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Anschreiben verschreckt Bewerber:innen

Viele Arbeitgeber verlieren trotz des oft beklagten Fachkräftemangels Bewerber:innen, weil sie auf konventionelle Bewerbungsregeln beharren. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Job-Studie, für die die KÖNIGSTEINER Gruppe 1.026 Bewerbende befragte. Demnach verzichteten mehr als ein Drittel der Befragten (34 %) schon einmal auf eine Bewerbung, weil ein Arbeitgeber in seinen Stellenanzeigen ein Anschreiben verlangte.

Christina @ wocintechchat.comChristina @ wocintechchat.com

Eine weitere Hürde auf dem Weg zu neuen Mitarbeitenden ist das Bewerbungsfoto – immerhin bei mehr als einem Viertel der Bewerber:innen. So verzichteten bereits 28 % der Befragten auf eine Bewerbung, weil in Stellenanzeigen um ein Foto gebeten wurde. Hintergrund: In vielen Ländern ist das Bewerbungsfoto längst aus dem Anforderungskatalog für Bewerbungsmappen verbannt. In Deutschland ist es dagegen oft noch Usus, auch wenn die Kandidat:innen nicht verpflichtet sind, ein solches in ihre Unterlagen zu aufzunehmen. 

„Auch wenn einige große Arbeitgeber das Anschreiben schon aus ihrem Bewerbungsprozess entfernt haben, gehört es vor allem im Mittelstand noch immer zum festen Repertoire. Das ist vor allem deshalb so fragwürdig, weil es so gut wie nie zum Zusammenfinden zwischen Unternehmen und Bewerber:in beiträgt. Arbeitgeber, die derartige Bremsen abbauen, passen sich den Rahmenbedingungen des Fachkräftemangels an und dürften das an höheren Bewerbungseingängen merken“, so Nils Wagener, Geschäftsführer der KÖNIGSTEINER GRUPPE, zu den Ergebnissen der Umfrage.

Fehlende persönliche Kontaktdaten als Bewerbungskiller

Neben konventionellen Bewerbungsanforderungen wie dem Anschreiben oder einem Foto, vergessen viele Arbeitgeber offenbar auch elementare Kontaktinformationen in ihren Stellenanzeigen. 27 % der befragten Kandidat:innen verzichteten bereits deshalb auf eine Bewerbung, weil in den Ausschreibungen kein persönlicher Ansprechpartner genannt wurde. Bei jungen Bewerber:innen zwischen 18 und 29 Jahren sind es vor allem digitale Bewerbungsmöglichkeiten, die in Online-Stellenanzeigen gesucht und oft eben nicht gefunden werden. So verzichteten 37 % der befragten Berufsanfänger:innen bereits auf den Versand ihrer Unterlagen, weil in einer Stellenanzeige ein direkter Link für eine Online-Bewerbung fehlte. Insgesamt war das für 32 % aller Befragten ein Grund zum Verzicht. 

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Arbeitgeberleistungen genauso wichtig wie das Anforderungsprofil

„Eine Folge der demografischen Entwicklung ist, dass immer mehr Arbeitgeber um immer weniger Bewerber:innen konkurrieren. Umso wichtiger ist es, dass suchende Unternehmen ihre Stellenanzeigen an den Wünschen der Bewerber:innen ausrichten. Denn sie sind es, die die Wahl haben und deshalb Ansprüche an die Mitarbeitersuche der Unternehmen, beginnend bei deren Stellenanzeigen, stellen“, so Nils Wagener. Dazu passt: Für 87 % der Kandidat:innen sind Stellenanzeigen nach wie vor die primäre Quelle ihrer Jobsuche. Entsprechend intensiv befassen sie sich mit den Inhalten der Ausschreibungen. So geben 84 % der Befragten an, dass sie beispielsweise das Anforderungsprofil aufmerksam durchlesen. Zudem aber eben auch im Fokus der Bewerberaufmerksamkeit: die Arbeitgeberleistungen. 81 % der Kandidat:innen studieren sie aufmerksam, wenn sie sich mit einer Stellenanzeige auseinandersetzen. Vollauf zufrieden sind sie derweil allerdings nicht mit den Inhalten, die die Arbeitgeber hinterlassen. So sind nur 21 % vollauf mit der Beschreibung der Arbeitgeber-Benefits zufrieden zu sein. Die Anforderungsprofile finden nur bei 26 % der Befragten ungeteilte Zustimmung. 

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Über die Studie

Für die Studie „Stellenanzeigen 2023“ befragt das Marktforschungsinstitut bilendi im Auftrag der KÖNIGSTEINER Gruppe 1.026 Beschäftigte, die sich in den letzten 12 Monaten mindestens einmal bei einem Arbeitgeber beworben haben. Der Befragungszeitraum lag im Mai 2023. 51 % der Befragten waren weiblich, 49 % männlich. Das Durchschnittsalter betrug 39,8 Jahre. Den kompletten Studienband können Interessierte kostenfrei hier downloaden.

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