Suche

Betriebliches Risikomanagement: Zahlungsausfälle professionell absichern

Die Covid-19-Pandemie wird die Branche noch lange beschäftigen – auch nach dem Sieg gegen das Virus. Es kann durchaus sein, dass Hoteliers, Gastronomen und Tagungsunternehmer neben den direkten, langfristigen Auswirkungen durch behördlich angeordnete Einschränkungen auch von Schwierigkeiten auf Kundenseite betroffen sind oder betroffen sein werden. Eine Möglichkeit, sich vor Zahlungsausfällen zu schützen, ist die Warenkreditversicherung.

Scott Graham | UnsplashScott Graham | Unsplash

Welche Risiken warten künftig auf gastgewerbliche Unternehmen?

Die Covid-19-Pandemie hat viel auf den Kopf gestellt. Und vor allem für Unternehmen aus dem Gastgewerbe geht es derzeit oftmals um alles oder nichts. Wie schaffen sie es, durch eigene Kraft und öffentliche Hilfsangebote den zweiten Lockdown (und gegebenenfalls auch einen weiteren im Winter, falls sich das Infektionsgeschehen nicht maßgeblich abschwächt) zu überstehen? Und auch dem betrieblichen Risikomanagement kommt eine ungleich höhere Bedeutung zu als in der Vergangenheit, die zuletzt für ein Jahrzehnt von Wirtschaftswachstum und hoher Prosperität geprägt war. Es kann durchaus sein, dass Hoteliers, Gastronomen und Tagungsunternehmer neben den direkten Auswirkungen durch behördlich angeordnete Einschränkungen auch von Schwierigkeiten auf Kundenseite betroffen sind oder betroffen sein werden. „So ist es beispielsweise denkbar, dass nach Aufhebung der harten Beschränkungen wieder private Veranstaltungen durchgeführt, Caterings verkauft oder Seminare und Firmenevents gebucht werden. Doch was passiert, wenn diese Geschäfte durch Probleme bei den Kunden kurz vor Durchführung platzen oder später Rechnungen nicht gezahlt werden und gastgewerbliche Unternehmen dann auf den Kosten sitzenbleiben?“, fragt Markus Röttges, Inhaber der gleichnamigen R+V-Generalagentur in Düsseldorf, Mönchengladbach und Radevormwald. Die R+V gehört zu den größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands, Markus Röttges ist Experte für betriebliche Risikomanagement aus Versicherungssicht und Berater von Gastronomen und Hoteliers.

Wie können sich Unternehmen schützen?

Eine Möglichkeit, sich vor Zahlungsausfällen zu schützen, ist die Warenkreditversicherung. Dies ist eine vorbeugende Maßnahme, die für alle Unternehmen sinnvoll ist, die Waren ausliefern oder Dienstleistungen erbringen und sich vor Zahlungsverzug und -ausfällen schützen möchten. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist eine Warenkreditversicherung, auch Forderungsausfallversicherung genannt, sinnvoll, um sich vor dem Risiko nicht oder nicht fristgerecht gezahlter Rechnungen zu schützen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, weil das Unternehmen, das ein Bankett gebucht hat, plötzlich Insolvenz anmeldet. Das wiederum kann laut Creditreform zur Folge haben, dass dem betroffenen gastgewerblichen Betrieb durch ausbleibende Zahlungen das wirtschaftliche Kapital, um andere Investitionen tätigen zu können, die Liquidität gefährdet wird oder sogar eine existenzbedrohende Situation entstehen kann.

Partner aus dem HORECA Scout

Was sollte die Warenkreditversicherung beinhalten?

„Die Warenkreditversicherung ist das Produkt zur Absicherung von Forderungsausfällen aus Warenlieferungen, Werk- oder Dienstleistungen bei Zahlungsverzug oder Zahlungsunfähigkeit von privaten oder gewerblichen Kunden. Daher setzt sich eine professionelle Absicherung aus verschiedenen Elementen zusammen und sollte immer branchenbezogen gestaltet werden“, betont Markus Röttges. Ein professionelles Forderungsmanagement gegenüber säumigen Schuldnern biete die Möglichkeit, Zahlungsausfälle zu vermeiden und die Liquidität des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Vielfach ergebe es auch vor Vertragsschluss vor allem bei großvolumigen Aufträgen Sinn, die Bonität des Kunden zu prüfen. Bestimmte Warenkreditversicherungen bieten diese Prüfungen durch Kreditexperten an, somit die Gefahr von Forderungsausfällen schon im Vorfeld zu verringern. Im Fokus steht laut Markus Röttges natürlich die schnelle Entschädigung bereits bei Zahlungsverzug. „Die Versicherung übernimmt dann den Ausfall der Rechnung und stellt das versicherte Unternehmen so, als sei der Schaden nicht entstanden. Das gilt je nach Police auch bei Kunden aus dem Ausland. Gerade für Hoteliers im beliebten Tagungs- und Geschäftsreiseland Deutschland ist dies wichtig. Die Corona-Pandemie wird gehen, die internationalen Reisenden werden wieder kommen – und die betriebswirtschaftlichen Risiken bleiben. Daher gilt, es einen echten Schutz auch für grenzüberschreitende Geschäfte zu entwickeln.“

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceGehalt, Benefits und AltersversorgungRecruiting und Fachkräftemangel
Neue Spielregeln bei der Vergütung: Was die EU-Entgelttransparenzrichtlinie für Hotellerie und Gastronomie bedeutet

Was kostet eine Warenkreditversicherung?

Die Kosten einer Warenkreditversicherung werden grundsätzlich für jede Police individuell kalkuliert und orientieren sich unter anderem am Umsatz, dem Kundenstamm, den zu versichernden Risiken und der Branche. Der Vorteil für Unternehmer aus dem Gastgewerbe: „Die Warenkreditversicherung kostet im Vergleich zu anderen betriebsnotwendigen Versicherungen nur einen überschaubaren Betrag, vor allem angesichts der Leistungen. Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit einer Forderung in Deutschland bei rund zwei Prozent liegt, ist die Warenkreditversicherung ein sehr gutes Investment. Generell kann man sagen, dass die Prämie zwischen zwei und vier Promille des versicherten Umsatzes ausmacht. Bei einem Umsatz von einer Million Euro sind damit zwischen 2000 und 4000 Euro fällig“, rechnet Markus Röttges vor. Darüber hinaus könne die Warenkreditversicherung an anderer Stelle Geld einsparen, beispielsweise dann, wenn eine Rechtsschutz-Deckung bei bestrittenen Forderungen integriert sei. Es existieren Policen, die Übernahme der Rechtsverfolgungskosten ohne Instanzenbegrenzung, eine kostenlose Rechtsberatung über eine Rechtsanwalts-Hotline und die Kostenübernahme einer Mediation bis 2.000 Euro abdecken.

Themen in diesem Artikel
Versicherungen und RisikomanagementCoronaUmsatz

Kontakt:
R+V-Generalagentur Markus Röttges
Nobelstraße 3-5
41189 Mönchengladbach
Telefon: 0159 01608622
E-Mail: markus.roettges@ruv.de
markus-roettges.ruv.de

 

johannes86, iStockphoto
Gehalt, Benefits und Altersversorgung

Neue Spielregeln bei der Vergütung: Was die EU-Entgelttransparenzrichtlinie für Hotellerie und Gastronomie bedeutet

Bis Juni 2026 muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen. Die neuen Regelungen betreffen Betriebe jeder Größe und bringen weitreichende Änderungen im Umgang mit Gehältern. Wer sich jetzt vorbereitet, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb um Fachkräfte.

Future Payments GmbH
Finanzen und Controlling

Kartenzahlungsgebühren – Zusammensetzung und typische Fallstricke

Viele Gastronomen wissen nicht, welche Kosten ihr Kartenterminal wirklich verursacht. Gebührenmodelle sind komplex, Verträge unübersichtlich – und das Kleingedruckte kann monatlich mehrere hundert Euro Unterschied bedeuten. Spätestens mit einer möglichen Kartenzahlungspflicht wird dieses Thema zum wirtschaftlichen Faktor, den kein Betrieb mehr ignorieren sollte.

EVENTMACHINE
Events und Messen

KI-Agent konfiguriert ganze Events und erhält sofortige Angebote – ohne menschliches Zutun

Was geschieht, wenn künstliche Intelligenz nicht mehr nur berät, sondern eigenständig handelt? Ein Event-Tech-Unternehmen hat einen KI-Agenten auf seinen webbasierten Konfigurator losgelassen – mit verblüffenden Ergebnissen. Die Maschine plant komplexe Veranstaltungen, erkennt Sparpotenziale und trifft Designentscheidungen wie ein erfahrener Eventmanager. Für Hotels und Locations stellt sich damit eine existenzielle Frage: Sind ihre Systeme bereit für Anfragen, die nicht von Menschen kommen?

Biohotel Eggensberger, T. Reinelt
Allgemeine Haustechnik

Risikofaktor Hotelklimatisierung – warum klassische Lösungen dem Erfolg im Weg stehen

Klimaanlagen gehören zur Standardausstattung in Hotels – doch genau diese Selbstverständlichkeit wird zum Problem. Denn während Gäste Kühlung erwarten, lehnen viele gleichzeitig die Begleiterscheinungen klassischer Systeme ab: Lärm, Zugluft, trockene Luft. Hotels investieren also in Technik, die zwar gebucht, aber kritisiert wird. Wie kann dieser Widerspruch aufgelöst werden? Und welche Alternativen bieten sich an, die nicht nur die Gästezufriedenheit steigern, sondern auch die Betriebskosten senken?

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Beverage

Helles auf Erfolgskurs: Warum Bayerns Lieblingsbier zum Gastro-Zugpferd wird

Mild, malzig, massentauglich – und zunehmend auch alkoholfrei: Das Helle hat sich vom bayerischen Klassiker zum bundesweiten Bestseller entwickelt. Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, älteste Brauerei der Welt, zeigt in ihrem aktuellen Themendienst, warum der Bierstil gerade jetzt für Gastronominnen und Gastronomen interessant wird – und wo die größten Absatzchancen schlummern.

Deng Xiang, Unsplash
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Mews BI – Zentralisierte Datenauswertung für die Hotellerie

Hotels sammeln täglich Unmengen an Daten – aus Buchungssystemen, Kassenlösungen, Online-Portalen. Die Herausforderung: Diese Informationen sinnvoll zu verknüpfen und daraus strategische Entscheidungen abzuleiten. Mews will genau das mit seinem neuen Business-Intelligence-Tool erleichtern.

Weitere Artikel zum Thema

Diana, Pexels
Transporter und LKWs gehören in vielen Gastgewerbebetrieben zum Alltag – für Warenlieferungen, Getränketransporte oder Entsorgung. Doch gerade beim Rangieren auf engen Höfen passieren schwere Unfälle. Die Berufsgenossenschaft reagiert und bezuschusst professionelle Fahrtrainings.[...]
Diana, Pexels
Stella He, Unsplash
Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle.[...]
Stella He, Unsplash
Günther Dillingen, Pexels
Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während[...]
Günther Dillingen, Pexels
Monstera Production, Pexels
Gute Nachrichten für Betriebe in der Gastronomie und Hotellerie: Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe senkt die durchschnittliche Beitragslast für 2025 um vier Prozent. Gleichzeitig zeigt die langfristige Unfallstatistik eine deutlich positive Entwicklung. Doch die Kosten[...]
Monstera Production, Pexels
Rolf Klein
Politische und gesellschaftliche Verschiebungen treffen privates Vermögen häufig indirekt: über neue Transparenzpflichten, engere Kontrollmechanismen und veränderte Zugriffsmöglichkeiten. Im Gastgewerbe erhöht sich das Risiko zusätzlich, weil Einkommen und Vermögensstruktur oft stark am Betrieb, am Standort und[...]
Rolf Klein
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.