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Früher, heißer, teurer: der orderbird Glühwein-Report 2.0

Die Glühweinsaison beginnt in diesem Jahr so früh wie selten – begleitet von neuen Konsumtrends und deutlichen Preissteigerungen. Die aktuelle Auswertung von orderbird zeigt, wann und wo in Deutschland am meisten getrunken wird und welche heißen Klassiker und Newcomer dabei besonders im Fokus stehen.

Anna van To, PexelsAnna van To, Pexels

Und es geht schon wieder los – und dieses Jahr früher denn je. Während andere noch die letzten goldenen Herbsttage genießen, duftet es in Deutschland längst nach Glühwein und gebrannten Mandeln. Die ersten Weihnachtsmärkte haben bereits im Oktober eröffnet – allen voran das Winterdorf in Bayreuth, das seit dem 15. Oktober 2025 zu Plätzchen, Geschenkideen und vorweihnachtlicher Stimmung einlädt. Auch in Berlin locken die ersten Buden schon seit Ende Oktober Besucher*innen an.

Doch Hand aufs Lebkuchenherz: Wird wirklich noch im Dezember am meisten Glühwein getrunken? Wie haben sich die Preise in den letzten Jahren entwickelt? Und wo schlürft es sich eigentlich am teuersten?

orderbird, ein führender Anbieter für Kassensysteme in der Gastronomie, hat zum zweiten Mal die Entwicklungen im Glühwein-Konsumverhalten über die letzten drei Jahre analysiert. Dafür wurden die anonymisierten Verkaufsdaten von knapp 10.000 Gastronomiebetrieben in Deutschland für die Jahre 2023 bis Anfang 2025 ausgewertet.

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Dezember dominiert – November stark im Aufwind

„…Morgen Kinder, wird's was geben…" – und zwar nicht nur Plätzchen, sondern auch heißen Punsch und aromatischen Glühwein. Es beginnt wieder die herrliche Zeit des Beisammenseins, des fröhlichen Plauderns und des genussvollen Schlürfens und Schmausens. Kein Wunder, dass der Dezember mit rund 65 % nach wie vor der unangefochtene Glühwein-Monat ist. Auch der November zeigt sich als wahrer Vorbote der Weihnachtszeit: Mit 26 % Anteil gehört er zu den bedeutenden Konsummonaten, in denen die ersten Tassen dampfenden Glühweins die winterlichen Straßen erfüllen. Doch auch nach dem Fest erfreut sich der Glühwein weiterhin an Beliebtheit. Besonders auffällig: Im Januar 2025 war der Konsum 24 % höher als noch im Januar des letzten Jahres – möglicherweise ein Vorbote für eine starke Glühweinsaison in diesem Jahr?

Glühwein bleibt ein frühes Abend-Ritual

Ob als Teamevent, Feierabendrunde oder spontanes Ausklingen – viele zieht es in den Wintermonaten direkt auf den Weihnachtsmarkt, zu den Buden in der Innenstadt oder in die neuen Glühwein-Hotspots, die oft mittlerweile in der ganzen Stadt verteilt sind.

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Wenn es um die Glühwein-Hauptsaison unter der Woche geht, zeigt sich ein klares Muster – und kaum eine Veränderung zum Vorjahr: 18 Uhr bleibt die Primetime (12,21 %), dicht gefolgt von 17 Uhr (11,79 %) und 19 Uhr (11,05 %). Am Wochenende steigt der Genussfaktor noch weiter: Samstags werden die meisten Tassen geleert (26,43 %). Auffällig ist auch der Trend 2025 im Vergleich zu 2024: Am Samstag zeigt sich ein deutlicher Zuwachs von +2,6 % und am Sonntag von +3,1 %, was den Ausklang des Wochenendes mit einem heißen Becher Glühwein noch beliebter macht.

Themen in diesem Artikel
BeverageGetränketrendsGlühweinPreisentwicklung

Kontinuierlicher Preisanstieg – in BaWü füllt sich das Glühweintässle für 5 €

Die Preise für den heißbegehrten Glühwein sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Während 2021 eine durchschnittliche Tasse noch 3,71 € kostete, kletterte der Durchschnittspreis bis 2024 auf 4,46 € – ein Plus von 4 % allein von 2023 auf 2024. Ein Blick auf die Zwischenschritte zeigt den stetigen Anstieg: 2022 lag der Preis bei 3,98 €, 2023 schon mit 32 Cent mehr bei 4,30 €. Regionale Unterschiede sind deutlich: 2024 war der Glühwein in Baden-Württemberg mit 4,98 € am teuersten und auch die stärkste Preissteigerung bis 2025 (+27,2 %) ist hier zu beobachten. Darauf folgen Hamburg (4,86 €) und Mecklenburg-Vorpommern (4,69 €). Sparfüchse aufgepasst: Während eine Tasse Glühwein 2023 in Hamburg am teuersten war, blieb der Preis über das letzte Jahr hin recht stabil (4,86 € in 2024 im Vergleich zu 4,83 € in 2023).

Weißer oder roter Glühwein (mit und ohne Schuss) werden mittlerweile an vielen Orten abseits der Weihnachtsmarktbuden angeboten. Die Art des Verkaufs macht ebenfalls einen großen Unterschied: Am teuersten schlürft es sich nach dem Weihnachtsmarkt im Club mit 4,91 €, während Restaurants den größten Preissprung (+9 % von 2023 auf 2025) verzeichneten. Wer seinen Glühwein unterwegs genießen möchte, muss tief in die Tasche greifen: Mit 5,39 € pro Becher lag Glühwein to go in 2024 preislich an der Spitze.

Hot Aperol und Hot Gin sorgen für Abwechslung in den Tassen

Während Glühwein zur Vorweihnachtszeit so selbstverständlich dazugehört wie Plätzchen und Lebkuchen, füllen inzwischen auch zwei trendige Alternativen die Tassen: Hot Aperol und Hot Gin. Getrunken werden die heißen Newcomer ähnlich wie der klassische Glühwein am liebsten im Dezember (Hot Aperol: 53 %; Hot Gin 51 %), gefolgt vom November (Hot Aperol: 24 %, Hot Gin: 18 %). Besonders spannend: Im Januar 2025 stieg der Hot Aperol Konsum im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 59 %. Es bleibt also abzuwarten, ob der Hot Aperol weiter an Fahrt aufnimmt und an die Erfolgsgeschichte seines eisgekühlten Sommerpendants anknüpft. Im jährlichen orderbird Getränke-Index ist der Aperol Spritz seit 2022 Spitzenreiter unter den Cocktails.

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Preislich heizt der Hot Aperol ähnlich wie der Glühwein kräftig an: Von 6,65 € im Jahr 2023 kletterte der Durchschnittspreis auf 6,79 € (2024) und liegt 2025 bereits bei 7,50 €. Sachsen führt die Preisskala mit 8,70 € an, gefolgt von Bremen (7,50 €) und Hamburg (6,97 €). Die deutlichsten Steigerungen zeigen sich in Sachsen-Anhalt – ganze +72,6 % seit 2023. Anders sieht es beim Hot Gin aus: Hier sinkt der Durchschnittspreis kontinuierlich, von 8,09 € (2023) auf 7,54 € (2024) und aktuell 7,07 € (2025). Regional bleibt er jedoch ein Premium-Produkt: In Hamburg kostet ein Glas 2024 stolze 14,50 €, gefolgt von Niedersachsen (9,98 €) und Bremen (8,44 €). Ob sich diese beiden Getränke langfristig am Markt etablieren können, wird sich in den kommenden Wintersaisons zeigen.

Methodik

Für die Ergebnisse wurden anonymisierte Daten der Jahre 2023 bis November 2025 von 9.800 gastronomischen Betrieben in Deutschland, die Kassensysteme von orderbird nutzen, intern ausgewertet und aufgearbeitet.

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