Suche
Anzeige

Weltweit erste Roboterküche im Universitätsklinikum Tübingen

Seit Ende Mai kocht am Universitätsklinikum Tübingen ein Roboter für Mitarbeitende und Gäste. Durch die Anschaffung haben diese jetzt auch die Möglichkeit, außerhalb der Öffnungszeiten der Betriebsrestaurants und der Cafeterien ein warmes Essen auf dem Campus zu erhalten. Täglich stehen fünf Gerichte zur Auswahl, viele davon sind pflanzenbasiert.

SodexoSodexo

Einmal bitte Erdnuss-Udon-Stir-Fry. Ein paar Klicks auf dem Touchscreen, schon greifen zwei Arme nach verschiedenen Metallschüsseln, in die rohe, kleingeschnittene Möhrenstifte sowie Pak-Choi purzelt. Dann platziert der Roboter die Schüsseln auf Kochfeldern. Nudeln kochen, das Gemüse wird angebraten. Wenige Minuten nach Auswahl wird das asiatische Gericht in einer Mehrwegschüssel serviert. Nicht von einer oder einem Servicemitarbeitenden, sondern von einem Kochroboter.

Seit Ende Mai steht die Roboter-Küche des Hamburger Start-ups goodBytz im Gesundheitszentrum (GZT) des Universitätsklinikums und versorgt Mitarbeitende sowie Besucherinnen und Besucher. Das Uniklinikum und der Groß-Caterer-Sodexo, der die sechs Cafeterien auf dem Klinikgelände betreibt, erweitern damit das gastronomische Angebot. „Jetzt besteht die Möglichkeit, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Betriebsrestaurants und der Cafeterien ein frisches und warmes Essen zu bekommen. Dies ist besonders für unsere Beschäftigten im Schichtbetrieb und im Wochenenddienst interessant“, sagt Dr. Tobias Anton Schneider, Leiter des Geschäftsbereiches Betrieb und Logistik am Universitätsklinikum. Der Kochroboter ist zunächst bis in den Abend hinein in Betrieb, perspektivisch rund um die Uhr.

In den Kliniken befinden sich zwar Snackautomaten, ansonsten mussten sich Mitarbeitende außerhalb der Öffnungszeiten bislang selbst versorgen. Das Uniklinikum ist weltweit der erste Standort, an dem der Kochroboter von goodBytz zum Einsatz kommt.

Partner aus dem HORECA Scout

Auch Reha-Gäste sollen über den Roboter versorgt werden

Der Standort im Speisesaal des GZT ist gut gewählt. Im Gebäude untergebracht ist ein ambulantes Rehazentrum, das täglich etwa 120 ambulante Patientinnen und Patienten besuchen. Sie erhalten ab Juli ebenfalls über den Kochroboter ein Mittagessen. Bislang wurden sie über die Cafeteria versorgt. Ebenso profitieren Gäste des Hotels, das im achten Stockwerk des Gesundheitszentrum untergebracht ist. Mittelfristig ist angedacht, auch Gäste aus weiteren ambulanten Rehas auf dem Klinikgelände sowie Patientinnen und Patienten aus Tageskliniken über den Kochroboter zu versorgen.

Fakten zum Kochroboter

  • Es gibt immer fünf Gerichte – manche wechseln täglich, manche wöchentlich.
  • Die Gerichte kosten zwischen sechs Euro und 8,70 Euro. Eine Unterscheidung zwischen Mitarbeitenden und Besucherinnen oder Besuchern gibt es nicht.
  • Angeboten werden Gerichte der asiatischen (z.B. Tandoori Chicken, Kichererbsen-Erdnuss-Curry), deutschen (z.B. Linsen mit Spätzle, Hühnerfrikassee) und italienischen Küche (z.B. verschiedene Nudelgerichte), ebenso Street Food Speisen (z.B. moderne Döner- oder Currywurst-Gerichte) sowie Salate. Mindestens eines der Gerichte am Tag ist immer rein pflanzlich.
  • Das Gemüse für die Gerichte kommt von einem in der Region ansässigen Lieferanten. Auf Saisonalität wird geachtet. Die Gerichte verfügen deshalb über einen reduzierten CO2-Ausstoß im Vergleich zu klassischen Speiseplänen.
  • Die Reinigung der Töpfe und des Geschirrs verläuft komplett automatisch durch ein integriertes Waschsystem.
  • Der Roboter kann bis zu 150 Gerichte pro Stunde produzieren.
  • Serviert wird bevorzugt in Mehrwegbehältern (ReBowl, fünf Euro Pfand). Die ReBowl kann in allen Cafeterien und Kasinos zurückgegeben werden – und an allen Stellen in Deutschland, die ReBowl annehmen.
Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceSteuernSoftware und Systeme
Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

„Die Roboterküche ist eine Antwort auf die Realität der Arbeitswelt von heute. Sie hilft uns, in Zeiten des Fachkräftemangels Lücken zu schließen“, sagt Renato Salvatore, Geschäftsführer von Sodexo Deutschland. Arbeitsplätze werden durch den Roboter am Uniklinikum nicht abgebaut, betont Schneider vom Uniklinikum. „In den Cafeterien und Betriebsrestaurants lange Öffnungszeiten anzubieten oder Stellen als Koch, Köchin oder Servicemitarbeitende zu besetzten, ist derzeit schwierig. Hier unterstützt uns die neue Technologie mit automatisierten Prozessen.“

Themen in diesem Artikel
Digitalisierung
Pavel Danilyuk, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und legt die nächste Stufe unterhalb der 100.000-Euro-Grenze bereits an. Beschlossen ist noch nichts, doch die Richtung ist erkennbar.

Markus Winkler, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Der Strohhalm als Prüffall: Was die neuen PFAS-Grenzwerte für die Gastronomie bedeuten

Seit dem 12. August gelten in der EU erstmals Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Zwei Monate später folgt ein zweiter Stichtag, der Papier und Karton im Lebensmittelkontakt direkt trifft. Für Gastronomiebetriebe wird damit ein Cent-Artikel zum Compliance-Thema. Und ausgerechnet die Alternative, auf die nach dem Plastikverbot fast alle umgestiegen sind, ist die am häufigsten belastete.

Markus Höfemann
Branche und Trends

Gastfreundschaft 2035 – Zehn Thesen von Niels Battenfeld zur Zukunft der Privathotellerie

Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt nicht auf Technologie, sondern auf das Gefühl, das bleibt: Wie sieht Gastfreundschaft im Jahr 2035 aus, wenn wirtschaftliche Effizienz und echte Begegnung zusammenspielen müssen?

Waldemar Brandt, Unsplash
Allgemeine Haustechnik

Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem und eine Aufstellung, die Gäste nicht durch Lärm oder Zugluft stört. Der Rest ist Betriebsführung.

Weitere Artikel zum Thema

Pavel Danilyuk, Pexels
Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und[...]
Pavel Danilyuk, Pexels
Markus Höfemann
Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt[...]
Markus Höfemann
Emiliano Vittoriosi, Unsplash
Speisekartentexte aus ChatGPT, Hotelfotos aus Midjourney, Social-Media-Posts auf Knopfdruck: KI gehört im Gastgewerbe längst zum Alltag. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Acts. Die gute Nachricht vorweg:[...]
Emiliano Vittoriosi, Unsplash
TheFork
Reservierung, Tischplanung, Gästekommunikation und Zahlung laufen in vielen Restaurants längst digital – aber oft noch nebeneinander. Gastautor Carlo Carollo von TheFork erklärt, warum der nächste Schritt nicht noch mehr einzelne Tools sind, sondern besser vernetzte[...]
TheFork
DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung GmbH, Campaign Creators, Unsplash
Seit 1996 bieten die offiziellen Hotelsterne Gästen Orientierung und Hotels eine einheitliche Grundlage für die Positionierung. Zum 30-jährigen Bestehen richtet die Deutsche Hotelklassifizierung den Blick nach vorn: Die Sterne sollen künftig auch von KI-gestützten Such-[...]
DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung GmbH, Campaign Creators, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.