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Gastronomie im Lockdown: welche Prozesse und Angebote sind zu verändern?

Mittlerweile sind bereits einige Wochen seit Beginn des zweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie vergangen. Welche Schritte haben Sie eingeleitet: Eine Auszeit nehmen und das bisherige Konzept auf den Prüfstand stellen, den Fokus auf Abhol- oder Lieferservice richten und neue Zielgruppen erschließen, oder direkt mit einer Renovierung starten? Wie sieht dann die Kommunikation mit den Gästen aus? Gastro- und Marketing-Experte Michael Noel, Gründer des Berater-Unternehmens HN Performance, zeigt Möglichkeiten und Chancen auf.

Roman Koval | PexelsRoman Koval | Pexels

Eine Auszeit nehmen und das bisherige Gastro-Konzept auf den Prüfstand stellen

Für viele lohnt es sich nicht, den Betrieb aufrecht zu halten. Mitarbeiter werden wieder in Kurzarbeit geschickt oder entlassen und der Betrieb wird geschlossen, vermutlich für den Rest des Jahres 2020. Auch wenn es schwerfällt, ein wenig locker zu lassen, sollten Sie Ruhe bewahren und sich die Zeit nehmen, Ihr bisheriges Konzept auf den Prüfstand zu stellen. Ist Ihr Konzept trotz Corona zukunftsfähig, oder müssen Prozesse und Angebote angepasst werden? Fakt ist, dass wir alle mit dem Coronavirus leben und auch das eigene Konzept anpassen müssen. Gerade jetzt scheint die Digitalisierung mehr als notwendig zu sein. Machen Sie sich aber bitte vorher Gedanken, welche Prozesse Sie auch in Zukunft brauchen und welche nicht. 

„Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess“ – Thorsten Dirks CEO der Telefonica Deutschland AG

Partner aus dem HORECA Scout

Haben Sie schon mal über Gemeinschaftsverpflegung nachgedacht? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel Firmen, Kindergärten oder Altersheime zu beliefern. Eine Produktionsküche, ein ausgearbeitetes Hygienekonzept und gut kalkulierte Speisen können Sie schnell über die Runden bringen. Sie müssen nicht nur während des Lockdowns beliefern, sondern haben auch in Zukunft eine Chance, Ihr Mittagsgeschäft aus- oder aufzubauen. Vorteil hierbei ist, dass Sie das Geschäft genau kalkulieren können und fixe Abnahmen haben.

Den Fokus auf Abhol- oder Lieferservice richten und neue Zielgruppen erschließen

Das bisherige Konzept sollte schlanker gestaltet werden und Ihre Produkte durch einen Abhol- und/oder Lieferservice angeboten werden. Ein solches Konzept funktioniert vielerorts. Doch wie kommunizieren Sie Ihr Angebot an Ihre Gäste? Über die Webseite ist die Kommunikation ein Muss! Jetzt kommt jedoch der entscheidende Punkt: Social Media und digitale Werbeanzeigen alleine helfen nicht immer. In vielen kleineren Vorstädten oder Dörfern funktionieren Flyer oder kleine Broschüren sehr gut, da diese direkt im Briefkasten landen. Nutzen Sie in diesem Fall die Chance und weisen Sie in Ihrem Flyer auf Ihre Social-Media-Kanäle hin, damit Sie in Zukunft auch über diese Wege stark und wirkungsvoll kommunizieren können. Zusätzlich können Ihre Unternehmensprofile einen kleinen Aufschwung erleben und bekommen zusätzlich eine organische Reichweite spendiert. Der positive Nebeneffekt ist die Erschließung neuer Zielgruppen, die Ihren Flyer nicht gesehen haben aber später dann auf Ihr Unternehmensprofil auf Facebook und/oder Instagram stoßen.

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Ein Tipp am Rande: Nutzen Sie das beliebteste Gericht unter Ihren Gästen und konstruieren Sie ein Baukasten-Format daraus. Ein Paket mit Anleitung, damit Ihre Gäste daheim genauso gut essen können und alles einfach, mit von Ihnen zur Verfügung gestellten Zutaten, nachkochen können. Nach dem Motto „Zuhause essen gehen“ können Sie das Produkt auch über Social Media kommunizieren. Nutzen Sie in dem Fall den aktuellen Trend des selber Kochens und drehen ein oder mehrere kurze Videos, wie das Paket zubereitet werden soll. Ihre Gäste werden es lieben und die persönliche Bindung geht nicht verloren.

Direkt mit einer Renovierung starten

Dass genau in solchen Zeiten eine Renovierung sinnvoll sein kann, muss nicht erwähnt werden. Doch nehmen Sie Ihre Gäste auf diese Reise mit oder wollen Sie einfach nur überraschen? Nutzen Sie die Renovierungsphase und halten Sie alles fest. Erstellen Sie sich einen Plan, um Ihre Fans auf Facebook und Instagram auf dem Laufenden zu halten. Am besten bauen Sie eine Geschichte daraus. Die Bilder und Videos müssen nicht perfekt sein. Vor allem als Einsteiger in der Content-Erstellung kommt man natürlicher und authentischer rüber. Bauen Sie zusätzlich ein wenig Nostalgie mit ein, indem Sie Bilder aus alten Zeiten denen gegenüberstellen, die nach Abschluss der Renovierung entstanden. Diese Art von Content wird sich auch im Jahr 2021 als Trend erweisen. Menschen lieben es, in Erinnerungen zu schwelgen und versetzen sich so besser in Ihre Situation.

Themen in diesem Artikel
ManagementCoronaDigitalisierungUnternehmensberatung

Ein allgemeiner Tipp für Ihren Content: Wenn Sie Beiträge erstellen, sollten Sie dem Gast alles vorkauen, nach dem Motto: „Monkey see, Monkey do“. Wenn Sie beispielsweise wollen, dass Ihr Beitrag geteilt werden soll, dann schreiben Sie das auch in Ihren Beitrag. 

Über den Autor:

Der Gastro- und Marketing-Experte Michael Noel arbeitet seit rund 15 Jahren in der Gastronomie und Hotellerie. 2019 hat er gemeinsam mit Andreas Hartnagel das Unternehmen HN Performance gegründet, mit dem sie Gastronomen und Hoteliers innerhalb deren individuellen Digitalisierungsvorhaben und der digitalen Unternehmenskommunikation beraten, schulen und begleiten. Zusätzlich ist diese Dienstleistung durch das BAFA förderfähig. Als Hotelbetriebswirt, Küchenmeister und zertifizierter Social Media Manager verfügt er über ein geballtes Know-how, mit welchem er der Gastronomie und Hotellerie in der digitalen Unternehmenskommunikation hilft und sein Wissen für seine Kunden und deren Gäste gewinnbringend umsetzt.

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