Wofür der INTERNORGA Zukunftspreis steht
Die Auszeichnung würdigt seit über einem Jahrzehnt Unternehmen, die mit wegweisenden Konzepten vorangehen und dabei wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft verbinden. Für die Ausgabe 2026 verzeichnete der Wettbewerb eine Rekordzahl an Bewerbungen – ein Indiz dafür, dass die Branche trotz aktueller Herausforderungen innovativ und lösungsorientiert arbeitet.
Eine vierköpfige Fachjury bewertet die eingereichten Konzepte: Die Trendforscherin Hanni Rützler, der Wissenschaftler Dr. J. Daniel Dahm, der Diplom-Ingenieur Carl-Otto Gensch sowie der Ernährungswissenschaftler Rainer Roehl bringen unterschiedliche Perspektiven in die Bewertung ein. „Die hohe Anzahl an beeindruckenden Bewerbungen sowie die Kreativität, Innovationskraft und Vielfalt der Nominierten zeigen eindrucksvoll, welch enormes Potenzial für eine zukunftsfähige Entwicklung im Hospitality- und Foodservice-Markt steckt. Sie machen deutlich, dass sich die Branche von aktuellen Herausforderungen keineswegs ausbremsen lässt, sondern entschlossen, mutig und lösungsorientiert vorangeht und die Zukunft gemeinsam gestaltet", betont Rützler.
Der Zukunftspreis ist Teil eines Trios von Auszeichnungen auf der INTERNORGA, zu dem auch der NEXT CHEF AWARD und der Deutsche Gastro-Gründerpreis gehören. Gemeinsam schaffen sie eine Plattform für Talente und Ideen, die die Branche prägen.
Nahrungsmittel und Getränke: Von Algen bis Fermentation
In der Kategorie „Nahrungsmittel & Getränke" zeigen drei Nominierte, wie sich Zutaten und Konzepte für den professionellen Einsatz weiterentwickeln:
ALGENWERK c/o PUEVIT GmbH produziert frische Spirulina regional und lebensmittelsicher als funktionale B2B-Zutat. Das Konzept verbindet Nährwertdichte mit wirtschaftlicher Skalierbarkeit und Genuss – Aspekte, die für den Einsatz in der Gemeinschaftsverpflegung oder Gastronomie relevant sind.
Pomom GmbH hat mit HOTLY ein ungewöhnliches Produkt entwickelt: tiefgefrorenes Fruchtpüree am Stiel, das sich in heißem Wasser binnen Sekunden in ein Frucht-Heißgetränk verwandelt. Die Lösung könnte Zubereitungsprozesse in Betrieben vereinfachen und gleichzeitig neue Getränkeoptionen eröffnen.
REDUCED APS setzt auf Koji-Fermentation, um aus Bio-Reststoffen hochwertige Fond-Konzentrate herzustellen. Diese intensivieren Aromen und ermöglichen eine Salzreduktion – ein Ansatz, der sowohl kulinarisch als auch ernährungsphysiologisch interessant ist und gleichzeitig Lebensmittelverschwendung reduziert.
Technik und Ausstattung: Digitalisierung trifft Inklusion
Die Kategorie „Technik & Ausstattung" vereint drei Nominierte, die zeigen, wie digitale Systeme und durchdachtes Design sowohl Effizienz als auch Teilhabe fördern können:
WeWash GmbH bietet mit WeWash Box/Care ein digitales Abrechnungssystem für Waschmaschinen in Gemeinschaftsbereichen von Hotels, Camping-Anlagen und Microliving-Einrichtungen. Das System arbeitet ressourcenschonend und adressiert ein praktisches Problem vieler Betriebe mit zentralen Wascheinrichtungen.
Schaerer Deutschland GmbH hat mit Schaerer Easy Access einen barrierefreien Kaffeevollautomaten entwickelt, der speziell für Rollstuhlfahrende konzipiert wurde. Das Produktdesign ermöglicht selbstständige Bedienung und zeigt, wie Technik aktiv zur Inklusion beitragen kann – ein Aspekt, der für Betriebe mit dem Anspruch an barrierefreien Service relevant ist.
goodBytz GmbH setzt auf autonome Kochsysteme für Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Der Kochroboter bereitet frische Speisen zu und könnte Betriebe entlasten, die mit Personalmangel oder gleichbleibend hohen Qualitätsanforderungen bei hohem Gästevolumen konfrontiert sind.
Gastronomie und Hotellerie: Neue Konzepte für den Gast
In der Kategorie „Gastronomie & Hotellerie" demonstrieren drei Nominierte unterschiedliche Wege, wie Betriebe Genuss, Effizienz und gesellschaftliche Verantwortung verbinden können:
Founding Restaurants GmbH betreibt mit Kaspar Schmauser in Nürnberg ein modernes Restaurantkonzept, das gesunde, pflanzenbasierte Gerichte mit moderner Technologie kombiniert. Gäste können ihre Speisen individuell zusammenstellen und sowohl vor Ort als auch online bestellen – ein Ansatz, der Flexibilität und personalisierte Ernährung in den Mittelpunkt stellt.
Impact Concepts zeigt mit Coffee, Brownies & Downies in Oberursel (Rhein-Main), wie gelebte Inklusion in der Gastronomie funktioniert. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam in der Gastro-Café-Tagesbar – das Konzept ist nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich.
Servicegemeinschaft Nordbaden mbH beweist im Care-Bereich, dass hochwertiges, nachhaltiges Gastronomieangebot auch bei knappen Budgets realisierbar ist. Das umfangreiche Konzept zeigt, dass Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Gemeinschaftsverpflegung keine Gegensätze sein müssen.
Fazit
Die neun Nominierten des INTERNORGA Zukunftspreises 2026 bilden ein breites Spektrum ab: von technologischen Lösungen über neue Lebensmittelkonzepte bis zu gesellschaftlich relevanten Geschäftsmodellen. Was sie eint, ist der Anspruch, Wirtschaftlichkeit mit ökologischer oder sozialer Verantwortung zu verbinden – ein Ansatz, der angesichts steigender Anforderungen an Betriebe zunehmend relevant wird.
Für Entscheider im Gastgewerbe bieten die Nominierungen konkrete Anregungen: Welche funktionalen Zutaten können Speisekarten bereichern? Wie lassen sich digitale Systeme sinnvoll einsetzen? Wo gibt es Potenzial für inklusive oder nachhaltige Konzepte, die gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sind?
Die Bekanntgabe der drei Gewinner erfolgt am 13. März 2026 um 12:00 Uhr auf der OPEN STAGE der INTERNORGA. Moderiert wird die Veranstaltung von Patrice Bouedibela, zudem spricht Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus. Der Zukunftspreis hat sich seit 2011 als eine der wichtigsten Auszeichnungen für zukunftsweisende Geschäftsmodelle im Außer-Haus-Markt etabliert – national wie international.











