftsreisenden darf beispielsweise nicht durch das Update eines IoT-Sensors gestört werden und ein Kassensystem muss auch bei voller Auslastung zuverlässig funktionieren.

Die Zukunft der Skalierbarkeit liegt also in einer Kombination aus Kapazität, Intelligenz und Flexibilität. Nur wer heute auf diese Faktoren setzt, wird auch morgen den steigenden Anforderungen gerecht und kann seinen Gästen das bieten, was längst zum Hygienefaktor geworden ist: eine reibungslose digitale Erfahrung.

Für das Gastgewerbe bedeutet Skalierbarkeit weit mehr als nur technische Raffinesse. Sie entscheidet darüber, ob Netzwerke ein Wachstumsfaktor oder eine Wachstumsbremse sind. Hotels und Restaurants, die von Anfang an auf flexible, erweiterbare Strukturen setzen, sichern sich nicht nur zufriedene Gäste und effiziente Abläufe, sondern auch Investitionen, die langfristig Bestand haben. In einer sich ständig wandelnden Branche ist die Sicherstellung der Gästezufriedenheit vielleicht die wichtigste Basis überhaupt.

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