Suche

2019 – diese neuen Vorschriften und Gesetze sollten Sie kennen!

Neben einem neuen Verpackungsgesetz, Änderungen im Umsatzsteuergesetz bei Gutscheinen und der Brückenteilzeit steigt auch der Mindestlohn zu Jahresbeginn.

Neue Gesetze für Gastronomie und HotellerieNatali_Mis | iStockphoto.comNatali_Mis | iStockphoto.com

Der neue Mindestlohn ab 2019

Wie bereits seit Mitte des Jahres bekannt, wird der Mindestlohn 2019 steigen. Statt wie bisher 8,84 Euro beträgt der Mindestlohn ab dem 1. Januar 2019 9,19 Euro pro Stunde (brutto). Und: Ab 2020 gibt es 9,35 Euro stündlich (schon einmal zum Vormerken). Schon seit 2018 gilt der Mindestlohn in branchenübergreifend, Ausnahmen sind nicht vorgesehen. Somit sind also auch alle Mitarbeiter in der Gastronomie und der Hotellerie betroffen. Auch wenn die Löhne in der Branche häufig über dem Mindestlohn liegen und viele Unternehmer durch höhere Löhne Fachkräfte sichern, ist die Regelung vor allem für Aushilfen, saisonale Mitarbeiter und ungelernte Arbeitskräfte interessant. Denn selbst mit dem Mindestlohn kommen sie monatlich nur knapp über 1.500 Euro brutto.

Tipp: Gastronomen und Hoteliers sollten die anstehende Erhöhung des Mindestlohns schon möglichst früh an ihre Mitarbeiter kommunizieren. Dadurch entsteht ein Motivationsschub für die stressige Weihnachtszeit und garantiert, dass die Mitarbeiter im neuen Jahr wieder einsatzfreudig sind.

Partner aus dem HORECA Scout

Änderungen im Umsatzsteuergesetz bei Gutscheinen

Ab dem 1. Januar 2019 gibt es neue Regelungen, was Gutscheine betrifft. Das liegt daran, dass es in der Europäischen Union bereits eine Gutscheinrichtlinie gibt, die nun auch in Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden soll. Bisher wurde zwischen Wert- und Warengutscheinen unterschieden, aber diese Grenze verfällt. Stattdessen geht es nun darum, ob es sich um einen Einzweckgutschein oder um einen Mehrzweckgutschein handelt. Dementsprechend wird die Höhe der Umsatzsteuer bemessen.

Tipp zur Kommunikation an Gäste: Es ist empfehlenswert, die neuen Gutscheinpreise mit ihrem jeweiligen Steuersatz deutlich aufzulisten und auch im Newsletter sowie im Betrieb selbst zu bewerben.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceRechtsprechung und Urteile
GEMA passt TV-Tarif an: Rückerstattungen für Gastgewerbe möglich

Die neue Brückenteilzeit

Wer ab dem 1. Januar 2019 einen neuen Arbeitsvertrag in Teilzeit abschließt, erhält das Recht, zu seiner Vollzeitstelle zurückzukehren. Das bedeutet, es ist möglich, für eine gewisse Zeit (die sogenannte Brückenzeit) eine Vollzeitstelle auf Teilzeit umzustellen. Für alle Arbeitnehmer, die für kürzere oder längere Zeit auf Teilzeit wechseln möchten, ist dieses Modell sehr gut geeignet. Allerdings gilt es zu beachten, dass Kleinstunternehmen mit weniger als 45 Mitarbeitern nicht von dieser Regelung betroffen sind. Selbstverständlich ist es möglich, dass der Arbeitgeber dennoch die Brückenteilzeit gewährt, aber es gibt keinen Anspruch darauf. In Unternehmen mit einer Größe von 45 bis 200 Angestellten muss nur einem von 15 Mitarbeitern die Brückenteilzeit gewährt werden. Diese Änderung schlägt sich im bundesweit gültigen Teilzeit- und Befristungsgesetz nieder, denn das Recht auf befristete Teilzeit, die die Brückenteilzeit darstellt, wird dort festgehalten.

Themen in diesem Artikel
Recht und FinanzenMindestlohn

Für Gastronomen und Hoteliers in mittelständischen und großen Unternehmen bedeutet das, dass sie sich ab dem 1. Januar 2019 auf Anträge für die Brückenteilzeit einstellen sollten. Außerdem ist es sinnvoll, den Mitarbeitern mitzuteilen, dass diese Regelung nun in Kraft tritt. Das ist nur fair, da es vor allem denjenigen, die die Brückenteilzeit aus gesundheitlichen oder familiären Gründen benötigen, die Chance gibt, diese möglichst schnell zu beantragen. Darüber hinaus gibt es auch dem Arbeitgeber Zeit, sich, wo nötig, um Vertretungen zu kümmern.

Der DEHOGA Bundesverband hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Verpackungsgesetz statt Verpackungsverordnung

Verpackungen sind in der Gastronomie und Hotellerie ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Bisher wurde dieser Bereich durch die Verpackungsverordnung geregelt. Diese wird allerdings am 1. Januar 2019 durch das neue Verpackungsgesetz abgelöst. Wie auch in der alten Verordnung geht es hier darum, in welche Verpackungsarten Lebensmittel, die an den Kunden gehen, verpackt werden. Gastgewerbliche Betriebe müssen sich nämlich dabei an strenge Regeln halten und dürfen nur lizenzierte Verpackungen nutzen. Darüber hinaus müssen sich ab dem 1. Januar 2019 alle Betriebe registrieren und ihre Daten rund um das Thema Verpackung und Lebensmittelabgabe melden. Dies geschieht in einem öffentlich einsehbaren Register.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketing
Social GEO: Schon wieder nur ein neues Buzzword oder doch entscheidend für eine gute KI-Sichtbarkeit von Hotels?

Liste der aushängepflichtigen Gesetze für Gastronomie und Hotellerie

Zu guter Letzt müssen nach wie vor bestimmte Aushänge in gastgewerblichen Betrieben vorhanden sein. Das Jahresende bietet daher eine gute Gelegenheit, noch einmal zu überprüfen, ob auch alle Aushänge vorhanden sind. Zusätzlich zu dieser Liste gibt es eine gesetzliche Verpflichtung, die Postanschrift der jeweils zuständigen Berufsgenossenschaft und die Erhebungsfristen für Entschädigungsleistungen seitens der Beschäftigten zugänglich bekannt zu machen. Dies sind die aushangpflichtigen Bestimmungen in der Gastronomie:

  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
  • Jugendschutzgesetz (JuSchG)
  • Jugendarbeitsschutzgesetz (JarbSchG)
  • Mutterschutzgesetz (MuSchG)
  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und Arbeitsgerichtsgesetz § 61 B (ArbGG)
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • ggf. Ladenöffnungsgesetz (Lad-ÖffG)
  • Betriebsvereinbarungen sowie u. U. Wahlordnung und Tarifvertrag
  • Alle zutreffenden Vorschriften der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) – externer Link
  • Zutreffende Unfallverhütungsvorschriften (UVV) – siehe auch Abschnitt Arbeitsschutz
Canva
Finanzen und Controlling

GEMA passt TV-Tarif an: Rückerstattungen für Gastgewerbe möglich

Die GEMA hat den Tarif für die öffentliche Wiedergabe von Fernsehsendungen (FS-Tarif) zum 1. Januar 2025 angepasst. Grundlage ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Die Änderung betrifft unmittelbar die Einstufung von Fernsehgeräten nach Bildschirmgröße und die Art der Berechnung der Vergütung. Für viele Betriebe kann dies zu geringeren laufenden Kosten und zu Rückerstattungen führen.

Online Birds
Künstliche Intelligenz, KI und Automation

Social GEO: Schon wieder nur ein neues Buzzword oder doch entscheidend für eine gute KI-Sichtbarkeit von Hotels?

Die Sichtbarkeit von Hotels verlagert sich zunehmend in KI-gestützte Such- und Empfehlungssysteme. Social GEO – die strategische Optimierung von Social-Media-Inhalten für KI-basierte Entscheidungsprozesse – wird dabei zum entscheidenden Faktor. Philipp Ingenillem, Branchenexperte und Gesellschafter von Online Birds, über die Bedeutung von Social GEO und eine kostenfreie Online-Session im Februar.

DEHOGA Bundesverband
Branche und Trends

DEHOGA launcht digitale Wissensplattform für Mitgliedsbetriebe

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) stellt seinen Mitgliedern ab sofort eine KI-gestützte Mobile App zur Verfügung. Die Anwendung konsolidiert erstmals das gesamte Verbandswissen in einem digitalen Werkzeug – von rechtlichen Grundlagen über betriebliche Checklisten bis zu regionalen Brancheninformationen. Statt mühsamer Recherche erhalten Gastronomen und Hoteliers durch Künstliche Intelligenz sofort aufbereitete Antworten aus verifizierten Quellen.

WWS Wirtz, Walter, Schmitz GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Finanzen und Controlling

Unternehmensverkauf im Gastgewerbe: Übergang in den Ruhestand als strategische und finanzielle Herausforderung

Der Verkauf eines Hotels oder gastronomischen Betriebs aus Altersgründen ist eine komplexe, strategisch anspruchsvolle Transaktion, die fundierte Vorbereitung, wirtschaftliches Augenmaß und Verhandlungsgeschick erfordert. Eine realistische Bewertung, eine frühzeitig durchgeführte Verkäufer-Due-Diligence sowie ein klar strukturiertes Verhandlungskonzept sind zentrale Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu einem fairen und tragfähigen Kaufpreis.

Thomas Wagner, Messe Stuttgart
Branche und Trends

INTERGASTRA 2026: Wie das Young Talents Camp der Branche neuen Schwung gibt

Der Fachkräftemangel trifft das Gastgewerbe härter als viele andere Branchen. Die INTERGASTRA 2026 setzt mit dem Young Talents Camp ein deutliches Zeichen: In Halle 7 entsteht ein Erlebnisraum, der jungen Menschen zeigt, welche Perspektiven Hotellerie und Gastronomie bieten – fernab von Hochglanzbroschüren, dafür mit echten Einblicken von Praktikern.

BRITA
Events und Messen

BRITA auf der INTERGASTRA 2026: Wie intelligente Wasserfiltration Betriebsabläufe vereinfacht

Der Wasserfilterspezialist BRITA nutzt die INTERGASTRA 2026 in Stuttgart für die Präsentation mehrerer Neuheiten aus dem Profi-Segment. Im Mittelpunkt stehen digitale Überwachungssysteme, die den Filterwechsel automatisieren, sowie spezialisierte Lösungen für Spülmaschinen und Dampfgargeräte. Messebesucher können sich von Live-Demonstrationen überzeugen und frisch zubereitete Kostproben genießen.

Weitere Artikel zum Thema

Canva
Die GEMA hat den Tarif für die öffentliche Wiedergabe von Fernsehsendungen (FS-Tarif) zum 1. Januar 2025 angepasst. Grundlage ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München. Die Änderung betrifft unmittelbar die Einstufung von Fernsehgeräten nach Bildschirmgröße und[...]
Canva
WWS Wirtz, Walter, Schmitz GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Der Verkauf eines Hotels oder gastronomischen Betriebs aus Altersgründen ist eine komplexe, strategisch anspruchsvolle Transaktion, die fundierte Vorbereitung, wirtschaftliches Augenmaß und Verhandlungsgeschick erfordert. Eine realistische Bewertung, eine frühzeitig durchgeführte Verkäufer-Due-Diligence sowie ein klar strukturiertes Verhandlungskonzept[...]
WWS Wirtz, Walter, Schmitz GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Andreas Muhme für TA Steuerberatung GmbH
Zum Jahresbeginn 2026 treten zahlreiche steuerliche Neuerungen in Kraft, die auch das Hotel- und Gastgewerbe unmittelbar betreffen. Neben der dauerhaft gesenkten Umsatzsteuer auf Speisen verändern sich unter anderem Abschreibungsregeln und arbeitsnahe Rahmenbedingungen. Welche Stellschrauben sind[...]
Andreas Muhme für TA Steuerberatung GmbH
applord GmbH
Künstliche Intelligenz verändert den Gastronomiealltag rasant – doch zwischen Effizienzgewinn und Rechtssicherheit liegt ein schmaler Grat. Während automatisierte Prozesse Arbeitsabläufe beschleunigen, verschärfen EU-Verordnungen die Anforderungen an Transparenz und Kontrolle. Wer KI rechtskonform einsetzen will, muss[...]
applord GmbH
mip Consult GmbH
E-Mail-Marketing lebt von Reichweite – doch ohne rechtskonforme Einwilligungen wird jede Kampagne zum Risiko. Moderne Consent-Management-Plattformen sind längst mehr als digitale Pflichtübung: Sie verknüpfen Marketing, Kundenservice und Compliance zu einem durchgängigen System, das Vertrauen schafft[...]
mip Consult GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.