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Arbeitsschutz in der Ausbildung: Warum Gastronomiebetriebe jetzt die Weichen stellen sollten

  • Wer Arbeitsschutz bereits in der Ausbildung verankert, schafft die Grundlage für sicherheitsbewusstes Verhalten im gesamten Berufsleben
  • Die BGN stellt kostenlose Materialien und Weiterbildungen bereit, mit denen Ausbilder und Berufsschulen Arbeitsschutzthemen praxisnah vermitteln können
  • Von der didaktischen Infobox über Multiplikatoren-Seminare bis zu Projekttagen – die Angebote reichen von der einzelnen Unterweisung bis zum umfassenden Konzept

Ketut Subiyanto, PexelsKetut Subiyanto, Pexels

Die Ausbildungsphase als Schlüssel für dauerhaftes Sicherheitsbewusstsein

Der Start ins Berufsleben hinterlässt bleibende Eindrücke. In dieser Phase entwickeln Auszubildende ihr Verständnis davon, was in ihrem künftigen Arbeitsfeld wichtig ist und wie professionell gearbeitet wird. Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben sowie Lehrkräfte an den Berufsschulen nehmen dabei eine zentrale Rolle ein: Sie vermitteln nicht nur fachliches Wissen, sondern prägen auch die Haltung zu Themen wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Betriebe, die Sicherheitsaspekte von Beginn an in die praktische und theoretische Ausbildung integrieren, legen den Grundstein für Beschäftigte, die sich auch später im Arbeitsalltag verantwortungsbewusst verhalten. Diese präventive Herangehensweise zahlt sich langfristig aus – durch weniger Arbeitsunfälle, geringere Ausfallzeiten und eine insgesamt höhere Sensibilität für Gefährdungen.

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Die BGN hat diesen Ansatz erkannt und gezielt Angebote entwickelt, die ausbildende Betriebe und Berufsschulen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen.

Praxisnahe Lernmaterialien für Unterricht und betriebliche Unterweisung

Herzstück der BGN-Unterstützung ist die Infobox „Update Arbeitsschutz". Dieses didaktische Instrument richtet sich an alle, die Auszubildende in Berufsschulen oder Betrieben unterweisen. Die Box besteht aus einem Ordner mit mehreren Themenkapiteln, die zentrale Arbeitsschutzthemen abdecken: von Erste-Hilfe-Maßnahmen und Brandschutz über den sicheren Umgang mit elektrischem Strom bis hin zu Hautschutz und der Bedeutung von Sicherheitszeichen.

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Der Clou: Die Materialien sind so aufbereitet, dass sie einen spielerischen Zugang ermöglichen. Verschiedene Kartenspiele machen abstrakte Sicherheitsregeln greifbar und fördern das aktive Lernen. Ergänzend verweisen mehrere Kapitel auf externe digitale Angebote – etwa Hörspiele oder interaktive Quiz –, sodass sich die Themen multimedial bearbeiten lassen.

Ein weiterer praktischer Aspekt: Sämtliche Kapitel stehen als PDF-Dateien im BGN-Branchenwissen zum Download bereit. Lehrkräfte und Ausbilder können ihre Infobox damit kontinuierlich auf dem neuesten Stand halten, indem sie aktualisierte Kapitel ausdrucken und in den Ordner einheften.

Themen in diesem Artikel
Recht und CompliancePersonalentwicklungArbeitsschutzAusbildungBerufsgenossenschaftWeiterbildung

Die Infobox „Update Arbeitsschutz" kann per E-Mail unter azubi-seminare@bgn.de angefordert werden, solange der Vorrat reicht.

Multiplikatoren qualifizieren: Seminare für Ausbilder und Lehrkräfte

Wer selbst unterweisen will, muss fachlich aktuell sein. Die BGN bietet deshalb spezielle Multiplikatoren-Seminare an, die sich an alle richten, die in Betrieben oder Berufsschulen junge Menschen im Arbeitsschutz schulen. Diese Weiterbildungen vermitteln den aktuellen Stand der Präventionsarbeit und setzen voraus, dass die Teilnehmenden ihr Wissen anschließend in ihren Einrichtungen weitergeben.

Ein besonderer Mehrwert der Seminare: Die Teilnehmenden arbeiten gemeinsam mit BGN-Fachleuten an einem auf ihren Betrieb zugeschnittenen Unterweisungskonzept für Auszubildende. So entsteht nicht nur theoretisches Wissen, sondern ein direkt umsetzbarer Plan für die eigene Ausbildungspraxis.

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Darüber hinaus organisiert die BGN eine Ausbilder-Tagung speziell für ihre Mitgliedsbetriebe. Dort können sich Ausbildungsverantwortliche über ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lösungen für typische Herausforderungen entwickeln. Die Themenpalette reicht von Verkehrssicherheitsarbeit mit Auszubildenden über den Umgang mit kultureller Vielfalt bis hin zu Konfliktsituationen im Ausbildungsalltag sowie Digitalisierung in der Ausbildung.

Diese Vernetzung zwischen Betrieben der Branche ermöglicht es, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und bewährte Konzepte zu übernehmen.

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Projekttage und Lernortkooperation: Arbeitsschutz erlebbar machen

Für Berufsschulen, die mehrere Arbeits- und Gesundheitsthemen gebündelt behandeln möchten, bietet die BGN Unterstützung in Form von Projekttagen an. Diese „Tage der Berufsgesundheit" werden als Workshop-Format oder als offenes Informationsangebot gestaltet. An verschiedenen Infoständen können die Schülerinnen und Schüler sich mit einzelnen Themen vertraut machen und Anschauungs- sowie Praxismaterial direkt ausprobieren. Wie das konkret aussieht, beschreibt der Akzente-Beitrag „Shake it till you make it – wie Azubis Theorie mit Praxis mixen“.

Ein noch tieferer Ansatz ist die Lernortkooperation: Hier setzen sich die angehenden Fachkräfte mit einem berufsspezifischen Thema aus ihrem künftigen Arbeitsfeld auseinander und lernen dabei gleichzeitig, welche Arbeits- und Gesundheitsschutzaspekte zu beachten sind. Diese Form des Lernens wird in enger Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen, der BGN und Fachleuten aus der Praxis entwickelt und umgesetzt.

Voraussetzung für beide Formate ist, dass die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung in einem BGN-Mitgliedsbetrieb absolvieren. Weitere Informationen finden Sie auf der BGN-Themenseite „Azubis und Ausbildende“.

Fazit

Die Investition in eine fundierte Arbeitsschutzausbildung zahlt sich für Gastronomiebetriebe mehrfach aus: Sie reduziert das Unfallrisiko, stärkt die Gesundheit der Beschäftigten und trägt zu einer professionellen Unternehmenskultur bei. Die BGN liefert dafür ein durchdachtes Paket aus fertigen Materialien, Weiterbildungen und Unterstützungsformaten, das sich flexibel an die Bedürfnisse einzelner Betriebe und Berufsschulen anpassen lässt.

Entscheidend ist, dass Ausbilderinnen und Ausbilder Arbeitsschutz nicht als lästige Pflicht, sondern als integralen Bestandteil der beruflichen Qualifikation verstehen und vermitteln. Wer diese Haltung bereits in der Ausbildung prägt, schafft die Basis für sicherheitsbewusstes Handeln über das gesamte Berufsleben hinweg.

Betriebe sollten die vorhandenen Angebote aktiv nutzen – sei es durch Bestellung der Infobox, Teilnahme an Seminaren oder Organisation von Projekttagen an der Partnerschule ihrer Auszubildenden.

Handlungsempfehlungen

  1. Infobox „Update Arbeitsschutz" anfordern: Bestellen Sie das kostenlose Material per E-Mail an azubi-seminare@bgn.de und integrieren Sie die Kartenspiele sowie multimedialen Inhalte in Ihre nächste Unterweisung.
  2. Multiplikatoren-Seminar besuchen: Melden Sie Ihre Ausbildungsverantwortlichen zur BGN-Weiterbildung an, um ein maßgeschneidertes Unterweisungskonzept für Ihren Betrieb zu entwickeln.
  3. Austausch mit anderen Betrieben suchen: Nutzen Sie die Ausbilder-Tagung, um von Erfahrungen anderer Gastronomiebetriebe zu profitieren und Lösungen für typische Ausbildungsherausforderungen zu finden.
  4. Projekttage mit der Berufsschule initiieren: Sprechen Sie die Berufsschule Ihrer Auszubildenden auf einen „Tag der Berufsgesundheit" oder eine Lernortkooperation an, um Arbeitsschutz erlebbar zu machen.
  5. Materialien regelmäßig aktualisieren: Laden Sie aktualisierte Kapitel aus dem BGN-Branchenwissen herunter und halten Sie Ihre Unterweisungsunterlagen auf dem neuesten Stand.
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