Suche

Aktuelle politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gehen an den Gästen nicht spurlos vorbei

Wirkt sich die politische Lage in Urlaubszielen auf das aktuelle Buchungs- und Reiseverhalten im In- und Ausland aus? „Ja“ sagen 45 Prozent der befragten Konsumenten im Rahmen einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft. Damit ist das Thema für die Bürger in Deutschland neben dem Aspekt steigender Reisekosten (54%) ein besonders wichtiges bei ihrer Reiseplanung.

Derek Thomson, UnsplashDerek Thomson, Unsplash

Der politische Neuanfang nach der Bundestagswahl, globale Krisen und Innovation – diese drei Themen stehen im Fokus des 26. Tourismusgipfels, der heute in Berlin stattfindet. Im Vorfeld des Events hat YouGov Konsumenten u.a. dazu befragt, ob und wie sich diese drei Themen auf ihr Reise- & Freizeitverhalten auswirken.

Politischer Aufbruch: Junge Generation hofft u.a. auf Investitionen in die Schiene

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sowie das Infrastruktursondervermögen lassen auf eine Reihe von Maßnahmen hoffen, die die Lage der Tourismusbranche wie auch das Reise- und Ausflugserlebnis für die Gäste verbessern könnten. Fast zwei Drittel der Befragten sehen einen möglichen direkten Effekt der Regierungsmaßnahmen auf ihr Freizeit- und Reiseverhalten. Den größten Effekt prognostizieren die Konsumenten dabei durch die angekündigte Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in der Gastronomie (31%), die geplanten niedrigeren Gebühren und Steuern im Luftverkehr (26%) sowie durch Investitionen in den Schienenverkehr (26%). Insbesondere die Jüngeren zwischen 18 und 24 Jahren (39%) schreiben dem Thema Investitionen in die Schiene dabei besonders viel Potential zu.

Partner aus dem HORECA Scout

Mehrwert durch digitale Lösungen –Schnelleres, stabileres Internet ganz oben auf der Wunschliste

Beim Thema digitale Lösungen, die echten Mehrwert auf Reisen bieten könnten, steht eine gleichermaßen langjährige wie simple Forderung des BTW auch bei den Konsumenten ganz oben: Schnelleres und stabileres Internet am Reiseziel (32%). Fast genauso viele Kunden (31 %) würden sich aber auch darüber freuen, wenn es online verfügbare Informationen zur aktuellen Besucher-Frequenz z.B. von Sehenswürdigkeiten, Museen etc. geben würde. So könnte man z.B. überfüllten Orten ausweichen oder sie zu weniger frequentierten Zeiten besuchen. Eine weitere Idee mit Mehrwert für den Gast: Digitale Lösungen, die Informationen der auf der Reise genutzten Mobilitätsanbieter bündeln und / oder eine gemeinsame Buchung – z.B. von Bahn, Flugzeug, Taxi, Mietwagen etc. – ermöglichen. Das sehen 26 Prozent der Befragten so. Insbesondere in der Ansprache jüngerer Gäste aber auch von Familien (Befragte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren) können digitale Lösungen laut Umfrage einen wichtigen Mehrwert liefern.

Urlaub 2025: Europa, Deutschland und die Welt

Auch zu ihrem generellen Reiseverhalten 2025 wurden die Konsumenten befragt: Mehr als die Hälfte macht in diesem Jahr mindestens eine Reise ins europäische Ausland oder nach Nordafrika – vom östlichen Mittelmeer bis Großbritannien, von den Dolomiten bis nach Skandinavien. Wandern und Wellness in Deutschlands Mittelgebirgen, Städtetrips nach Hamburg, Berlin und Co. oder Badeurlaub an Ost- und Nordsee sind aber ebenfalls gefragt: Jeder zweite Deutsche verreist in diesem Jahr mindestens einmal innerhalb des eigenen Landes. Fernziele Richtung Osten – wie z.B. in Asien, im Indischen Ozean oder Ozeanien – besuchen 2025 rund 7 Prozent der Deutschen. Den amerikanischen Kontinent gaben 5 Prozent als Reiseziel an. Einschätzungen aus Reihen der Tourismuswirtschaft zeigen dabei bei den Fernreisen eine Verschiebung von Amerika in Richtung Asien.
Nur 17 Prozent verreisen 2025 gar nicht.

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileSteuernSoftware und SystemeMarketing
Compliance 2026: Die Gastronomie steht an drei Fronten gleichzeitig unter Druck

Sommerzeit bleibt Hauptreisezeit

Weichen die Menschen aufgrund von zunehmend heißen Sommern und Klimaextremen mit ihrem Urlaub auf andere Jahreszeiten aus? Tendenziell eher nein. Rund zwei von drei Reisenden verbringen ihren längsten Urlaub in den Sommermonaten Juni bis September. Der Sommer bleibt also für die meisten ihre Hauptreisesaison. Das gilt insbesondere für Familien (Befragte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren), die hauptsächlich in den Sommerferienmonaten Juli (27%) und August (32 %) unterwegs sind. Aber: Immerhin fast 30 Prozent der Befragten gaben an, dass drohende Naturkatastrophen und Klimaextreme wie Hitze, Waldbrände, Überschwemmungen etc. grundsätzlich Auswirkungen auf ihr Buchungs- und Reiseverhalten haben.

Themen in diesem Artikel
SteuernPolitik

Bei der Länge der Urlaube zeigt sich insgesamt, dass der Haupturlaub von Familien mit ein oder zwei Kindern häufig nicht mehr die klassischen zwei Wochen dauert. Die meisten dieser Familien verbringen in diesem Jahr 4 bis 9 Nächte in ihrem Haupturlaub.

Wirtschaftskrise geht auch am Thema Urlaub nicht spurlos vorbei:

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten schaut zumindest ein Teil der Bürger in diesem Jahr erkennbar auf die Ausgaben fürs Reisen: Ein Fünftel der Befragten gab an, 2025 insgesamt weniger Geld auszugeben als ein Jahr zu vor. Dies geht einher mit dem Fakt, dass ähnlich viele in diesem Jahr seltener reisen als 2024. 11 Prozent verkürzen ihre Reisen.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeRecruiting und Fachkräftemangel
Wenn das Kochwissen die Küche verlässt: Wie digitale Sous-Chefs Großküchen entlasten

Aber nicht alle wollen oder müssen sparen: Rund jeder Zehnte verreist in diesem Jahr häufiger und/oder gibt insgesamt mehr Geld für seine Reisen aus. Das gilt insbesondere für Haushalte mit mehr als 4.000 Euro Netto-Haushaltseinkommen. Und: Fast die Hälfte der Menschen (44 Prozent) verändert ihr Reiseverhalten gegenüber 2024 nicht wesentlich.

Über die Befragung: YouGov hat im Auftrag des BTW im Vorfeld des 26. Tourismusgipfels online 2020 Personen ab 18 Jahren zu ihrem Reiseverhalten und Themen des Tourismusgipfels befragt. Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 19. und 21.05.2025 insgesamt 2020 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

StockSnap, Pixabay
Branche und Trends

Hunger auf Stammgäste: Wie digitale Kundenbindung die Gastronomie verändert

Steigende Kosten, knappes Personal, verschärfter Wettbewerb – und trotzdem sollen die Tische voll und die Gäste treu bleiben? Ein neuer Branchenreport zeigt: Wer seine Gäste digital bindet, gewinnt nicht nur mehr Umsatz, sondern echte Verbundenheit. Doch Vorsicht: Pauschale Angebote reichen längst nicht mehr. Was Gäste heute wirklich erwarten und warum das Smartphone den Stempelpass ablöst.

NakNakNak, Pixabay
Branche und Trends

Branchenverbände gegen Tierhaltungskennzeichnung: Wenn Bürokratie Tierwohl verhindert

Die Bundesregierung plant, die Tierhaltungskennzeichnung auf Restaurants, Kantinen und verarbeitete Lebensmittel auszuweiten. Acht Branchenverbände von der Systemgastronomie bis zum Bäckerhandwerk laufen dagegen Sturm. Ihr Argument: Die Reform belastet Betriebe mit Millionenkosten und bürokratischem Aufwand – ohne dass mehr Tierwohl entsteht. Im Gegenteil: Sie könnte sogar dazu führen, dass Gastronomen auf schlechtere Haltungsformen umsteigen.

ZfP Reichenau; Meiko
Allgemeine Haustechnik

Modernes Spül- und Restesystem für einen Betrieb im Wandel

Im Zentrum für Psychiatrie Reichenau werden täglich 800 Mahlzeiten für Patienten und Mitarbeitende zubereitet. Als die alte Spülanlage den Geist aufgab, entschied sich die Klinik nicht einfach für Ersatz – sondern für einen grundsätzlichen Neuanfang. Warum ein funktionierender Spülraum in einer psychiatrischen Einrichtung zum Schlüsselfaktor wird und wie moderne Technik den Arbeitsalltag eines ganzen Teams verändert hat.

Weitere Artikel zum Thema

Poster POS, Unsplash
Während die Öffentlichkeit über die Mehrwertsteuer debattiert, treffen drei regulatorische Wellen gleichzeitig auf die Branche: Arbeitsschutzkontrollen werden verzehnfacht, Kassennachschauen laufen unbemerkt, und Online-Bewertungen entscheiden über Umsatz und Sichtbarkeit. Was alle drei verbindet – und warum[...]
Poster POS, Unsplash
orderbird
Seit Januar 2026 zahlen Gäste wieder sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen – doch billiger wird es kaum. Warum das keine Enttäuschung sein sollte: Die Steuersenkung rettet Betriebe vor dem Aus, sichert Arbeitsplätze und bewahrt die[...]
orderbird
ACCONSIS
Bon nur auf Nachfrage? Was im hektischen Servicealltag praktisch wirkt, kann bei der Kassennachschau schnell zum Risiko werden. Der Beitrag zeigt, warum eine lückenlose Belegkette auch bei digitalen Belegen entscheidend ist und welche organisatorischen Fehler[...]
ACCONSIS
Pexels, Pixabay
Der Europäische Gerichtshof hat am 5. März 2026 entschieden, dass die deutsche Aufteilungspraxis bei der Umsatzsteuer im Hotelgewerbe grundsätzlich mit EU-Recht vereinbar ist. Nebenleistungen wie Frühstück, Parkplatz, WLAN oder Wellness dürfen weiterhin mit dem Regelsteuersatz[...]
Pexels, Pixabay
HLB Treumerkur
Wer Corona-Soforthilfen zurückzahlen musste, kann alte Steuerbescheide nicht einfach nachträglich korrigieren lassen. Der BFH stellt klar: Maßgeblich ist das Jahr des Zuflusses, die Rückzahlung wirkt steuerlich erst im Jahr des tatsächlichen Abflusses. Was das für[...]
HLB Treumerkur
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.